„Homo-Ehe“ abgehakt — Amnesty startet in Irland Abtreibungs-Kampagne

Nach Legalisierung der "Homo-Ehe" startet Amnesty Kampagne zur Legalisierung der Abtreibung: Zwei wichtige Etappen auf dem Weg zum "Fortschritt"
Nach Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ star­tet Amnes­ty Kam­pa­gne zur Lega­li­sie­rung der Abtrei­bung: Zwei wich­ti­ge Etap­pen auf dem Weg zum „Fort­schritt“

(Dub­lin) Was haben „Homo-Ehe“ und Abtrei­bung mit­ein­an­der zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Doch für die ehe­ma­li­ge Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Amnes­ty Inter­na­tio­nal han­delt es sich um zwei ent­schei­den­de Etap­pen auf dem lan­gen Weg zum „Fort­schritt“.

Kaum lagen die Ergeb­nis­se des Refe­ren­dums vor, mit dem die Iren die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ abnick­ten, star­te­te Amnes­ty Inter­na­tio­nal (AI) bereits den näch­sten Feld­zug. Am ver­gan­ge­nen Diens­tag lud die ein­sti­ge Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on zu einer Pres­se­kon­fe­renz. Der neue Schlacht­ruf lau­tet: „Es ist Zeit, die Abtrei­bung zu lega­li­sie­ren“.

„War­um die Abtrei­bung und war­um gera­de jetzt?“, frag­te ein Jour­na­list. Ganz ein­fach. Weil soeben die „Homo-Ehe“ lega­li­siert wur­de. Eine Ver­bin­dung erschien selbst den Jour­na­li­sten nicht schlüs­sig. Colm O’Gorman, der Direk­tor von Amnes­ty in Irland und Kopf der Kam­pa­gne erklär­te es fol­gen­der­ma­ßen: „Es ist ganz ein­fach und viel­leicht nicht ein­mal beson­ders ori­gi­nell“, die For­de­rung nach Lega­li­sie­rung der Abtrei­bung „mit dem jüng­sten Refe­ren­dum zu ver­bin­den, aber ich den­ke, daß wir eine wich­ti­ge Lek­ti­on dar­aus zu ler­nen haben.“

Wäh­rend des Ver­fas­sungs­re­fe­ren­dums über die gleich­ge­schlecht­li­che Ehe in Irland „hat Irland die Fähig­keit bewie­sen, wirk­lich über ein The­ma zu spre­chen, das gesell­schaft­lich als sehr umstrit­ten gese­hen wer­den hät­te kön­nen. Die Abtrei­bung ist ein noch viel kom­ple­xe­res The­ma, aber ich den­ke und hof­fe, daß wir auch hier eben­so inhalt­lich spre­chen wer­den und in die Lebens­wirk­lich­keit unse­rer Geset­ze ein­tre­ten kön­nen.“ Alles klar?

Die Logik von Amnesty: Abtreibung und „Homo-Ehe“

Seit 2007 die Lebenslüge von Amnesty International
Seit 2007 die Lebens­lü­ge von Amnes­ty Inter­na­tio­nal

Der Logik von Amnes­ty Inter­na­tio­nal ist nicht leicht zu fol­gen. Was haben „Homo-Ehe“ und Abtrei­bung nun mit­ein­an­der zu tun? Erste­re erlaubt es zwei Per­so­nen des glei­chen Geschlechts, im Namen eines modisch-infan­ti­len #loveislove zu hei­ra­ten. Letz­te­re erlaubt es, das Leben eines ande­ren Men­schen zu töten, weil die­ses noch nicht imstan­de ist, sich zu äußern und zu weh­ren. Zwei augen­schein­lich völ­lig ver­schie­de­ne The­men.

Für Amnes­ty sind es aber zwei wich­ti­ge Etap­pen, näm­lich „zivi­le Errun­gen­schaf­ten“, auf dem lan­gen Weg zum „Fort­schritt“. Daher sind, wie O’Gorman sag­te, für AI das „wirk­lich über“ die „Homo-Ehe spre­chen“ und die Zustim­mung zur „Homo-Ehe“ iden­tisch. Hät­te Irland die „Homo-Ehe“ abge­lehnt, hät­te Amnes­ty ganz anders geur­teilt und wür­de heu­te wahr­schein­lich das iri­sche Stimm­volk beschimp­fen. Über Abtrei­bung „wirk­lich spre­chen“, heißt dem­entspre­chend, laut AI, der Tötung unge­bo­re­ner Kin­der zuzu­stim­men. Wer gegen „Homo-Ehe“ und gegen Abtrei­bung ist, ist dem­nach nicht imstan­de, über die­se The­men „zu spre­chen“, will also jede Dis­kus­si­on ver­hin­dern und ist damit ein Dis­kus­si­ons­ver­wei­ge­rer und in letz­ter Kon­se­quenz die­ser AI-Logik ein Feind der Demo­kra­tie und der Men­schen.

