Beutekriege und strukturelle Gewalt haben im Islam eine lange Tradition – Islam und Gewalt (6)

Fluchtburg der Zisterzienserabtei Lerins bei Cannes: Schutz vor moslemischen Angreifern
Flucht­burg der Abtei Lérins auf der Insel Saint Hono­rat bei Can­nes: Schutz vor mos­le­mi­schen Angrei­fern. Lérins gehört zu den älte­sten Klö­stern der Welt (seit dem 4. Jh.).

Auch bei der 700jährigen mus­li­mi­schen Herr­schaft im mau­risch-ara­bi­schen Spa­ni­en war der agres­si­ve Dschi­had-Islam die Regel, nicht die Ausnahme.

Ein Gast­kom­men­tar von Hubert Hecker

In ver­schie­de­nen Koran-Stel­len gibt Moham­med Anwei­sun­gen, „auf Allahs Weg gegen die Ungläu­bi­gen“ zu kämp­fen. In sei­nen letz­ten Lebens­jah­ren zog Moham­med mit immer grö­ße­ren Ara­ber­hee­ren gegen die Städ­te und Dör­fer im syrisch-palä­sti­nen­si­schen Grenz­ge­biet. Nach­dem beim Tode des Pro­phe­ten die ara­bi­sche Halb­in­sel durch die Zwangs­an­nah­me des Islam weit­ge­hend geeint war, trug sein Nach­fol­ger Abu Bakr (632–634) den Dschi­had-Krieg in Gebie­te außer­halb Arabiens.

Nach dem Feldzug wird die Beute verteilt

Kei­ne unbe­deu­ten­de Rol­le im Dschi­had spielt das Motiv des Beu­te­ma­chens. Nach der Hin­rich­tung des jüdi­schen Qurai­za-Stam­mes bei Medi­na ließ sich Moham­med 20 Pro­zent von deren Besitz­tü­mern reser­vie­ren, vier Fünf­tel der Beu­te­gü­ter wur­de an sei­ne Mit­krie­ger ver­teilt. Das glei­che Ver­hält­nis galt für die Ver­skla­vung von Frau­en und Kin­dern. Das Beu­te­ma­chen bei Über­fäl­len und Krie­gen wur­de spä­ter im Koran gött­lich legi­ti­miert: „Allah hat euch viel Beu­te ver­hei­ßen, die ihr machen wer­det…“ – so in Sure 48, Vers 20.

Moham­med hat­te durch Pra­xis und Leh­re zu Erobe­rungs- und Beu­te­krie­gen ange­regt und auf­ge­for­dert. Die maß­lo­sen Grau­sam­kei­ten, die Regel­mä­ßig­keit der Raub­zü­ge und der syste­ma­ti­sche Cha­rak­ter der Erobe­rungs­krie­ge – so urteilt die bri­tisch-ägyp­ti­sche Histo­ri­ke­rin Bat Ye’or -, unter­schei­de die isla­mo-ara­bi­sche Expan­si­on von allen ande­ren krie­ge­ri­schen Unter­neh­mun­gen der dama­li­gen Rei­che und mache sie zu der viel­leicht „größ­ten Plün­de­rungs­ak­ti­on der Geschichte“.

In die­sem Sin­ne beschreibt Bat Ye’or die Erobe­rung ganz Nord­afri­kas durch isla­mi­sche Hee­re: In den Regio­nen west­lich Ägyp­tens „mach­ten die Ara­ber Tau­sen­de von Gefan­ge­nen und tru­gen eine rei­che Beu­te zusam­men. Wäh­rend sie die befe­stig­ten Orte ver­tei­dig­ten, gin­gen sie dazu über, das umlie­gen­de offe­ne Land zu durch­strei­fen und zu ver­wü­sten. Tri­po­lis wur­de 643 geplün­dert, Kar­tha­go völ­lig zer­stört, die Mehr­zahl sei­ner Bewoh­ner fand den Tod. Die Ara­ber brand­schatz­ten den Maghreb und ver­gos­sen das Blut der Bewoh­ner. Sie brauch­ten aller­dings ein Jahr­zehnt, um den Wider­stand der Ber­ber zu brechen.“

1000 Jahre muslimische Seeräuberei von den Küsten Nordafrikas aus

Nach der Isla­mi­sie­rung der christ­li­chen Völ­ker in Maghreb durch direk­te oder struk­tu­rel­le Gewalt brauch­ten die mus­li­mi­schen Macht­ha­ber eini­ge Jahr­zehn­te zur Kon­so­li­die­rung ihrer Gebie­te. Doch zu Beginn des 9. Jahr­hun­derts began­nen loka­le isla­mi­sche Herr­scher von den Küsten Nord­afri­kas aus einen bei­spiel­lo­sen See­räu­ber­krieg gegen die christ­lich bewohn­ten Mit­tel­meer­in­seln und Italien:

827 plün­der­ten mus­li­mi­sche See­räu­ber die Insel Kre­ta und ver­sklav­ten die Bewoh­ner von 29 Städ­ten. Ab 842 erober­ten die isla­mo-ara­bi­sche Trup­pen die ita­lie­ni­schen Städ­te Bari, die sizi­lia­ni­schen Städ­te Mes­si­na, Cata­nia, Ragusa und ande­re. Zwi­schen den Städ­te­be­la­ge­run­gen ver­heer­ten die Ara­ber die Land­ge­bie­te, brand­schatz­ten Dör­fer und ver­sklav­ten die Bewoh­ner. 878 fiel Syra­kus nach acht­mo­na­ti­ger Bela­ge­rung; nur weni­ge Bewoh­ner kamen mit dem Leben davon, die weg­ge­tra­ge­ne Beu­te war unermesslich.

