Antonio Socci über den Bergoglio-(D)Effekt

Bergogliaden(Rom) In der Sonn­tags­aus­ga­be der Tages­zei­tung Libe­ro ver­öf­fent­lich­te Anto­nio Soc­ci, Rek­tor der von der öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk­an­stalt RAI und der Uni­ver­si­tät Perugia getra­ge­nen Jour­na­li­sten­schu­le von Perugia einen Kom­men­tar über selt­sa­me Gestal­ten, die sich als die begei­stert­sten „Fans“ von Papst Fran­zis­kus outen. Und über den Bergoglio-(D)Effekt.

Zusam­men mit Fausto Ber­ti­no­t­ti (1) und Euge­nio Scal­fa­ri (2)  ist Mar­co Pan­nella ((Mar­co Pan­nella, Jg. 1930, 1955 mit Scal­fa­ri Mit­be­grün­der der Radi­ka­len Par­tei, die sich als Nach­fol­ge­rin der histo­ri­schen extre­men Lin­ken sieht, 1963–1967 und 1981–1983 Vor­sit­zen­der der Radi­ka­len Par­tei, 1976–1994 mit Unter­bre­chun­gen Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ter von 1979–2009 Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ter der Radi­ka­len, Kampf für die Lega­li­sie­rung der Ehe­schei­dung und der Abtrei­bung, Pan­nella sti­li­sier­te sich als Geg­ner des Systems, war jedoch zeit­le­bens des­sen Pro­fi­teur, Selbst­be­zeich­nung: gott­los.)) der elek­tri­sier­te­ste Fan von Papst Ber­go­glio („Viva il Papa!“, „Wir Radi­ka­len lie­ben ihn sehr“, „ich möch­te Staats­bür­ger des Vati­kans wer­den“). Als Bene­dikt XVI. regier­te, zog Pan­nella mit dem Schild: „No Tali­ban, No Vati­can“ auf den Peters­platz. So ändern sich die Zei­ten.

Han­delt es sich um die erstaun­li­che „Bekeh­rung“ zum „Opi­um für das Volk“, der Reli­gi­on, als Anker im Alter, weil man schließ­lich ja nie wis­sen kann, ob man im Jen­seits nicht doch über­ra­schend auf Gott sto­ßen könn­te?

Nein, in die­sem Blitz­schlag, der den ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den der Alt-Kom­mu­ni­sten und die bei­den Sym­bol­fi­gu­ren der Kir­chen­feind­schaft, des Lai­zis­mus und der Ent­christ­li­chung erfaßt hat, ist von einer Rück­kehr zur katho­li­schen Kir­che kei­ne Rede, schon gar nicht von Reue oder einer Ände­rung des Lebens.

Das genaue Gegen­teil ist der Fall. Sie haben viel­mehr den Ein­druck, daß nach dem Sieg ihrer radi­ka­len und lai­zi­sti­schen Kul­tur in der Gesell­schaft sogar ein unge­ahn­ter Tri­umph in der Kir­che naht.

Fausto Bertinotti und Marco Pannella applaudieren dem Papst
Fausto Ber­ti­no­t­ti und Mar­co Pan­nella applau­die­ren dem Papst

Bei Ber­ti­no­t­ti kommt noch die Begei­ste­rung hin­zu für einen Papst, der sich als neu­er revo­lu­tio­nä­rer Füh­rer der lin­ken Glo­ba­li­sie­rungs­geg­ner prä­sen­tiert.

Ist dem aber wirk­lich so? Kann es nicht sein, daß Scal­fa­ri und Pan­nella sich ange­sichts ihres aus­ge­präg­te Egos ein­fach nur bauch­ge­pin­selt füh­len wegen der Tele­fo­na­te und der Gesprä­che, die ihnen Fran­zis­kus zukom­men ließ?

Und könn­te Ber­ti­no­t­ti viel­leicht die Ein­la­dung zum „Kampf“, die Ber­go­glio gegen­über dem links­ex­tre­men Auto­no­me­n­zen­trum Leon­va­cal­lo und Genos­sen aus­ge­spro­chen hat, nicht miß­ver­stan­den haben?

Ich erin­ne­re mich, daß es auch frü­her vie­le Intel­lek­tu­el­le, Jour­na­li­sten und Poli­ti­ker gab, die von Päp­sten in den Bann gezo­gen wur­den. Das galt in der jün­ge­ren Zeit vor allem für Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI.

In die­sen Fäl­len han­del­te es sich um eine wirk­li­che Umkehr zum katho­li­schen Glau­ben oder um kul­tu­rel­le „Kon­ver­sio­nen“, die immer­hin dazu führ­ten, der kul­tu­rel­len und ethi­schen Erzie­hung durch die Kir­che zu fol­gen.

