Wenn in Rom eine der katholischsten Stimmen die des Moskauer Patriarchats ist, sollte das ein Problem sein

Metropolit Hilarion
Metro­po­lit Hil­ari­on

(Rom) Wenn in Rom eine der katho­lisch­sten Stim­men die des Mos­kau­er Patri­ar­chats ist, soll­te das ein Pro­blem sein. Am ver­gan­ge­nen Diens­tag über­brach­te Metro­po­lit Hil­ari­on von Wolo­ko­lamsk dem Papst und der Bischofs­syn­ode die Gruß­bot­schaft des Mos­kau­er Patri­ar­chats. Erz­bi­schof Hil­ari­on ist Lei­ter des Außen­am­tes der rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che. Hier die voll­stän­di­ge Rede des Metro­po­li­ten. Die Her­vor­he­bun­gen stam­men von der Redak­ti­on:

Heiligkeit,
Seligkeiten, Eminenzen und Exzellenzen,

im Namen Sei­ner Hei­lig­keit Kyrill, des Patri­ar­chen von Mos­kau und der gan­zen Rus, und der gan­zen rus­si­schen ortho­do­xen Kir­che rich­te ich unse­ren brü­der­li­chen Gruß an euch alle anläß­lich der XIV. Gene­ral­ver­samm­lung der Bischofs­syn­ode der katho­li­schen Kir­che, die dem The­ma der Fami­lie gewid­met ist.

In unse­rer tur­bu­len­ten und beun­ru­hi­gen­den Welt, braucht der Mensch soli­de und uner­schüt­ter­li­che Grund­la­gen, auf die er sich stüt­zen kann, um auf ihnen voll Ver­trau­en das eige­ne Leben auf­bau­en zu kön­nen. Die lai­zi­sti­sche Gesell­schaft, die in erster Linie auf die Befrie­di­gung der indi­vi­du­el­len Wün­sche aus­ge­rich­tet ist, kann dem Men­schen kei­ne mora­lisch kla­ren Ori­en­tie­run­gen geben. Die Kri­se der tra­di­tio­nel­len Wer­te, die wir in der Kon­sum­ge­sell­schaft erle­ben, führt zu einem Wider­spruch zwi­schen den ver­schie­de­nen Vor­lie­ben, auch in den fami­liä­ren Bezie­hun­gen. Wenn einer­seits der extre­me Femi­nis­mus in der Mut­ter­schaft ein Hin­der­nis für die Selbst­ver­wirk­li­chung der Frau sieht, wird ande­rer­seits der Kin­der­wunsch immer mehr als Recht betrach­tet, das mit jedem Mit­tel ver­wirk­licht wer­den kann. Immer häu­fi­ger wird die Fami­lie als Ver­bin­dung zwi­schen zwei Per­so­nen unab­hän­gig von ihrem Geschlecht gese­hen, und man ist der Mei­nung, daß das Indi­vi­du­um die Zuge­hö­rig­keit zum einen oder zum ande­ren Geschlecht nach sei­nem per­sön­li­chen Geschmack wäh­len kann.

Ande­rer­seits tre­ten neue Pro­ble­me auf, die direkt die Fun­da­men­te der tra­di­tio­nel­len Fami­lie betref­fen. Die bewaff­ne­ten Kon­flik­te der moder­nen Welt ver­ur­sa­chen einen Mas­sen­exo­dus aus den vom Krieg betrof­fe­nen Regio­nen in Rich­tung den rei­che­ren Län­dern. Die Aus­wan­de­rung führt häu­fig zum Bruch der fami­liä­ren Bin­dun­gen und schafft gleich­zei­tig ein neu­es sozia­les Umfeld, in dem Ver­bin­dun­gen ent­ste­hen, die häu­fig inter­eth­ni­schen und inter­re­li­giö­sen Cha­rak­ter haben.

Die­se Her­aus­for­de­run­gen und Bedro­hun­gen sind für alle christ­li­chen Kir­chen gleich, die die Ant­wor­ten suchen müs­sen, indem sie sich auf den ihnen von Chri­stus anver­trau­ten Auf­trag stüt­zen, jenen, den Men­schen zum Heil zu füh­ren. Lei­der hören wir auch in christ­li­chen Krei­sen häu­fig Stim­men, die eine „Moder­ni­sie­rung“ des kirch­li­chen Gewis­sens for­dern, also die Ableh­nung der christ­li­chen, schein­bar obso­le­ten Leh­re über die Fami­lie. Den­noch, wir dür­fen die Wor­te des Apo­stels Pau­lus an die Chri­sten in Rom nicht ver­ges­sen: „Gleicht euch nicht die­ser Welt an, son­dern wan­delt euch und erneu­ert euer Den­ken, damit ihr prü­fen und erken­nen könnt, was der Wil­le Got­tes ist: was ihm gefällt, was gut und voll­kom­men ist.“

Die Kir­che ist geru­fen, ein Licht und ein Leucht­turm im Dun­kel die­ser Welt zu sein, und die Chri­sten sind geru­fen, das „Salz der Erde“ und das „Licht der Welt“ zu sein. Wir alle dür­fen nicht die erschüt­tern­de Ermah­nung des Erlö­sers ver­ges­sen: „Wenn das Salz sei­nen Geschmack ver­liert, womit kann man es wie­der sal­zig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weg­ge­wor­fen und von den Leu­ten zer­tre­ten“ (vgl. Mt. 5,13–14). Ein sol­ches Salz, das die Kraft des eige­nen Geschmacks ver­lo­ren hat, wer­den in die­ser unse­rer Zeit eini­ge pro­te­stan­ti­sche Gemein­schaf­ten, die sich christ­lich nen­nen, aber mora­li­sche Idea­le pre­di­gen, die mit dem Chri­sten­tum unver­ein­bar sind. Wenn eine Gemein­schaft von die­ser Art, den Ritus der Seg­nung homo­se­xu­el­ler Ver­bin­dun­gen ein­führt, und eine les­bi­sche Frau, die sich selbst als „Bischof“ bezeich­net, dazu auf­for­dert, aus den Hafen­kir­chen die Kreu­ze zu ent­fer­nen und sie durch isla­mi­sche Halb­mon­de zu erset­zen, kann eine sol­che Gemein­schaft als „Kir­che“ bezeich­net wer­den? Vor unse­ren Augen wird das Chri­sten­tum ver­ra­ten von jenen, die bereit sind, das Spiel der säku­la­ri­sier­ten, entk­le­ri­ka­li­sier­ten und gott­lo­sen Gesell­schaft zu spie­len.