Auch nach Mit­tel- und Nord­ita­li­en mach­ten sich mus­li­mi­sche See­räu­ber-Flot­ten auf. Ähn­lich wie zur glei­chen Zeit in Nord­eu­ro­pa die nor­man­ni­schen See­räu­ber, lan­de­te 846 eine Dschi­ha­di­sten-Flot­te an der Tiber­mün­dung, mar­schier­te nach Rom und plün­der­te die Kir­chen, ins­be­son­de­re die Schät­ze von St. Peter. Aus die­sem Grund ließ Papst Leo IV. eini­ge Jah­re spä­ter eine Schutz­mau­er um den Vati­kan bau­en. 884 ging das bene­dik­ti­ni­sche Urklo­ster Mon­te Cas­si­no in Flam­men auf. In einer Nacht- und Nebel­ak­ti­on plün­der­ten mus­li­mi­sche Cor­sa­ren die ligu­ri­sche Stadt Genua.

Maurisch-arabische Blitzkriege gegen das christliche Spanien und Frankenstädte

Islamisch besetze iberische Halbinsel
Isla­misch beset­ze ibe­ri­sche Halbinsel

Im Jah­re 711 konn­te ein Ber­ber-Heer von 12.000 Mann in Süd­spa­ni­en die Trup­pen der West­go­ten besie­gen. Danach über­nahm der ara­bi­sche Emir Musa von Tunis mit einem noch grö­ße­ren Heer die wei­te­re Erobe­rung von vier Fünf­tel des christ­li­chen Spa­ni­ens. 714 erober­ten das maghre­bi­sche Dschi­had-Heer die spa­ni­schen Städ­te Sala­man­ca, Sara­gos­sa und Bar­ce­lo­na sowie León.

718 über­schrit­ten ara­bi­sche Trup­pen die Pyre­nä­en. Ab 719 errich­te­ten sie bei den Städ­ten Nar­bon­ne, Tou­lou­se und Nà®mes im Mero­win­ger­reich feste Stütz­punk­te, um von dort die umlie­gen­den Regio­nen zu ver­hee­ren. Die Plün­de­rung der weit nörd­li­chen Stadt Autun in Bur­gund 725 war für die mero­win­gi­schen Fran­ken­herr­scher der Anlass, gegen den wei­te­ren Vor­marsch der Ara­ber ihre Rit­ter­streit­macht auf­zu­bie­ten. Aber auch nach dem Zurück­schla­gen des Dschi­had-Hee­res durch Karl Mar­tell bei Tours und Poi­tiers 732 gin­gen die Raub­krie­ge der ara­bi­schen Trup­pen und Ban­den im Fran­ken­land wei­ter. Schon 737 erober­ten sie Avi­gnon und plün­der­ten von dort aus das gesam­te Rho­ne­tal bis nach Lyon.

So kate­go­risch der uni­ver­sa­le Dschi­had-Krieg für die isla­mi­sche Gemein­schaft vor­ge­schrie­ben ist, so fle­xi­bel dür­fen sich die Mos­lem-Füh­rer bei der Kriegs­füh­rung ver­hal­ten: Je nach­dem, ob es „für den Islam vor­teil­haft“ ist – so die For­mel -, kön­nen sich die Kriegs­her­ren für Erobe­rung, Ver­hand­lung oder tak­ti­schen Rück­zug ent­schei­den. Ähn­li­ches gilt für die Behand­lung der Bewoh­ner von erober­ten Städ­ten und Kriegs­ge­fan­ge­ne. Letzt­lich basie­ren die­se Ent­schei­dun­gen auf der rela­ti­ven Stär­ke oder Schwä­che der jewei­li­gen isla­mi­schen Macht.

Mit einem Militärsklavenheer verwüsteten die Muslime Santiago de Compostella

In der Mit­te des 8. Jahr­hun­derts befand sich das Emi­rat von Cor­do­ba in einer Schwä­che­pe­ri­ode – auch bedingt durch inne­re Kon­flik­te und Auf­stän­de, die mit äußer­ster Bru­ta­li­tät nie­der­ge­schla­gen wurden.

Ab 793 began­nen erneut die Raub­zü­ge und Über­fäl­le auf die frän­ki­schen Mit­tel­meer-Regio­nen: Die Dschi­had-Trup­pen zogen in die­sem Jahr wie­der­um gegen Nar­bon­ne, um es zu bela­gern und brand­zu­schat­zen mit mehr als 6.000 Toten. Die Stadt Niz­za wur­de im 9. Jahr­hun­dert drei Mal von isla­mi­schen Trup­pen heim­ge­sucht. Eben­falls plün­der­ten mus­li­mi­sche Ter­ror-Ban­den mehr­mals die Hafen­stadt Mar­seil­le und führ­ten Gefan­ge­ne fort.