Heu­te aber, wie der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster erklär­te, „pro­vo­ziert“ die Popu­la­ri­tät von Fran­zis­kus „kei­ne Kon­ver­si­ons­wel­le. Im Gegen­teil. Mit ihm geht eine gewis­se Genug­tu­ung der dem Chri­sten­tum frem­den und feind­lich gesinn­ten Kul­tur ein­her“.

Wie ist das zu ver­ste­hen? „Indem man regi­striert, daß das Ober­haupt der Kir­che sich ihren Posi­tio­nen annä­hert, die er zu ver­ste­hen und sogar zu akzep­tie­ren scheint.“

Der Jubel der Scal­fa­ris, Pan­nellas und Ber­ti­no­t­tis ist nicht der Jubel jener, die den Glau­ben gefun­den oder wie­der­ge­fun­den haben, son­dern jener, die das Gefühl haben, sogar den Vati­kan mit ihren Posi­tio­nen „erobert“ zu haben.

Eugenio Scalfari und Papst Franziskus
Euge­nio Scal­fa­ri und Papst Fran­zis­kus

Ich sage und widerrufe

Und doch, wird man sagen: am Sams­tag hat Ber­go­glio vor den katho­li­schen Ärz­ten gegen die Abtrei­bung und die Eutha­na­sie Stel­lung genom­men. Wie kön­nen ihm dann Pan­nella und Scal­fa­ri applau­die­ren? Ist das nicht der Beweis, daß sie sich blen­den haben las­sen?

In Wirk­lich­keit wird die Rede vom 15. Novem­ber kei­nes­wegs ihre ber­go­glia­ni­sche Begei­ste­rung abküh­len.

In erster Linie nicht, weil die Reden von Fran­zis­kus zu die­sen The­men sehr sel­ten sind, wäh­rend sie bei sei­nen Vor­gän­gern sehr häu­fig waren, weil sie die Mensch­heit auf­rüt­teln woll­ten, ja Alarm schla­gen woll­ten über den Zustand einer Mensch­heit, die sich, laut der Kir­che, in einem dra­ma­ti­schen „huma­ni­tä­ren Not­stand“ befin­det, weil sie (wie Mut­ter Tere­sa von Kal­kut­ta sag­te) sogar das ABC der Mensch­heit ver­lo­ren hat.

Ber­go­glio gab sofort zu ver­ste­hen, daß er nicht am Kampf für die „nicht ver­han­del­ba­ren Wer­te“ teil­nimmt (er voll­zog hier einen schwer­wie­gen­den Bruch im Lehr­amt) und bezeich­ne­te die Hal­tung sei­ner Vor­gän­ger dies­be­züg­lich sogar als „beses­sen“. Das zählt für die Scal­fa­ris, Ber­ti­no­t­tis und Pan­nellas viel mehr als eine gele­gent­li­che Rede.

Aus wel­chem Grund aber schei­nen die Reden von Papst Ber­go­glio so wider­sprüch­lich zu sein.

Im Herbst 2013 ver­faß­te eine bekann­te latein­ame­ri­ka­ni­sche katho­li­sche Intel­lek­tu­el­le, die Uni­ver­si­täts­do­zen­tin und Publi­zi­stin Lucrecia Rego de Pla­nas, die Ber­go­glio gut kennt und mit ihm schon zusam­men­ge­ar­bei­tet hat, ein Por­trät des neu­en Pap­stes. Dar­in schrieb sie:

Ber­go­glio „liebt es von allen geliebt zu wer­den und will allen gefal­len. Und in die­sem Sinn könn­te er an einem Tag im Fern­se­hen gegen die Abtrei­bung spre­chen und am Tag dar­auf in der­sel­ben Fern­seh­sen­dung die Abtrei­bungs­fe­mi­ni­stin­nen der Pla­za de Mayo seg­nen; könn­te er eine wun­der­ba­re Rede gegen die Frei­mau­rer hal­ten und Stun­den spä­ter mit ihnen im Club essen und trin­ken.
… das ist Kar­di­nal Ber­go­glio, den ich aus der Nähe ken­nen­ge­lernt habe: An einem Tag damit beschäf­tigt, ange­regt mit Bischof Duar­te Aguer für die Ver­tei­di­gung des Lebens und die Lit­ur­gie zu reden und am sel­ben Tag, beim Abend­essen, immer ange­regt mit Msgr. Ysern und Msgr. Rosa Cha­vez für die Basis­ge­mein­schaf­ten und die schreck­li­chen Hür­den der ‚dog­ma­ti­schen Leh­re‘ der Kir­che. An einem Tag Freund von Kar­di­nal Cipria­ni und Kar­di­nal Rodri­guez Mara­dia­ga, der über Unter­neh­mens­ethik und gegen die New Age-Ideo­lo­gien spricht, und wenig spä­ter Freund von Casa­lda­li­ga und Boff, der über Klas­sen­kampf und den ‚Reich­tum‘ spricht, den die öst­li­chen Prak­ti­ken der Kir­che schen­ken könn­ten.“