Die Staats­füh­run­gen ver­schie­de­ner Staa­ten Euro­pas und Ame­ri­kas ver­fol­gen, trotz zahl­rei­cher Pro­te­ste, auch durch katho­li­sche Gläu­bi­ge, wei­ter eine Poli­tik, die mit Absicht auf die Zer­stö­rung des Ver­ständ­nis­ses von Fami­lie abzielt. Nicht nur die homo­se­xu­el­len Ver­bin­dun­gen wer­den legal der Ehe gleich­ge­stellt. Man geht soweit, jene straf­recht­lich zu ver­fol­gen, die wegen ihres christ­li­chen Glau­bens es ableh­nen, die­se Ver­bin­dun­gen zu regi­strie­ren. Gleich nach dem Ende des Besu­ches von Papst Fran­zis­kus, hat der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Barack Oba­ma offen erklärt, daß die Rech­te der Homo­se­xu­el­len wich­ti­ger sind als die Reli­gi­ons­frei­heit. Das zeigt deut­lich die Absicht der säku­la­ri­sier­ten Auto­ri­tät, den Angriff gegen die gesun­den Kräf­te der Gesell­schaft fort­zu­set­zen, die die tra­di­tio­nel­len Wer­te der Fami­lie ver­tei­di­gen. Die Katho­li­ken ste­hen in vor­der­ster Linie in die­sem Kampf, und gera­de gegen die katho­li­sche Kir­che ist eine regel­rech­te Kam­pa­gne der Dis­kre­di­tie­rung und der Lüge im Gan­ge. Daher sind die Kraft im Ver­tei­di­gen der christ­li­chen Über­zeu­gung und die Treue zur Tra­di­ti­on der Kir­che heu­te beson­ders not­wen­dig.

Heu­te wird die Gesell­schaft immer ähn­li­cher dem dum­men Mann, „der sein Haus auf Sand bau­te“ (vgl. Mt 7,26). Es ist Pflicht der Kir­che, die Gesell­schaft an ihren festen Grund zu erin­nern – die Fami­lie als Bund zwi­schen Mann und Frau, der die Geburt und die Erzie­hung der Kin­der zum Ziel hat. Nur eine sol­che Fami­lie, vom Herrn zum Zeit­punkt der Erschaf­fung der Welt selbst fest­ge­legt, ist imstan­de, das Abglei­ten der moder­nen Gesell­schaft in den Abgrund des mora­li­schen Rela­ti­vis­mus zu ver­hin­dern, oder zumin­dest zu ver­lang­sa­men.

Die ortho­do­xe Kir­che, so wie die katho­li­sche, ist in ihrer Leh­re über die Fami­lie immer der Hei­li­gen Schrift und der Hei­li­gen Tra­di­ti­on gefolgt und hat das Prin­zip der Hei­lig­keit der Ehe bekräf­tigt, das auf den Wor­ten des Erlö­sers selbst grün­det (vgl. Mt 19,6; Mk 10,9). In unse­rer Zeit muß die­se Posi­ti­on ver­ein­ter und ein­stim­mi­ger sein. Wir müs­sen gemein­sam ver­tei­di­gen im Dia­log mit den gesetz­ge­ben­den und aus­füh­ren­den Gewal­ten der ein­zel­nen Län­der und auf der Ebe­ne der inter­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen, wie der UNO und dem Euro­pa­rat. Wir kön­nen uns nicht nur auf Ermah­nun­gen beschrän­ken. Wir müs­sen den recht­li­chen Schutz der Fami­lie voll­kom­men sicher­stel­len.

Die Soli­da­ri­tät der Kir­che und aller Men­schen guten Wil­lens ist uner­läß­lich zum Zweck, die Fami­lie vor den Bedro­hun­gen der lai­zi­sti­schen Welt zu schüt­zen und so unse­re Zukunft zu sichern. Ich hof­fe, daß eine Frucht die­ser Syn­oden­ver­samm­lung eine Wei­ter­ent­wick­lung der katho­lisch-ortho­do­xen Zusam­men­ar­beit in die­ser Rich­tung sein wird.

Ich wün­sche euch den Frie­den, den Segen Got­tes und Erfolg bei eurer Arbeit!

Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Il Timo­ne

32 Kommentare

  1. Tja, das ist schon beschä­mend, dass der Mos­kau­er Patri­arch noch­mals so deut­lich den katho­li­schen Bischö­fen vor Augen füh­ren muss, was die Sub­stanz, das Salz, des Glau­bens ist und was pas­siert, wenn der Glau­be sich ver­wäs­sert und schal wird.

    Die­se bestechen­de Gruß­bot­schaft, mit ihren kla­ren Mah­nun­gen, die eige­nen Wur­zeln nicht aus­zu­rei­ßen, ist ins­be­son­de­re an das Ober­haupt der Katho­li­schen Kir­che gerich­tet, Papst Fran­zis­kus. Dass die deut­schen Bischö­fe noch von ihrer Glau­bens-Taub­heit erlöst wer­den, scheint eher unwahr­schein­lich, wenn man sich die jüng­sten Äuße­run­gen von Kar­di­nal Marx ver­ge­gen­wär­tigt. Hier scheint wirk­lich Hop­fen und Malz ver­lo­ren.

    Aber wie Robert Kar­di­nal Sarah in sei­nem Buch „Gott oder nichts“ in schar­fer Deut­lich­keit betont, wer­den die­je­ni­gen, die ihr häre­ti­sches Den­ken gegen Gott zum Gegen­stand des Glau­bens in der katho­li­schen Kir­che machen wol­len, ihre gött­li­che Stra­fe erlei­den. Das gilt für jeden, sowohl Lai­en als auch Bischö­fe, ja selbst für den Papst.

  2. Die Instal­lie­rung von „Papst“ Ber­go­glio, in einem nicht erlaub­ten fünf­ten Wahl­gang gewählt, hat die Frei­mau­re­rei an die Spit­ze der Hier­ar­chie gebracht. Etli­che Kar­di­nä­le dürf­ten es schon bereut haben, ihn gewählt zu haben. Des­we­gen ist der Kampf noch kei­nes­wegs zugun­sten der Zer­stö­rer ent­schie­den. Die Tat­sa­che, daß ein hoher Ver­tre­ter der russ.- ortho­do­xen Kir­che frei­mü­tig wesent­li­che Wahr­hei­ten aus­spre­chen konn­te, ist dafür sicher­lich ein Beleg.