926 ließ sich der Emir Abd ar-Rah­man zum Kali­fen aus­ru­fen, also als „Herr­scher aller Gläu­bi­gen“. Par­al­lel dazu bau­te er ein neu­es Söld­ner-Heer von gekauf­ten Kriegs­skla­ven aus dem ger­ma­ni­schen und sla­wi­schen Osten auf. Gleich­zei­tig wur­den die auf den Raub­zü­gen erbeu­te­ten Chri­sten­jun­gen zu Mili­tär­skla­ven erzo­gen — eine Rekru­tie­rungs­po­li­tik, die die tür­ki­schen Sul­ta­ne mit den Jani­tscha­ren etwa 600 Jah­re spä­ter eben­so betrieben.

Einen Höhe­punkt an grau­sa­men Dschi­had-Krie­gen erleb­ten die spa­ni­schen Chri­sten­re­gio­nen unter dem Amiri­den-Herr­scher ‚Alman­sor’ (981‑1002). Den Titel „der­Sieg­rei­che“ über­setz­ten die Chri­sten mit „Schrecken der Höl­le“, weil sei­ne teuf­li­schen Kriegs-Grau­sam­kei­ten alles Bis­he­ri­ge über­tra­fen. Er hat­te sich zu den Kriegs­skla­ven wei­te­re Ber­ber­trup­pen geholt, die wie Ber­ser­ker kämpf­ten. 981 ver­wü­ste­ten sie Zamo­ra und depor­tier­ten 4.000 Gefan­ge­ne. Vier Jah­re dar­auf brann­ten sie Bar­ce­lo­na nie­der. Sie töte­ten oder ver­sklav­ten sämt­li­che Bewoh­ner. Im spa­ni­schen Nord­we­sten wur­de Léon mit­samt Umge­bung zer­stört, im Süd­we­sten das por­tu­gie­si­sche Coim­bra auf Jah­re unbe­wohn­bar gemacht. 997 mach­ten Alman­sors Schrecken-Scha­ren die Pil­ger­stadt Sant­ia­go de Com­po­stel­la dem Erd­bo­den gleich und führ­ten Bewoh­ner und Pil­ger in die Skla­ve­rei. Alman­sor hat­te in den 21 Jah­ren sei­ner Herr­schaft 57 Raub­zü­ge gegen die christ­lich bewohn­ten Städ­te und Regio­nen unter­nom­men. Als rigi­der Dschi­ha­dist führ­te er zugleich einen Kriegs­zug gegen phi­lo­so­phi­sche Bücher, die er als unis­la­misch ver­bren­nen ließ.

Schutzgeld-Steuern der Nicht-Muslime für den Wohlstand der Araber

Isla­mi­sche Dschi­had-Feld­zü­ge erfüll­ten mit unter­schied­li­cher Gewich­tung ver­schie­de­ne Funk­ti­on. Nach dem Ober­ziel: Unter­wer­fung der Völ­ker unter die Herr­schaft Allahs spiel­te für die mei­sten isla­mo-spa­ni­schen Herr­scher das Beu­te­ma­chen eine ent­schei­den­de Rol­le — auch als Rekru­tie­ren von Kriegs- und Arbeits­skla­ven. Wei­ter­hin soll­ten unter den Ungläu­bi­gen Angst und Schrecken ver­brei­tet wer­den, damit sie für­der­hin kei­ner­lei Wider­stand mehr wag­ten, son­dern sich nur noch als unter­tä­ni­ge Bitt­stel­ler nähern wür­den. Wäh­rend man die Hei­den mit der Alter­na­ti­ve: Kon­ver­si­on oder Tod erpress­te, kon­fron­tier­te man die „Leu­te der Schrift“, Chri­sten und Juden, mit dem kaum weni­ger erpres­se­ri­schen Arran­ge­ment: Tri­but oder Tod.

Mit der Ent­rich­tung von Kopf- und Land­steu­er wur­de die ursprüng­li­che Beu­te-Öko­no­mie der räu­be­ri­schen Wan­der­be­dui­nen in eine struk­tu­rel­le Aus­beu­tungs-Öko­no­mie trans­for­miert: Die ara­bisch-isla­mi­sche Ober­schicht garan­tier­te Juden und Chri­sten durch pater­na­li­sti­sche Rechts­zu­sa­ge Schutz ihres Lebens und Eigen­tums, um deren öko­no­mi­sche Pro­duk­ti­vi­tät abschöp­fen zu kön­nen. Die soge­nann­te Tole­ranz der Dhim­mi-Ver­trä­ge für die „Leu­te der Schrift“ resul­tier­te also aus öko­no­mi­schem Kal­kül. Die Tri­bu­te – so sagt es eine Hadith-Über­lie­fe­rung ganz offen – „hel­fen den Mos­lems, der Armut zu ent­kom­men und sie mit Reich­tum zu ver­sor­gen“. Das Dhim­mi-System der Tri­bu­te, gelei­stet in Form von Geld, Natu­ra­li­en oder Arbeit, wur­de so zur struk­tu­rel­len Basis für den Wohl­stand der mus­li­mi­schen Oberschicht.