Geht es um ein theo­lo­gi­sches und phi­lo­so­phi­sches Vaku­um im Den­ken? Um eine Art pasto­ra­len Pero­nis­mus, der alles und das Gegen­teil von allem ent­hält? Sein kul­tu­rel­ler Hin­ter­grund (er selbst spricht von einem „unvoll­stän­di­gen Den­ken“) ist mise­ra­bel, aber die pasto­ra­le Stra­te­gie gibt es und ist mehr als offen­sicht­lich.

Karnevaliaden

Die inhalt­li­chen Wider­sprü­che sind eine bewuß­te poli­ti­sche Ent­schei­dung, die dazu dient, einen prä­zi­sen Zweck zu ver­fol­gen. Die Fans fei­ern ihn begei­stert: end­lich ein moder­ner und lai­zi­sti­scher Papst. In der Tat scheint der stra­te­gi­sche Kom­paß die­ses Pon­ti­fi­kats die „Entsa­kra­li­sie­rung“ zu sein.

Das erklärt, neben dem Abrücken von den „nicht ver­zicht­ba­ren Wer­ten“, vie­le klei­ne und gro­ße Ent­schei­dun­gen, die auf den ersten Blick unter­ein­an­der in kei­nem logi­schen Zusam­men­hang zu ste­hen schei­nen.

Das begann schon mit dem ersten Erschei­nen auf der Mit­tel­log­gia von St. Peter am Abend des 13. März 2013, als er die prie­ster­li­che Sto­la und die rote Mozzet­ta, als Sym­bol des Mar­ty­ri­ums des Petrus und der Juris­dik­ti­on, als „Kar­ne­va­lia­de“ ablehn­te.

Sofort beju­bel­ten die Medi­en die „Entsa­kra­li­sie­rung“ des Papst­tums, die am sel­ben Abend noch in wei­te­ren Gesten zum Aus­druck kam, etwa dem „Buo­na­se­ra“ statt „Lau­de­tur Jesus Chri­stus“ (Gelobt sei Jesus Chri­stus), und der vier­fa­chen Selbst­be­zeich­nung als „Bischof von Rom“, aber kein ein­zi­ges Mal als Papst.

Eine Entsa­kra­li­sie­rung des Papst­tums wäh­rend gleich­zei­tig eine mythi­sche Über­hö­hung des Men­schen Ber­go­glio ein­setz­te. Es folg­ten klei­ne­re Ent­schei­dun­gen, wie die Wei­ge­rung die päpst­li­che Woh­nung zu bezie­hen, und schwer­wie­gen­de­re, wenn auch stets zwei­deu­ti­ge, wie der Satz: „Wer bin ich, um zu urtei­len?“, die Ver­ur­tei­lung der katho­li­schen Pro­se­ly­ten­ma­che­rei und die soge­nann­te „geist­li­che Ein­mi­schung“ und damit der christ­li­che Ein­fluß in der Welt.

Und war die Syn­ode nicht der Ver­such einer sen­sa­tio­nel­len Entsa­kra­li­sie­rung der Fami­lie? Und vor dem Taber­na­kel und bei der Wand­lung kei­ne Knie­beu­ge zu machen? Und die Zulas­sung aller zur Kom­mu­ni­on, die er bereits in Bue­nos Aires prak­ti­zier­te?

Und zu behaup­ten, daß es für Chri­sten kei­ne „abso­lu­te Wahr­heit“ gibt?

Sind die Aus­sa­gen gegen­über Scal­fa­ri, daß Gut und Böse ledig­lich sub­jek­ti­ve Mei­nun­gen sei­en, nicht eine Rela­ti­vie­rung der Objek­ti­vi­tät der Moral?

Zu sagen, „es gibt kei­nen katho­li­schen Gott“ rela­ti­viert das etwa nicht den Glau­ben? Und die Rede von Caser­ta vor den Evan­ge­li­ka­len?

Und die Unter­stel­lung in der Pre­digt vom 20. Dezem­ber 2013, die Got­tes­mut­ter habe unter dem Kreuz „viel­leicht Lust gehabt sich zu fra­gen: wur­de ich rein­ge­legt“, weil die mes­sia­ni­schen Ver­hei­ßun­gen ihr wie „Lügen“ erschie­nen?