    Wenn der Metro­po­lit Hil­ari­on offen den Abfall von pro­te­stan­ti­schen Gemein­schaf­ten und die Selbst­is­la­mi­sie­rung anspricht, kann das bei Herrn Ber­go­glio und sei­nen Weg­ge­nos­sen nur star­ke Bauch­schmer­zen her­vor­ru­fen. Denn „Papst“ Ber­go­glio selbst führt die Kir­che Chri­sti in die glei­che Rich­tung- hin zu Abfall vom Glau­ben und hin zum Islam.

    • Die­ses Gefühl beschlich nach der Kon­kla­ve auch. Dann wur­de ich etwas geblen­det von den Gesten von Fran­zis­kus. Doch mehr und mehr durch sei­ne Hand­lun­gen stellt sich ein ande­res Bild dar.
      Trotz­dem bete ich für Fran­zis­kus um des­sen Erleuch­tung und die Gna­de Got­tes.
      Vor allem auch zum Erz­engel Micha­el dem Beschüt­zer unse­rer Kir­che. Vor allem weil die Frei­mau­rer als erstes dafür kämpf­ten die­sen aus den Kir­chen zu ent­fer­nen.
      Das Oba­ma so denkt ist logisch, denn die­ser Lei­be soll er beson­ders zuge­tan sein.

      Die Ortho­do­xe Kir­che denkt wesent­lich kla­rer, Sie weiß noch genau­er Bescheid über das leid das eine Kir­chen-ver­fol­gung ver­ur­sacht.

      Ersten gibt es auch in der Ortho­do­xen Kir­che Seher, über das Schick­sal der Gläu­bi­gen, in der Zeit des 3. Welt­krie­ges der mit Hil­fe der Hoch­g­rad­frei­mau­rern, von Chas­si­di­schen Sek­ten vor­be­rei­tet wird. Denn das Arma­ged­don, soll nach die­sen Sek­ten in einer blu­ti­gen Geburt mit Mil­lio­nen von Toten, den kom­men­den Mes­si­as krei­ssen!
      Danach die­sen Sek­ten die Herr­schaft über die Welt geben, der alle ande­ren Men­schen als Skla­ven zu die­nen haben.
      Quel­le W. Eggert Isra­els Geheim­va­ti­kan
      Zwei­tens ist die Ver­fol­gung erst 1990 zu Ende gegan­gen.
      Neben Deutsch­land wird Russ­land am mei­sten zu lei­den haben.

  3. Dad Wort legal wür­de ich durch juri­stisch oder gesetz­ge­be­risch erset­zen, sonst ist der Satz miss­ver­stän­dich.

  4. eine gran­dio­se Bot­schaft, eines Patri­ar­chen, eines Bischofs höchst wür­dig-möge Ber­go­lio nur ein klei­nes Fünk­chen davon zuteil werden.secundum illud Lk22:„wenn du bekehrt bist, bestär­ke dei­ne Brü­der“
    beten wir um die so gro­sse Gna­de der Umkehr nicht nur für den Papst-vor­al­lem auch für uns selbst.Stellen wir die Macht des Gebe­tes über alle Spe­ku­la­tio­nen und Dis­kus­sio­nen und wir wer­den Ein­mü­tig­keit und Frie­den erlangen.Besonders in der Fei­er der hl. Messe:agnus die qui tol­lis pec­ca­ta mun­di dona nobis pacem!

    • Lie­be hedi züger,
      mit Ihnen bin ich der Mei­nung, dass dies „eine gran­dio­se Bot­schaft“ ist.
      Ob sie aber Gehör fin­det, jetzt oder auch spä­ter?
      Denn es mag ja sein, dass die Syn­ode ein für die Beob­ach­ter ver­söhn­li­ches Ende fin­det, aber was steckt wirk­lich unter der Decke, das dann zu gege­be­ner Zeit wie­der her­vor­ge­kramt wird?
      Ihnen, hedi züger, wün­sche ich Got­tes Segen.
      Ich habe schon so man­ches Mal an Sie gedacht und über­legt, wie es Ihnen wohl geht.

  5. Man kann nur noch stau­nen ! Da kommt noch zur rech­ten Zeit ein Schrei­ben an den Papst, ein
    Gruß­wort und zugleich eine Ermah­nung des Mos­kau­er Patri­ar­chats, an die Syn­oda­len. Die Bot-
    schaft die die­ses Schrei­ben ent­hält, könn­te direkt vom Him­mel kom­men. In sei­ner Spra­che eine
    Klar­heit und glau­bens­stark, wie man es von katho­li­scher Sei­te lan­ge nicht gehört hat. Das Schrei-
    ben macht deut­lich, wie weit die katho­li­sche Kirch seit dem Kon­zil abge­drif­tet ist, sie­he Syn­ode.
    Eine Neue­van­ge­li­sie­rung ( Bene­dikt XVI. ) ist not­wen­dig. Sie soll­te bei den Kar­di­nä­len und Bischö-
    fen begin­nen. Noch wäre Zeit dazu, viel­leicht mor­gen nicht mehr !

  6. Kön­nen wir bald auf die eine hei­li­ge katho­li­sche, ortho­do­xe und apo­sto­li­sche Kir­che hof­fen. Die ortho­do­xe Kir­che ist dar­an unser teuf­li­sches Finanz­sy­stem zu kip­pen. Und der Islam wird sich vom Teu­fel abwen­den, wenn er die Wahr­heit in Chri­stus erkennt. Das bezeugt das Wun­der in Sau­di Ara­bi­en, wo nach einer hl. Mes­se, Mos­lems mas­sen­haft kon­ver­tier­ten. Mir tun die armen Wis­sen­schaft­ler leid, die mei­nen ein tie­fes Ver­ständ­nis erlangt zu haben, ausser­halb der Gabe durch den Heil­gen Geist. Ein schein­hei­li­ges Geschwätz

    • @Freude herrscht

      die­ses Wun­der in Sau­di Ara­bi­en ist ja fas­zi­nie­rend: waren Sie bei der hl. Mes­se dabei oder wie ist so etwas mög­lich in einem Land wo man nicht mal eine Bibel mit­füh­ren darf?