Demütigung und Entrechtung der Juden und Christen

Die Steu­ern und Abga­ben wur­den gewöhn­lich so bemes­sen, dass die Dhim­mis nicht selbst reich wer­den konn­ten. Als die Juden in Gra­na­da Mit­te des 11. Jahr­hun­derts durch Bil­dung und Han­dels­ge­schäf­te zu Wohl­stand und gesell­schaft­li­chem Ein­fluss gekom­men waren, wur­den meh­re­re Tau­send Juden der Stadt 1066 bei einem Pogrom erschla­gen und geköpft. Vor­her hat­te eine Hetz­kam­pa­gne Neid und Mord­lust bei den Mus­li­men geschürt: „Der Affe Josef hat sein Haus mit Mar­mor aus­ge­legt. Eilt, um ihm die Keh­le durch­zu­schnei­den; er ist ein fei­ster Ham­mel; nehmt ihm sein Geld weg, denn ihr ver­dient es eher als er.“

Auch ein theo­lo­gisch-sozia­les Regel­werk für den All­tag soll­te die Dhim­mis in ihrem Sta­tus und Selbst­be­wusst­sein demü­ti­gen. So wur­den nied­ri­ge Arbei­ten wie Latri­ne­r­ei­ni­gen allein den Chri­sten und Juden zuge­wie­sen. Sie soll­ten beson­de­re Klei­dung und Abzei­chen tra­gen, an denen man sie erkann­te und das ihnen zur Schan­de gereich­te – so der maghre­bi­sche Rechts­ge­lehr­te Ibn Abdun. Zeit­wei­se wur­den die Häu­ser der Juden mit einem Affen­bild und die Chri­sten­häu­ser mit einem Bild vom Schwein gekennzeichnet.

Hun­dert Jah­re nach dem Pogrom muss­te der spä­te­re Phi­lo­soph und Arzt Mai­mo­n­i­des mit sei­ner Fami­lie aus Cor­do­ba flie­hen. Aus Ägyp­ten schrieb er sei­nen leid­ge­prüf­ten Glau­bens­ge­nos­sen im Jemen, die eben­falls unter Pogro­men lei­den muss­ten: „Beden­ke, dass Gott uns unse­rer Sün­den­last wegen unter die­ses Volk der Ara­ber geschleu­dert hat. Nie hat uns ein Volk so beschwert, ernied­rigt, gede­mü­tigt, gehasst und ent­ehrt wie sie.“

Die reli­giö­se Apart­heid setz­te sich in einer schar­fen sozia­len Schich­tung fort: An der Spit­ze der poli­tisch-sozia­len Hier­ar­chie stand das Her­ren­volk aus den ara­bi­schen Stäm­men. Die näch­ste Stu­fe nah­men die Ber­ber ein, von den Ara­bern zwangs­is­la­mi­siert und in die­sem Sta­tus ver­ach­tet. Die­se wie­der­um schau­ten auf die Muwal­lad her­ab, die zum Islam kon­ver­tier­ten Ein­hei­mi­schen. Die Her­ab­las­sung aller traf die „Ungläu­bi­gen“, Chri­sten und Juden, die sozi­al, recht­lich und teil­wei­se auch räum­lich in Ghet­tos abge­son­dert waren. Ganz unten in der Gesell­schafts­py­ra­mi­de stan­den die Sklaven.

Eine kur­ze Epo­che rela­ti­ver inter­re­li­giö­ser Duld­sam­keit erleb­te al-Anda­lus unter zwei Kali­fen in der Mit­te des 10. Jahr­hun­derts. In die­ser Zeit galt Cor­do­ba mit sei­nen Biblio­the­ken und Schu­len, Leh­rern und Dich­tern neben Kon­stan­ti­no­pel und Bag­dad als ein Zen­trum der kul­tu­rel­len Welt. Doch schon 981 unter dem Amiri­den Alman­sor gewann der dschi­ha­di­sti­sche Islam mit sei­ner Kul­tur­feind­lich­keit wie­der die Ober­hand. Nach der spa­ni­schen Erobe­rung von Tole­do 1085 ent­wickel­te sich die­se Grenz­stadt unter der mil­den Herr­schaft des christ­li­chen Königs Alfons zu einem neu­en Zen­trum des inter­kul­tu­rel­len Aus­tau­sches, wäh­rend die Ber­ber-Dyna­stien der Almo­ra­vi­den, gefolgt von den mau­ri­schen Almo­ha­den, das isla­mi­sche Spa­ni­en immer wie­der unter die Zucht­ru­te eines rigi­den Islams stellten.