Ist das nicht eine Entsa­kra­li­sie­rung der erha­be­nen Gestalt der Got­tes­mut­ter? Die katho­li­sche Leh­re hat immer erklärt, was man im Kate­chis­mus nach­le­sen kann: „Wäh­rend ihres gan­zen Lebens, auch in ihrer letz­ten Prü­fung [Vgl. Lk 2, 35], als Jesus, ihr Sohn, am Kreuz starb, wank­te ihr Glau­be nicht. Maria gab ihren Glau­ben, daß das Wort Got­tes ‚in Erfül­lung gehen wird‘, nie auf. Dar­um ver­ehrt die Kir­che in Maria die lau­ter­ste Glau­bens­ge­stalt“ (KKK 149).

Man könn­te mit den sar­ka­sti­schen (und manch­mal auch abfäl­li­gen) Sprü­chen über Chri­sten fort­set­zen, über jene, die den Rosen­kranz beten, über die Prie­ster im Talar, über Ordens­schwe­stern die fasten … Die Per­spek­ti­ve lau­tet: Entsa­kra­li­sie­rung der Lit­ur­gie und des klö­ster­li­chen Lebens.

Und dann die Orte: Der Imam, der ein­ge­la­den wur­de, im Vati­kan zu beten, wo er prompt Allah um den Sieg über die Ungläu­bi­gen bat; die Six­ti­ni­sche Kapel­le, die Por­sche für ein Fir­men-Event zur Ver­fü­gung gestellt wird; das Auto­no­me­n­zen­trum Leon­ca­val­lo und ande­re mar­xi­sti­sche Grup­pen, die am ver­gan­ge­nen 28. Okto­ber vom Papst ein­ge­la­den und um sich geschart wur­den (und die wie­der­kom­men); Pat­ty Smith, die zum Weih­nachts­kon­zert im Vati­kan ein­ge­la­den wur­de. Jetzt fehlt nur noch Vla­di­mir Luxu­ria, nomen est omen im Vati­kan. Und wann wird das erste Bas­ket­ball­spiel statt­fin­den?

Schiffbruch

Mit Ber­go­glio fin­det gleich­zei­tig eine Sakra­li­sie­rung der typisch lin­ken sozia­len The­men statt. Genau des­halb steckt die latein­ame­ri­ka­ni­sche Kir­che seit Jahr­zehn­ten ori­en­tie­rungs­los in der Kri­se. Die jüng­sten Zah­len des Pew Rese­arch Insti­tut bestä­ti­gen den Ein­bruch der Katho­li­schen Kir­che in Latein­ame­ri­ka. Trotz Ber­go­glio in Rom.

Statt die Abwan­de­rung ein­zu­däm­men und Ter­rain zurück­zu­ge­win­nen, zwingt er das geschei­ter­te Rezept nun der gan­zen Kir­che auf. Bald wer­den wir auch in ande­ren Län­dern die­sel­ben Rui­nen sehen. Den Ber­go­glio-Effekt.

Einleitung/Übersetzung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Gloria.tv/giornilenotti/CR

(1) Fausto Ber­ti­no­t­ti, Jg. 1942, 1994–2006 Vor­sit­zen­der der alt­kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Rif­on­da­zio­ne Comu­ni­sta, 1994–2008 Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ter, 2006–2008 Prä­si­dent der ita­lie­ni­schen Abge­ord­ne­ten­kam­mer, 1975–1994 füh­ren­der Ver­tre­ter der kom­mu­ni­sti­schen Gewerk­schaft CGIL, 1972–1991 Mit­glied der Kom­mu­ni­sti­schen Par­tei Ita­li­ens, bis 1994 der Par­tei der Demo­kra­ti­schen Lin­ken, Selbst­be­zeich­nung „ungläu­big“.

(2) Euge­nio Scal­fa­ri, Jg. 1924, Jour­na­list, Publi­zist, aus Fami­lie mit lan­ger frei­mau­re­ri­scher Tra­di­ti­on, 1955 Mit­be­grün­der der radi­kal­li­be­ra­len, anti­kle­ri­ka­len Radi­ka­len Par­tei, 1962–1968 Chef­re­dak­teur des Espres­so, 1968–1972 Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ter der Sozia­li­sti­schen Par­tei, 1976 Grün­der der Tages­zei­tung La Repub­bli­ca, bis 1996 Chef­re­dak­teur, Kampf für die Lega­li­sie­rung der Ehe­schei­dung und der Abtrei­bung, Selbst­be­zeich­nung: Athe­ist.