      In Per­si­en, so habe ich erfah­ren gibt es immer mehr Mos­lems, die Klar­träu­me von Jesus Chri­stus haben und sich auch bekeh­ren.

      Deutsch­land ist lei­der zu reich und wohl­stands­ge­sät­tigt und hor­mon­ge­steu­ert als daß sich ohne Kata­stro­phe etwas zum bes­se­ren ändert.

      Momen­tan ist das Gebet zum hl. Georg, dem Dra­chen­be­zwin­ger sehr hilf­reich!

  7. Auch die­ser ortho­do­xe Bischof sagt wenig­stens teil­wei­se das, was man ger­ne in Rom hören wür­de.

    Aller­dings soll­te uns nicht ent­ge­hen, dass auch die­ser Ortho­do­xe sich um das Haupt­the­ma der Syn­ode her­um­drückt, näm­lich die Kom­mu­ni­ons­zu­las­sung der wider­ver­hei­ra­te­ten Geschie­de­nen.

    Er ist an die­sem Punkt sogar genau­so ver­lo­gen wie die Kas­pe­ria­ner:

    „Die ortho­do­xe Kir­che, so wie die katho­li­sche, ist in ihrer Leh­re über die Fami­lie immer der Hei­li­gen Schrift und der Hei­li­gen Tra­di­ti­on gefolgt und hat das Prin­zip der Hei­lig­keit der Ehe bekräf­tigt, das auf den Wor­ten des Erlö­sers selbst grün­det (vgl. Mt 19,6; Mk 10,9).“

    Dass er aus­ge­rech­net die Schrift­stel­len zitiert, an denen auch die ortho­do­xe Pra­xis sich so mas­siv und seit Jahr­hun­der­ten schon ver­schul­det, kann man nur als unauf­rich­tig bezeich­nen.

    • Zeit­schnur @ Genau­so ver­lo­gen, wie die Kas­pe­ria­ner ? Sie fin­den natür­lich wie­der ein Haar in der Sup­pe. Dabei soll­ten Sie sich freu­en, über die­ses vom Inhalt her sehr katho-
      lischem Gruß­wort des Mos­kau­er Pati­ar­chats.

      • Haar in der Sup­pe?
        Immer­hin ist die Zulas­sung wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ner zur Hl. Kom­mu­ni­on bei den Ortho­do­xen einer der Tren­nungs­grün­de zwi­schen Ost und West — also bit­te!

        Es genügt nicht, nur gegen die Homos und die Femi­ni­sten zu wet­tern und genau an dem Punkt, an dem die RKK erneut in Häre­sie stürzt — näm­lich bei der Unauf­lös­lich­keit der Ehe — sel­ber bereits vom Glau­ben abge­fal­len zu sein, indem man zwi­schen Leh­re und Pasto­ral fein säu­ber­lich utner­schie­den hat und bis zu drei Ehen zulässt!

        Das wäre so, als wol­le der Dieb den Mör­der übers Sün­di­gen beleh­ren — immer­hin stiehlt er ja nur und tötet nicht.

        Und ich fra­ge mich bei denen, die nun jubeln, wie katho­lisch sie eigent­lich wirk­lich sind, wie wich­tig ihnen das, was Kas­per hin­sicht­lich der wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen eigent­lich wirk­lich ist, wenn sie an dem Punkt mit zwei­er­lei Maß mes­sen.

      • @zeitschnur:
        Rich­tig ist, dass die ortho­do­xe Pra­xis der Zweit- und Drittehe­seg­nung mehr als nur „ein Haar in der Sup­pe“ ist.
        Viel­leicht soll­te Sie aber ein­fach mal dazu über­ge­hen, zunächst ein­mal das Gute zu unter­strei­chen und erst am Ende in Oppo­si­ti­on zu gehen.
        Zum Bei­spiel könn­te man der rus­sisch-ortho­do­xen Kir­che zugu­te hal­ten, dass sie sich klar — ohne jede Ein­las­sung — gegen Gen­de­ris­mus, Homo­sex und Gra­dui­tät im Sin­ne eines vor­ehe­li­chen Zusam­men­le­bens von Mann und Frau (‚Ver­hält­nis‘) aus­spricht.
        Die­se Punk­te kann die Ortho­do­xie über­zeu­gend ins Gespräch ein­brin­gen. Die Rück­wir­kung einer solch kla­ren Linie auf die Halt­bar­keit von Ehen scheint mir ein­leuch­tend und selbst­re­dend.
        Ein ande­res ist ihr berech­tig­ter Kri­tik­punkt, wie oben bereits ange­führt. Aber des­halb hier heuch­le­ri­sches Ver­hal­ten zu unter­stel­len, statt ech­ter Besorg­nis, ist m.E. viel zu spitz.

      • @ Pater Pio

        Dann haben Sie aber mei­nen ersten Satz über­le­sen? Ich sag­te, dass er „teil­wei­se“ das sagt, was man aus Rom hören woll­te…

        Ich kann Ihre Mei­nung (und die aller ande­ren Poster hier) aus einem guten Grund nicht tei­len:

        Anders als Sie alle glau­be ich nicht an eine „gra­du­el­le“ Sexu­al­mo­ral.

        Und am mei­sten frag­wür­dig in Ihrem Gedan­ken­gang ist m.E., dass Sie glau­ben, wenn man nur klar genug gegen Homo und Gen­der sei, wir­ke das zurück auf die Ehe.

        Die­se Mei­nung stellt jede katho­li­sche Ethik auf den Kopf. Das redet der Halb­heit das Wort! Der Lau­heit!
        Von der Sün­de wen­det man sich aber doch zumin­dest prin­zi­pi­ell ganz … oder eben gar nicht … ab. Im Fall der Orto­do­xie also: gar nicht.. Die ver­blei­ben­de „Rest­mo­ral“ dient nur der Selbst­recht­fer­ti­gung und Über­heb­lich­keit gegen die Sün­der. Noch kras­ser erle­ben wir das im Islam, der eine ähn­li­che Struk­tur auf­weist, natür­lich viel aus­ge­präg­ter als bei der Ortho­do­xie.
        Davon abge­se­hen müss­te die Ortho­do­xie dann schon längst ihre häre­ti­sche Ehe­leh­re kor­ri­giert habe — hat sie aber nicht!
        Es hat also hier gar nichts „rück­ge­wirkt“ und wird es auch bei uns nicht tun.