Die Scheinblüte multikultureller Toleranz erwuchs aus Günstlingswirtschaft

Al-Anda­lus hat ein rei­ches Ver­mächt­nis an Lyrik und Dich­tung hin­ter­las­sen. Auf­fäl­lig ist aller­dings, dass der Anteil von Schmei­chel­poe­sie und an Lob­lie­der auf die Herr­schen­den beson­ders groß ist. Das weist dar­auf hin, dass die Dich­ter und Gelehr­ten, die Künst­ler und Wis­sen­schaft­ler und auch gesell­schaft­lich hoch­ge­stell­te Juden und Chri­sten Teil eines ori­en­ta­li­schen Kli­en­tel-Systems waren: Die schma­le städ­ti­sche und höfi­sche Eli­te war total von der Gunst des jewei­li­gen Herr­scher-Mäzens abhän­gig. Er erteil­te die Auf­trä­ge, schütz­te vor fana­ti­schen Isla­mi­sten, konn­te sei­ne Schütz­lin­ge aber auch ver­ban­nen, wenn im das Ergeb­nis nicht gefiel. Der Künst­ler und Gelehr­te, sei­nem Herrn auf Leben und Tod aus­ge­lie­fert, hat­te allen Grund, mit sei­nen Wor­ten und Wer­ken dem Herr­scher-Mäzen zu schmei­cheln. Gleich­wohl blieb die Lage der kul­tu­rel­len Eli­te ambi­va­lent, denn der Nach­fol­ger des Herr­schers konn­te schon eine kon­trä­re Kul­tur­po­li­tik betreiben.

So ging es dem berühm­ten Phi­lo­so­phen Aver­roes. Er wur­de Leib­arzt des Sul­tans Jus­uf I. und kom­men­tier­te in sei­nem Auf­trag die Wer­ke des Ari­sto­te­les. Jus­ufs Nach­fol­ger Jakub ver­bot durch ein Dekret 1195 alle Phi­lo­so­phie und die grie­chi­sche Wis­sen­schaft. Aver­roes’ Bücher wur­den ver­brannt, der Phi­lo­soph vor der Moschee von Cor­do­ba an den Pran­ger gestellt und anschlie­ßend verbannt.

In ähn­lich pre­kä­rer Stel­lung wie die Künst­ler stan­den jüdi­sche und christ­li­che Hof­be­am­te in al-Anda­lus. Im 10. Jahr­hun­dert konn­ten Juden und etwas weni­ger Chri­sten hohe Regie­rungs­stel­len ein­neh­men. Denn eini­ge isla­mi­sche Herr­scher hat­ten ein Inter­es­se dar­an, hohe Staats­äm­ter mit qua­li­fi­zier­ten „Ungläu­bi­gen“ zu beset­zen, da die­se nicht in mus­li­mi­sche Fami­li­en­be­zie­hun­gen und Seil­schaf­ten ein­ge­bun­den war, die den Herr­scher bedroh­ten. Die­se „Tole­ranz“ eini­ger Umay­ya­den-Herr­scher gegen­über ihren „ungläu­bi­gen“, aber kom­pe­ten­ten Hof­be­am­ten war funk­tio­nal auf Herr­schafts­si­che­rung begrün­det. Sie war gera­de nicht in der isla­mi­schen Tra­di­ti­on ver­an­kert. Denn nach isla­mi­scher Leh­re durf­te kein Ungläu­bi­ger Macht oder Befehls­ge­walt über einen Mus­lim ausüben.

Die kur­ze Blü­te an Kul­tur und Tole­ranz in al-Anda­lus war nicht die Regel, son­dern die Aus­nah­me von einem gene­rell dschi­ha­di­sti­schen Islam, der über 700 Jah­re den größ­ten Teil Spa­ni­ens im Wür­ge­griff hat­te. Inso­fern sind die Ver­klä­run­gen und Schmei­che­lei­en über den angeb­lich tole­ran­ten Islam im mus­li­mi­schen Spa­ni­en eines der Mär­chen aus tau­send­und­ei­ner Nacht.

Lite­ra­tur: Bat Ye’or, Der Nie­der­gang des ori­en­ta­li­schen Chri­sten­tums unter dem Islam, Resch-Ver­lag 2005;
Eugen Sorg: Das Land, wo Blut und Honig floss, Die Welt­wo­che, Aus­ga­be 35/2005; Nor­bert Cla­sen: Der Mythos vom Gol­de­nen Zeit­al­ter der Tole­ranz, Kirch­li­che Umschau Nr. 2/2013

Text: Hubert Hecker
Bild: Wikicommons

17 Kommentare

  1. Lei­der hat Papst Fran­zis­kus dem Islam auf sei­ner Tür­kei-Rei­se wie­der einen Blan­ko­schek ausgestellt. 

    Dort sprach er wie­der­um von einem „fried­li­chen Islam“ und daß Chri­sten und Mos­lems an den sel­ben Gott glau­ben wür­den. Anschei­nend ist vie­len, auch dem Papst, der Unter­schied zwi­schen dem Gott des Neu­en Testa­ments und dem grau­si­gen Allah nicht bewußt. Und solan­ge die­ses Grund­übel, näm­lich eine rea­li­sti­sche Ein­schät­zung des sog. Islam nicht besei­tigt ist, solan­ge wer­den die Chri­sten wei­ter­hin Opfer struk­tu­rel­ler mos­le­mi­scher Gewalt, Ernied­ri­gung und Aus­beu­tung sein. Es hat dann auch wenig Wert, auf die christ­li­chen Opfer in Irak, Syri­en usw. bei sei­nen isla­mi­schen tür­ki­schen Gast­ge­bern hin­zu­wei­sen und die­se zu beklagen.
    So gut wie er beim EU-Par­la­ment gespro­chen hat­te, in der Tür­kei hat er einer unge­recht­fer­tig­ten Islam-Schwär­me­rei das Wort geredet.