27 Kommentare

  1. Ich kann die hier getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen nur bestä­ti­gen durch eige­ne Erfah­run­gen. Alle jene in mei­nem Bekann­ten­kreis, die sich als glü­hen­de Fran­zis­kus-Befür­wor­ter aus­ge­ben, sind sol­che, die schon seit Jah­ren nicht mehr in einer Hl. Mes­se ange­trof­fen wur­den. Und hat sich das bei ihnen, die doch den neu­en Papst so sehr begrü­ßen, geän­dert? Haben sie den Weg zur Kir­che wie­der gefun­den? — KEIN EINZIGER von ihnen!

    • Der christ­li­che Glau­be hat unter Papst Ber­go­glio an Bedeu­tung ver­lo­ren.
      Außer­dem sag­te er wie­der­holt, daß kein Mensch KATHOLISCH wer­den sol­le. Am besten der Jude bleibt Jude, der Mos­lem Mos­lem, der Pro­te­stant eben pro­te­stan­tisch usw. Frei nach dem Mot­to: Hoch lebe der Syn­kre­tis­mus mit sei­ner anthro­po­zen­tri­schen Visi­on!
      Katho­lisch zu sein dage­gen belegt er, wo immer mög­lich mit Spott und Hohn.

  2. Ich habe das hier schon bei ande­ren Gele­gen­hei­ten gesagt: gute Hin­wei­se zum Ver­ständ­nis die­ses Pap­stes Ber­go­glio bie­tet Micha­el Hese­mann Fran­zis­kus-Buch des ver­gan­ge­nen Jah­res.
    Da kann man vie­les lesen und, wenn man nach­denkt, ler­nen. Da beschäf­tigt sich der jun­ge Ber­go­glio mit dem Mar­xis­mus und erklärt dann sei­ner Mut­ter wie aus hei­te­rem Him­mel, daß er Prie­ster wer­den wol­le. Das war über­haupt nicht sein Weg.
    Hese­mann gibt dann eine angeb­li­che Beru­fungs­ge­schich­te zum Besten, die er, Hese­mann, tat­säch­lich sel­ber glaubt. Da muß man beim Lesen durch­aus auf­pas­sen, denn offen­bar hat man Hese­mann ganz schön hin­ters Licht geführt in Bue­nos Aires- aber nicht allein wegen der unglaub­li­chen Beru­fungs­ge­schich­te des Teen­agers Ber­go­glio.

  3. Ehr­lich gesagt erscheint mir der „Ber­go­glio-Effekt“ unbe­deu­tend.
    Wenn ein Gebäu­de so leicht ein­stür­zen kann, war vor­her schon alles morsch.

    Mag auch sein, dass wir nun eine „Sakra­li­sie­rung der typisch lin­ken The­men“ erle­ben, die in Süd­ame­ri­ka seit Jahr­zehn­ten bereits alles zer­stö­ren.
    Wir hat­ten aber davor und zeit­gleich — nicht nur in Süd­ame­ri­ka — eine „Sakra­li­sie­rung“ faschi­sti­scher Herr­schafts­mo­del­le, die alle­samt völ­lig aus dem Auge ver­lo­ren haben, dass uns an jeder Kir­che unser Herr schon am Ein­gang als der Gekreu­zig­te emp­fängt. Die­se histo­ri­schen Peri­oden haben den letz­ten Fun­ken an Kreu­zes­nach­fol­ge und Kreu­zes­be­reit­schaft aus den Katho­li­ken aus­ge­trie­ben.
    Vor­be­rei­tet also durch die­sen (Klerikal-)Faschismus war der Glau­be und die Kreu­zes­be­reit­schaft bei vie­len Katho­li­ken so aus­ge­laugt, dass sie — ent­täuscht von die­sen selbst so oft kor­rup­ten und gewalt­tä­ti­gen poli­ti­schen Ver­füh­rern und fal­schen Pro­phe­ten — resi­gniert und erleich­tert in die Arme der Lin­ken fie­len: wenn schon rein irdisch und poli­tisch, dann wenig­stens mit etwas mehr Frei­heit und ohne die­se see­li­sche Ver­span­nung…

    Es ist kom­plex, was sich da seit min­de­stens 200 Jah­ren abspielt.
    Bereits in der Mit­te des 19. Jh beklagt die Got­tes­mut­ter in La Salet­te vor allem ande­ren den Abfall des Kle­rus bis in die Spit­ze.
    Es ist in die­ser Bot­schaft auf­fal­lend, dass auch der dama­li­ge Papst gemahnt wird (Pius IX.): „Er sei viel­mehr stand­haft und groß­mü­tig und kämp­fe mit den Waf­fen des Glau­bens und der Lie­be.“ https://gloria.tv/?media=297398

    Das ist die Fra­ge der Fra­gen: Hat die Kir­che mit den „Waf­fen des Glau­bens und der Lie­be“ gekämpft? War­um muss Pius IX. gemahnt wer­den? Wohl kaum, wenn da nicht ein Pro­blem auch im Vor­ge­hen des Pap­stes gewe­sen wäre.