        Die katho­li­sche Ethik kennt kei­ne „hal­be Moral“. Ich weiß, aber dass die Katho­li­ken sich Jahr­hun­der­ten mit hal­ber Moral durch das Leben mogeln. Es ist das, was man ihnen pro­te­stan­ti­scher­seits zu Recht als „Dop­pel­mo­ral“ vor­wirft und was in älte­rer Zeit inner­ka­tho­lisch immer Anlass zu Reform­be­mü­hun­gen gab.

        Es tut mir leid, aber es IST Heu­che­lei, wenn man als ortho­do­xer Bischof den gewich­tig­sten Streit­punkt der röm­si­chen Syn­ode sorg­sam umgeht, weil man sel­ber Dreck am Stecken hat und den Kas­pe­ria­nern immer­hin das aus­drück­lich (von deren Sei­te) erklär­te Vor­bild für die Auf­lö­sung der Ehe­mo­ral abgibt, und dann aber laut­stark gegen Homos wet­tert und so tut, als sei der Femi­nis­mus im Westen schuld an den Pro­ble­men mit der Ehe.

        Die Wahr­heit ist, dass zur Unter­gra­bung der Ehe­mo­ral — wie der Osten ja so schön vor­führt — die gute alte Frau­en­dis­kri­mi­nie­rung völ­lig aus­reicht und kei­ner Oppo­si­ti­on gegen die­se wei­te­re Sün­de bedarf.
        Wer ein­mal in die Maschi­nie­rei unge­rech­ter Män­ner­seil­schaf­ten gera­ten ist, was in frü­he­ren Zei­ten an der Tages­ord­nung war und heu­te nach wie vor in vie­len Zusam­men­hän­gen funk­tio­niert, der wird ange­sichts der Legio­nen an schwe­ren Sün­den, die auf die­sem Wege an Frau­en gesche­hen sind, und gegen die Frau­en in aller Regel kaum eine Hand­ha­be hat­ten, weil man sie sozi­al mit weni­ger Rech­ten ver­se­hen hat­te als ihre ver­schwo­re­nen Geg­ner, den „Femi­nis­mus“ (wobei zu klä­ren wäre, was das eigent­lich genau sein soll) mit wesent­lich mil­de­ren Augen anse­hen. Die­se schwe­ren Sün­den und die damit ver­bun­de­nen Ehe­pro­ble­me jucken den Bischof aber nicht… es ist eher eine Sün­den­bock­theo­rie.

        Ich kann sol­che Erklä­run­gen dar­um nicht anders als heuch­le­risch anse­hen.
        Sie haben zwar par­ti­ell recht, aber nicht im gan­zen. Und vor allem basie­ren sie auf einem fal­schen Got­tes- und Men­schen­bild und einer wenig hilf­rei­chen Schwarz­weiß­ma­le­rei.

      • @Zeitschnur: Wir sind mitt­ler­wei­le so aus­ge­hun­gert, was die Ver­kün­di­gung der Wahr­heit betrifft, dass wir uns schon über eine o.g. rus­sich-ortho­do­xe Stim­me freu­en und geneigt sind, die­ser vor­schnell und unüber­legt zuzu­stim­men.
        Gleich­zei­tig ist es wich­tig, not­wen­di­ge Kri­tik anzu­brin­gen; was sie ja (s.o.) gemacht haben.
        Wenn Sie es in die­sem Lich­te dar­stel­len und auf die Wahr­heit bezie­hen, muss ich mei­ne Ein­wän­de zurück­neh­men.
        Mei­ne for­mal-sti­li­sti­sche Kri­tik hin­sicht­lich Ihrer häu­fig sehr unsanf­ten und manch­mal bra­chi­al anmu­ten­den Äuße­run­gen bleibt jedoch bestehen.
        Immer­hin neh­men sie sich dann aber auch die Zeit und machen sich die Mühe, um den Sach­teil aus­führ­lich in einem wei­te­ren Posting nach­zu­lie­fern.

      • @ Pater Pio

        Die post­mo­der­ne Emp­find­sam­keit, die an jeder all­zu kla­ren Äuße­rung per se Anstoß nimmt und sie für gra­vie­ren­der hält als den Inhalt des­sen, was geäu­ßert wur­de, ist einer der Haupt­grün­de für die der­zei­ti­ge Ver­wir­rung.

        Man will die Wahr­heit einer Aus­sa­ge dar­an mes­sen, wie rhe­to­risch „gewin­nend“ sie for­mu­liert wur­de.

        Auf die­sem Wege lässt man sich die Lüge auf­schwat­zen und ver­kennt die Wahr­heit.

        Wenn Sie so freund­lich wären und Ihren Vor­wurf der „Unsanft­heit“ und der „Bra­chia­li­tät“ ein­mal objek­tiv an die­sem Thread hier nach­wei­sen wol­len — ich bin gespannt, was Sie vor­tra­gen wer­den.

        Ist es nicht eher das Pro­blem, dass ich ohne Umschwei­fe etwas vor­tra­ge, was in kei­nes der gän­gi­gen Muster passt und die schö­nen Träu­me vie­ler „brüs­kiert“, was aber nicht der Feh­ler mei­nes vor­ge­tra­ge­nen Gedan­ken­gangs, son­dern allein der Halt­lo­sig­keit und Fra­gi­li­tät der schö­nen Träu­me ist, was natür­lich nie­mand, ohne dem ande­ren wenig­stens auch noch irgend­et­was Unschar­fes anzu­krei­den, so ein­fach zuge­ben mag?

        Denn psy­cho­lo­gisch gespro­chen nimmt man die unver­schäm­te­sten Aus­drucks­for­men ger­ne hin, solan­ge sie den eige­nen Vor­ur­tei­len nur geflis­sent­lich nach­kom­men. Solan­ge man selbst nicht in Fra­ge gestellt wird mit den eige­nen Mei­nun­gen kann es einem nicht grob genug zuge­hen, nicht wahr?

        Ganz anders aber emp­fin­det man es, wenn man plötz­lich selbst in einer Ansicht in fra­ge gestellt wird. Und hier zeigt sich, ob ein Mensch von der Wahr­heit gelei­tet wird oder der Lüge.