    • Das NT offen­bart uns Gott als die aller­hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit, die Quell aller Hei­lig­keit und Lie­be ist. Im Islam hin­ge­gen wird wort­wört­lich im Koran die Drei­fal­tig­keit geleug­net, spielt Lie­be kei­ne beson­de­re Rol­le und ist etwas wie Fein­des­lie­be gänz­lich unbe­kannt. Man den­ke nur an Jesu Aus­spruch, daß die­je­ni­gen Juden, die ihren Mes­si­as nicht aner­ken­nen und stur am Alten Bund fest­hal­ten, nicht die Kin­der Got­tes, son­dern Satans sind (Joh 8,30–47). Zu behaup­ten, Gott, wie er im NT geschil­dert wird, sei ein und der­sel­be wie der durch den „Pro­phe­ten“ Moham­med dar­ge­stell­te Allah, ist unlo­gisch. Indi­rekt beinhal­tet das die Vor­stel­lung, Gott habe sich im Hei­li­gen Land ein­mal so den Men­schen gezeigt und im Früh­mit­tel­al­ter auf der ara­bi­schen Halb­in­sel ganz anders durch Moham­med als Allah prä­sen­tie­ren las­sen. Gott treibt kei­ne Ver­wirr­spie­le mit den Men­schen, denn die­se haben ihren Ursprung stets bei Satan.

      • Tat­sa­che ist auch, daß die Mos­lems die­se Anbiederungen/„Dialoge“ über­haupt nicht ernst neh­men. Wenig­stens sind sie da ehr­lich und an die­ser Ehr­lich­keit der Mos­lems ist schon jeder „Dia­log“ kom­plett geschei­tert. Man hat das in Spa­ni­en im MA ver­sucht und sowie­so im Vor­de­ren Ori­ent seit Beginn die­ser von Satan ins­pie­rier­ten Irr­leh­re, die ihren Ursprung in christ­li­chen Häre­si­en hat.
        Zur Emp­feh­lung das Buch „Good Bye Moham­med“ von Nor­bert G. Pressburg.

  2. Ber­go­glio der ver­harr­te heu­te neben dem Groß­muf­ti Rah­mi Yaran schwei­gend, mit gesenk­tem Kopf und geschlos­se­nen Augen rund zwei Minu­ten vor der Gebets­ni­sche in der „Sul­tan Ahmet Moschee“.
    Der Sophist Lom­bar­di erklärt es als „stil­le Anbe­tung“. Vor 14 Tagen sag­te der Jesu­it aber noch:„Es ist klar, dass man bei einem Chri­sten in einer Moschee nicht von einem for­ma­len Gebet spre­chen kann“
    Naja, man ver­wirrt bewußt so weit bis jeder alles oder nichts dar­aus inter­pre­tie­ren kann.
    Übri­gens hat Ber­go­glio wie­der in sei­ner Selbst­in­sze­nie­rung sei­ne Auto-Show voll­füh­ren müs­sen und heu­te bestan­den mit irgend­ei­nen klapp­ri­gen Renault Sym­bol durch Kon­stan­ti­no­pel zu düsen. Gestern konn­te sich „der Vati­kan“ noch nicht durch­set­zen und man chauf­fier­te ihn mit einem schwar­zen VW Pas­sat anstatt des von Ber­go­glio gewünsch­ten „Fiat Albea“.
    Da sind die Haupt­pro­ble­me „des Vati­kan“, der wie­der schmie­rig unter­wür­fig in der Tür­kei agierte.

    • Das gesam­te Gebiet der heu­ti­gen Repu­blik Tür­kei ist im Mit­tel­al­ter der mor­gen­län­di­schen Chri­sten­heit gestoh­len wor­den. Der ortho­do­xe Patri­arch von Kon­stan­ti­no­pel muß in einem Staat leben, der for­mal lai­zi­stisch ist, aber tat­säch­lich moham­me­da­nisch domi­niert und aktu­ell zu allem Über­fluß re-isla­mi­siert wird. Die Arme­ni­er und Ara­mä­er als christ­li­che Min­der­hei­ten der Repu­blik haben nach wie vor unter Repres­sio­nen zu lei­den. Ara­mä­isch ist als Spra­che in tür­ki­schen Schu­len ver­bo­ten. Der Geno­zid an den christ­li­chen Min­der­hei­ten des Osma­ni­schen Rei­ches im Ersten Welt­krieg wird immer noch geleug­net. Von der Unter­drückung in der Tür­kei sind u. a. unmit­tel­bar Katho­li­ken — römi­sche wie auch unier­te ost­kirch­li­che — betrof­fen. Ein Papst als Ober­haupt der welt­wei­ten Kir­che darf unter sol­chen Umstän­den nicht gute Mine zum bösen Spiel machen.