AI, die Gründung eines Konvertiten mit Linksneigung, die sich rächte

Amnes­ty Inter­na­tio­nal wur­de 1961 vom bri­ti­schen Anwalt und Mul­ti­mil­lio­när Peter Benen­son Solo­mon gegrün­det, um dafür zu kämp­fen, daß alle Men­schen welt­weit in den Genuß der Men­schen­rech­te kom­men. Der Jude Benen­son war kurz zuvor zur katho­li­schen Kir­che kon­ver­tiert und hat­te sich 1958 tau­fen las­sen. Mit sei­nem Tod im Jahr 2005 dräng­te eine ein­fluß­rei­che Grup­pe inner­halb von Amnes­ty dar­auf, die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der zum Men­schen­recht zu erhe­ben.

Hier räch­te sich die latent lin­ke Hal­tung Benen­sons, der sich in der katho­li­schen Frie­dens­be­we­gung Pax Chri­sti enga­giert hat­te und Labour Poli­ti­ker war. Die­se Hal­tung zog zahl­rei­che, noch wei­ter links ste­hen­de Per­so­nen an, die ent­schei­den­des Gewicht bei AI erlang­ten. Eine Fol­ge davon war ein bemer­kens­wer­tes Schwei­gen von Amnes­ty vor 1989 zu Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in kom­mu­ni­sti­schen Dik­ta­tu­ren, beson­ders auch im Ost­block.

Am 11. August 2007, kei­ne zwei­ein­halb Jah­re nach Benen­sons Tod, beschloß Amnes­ty Inter­na­tio­nal die Abtrei­bung zum „Men­schen­recht“ zu erklä­ren, um welt­weit für die Lega­li­sie­rung der Tötung unge­bo­re­ner Kin­der ein­tre­ten zu kön­nen. Damit reih­te sich AI in die Abtrei­bungs­lob­by ein. Aus einer Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on wur­de eine Todes­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on. Der Vati­kan unter Papst Bene­dikt XVI. warn­te AI mehr­fach vor die­sem Schritt, der den gesam­ten Auf­trag der Orga­ni­sa­ti­on per­ver­tie­ren wür­de. Ver­geb­lich. In den ver­gan­ge­nen acht Jah­ren führ­te Amnes­ty Inter­na­tio­nal an der Sei­te von UNO-Ein­rich­tun­gen bereits meh­re­re Kam­pa­gnen für die Lega­li­sie­rung des Kin­der­mor­des durch. Nun ist Irland an der Rei­he.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Amnes­ty International/The Tele­graph (Screen­s­hoots)

3 Kommentare

  1. Der Zusam­men­hang zwi­schen dem Ja zur Homo­ehe und zum Ja zur Tötung unge­bo­re­nen Lebens ist in sich doch evi­dent: bei­des mal wird Nein gesagt zum Leben, das sich durch Fort­pflan­zung erhal­ten will, einer­seits indem die Homo­ehe bejaht wird, in der kein neu­es Leben ent­ste­hen kann und ande­rer­seits ist das Ja zur Abtrei­bung der Wil­le zur Abtö­tung des eige­nen Nach­wuch­ses. Bei­des ist so ein authen­ti­scher Aus­druck der Kul­tur des Todes, der Deka­denz. Denn die Deka­denz ist ja eine Schwä­chung des Lebens­wil­lens und Fol­ge der Infra­ge­stel­lung des Lebens: lohnt es sich über­haupt zu leben, wäre denn nicht das Nichts bes­ser als das Sein?,wie schon der Teu­fel in Goe­thes Faust es mein­te.
    Uwe C. Lay Pro Theol Blog­spot

    • Den offen­sicht­li­chen Zusam­men­hang sehe ich auch. Näch­ste The­men sind die Ehe unter Ver­wand­ten etc.

  2. Die UNO und der die­ser Orga­ni­sa­ti­on ange­schlos­se­nen Macht­struk­tu­ren, haben es in einer rela­tiv kur­zen Zeit erreicht, dass prak­tisch alle west­li­chen Län­der die Abtrei­bung lega­li­siert haben. Der
    näch­ste Schritt, die der Homo-Bewe­gung, scheint in der west­li­chen Welt nicht mehr auf­zu­hal­ten.
    Wenn schon Län­der wie Irland hier zustim­men, braucht man kei­ne Illu­si­on mehr haben, dass die
    rest­li­chen west­li­chen Län­der nicht ent­spre­chen­de Geset­ze erlas­sen wer­den. So wird kom­men, was
    nicht kom­men dürf­te, die Gen­der-Ideo­lo­gie und alles im Namen einer Frei­heit, die kei­ne sein wird.

Kommentare sind deaktiviert.