    Im Jah­re 1846 fal­len die­se Wor­te: „… denn es gibt nie­mand mehr, der die Barm­her­zig­keit und die Ver­zei­hung für das Volk erfleht; es gibt kei­ne groß­her­zi­gen See­len mehr; es gibt nie­mand mehr, der wür­dig wäre, das makel­lo­se Opfer­lamm dem Ewi­gen zugun­sten der Welt auf­zu­op­fern…“

    Es gibt „nie­man­den mehr“, „nie­man­den …der wür­dig wäre, das makel­lo­se Opfer­lammm …auf­zu­op­fern“

    Das passt zu den zeit­gleich aus­ge­spro­che­nen Sät­zen Dom Guérangers in sei­nem Werk über die Hl. Mes­se, dass der Satan das Hl. Mess­op­fer ungül­tig machen wird, „abschaf­fen“ wird, und der Zorn Got­tes so über die Welt kom­men wird.

    Der „Ber­go­glio-Effekt“ ist wahr­schein­lich wesent­lich unbe­deu­ten­der als wir glau­ben. Mit Ber­go­glio wird nur das Aus­maß der Kata­stro­phe, die sich seit 200 Jah­ren ange­bahnt hat — dies aber wohl aus­schließ­lich durch vie­le, vie­le Ver­säum­nis­se auf­sei­ten der Hier­ar­chie, radi­kal sicht­bar.

    Sei­ne Stil­lo­sig­keit und sein theo­lo­gi­sches Cha­os ist fast noch ehr­li­cher als die kaschier­te Halb­her­zig­keit bzw. Ver­en­gung sei­ner Vor­gän­ger.

    • Ich den­ke Sie haben recht. Man muss hier sicher unter­schei­den zwi­schen den tie­fer­lie­gen­den Ursa­chen und dem „Anlass“ den der Ber­go­glio Franz jetzt gibt dass Fass an so vie­len Stel­len zum über­lau­fen zu brin­gen.

      Fak­tisch ist die Kir­che ja seit dem 2. Vati­ka­num inner­lich zeris­sen (viel­leicht schon vor­her?). Objek­tiv muss man wohl sagen, dass die­ser Riss durch Bene­dikt XVI und sei­ne Reha­bi­li­ta­ti­on der alten Mes­se noch stär­ker her­vor­ge­tre­ten ist. Übri­gens bin ich der Ansicht, dass es gut ist dass die­ser Riss nun offen an die Ober­fä­che kommt.

      Ich glau­be fest an den Zusam­men­hang ‚lex oran­di lex creden­di‘. Sicher­lich etwas pau­scha­li­sie­rend folgt dar­aus und ist auch beob­acht­bar, das Anhän­ger der alten Mes­se im wesent­li­chen auch das glau­bens­treue Lager bil­den (es gibt sicher vie­le Auss­nah­men, aber man schaue sich nur die Kar­di­nä­le an die auf der Syn­ode Wie­der­stand gelei­stet haben, alles Freun­de der alten Mes­se).

      Wenn man den Franz nun zu Ende denkt, kann er aus sei­ner Sicht eigent­lich gar­nicht anders als die alte Mes­se zu bekämp­fen, den die­se ist der Nähr­bo­den der die mei­sten glau­bens­treu­en zusam­men­hält. Wenn er die Kir­che zer­stö­ren will, muss er damit zwangs­läu­fig die alte Mes­se zer­stö­ren (und er hat ja auch schon mas­siv damit ange­fan­gen). Hier muss man sich auf eini­ges gefasst machen.

      Aus die­ser Sicht ist es stra­te­gisch von der FSSPX nicht klug jetzt eine Annäh­rung an Rom zu suchen, denn dann wäre sie dem Zer­stö­rungs­werk vom Franz aus­ge­lie­fert. Bes­ser wäre es doch sich von Rom erst­mal fern zu hal­ten, zuzu­se­hen wie sich dort die Welt ent­wickelt (viel­leicht dankt Franz bald ab und Kar­di­nal Bur­ke folgt ihm nach…) und dabei einen Nukle­us der glau­bens­treu­en zu bil­den. Soll­te es (Gott behü­te) unter dem Franz’schen Zer­stö­rungs­werk zu einem Schis­ma kom­men, könn­te die­ser Nukle­us den glau­bens­treu­en Teil der Katho­li­ken auf­fan­gen und die wah­re Kir­che Chri­sti bil­den.