        Sobald aber einer Klar­text spricht mit Argu­men­ten, an denen man nicht so ein­fach vor­bei kommt, emp­fin­det man dies im Sin­ne der nar­zisst­si­chen Krän­kung als „grob“, „belei­di­gend“ oder „arro­gant“ — auch dann, wenn der ande­re weder grob noch belei­di­gend noch objek­tiv über­heb­lich auf­trat. Ich möch­te Sie dar­auf auf­merk­sam machen, dass man dies selbst dem Herrn schon vor­warf: sei­ne Rede sei angeb­lich „hart“. Und war­um? Weil er unan­ge­neh­me Din­ge aus­sprach, weil er nicht um den hei­ßen Brei her­um­schwa­fel­te.
        Oder den­ken Sie an den hl. Ste­pha­nus. Er nahm kein Blatt vor den Mund, er kann­te sich nicht aus mit Psy­cho­lo­gie und auch die hl Schrift übri­gens misst sei­nem Stil und sei­ner „Bra­chia­li­tät“ kei­ner­lei Bedeu­tung zu: er sprach die Wahr­heit — und das allei­ne ist rele­vant.
        Wer die Wahr­heit liebt, wird an ihr kei­nen Anstoß neh­men — egal, wie sie vor­ge­tra­gen wird.

    • @Zeitschnur,

      Sie kön­nen Kas­per und Marx nicht mit den ortho­do­xen Bischö­fen ver­glei­chen.
      Fakt ist, die ortho­do­xen Bischö­fe nen­nen sich nicht römisch- katho­lisch, berei­ten nicht die feind­li­che Über­nah­me und wol­len nicht die katho­li­sche Kir­che unter fal­scher Flag­ge füh­ren. Was Kas­per und Marx mit der katho­li­schen Kir­che vor­ha­ben, ist so unge­heu­er­lich, dass die Aus­sa­gen der ortho­do­xen Bischö­fe im Ver­gleich dazu wie eine Ret­tungs­bot­schaft wir­ken.

      Die schlimm­sten Angrif­fe und die größ­te Gefahr für die Katho­li­sche Kir­che und ihre Leh­re kom­men weder von der ISIS noch von den Athe­isten, son­dern aus der Mit­te der Kir­che. Kas­per und Marx ori­en­tie­ren sich nicht an der ortho­do­xen Kir­che, auch wenn sie sich in der Fra­ge der Kom­mu­ni­on für WvG auf sie beru­fen. Das ist nur Augen­wi­sche­rei: Kas­per und Marx ori­en­tie­ren sich viel­mehr an der EKD. Sie wol­len die EKD- Kir­che was system­kon­for­mer Krie­che­rei und die Hei­li­ge Schrift außer Kraft set­zen angeht, links über­ho­len. Wenn ein ortho­do­xer Bischof was Wah­res sagt, dann muss man ihm als Katho­lik auch bei­pflich­ten kön­nen.

      • Wie­der ein­mal eine tref­fen­de Analyse@Zarah! Dan­ke. Wenn­gleich natür­lich der bit­te­re Bei­geschmack bleibt, den @zeitschnur „ins Wort hebt“. Tja, wie @Pater Pio oben schon aus­führ­te: so weit ist die kon­zi­la­re After­kir­che unter Ber­go­glio schon her­un­ter­ge­kom­men, dass man sich von Schis­ma­ti­kern beleh­ren las­sen und sich dar­über auch noch freu­en muss. Furcht­bar!

      • @ Zarah

        Das, was Sie da alles anfüh­ren, mag wahr sein oder nicht (hin­sicht­lich der „größ­ten Gefahr“ und wer was beab­sich­tigt etc.). Das müss­te man im ein­zel­nen sach­lich prü­fen.
        Nur habe ich davon ja nicht gespro­chen.
        Ich bit­te dar­um, tat­säch­lich nur die ein­ge­grenz­te Aus­sa­ge, die ich gemacht habe, als aus­ge­sagt zu neh­men.
        Zu den andern The­men habe ich nichts gesagt.

        Aber nun sage ich dazu etwas: Ich sehe das nicht so ein­sei­tig, wie Sie es vor­tra­gen. Schon Leo XIII. bemüh­te sich erneut, die Ortho­do­xie wie­der ins Boot zu holen. Es bestehen seit dem Vat. II aber ziem­lich deut­li­che Anbie­de­run­gen sei­tens der RKK an die Ortho­do­xie — mehr sogar als an die EKD. Es ist eher wie­der­um die Ortho­do­xie, auch v.a. die rus­si­sche, die seit Jahr­zehn­ten gute Bezie­hun­gen zur EKD pflegt — bes­se­re als zur RKK.

        Anders: Die RKK bie­dert sich an die Ortho­do­xie an, aber das stößt nicht unbe­dingt auf deren Gegen­lie­be.
        Wenn ich nur an die­se frag­wür­di­ge „Aner­ken­nung“ der „Ana­pho­ra von Addai und Mari“ im ost­sy­ri­schen Ritus den­ke, die ohne Wand­lungs­wor­te aus­kommt und vom Papst 2006 für Katho­li­ken zur Teil­nah­me frei­ge­ge­ben wur­de. Plötz­lich, so der Papst, sei­en die „Wand­lungs­wor­te“ nicht mehr zen­tral, um von einer gül­ti­gen Wand­lung aus­zu­ge­hen. Dabei hat­te er noch 1977 aus­drück­lich der kath. Tra­di­ti­on gemäß geschrie­ben, es sei­en die Wand­lungs­wor­te, die not­wen­dig sei­en für eine gül­ti­ge Wand­lung (in „Lit­ur­gie — wan­del­bar oder unwan­del­bar?“).
        Die For­schung geht davon aus, dass die Wand­lungs­wor­te in der ost­sy­ri­schen Lit­ur­gie selbst­ver­ständ­lich aus­ge­spro­chen, aber aus Ehr­furcht nicht auf­ge­schrie­ben wur­den und irgend­wann mar­gi­na­li­siert wur­den. Dass der Vati­kan nun, anstatt zu ermu­ti­gen, sie wie­der aktiv ein­zu­fü­gen, die Lit­ur­gie ohne die­se zen­tra­len Wor­te aner­kann­te, ist eine der vie­len Selt­sam­kei­ten, die Bene­dikt XVI. ein­ge­führt hat und mit­hil­fe derer auch die Zer­stö­rung unse­rer Lit­ur­gie wei­ter von gewis­ser Sei­te her als „recht­mä­ßig“ ver­teid­figt wer­den kann.
        (wei­te­re Infor­ma­tio­nen dazu in: Stef­fen Köh­ler, Joseph Ratz­in­ger — Papst Bene­dikt XVI. — Die neue Tra­di­ti­on, Det­tel­bach 2006)

        Man könn­te vie­le ande­re Bei­spie­le für die­se gera­de­zu erschüt­ternd halt­lo­se Anbie­de­rei an diver­se, von Rom getrenn­te Ost­kir­chen (hier die nesto­ria­ni­sche) auf­zei­gen.