    • Übri­gens Papst Fran­zis­kus in der Tür­kei: Ortho­do­xie wird von Ber­go­glio gegen­über dem Patri­ar­chen von Kon­stan­ti­no­pel, Bar­tho­lo­mai­os I., als „Schwe­ster­kir­che“ bezeich­net, was ekkle­sio­lo­gisch falsch ist. Außer­halb des Katho­li­zis­mus‘ wer­den selbst­ver­ständ­lich die aller­mei­sten kirch­li­chen Vor­ga­ben in der Ortho­do­xie erfüllt, sonst könn­ten bei­spiels­wei­se nicht gül­ti­ge Spen­dun­gen der Sakra­men­te durch einen ortho­do­xen Prie­ster an einem Katho­li­ken vor­ge­nom­men wer­den, wenn der näch­ste katho­li­sche Prie­ster zu weit ent­fernt ist. Sonst gäbe es auch kei­ne mit Rom unier­ten Ost­kir­chen. Es gibt aller­dings nur eine Kir­che Jesu Chri­sti. Die­se ist ver­wirk­licht in der einen, hei­li­gen, katho­li­schen und apo­sto­li­schen Kir­che. Im Begriff „Schwe­ster­kir­che“ schwingt die Bedeu­tung mit, Gott habe Sei­ne Kir­che ins Schis­ma gehen las­sen, was abwe­gig ist.

  3. Nicht nur im Islam, auch im Westen , man den­ke an den Ein­marsch in den Irak. und die vie­len Krie­ge die die USA durch Intri­gen ange­zet­telt haben. Man lese auch bei http://www.kreuz-net.at die Ver­lin­kun­gen zum Spie­gel über jüdi­schen Skla­ven­han­del. Im Mit­tel­al­ter waren es die Juden die den Skla­ven­han­del in der Hand hat­ten, ( Pla­nitz — Eck­art Deut­sche Rechtsgeschichte)

  4. Was den Skla­ven­han­del betrifft, braucht man nicht auf die Mosel­ms zu zei­gen, die Spa­ni­er und Por­tu­gie­sen die kei­ne Mos­lems waren beleb­ten den Skla­ven­han­del ab dem 16. Jahr­hun­dert wie­der, nach­dem er im Mit­tel­al­ter doch stark rück­läu­fig war, und es wur­den von Chri­sten sehr vie­le Skla­ven in den Ori­ent expor­tiert, ( über Kon­stan­ti­no­pel und so weiter)

    • Und das brti­isch-angli­ka­ni­sche Engag­ment in die­sem Bereich darf man kei­nes­falls ver­ges­sen, so weit ich mich erin­ne­re haben die Bri­ten sich im Lau­fe der Zeit sogar Skla­ven­han­dels­mo­no­po­le für den Han­del nach Ame­ri­ka gesi­chert Die­se Aus­sa­ge ist nicht ganz gesi­chert , sie stammt aus dem Geschich­t­e­un­ter­richt am Gym­na­si­um der mir zuteil wur­de. Und man den­ke an die vie­len Sex­skla­vin­nen die wir in Chri­steu­ro­pas Bor­del­len haben, an den Zen­tral­rats­funk­tio­när der sich „unbentütz­te“ blon­de Ost — Huren ins Ber­li­ner Hotel kom­men ließ und die­sen dort oben­drein Rausch­git anbot.

  5. Als Karl V. Tunis erober­te wur­de die Bevöl­ke­rung ver­sklavt, da gibt es Bil­der von den spa­ni­schen Malern wie sich die Frau­en mit ihren Kin­dern zur Skla­ven­trans­port anstel­len. ( Von mir gese­hen bei einer Aus­stel­lung über Karl V. im Kunst­hi­sto­ri­schen Muse­um in Wien, glaub­lich 1999)

  6. Schon erstaun­lich, dass auch in der Ver­gan­gen­heit den Moham­me­da­nern so wenig ent­ge­gen­setzt wer­den konnte…

    Kein Wun­der, dass die über­zeugt sind, das rich­ti­ge zu tun, da sie stets gewin­nen und ihr Impe­ri­um immer wei­ter ausdehnen.

  7. Übri­gens da fällt mir noch etwas ein, als 1077 die kreuz­fah­rer Jeru­sa­lem erober­ten , haben sie die Ein­woh­ner gleich ein­mal in die isla­mi­sche Skla­ve­rei ver­kauft. Man braucht sich über die Mos­lems nicht son­der­lich zu beschweren.