      • Nun, dann wäre doch der ein­fach­ste Weg für ihn der­je­ni­ge, Summorum Pon­ti­fi­cum auf­zu­he­ben und die alte Mes­se aus­drück­lich zu ver­bie­ten. Aber das wäre wohl zu offen­sicht­lich. Ich fra­ge mich seit Beginn sei­nes Pon­ti­fi­ka­tes, wie­so der Hei­li­ge Geist die­ses Desa­ster auf dem Papst­thron her­bei­ge­führt hat. Ich habe nur 2 Ant­wor­ten: ent­we­der es war gar nicht der Hei­li­ge Geist (aber ist das mög­lich?) oder der Hei­li­ge Geist will ganz bewusst ein Schei­tern eines Pro­gres­si­ven Pap­stes her­bei­füh­ren, damit es anschlie­ßend lang­sam aber sicher wie­der auf­wärts gehen kann. Hat jemand hier eine ande­re Erklä­rung?

      • @Aventin
        Ich den­ke, es war sicher nicht der Hl. Geist, der F. auf dem Papst­thron sehen woll­te. Es war aber m.E. alles in der Zulas­sung Got­tes, weil das Gro­ße Fina­le ein­ge­läu­tet wird!

  4. A. Soc­ci hat sich inten­siv mit den Wider­sprüch­lich­kei­ten des Ber­go­glio Pap­stes beschäf­tigt und die­se in sei­nem Buch ‚Non è Fran­ces­co‚ zusam­men­ge­tra­gen, der in Ita­li­en ein offen­bar ein Publi­kums­ren­ner ist.
    Laut San­dro Magi­ster, der auf die­ses Buch Bezug nimmt, sagt sogar, daß die­se Wider­sprü­che gar dem Cha­rak­ter Ber­go­gli­os inne­wohn­ten.
    http://rorate-caeli.blogspot.com/2014/11/under-bergoglio-christianity-matters.html#more
    (hoch­in­ter­es­san­tes Inter­view auf rora­te­co­eli)
    Socci‚s steil­ste The­se ist, dass die Wahl von Ber­go­glio nach dem Gesetz nicht kano­nisch erfolgt sei und des­halb ungül­tig.
    Der erste Ver­stoß gegen die fest­ge­leg­te Rege­lung sei also der, dass man einen Wahl­gang annul­liert hat, der jedoch GÜLTIG war!
    Soc­ci schreibt:
    Der argen­ti­ni­che Kar­di­nal Jor­ge Mario Ber­go­glio wur­de gewählt und zwar im 5.Wahlgang, obwohl laut Jour­na­li­stin Eli­sa­bet­ta Piquè, die als Vati­ka­ni­stin der argen­ti­ni­schen Tages­zei­tung LA NATIÓN aus Rom berich­tet, es im 6. Wahl­gang geschah.

    Arti­kel 69 der apo­sto­li­schen Kon­sti­tu­ti­on UNIVERSI DOMINI GREGIS regelt das Kon­kla­ve und legt fest:
    WANN IMMER MAN BEI DER WAHL ZWEI STIMMZETTEL VORFINDET DIE SO GEBOGEN SIND, …DASS SIE VON EIN UND DEM SELBEN WÄHLER ZU SEIN SCHEINEN, WENN AUF BEIDEN DER GLEICHE NAME STEHT, GILT ES ALS EINE STIMMWAHL, WENN ABER DIE NAMEN UNTERSCHIEDLICH SIND, GILT KEINES DER NAMEN. JEDOCH WIRD DIE WAHL IN KEINEN DER BEIDEN FÄLLEN AUFGEHOBEN!
    Der erste Ver­stoß gegen die­se fest­ge­leg­te Rege­lung ist also der, dass man einen Wahl­gang annul­liert hat, der jedoch gül­tig war! Doch als rei­che dies nicht aus, folg­te ein wei­te­rer Ver­stoß… Es fand eine wei­te­re Wahl am sel­ben Tag statt, die fünf­te Wahl!
    Genau DIE WAHL AUS DER BERGOGLIO HERVORGING.
    Wobei die­sel­be apo­sto­li­sche Kon­sti­tu­ti­on vor­schreibt, dass man NUR 4 Wahl­gän­ge am Tag abhal­ten dür­fe. Zwei am Mor­gen und zwei am Nach­mit­tag.
    Arti­kel 76 der Kon­sti­tu­ti­on bestä­tigt, dass:
    WENN DIE PAPSTWAHL ANDERS STATTFINDEN SOLL UND MAN SICH NICHT AN DIE REGELUNG DIE IN DER KONSTITUTION VORGESCHRIEBEN IST HÄLT; IST DIE WAHL NULL UND NICHTIG! Und somit wird der gewähl­ten Per­son kein Recht ver­lie­hen!