        Inso­fern glau­be ich auch nicht, dass die Bezug­nah­me Kas­pers hin­sicht­lich der häre­ti­schen Ehe­mo­ral auf die Ortho­do­xie nur „vor­ge­schützt“ ist.

        Auch das gehört in das öku­me­ni­sti­sche Kon­zept. Dass die Ortho­do­xen auf­grund des Alters ihrer Tra­di­tio­nen in bun­ten Gewän­dern her­um­lau­fen und wun­der­li­chem Kopf­putz mag uns nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass sie ja nicht ohne Grund von Rom getrennt sind. Anders als die eher bie­der-form­lo­sen Pro­te­stan­ten, deren äußer­li­che Häss­lich­keit vie­le dazu ver­führt, allei­ne dar­in schon die Falsch­heit ihrer theo­lo­gi­schen Ansät­ze bewie­sen sehen zu wol­len.

      • Forts.

        Ähn­lich wie die Pro­te­stan­ten haben aber auch die Ortho­do­xen ihre Über­le­gen­heits­ge­füh­le gegen die RKK nicht abge­legt und nut­zen jede Gele­gen­heit, als „Mah­ner“ auf­zu­tre­ten.
        Man hat ihnen den klei­nen Fin­ger gege­ben und sie ergrei­fen gleich bei­de Hän­de und zie­hen den alten Feind (die RKK) aus sei­ner Posi­ti­on.

        Dass dabei unglück­li­cher­wei­se auch immer wie­der, ja sogar oft (!), Kri­tik zu Recht for­mu­liert wird, kann den­noch die ver­kehr­te Kon­stel­la­ti­on nicht ver­ber­gen.

    • Lie­be Zeit­schnur,
      bevor Sie hier mit katho­lisch-selbst­ge­rech­ten Stei­nen nach der Ortho­do­xie wer­fen, sei Ihnen gesagt, dass die katho­li­sche Kir­che genau­so ver­lo­gen ist. Es gibt de-Fac­to näm­lich außer­halb von Pius­bru­der­schaft und ein paar baye­risch-katho­li­schen Gemein­den so gut wie kei­ne katho­li­sche mehr, in der der Prie­ster legal jemand vom Kom­mu­nion­emp­fang abhal­ten kann. Tut er es doch, wird er von sei­nem Bischof zurecht­ge­wie­sen. Das trifft sowohl für Homo­se­xu­ell-prak­ti­zie­ren­de Men­schen, als auch für Wie­der­ver­hei­ra­te­te Geschie­de­ne zu, ganz zu schwei­gen von den vie­len, die gar nicht das apo­sto­li­sche Glau­bens­be­kennt­nis beken­nen und nur Kir­chen­steu­er­zah­ler­chri­sten sind und des­halb einen de-fac­to „Anspruch“ auf Gegen­lei­stung — näm­lich den Sakra­men­ten­emp­fang haben. DAS IST REALITÄT in der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land — und das nicht erst seit dem „Amts­an­tritt“ von Ber­go­glio!

      Und zur Ehe­schei­dung: Man braucht in der katho­li­schen Kir­che „nur“ ein Nich­tig­keits­ver­fah­ren anstren­gen, dass die regu­lär sakra­men­ta­li­sier­te Erste­he für ungül­tig erklärt wird. Dabei soll ja auch mit Hil­fe von Zeu­gen­aus­sa­gen gelo­gen wer­den, bis sich die Bal­ken bie­gen. Oder absicht­lich in den Ehe-Ritus for­ma­le Feh­ler ein­ge­baut wer­den, um sie spä­ter als ungül­tig zu erklä­ren. Die „Ehr­li­chen“ sind dann die Dum­men! Wer nun mit dem Fin­ger auf die Ortho­do­xie zeigt, ist auf dem Weg der Pha­ri­sä­er!

      Lesen Sie auch bit­te 1. Kor 11,28: „Ein jeder prü­fen sich selbst, bevor er von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt!“ — Das ist für den ein­zele­nen Gläu­bi­gen eine Rie­sen­ver­ant­wor­tung, aber nun mal so gott­ge­wollt. Nicht der Prie­ster hat zu prü­fen, son­dern der Gläu­bi­ge. Alles ande­re ist frem­de Leh­re!

      • Sie tra­gen Eulen nach Athen… läsen Sie mei­ne son­sti­gen Kom­men­ta­re, wüss­ten Sie, dass ich Ihnen in Ihrer Grund­aus­sa­ge mehr als zustim­me. Die recht­li­che Lage der FSSPX sehe ich aller­dings als kom­pli­zier­ter an, aber im Kern stim­me ich Ihnen voll­kom­men zu!

  8. Wirk­lich gran­di­os. Trau­rig, dass man das so sagen muss: das ist zum Ortho­dox-Wer­den! Mos­kau scheint vom „Drit­ten Rom“ inzwi­schen zum wah­ren, wirk­li­chen Rom gewor­den zu sein.
    Es lebe das Hei­li­ge Russ­land! Es lebe Sei­ne Selig­keit Patri­arch Kyrill! Es lebe Prä­si­dent Wla­di­mir Putin!

  9. „Rom wird den Glau­ben ver­lie­ren und der Sitz des Anti­christ werden“-so aus der Bot­schaft von La Salet­te.
    Habe schon vor Jah­ren die Spe­ku­la­ti­on gehört,das das Zen­trum des Glau­bens von Rom nach Mos­kau ver­legt wird.
    Damals konn­te ich mir das über­haupt nicht vorstellen,habe es als Ver­schwö­rungs­theo­rie abge­tan..
    Aber wie wir heu­te sehen,bewahrheiten sich nun fast alle Ver­schwö­rungs­theo­rien der letz­ten Jah­re bzw.Jahrzehnte.
    Und hier schließt sich der Kreis:
    https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2015/10/07/freimaurerin-angela-merkel-bekennt-ihr-herrgott-sende-die-fluechtlingshorden-als-gutes-fuer-deutschland-freimaurer-herrgott-heisst-luzifer/

    • …aber dass man im herr­li­chen Mos­kau (und nicht nur da) unter der schis­ma­ti­schen Ortho­do­xie seit Jahr­hun­der­ten wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­ne zur Hl. Kom­mu­ni­on zulässt, das wis­sen Sie?