  8. Dass das alles so kom­men konn­te, wie es kam, lag auch dar­an, dass Vene­dig bei der Bekämp­fung der byzan­ti­ni­schen Kon­kur­renz sehr eng mit den Mosel­ms koope­rier­te. Die Trup­pen­ver­schif­fun­gen für die Osma­nen führ­te weit­ge­hend Vene­dig durch, weil die Mos­lems sehr schlech­te See­fah­rer waren, die es 1453 noch nicht ein­mal schaff­ten die Dar­da­nel­len geschlos­sen zu hal­ten. Die Latei­ni­sche Kir­che sah und betrach­te­te die Nie­der­la­gen von Byzanz zwi­schen 1000 und 1300 mit gro­ßer Häme.

    • Grund­sätz­lich ja, was aber auf Gegen­sei­tig­keit beruh­te. Den­noch ist nicht zu ver­ges­sen: Als der byzan­ti­ni­sche Kai­ser Rom um Hil­fe gegen die Tür­ken (Sel­dschu­ken) bat, zog Euro­pas Eli­te nach Osten, um die­se Hil­fe zu lei­sten und die Hei­li­gen Stät­ten zu befrei­en, damit die Pil­ger (das war das Ziel) mög­lichst sicher ihr Ziel errei­chen konnten.
      In Ostrom, wo der Adel mili­tä­ri­sche Din­ge längst Söld­nern und Eunu­chen über­ließ, war man über die­sen west­li­chen Idea­lis­mus unan­ge­nehm über­rascht und tat alles, um der auf­op­fe­rungs­be­rei­ten latei­ni­schen Rit­ter­schaft in den Rücken zu fal­len. Dar­aus erklärt sich viel der nach­fol­gend tra­gi­schen Ent­wick­lung. Immer­hin konn­ten zehn Pro­zent der latei­ni­schen Rit­ter­schaft (mit Unter­stüt­zung zurück­blei­ben­der Tei­le) den tür­ki­schen Erobe­rung­drang gegen Euro­pa um 200 Jah­re auf­hal­ten und schwächen.

      • Es waren die latei­ni­schen Rit­ter die die Ver­ein­ba­run­gen bra­chen dass die Kreuz­fahrerge­bie­te unter ost­rö­mi­scher Lehens­ho­heit ste­hen sollten.

      • War­um die got­tes­fürch­ti­gen latei­ni­schen Kreuz­rit­ter so herabsetzen?
        Ich emp­feh­le die Lek­tü­re von Rod­ney Stark: Got­tes­krie­ger. Die Kreuz­zü­ge in einem neu­en Licht, Haff­mans & Tol­k­e­mitt, 2013.
        Der Lehns­eid bestand auf Gegen­sei­tig­keit. Stark benennt die Grün­de, die dazu führ­ten, daß die Kreuz­rit­ter sich von ihrer Eides­lei­stung ent­bun­den fühl­ten, nach­dem Ostrom sie im Stich gelas­sen hat­te und hin­ter ihrem Rücken sogar mit den Fatim­iden und auch den Sel­dschu­ken zum Scha­den der Kreuz­rit­ter verhandelte.

  9. Der Gott der Lie­be gegen den Allah des Korans und der Sun­na: Aus­peit­schen, Ampu­ta­tio­nen, Stei­ni­gung, Köp­fen, Kreuzigung?

    „Der Papst beton­te erneut, dass es gera­de das Ver­ges­sen Got­tes sei, das Gewalt her­vor­brin­ge, und nicht des­sen Ver­herr­li­chung. Der Weg zum Frie­den müs­se der brü­der­li­che Dia­log zwi­schen Chri­sten und Mus­li­men sein.“

    Das „stil­le Gebet“ in der tür­ki­schen Moschee neben dem Imam löst nur noch gro­ßes „Unbe­ha­gen“ aus. Ein Fern­seh­kom­men­tar zur ent­spre­chen­den Film-Sequenz brach­te es wohl auf den Punkt:
    „Den Men­schen in der Tür­kei wird in Erin­ne­rung blei­ben: der Papst hat dem Islam Respekt erwiesen“
    Die Decla­ra­tio „Nostra Aeta­te“ bedürf­te einer kri­ti­schen Refle­xi­on und dar­aus wären Kon­se­quen­zen zu ziehen. .

    Dazu eine Buch­emp­feh­lung, ent­stan­den nach über 40-jäh­ri­ger “Dialog”-Erfahrung eines unab­hän­gi­gen Ori­en­ta­li­sten, des Göt­tin­ger eme­ri­tier­ten Ordi­na­ri­us für Arabistik:

    Til­man Nagel: Angst vor Allah? Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit dem Islam? Duncker & Hum­blot, Berlin

    http://www.duncker-humblot.de/index.php/autoren/tilman-nagel-a01

    “Der Islam ist kei­ne nor­ma­le Reli­gi­on wie die ande­ren Reli­gio­nen der Welt… Der Islam ist ein revo­lu­tio­nä­rer Glau­be, der antritt, jede von Men­schen geschaf­fe­ne Staats­form zu zer­stö­ren” (Nagel, S. 324)
    “Im Koran ist die Gewalt­an­wen­dung gegen Anders­gläu­bi­ge etwas Selbst­ver­ständ­li­ches. “Tötet sie, wo immer ihr sie trefft!” (S.356)

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