      Kann mir einer erklä­ren, was dar­an „bes­ser“ sein soll?
      Das mit den Homos?
      Das leh­nen auch Frei­kir­chen ab — soll das drit­te Rom dann nach Eliza­beth­town in eine Frei­kir­che ver­legt wer­den?

  10. So weit is schon gekom­men, daß Hier­ar­chen der Grie­chen die Wahr­heit ein­mü­tig beken­nen wäh­rend in der hei­li­gen römi­schen Kir­che situa­ti­ons­ela­stisch und kon­tex­tu­ell agiert wird sodaß man im Grun­de genom­men nichts mehr weiß was die Leh­re ist. Ein heil­lo­ses Durch­ein­an­der von Kon­tra­dik­tio­nen und Schi­zo­phre­ni­en.
    Die Wor­te ++Kyrills und +Hil­ari­ons geben ihrer anver­trau­ten Her­de Ori­en­tie­rung, Anlei­tung und Stär­kung. Bei uns ist das zur gro­ßen Aus­nah­me gewor­den da man die Kir­che nicht mehr als mater et magi­stra wahr­nimmt son­dern als eine NGO unter vie­len und „Seel­sor­ger“, wel­che eigent­lich zu Sozi­al­ar­bei­tern ver­kom­men sind. Alar­mi­sti­scher Sozi­al­kampf durch „Cari­tas“ das ein­zi­ge noch bestim­men­de in den „Kir­chen­zei­tun­gen“ (wel­che jetzt natür­lich nicht mehr „Kir­chen­zei­tung“ hei­ßen dür­fen son­dern irgend­ei­nen bana­len Namen haben, wel­che der anthro­po­zen­tri­sti­schen Wen­de durch die Kon­zils­kir­che Rech­nung tra­gen) , eben­so „Flücht­lings­hil­fe“, „Umwelt­schutz und Kli­ma­er­wär­mung“ aber Mah­nung und Glau­bens­ver­kün­di­gung Fehl­an­zei­ge.

    • Seit der Eröff­nungs­re­de zum Kon­zil 1962, als Johan­nes XXIII. behaup­te­te, nicht die Kir­che sei uns­re „Magi­stra“ (Lehr­mei­ste­rin), son­dern die „histo­ria“ sei die­se „Magi­stra“, war die Rich­tung ein­deu­tig vor­ge­ge­ben.

      Wenn die Geschich­te die Lehr­mei­ste­rin der Kir­che ist, dann set­zen Kas­per, Ber­go­glio & Co nur um, was Johan­nes XXIII., der ja nun sogar als Hei­li­ger ver­ehrt wer­den darf damals ange­ord­net hat­te, indem sie das tun, was in einem ande­ren Arti­kel hier Rai­ner Bucher vor­schlägt:

      „Dem­nach sei­en in die­sem inte­gra­ti­ven theo­lo­gi­schen Erkennt­nis­pro­zess, der die Pasto­ral (also die Welt­zu­ge­wandt­heit) zum Ziel habe, Dog­ma und Leh­re nicht mehr vor­ab zu klä­ren­de oder gar kirch­lich fest­ste­hen­de Grö­ßen, son­dern Welt, Leben und Pasto­ral einer­seits sowie Schrift­aus­le­gung, Dog­ma­tik und Leh­re wür­den in einem „wech­sel­sei­ti­gen Erschlie­ßungs- und Lösungs­zu­sam­men­hang“ ste­hen.“

      https://www.katholisches.info/2015/10/22/konziliare-selbstanpassung-der-kirche-an-welt-und-zeitgeist/

      Unter den Tep­pich fällt jedoch die Pro­ble­ma­tik, dass die Kir­che so in sich gar kei­ne Sub­stanz mehr hat. Als immer auf der Magi­steri­um der Geschich­te ange­wie­se­ne „altern­de“ Braut bleibt ihr nur mehr, am Ende, wie alles Fleisch, zu ster­ben.

      • Bes. Ihr letz­ter Absatz trifft es sehr gut.
        Auch Ihren obi­gen Kom­men­ta­ren bezug­neh­mend auf die Ost­kir­chen möch­te ich bei­pflich­ten.
        +Hil­ari­on spricht zwar in die­ser Anspra­che so wie man es von einem Hier­ar­chen der Kir­che eigent­lich nur zu erwar­ten hat. Da dies bei uns heu­te so sel­ten gewor­den ist besteht natür­lich Gefahr beim Enthu­si­as­mus dar­über all die vie­len Din­ge zu ver­drän­gen, die tren­nend sind. Man sucht heu­te eben nach jedem Stroh­halm, der aus der Ver­wir­rung führt. Aber die Grie­chen sind gewiß nicht die Ret­tung.
        Die Sym­pa­thie ist auch voll­kom­men uni­la­te­ral, und nur von der latei­ni­schen Sei­te kom­mend. Die Ortho­do­xen haben gar eine gewis­se Scha­den­freu­de über die Zustän­de in der röm. Kir­che, man soll da nicht naiv sein.

  11. Der­je­ni­ge, der nach die­sen Aus­füh­run­gen noch weiß, was der Aus­gangs­ar­ti­kel war, kann sich glück­lich prei­sen. Ein Hin und Her und Kreuz und Quer. Es ging schlicht um eine Aus­sa­ge Hil­ari­ons. Die­se war das The­ma.

  12. Selbst ohne post­mo­der­ne Emp­fin­dam­keit ist der Weg schmal, der zwi­schen die­sem und jenem liegt, was mit­un­ter und ich füge hin­zu durch­aus nicht ohne Grund ange­fügt wor­den ist. Wir soll­ten inne hal­ten in dem Begehr des­sen, mehr von Ande­ren zu ver­lan­gen. Das ist das Grund­le­gen­de an der gan­zen fakul­ta­ti­ven Denk­wei­se man­cher Kor­re­la­ti­vi­sten.

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