    Das Papst­tum von Ber­go­glio habe es somit nie gege­ben.
    Denn der ARTIKEL 87 von UNIVERSI DOMINI GREGIS sagt aus: dass wenn es kei­ne kano­ni­sche Regel­mä­ßig­keit gibt, gab es kei­ne Wahl. So laut Anto­nio Soc­ci.

    Sei­ne Web­site heißt: http://www.antoniosocci.com.

    http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_constitutions/documents/hf_jp-ii_apc_22021996_universi-dominici-gregis_ge.html

    Dies gibt auch mäßig intel­li­gen­ten Katho­li­ken zu den­ken.

    • Es ist ein­sich­tig, daß wenn nur 4 Wahl­gän­ge an einem Tag gestat­tet sind, bei der Wahl von Herrn Ber­go­glio etwas schief gelau­fen sein muß.
      Nur fragt man sich, wer dann der wah­re Papst ist.
      Der Rück­zug von Papst Bene­dikt ist ja eben­falls mit Vor­sicht zu genie­ßen. Er ist nach außen hin zurück­ge­tre­ten und blieb doch Papst.
      Mir scheint als wäre Papst Bene­dikt wei­ter­hin Papst der wah­ren Kir­che, nur eben im Hin­ter­grund betend und wir­kend, und Papst Ber­go­glio der Papst der Anti-Kir­che, die jetzt frei­lich die Büh­ne für sich ein­ge­nom­men bzw. okku­piert hat. Nun haben sie also, was sie schon lan­ge woll­ten und kön­nen sich aus­to­ben nach Lust und Lau­ne.

      Was mir aber auf­ge­fal­len ist: seit­dem es die neu­en Gesangs­bü­cher gibt, ist noch­mals ein Pro­te­stan­ti­sie­rungs­schub evi­den­ter­ma­ßen zu bekla­gen.

    • Sie zitie­ren zwar eini­ge Abschnitt aus UDG, aber nicht die ent­schei­den­den — das ist Abschnitt 68, nicht 69 (ich zitie­re Sua­rez aus dem Papst­ge­flü­ster):

      „1) Wir haben kei­ner­lei siche­res Wis­sen aus dem Kon­kla­ve, da die­ses Wis­sen nur mit Erlaub­nis des neu­ge­wähl­ten Pap­stes zugäng­lich ist. Das ist aber nicht der Fall und daher sind alle Spe­ku­la­tio­nen EIGENTLICH müßig.
      2) Die ein­zi­gen, die ein Kla­ge­ver­fah­ren anstren­gen könn­ten, wären die wahr­be­rech­tig­ten Kar­di­nä­le. Ich sehe KEINEN EINZIGEN, der die Ungül­tig­keit der Wahl auch nur erwägt. Sie alle erken­nen damit – das ist ein RECHTSAKT – die Recht­mä­ßig­keit des Pon­ti­fi­ka­tes an.
      3) Für die Wahl des Papst gilt ein beson­de­res Gesetz, es hat den Titel “Uni­ver­si Domi­ni­ci Gre­gi­s”, wur­de von Johan­nes Paul II. erlas­sen und zwei­mal von Bene­dikt XVI. modi­fi­ziert. Soweit ich sehe, sind die­se Modi­fi­ka­tio­nen aber für die vor­lie­gen­de “Fra­ge” aber irrele­vant. Das Gesetz ist hier ein­seh­bar: http://www.vatican.va/holy_father/john_paul_ii/apost_constitutions/documents/hf_jp-ii_apc_22021996_universi-dominici-gregis_ge.html

      4) Um die Streit­fra­ge zu prä­zi­sie­ren, hier in fol­gen­der Fas­sung:
      “Im fünf­ten Wahl­gang sei­en von den 115 in der Six­ti­ni­schen Kapel­le anwe­sen­den Kar­di­nä­len 116 Stimm­zet­tel abge­ge­ben wor­den. Die Epi­so­de wur­de vom Vati­kan bis­lang nicht demen­tiert. Die anschlie­ßen­de Annul­lie­rung des Wahl­gangs sei laut Kon­klaveord­nung ungül­tig gewe­sen, behaup­tet Soc­ci. Zudem hät­ten nur vier Wahl­gän­ge pro Tag statt­fin­den dür­fen” (http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/international/Franziskus-entmachtet-US-Bischof-Raymond-Leo-Burke-article1493423.html#plx220978137)

      a) Noch vor der AUSZÄHLUNG der Ein­zel­stim­men durch Namen­vor­le­sen wird die Anzahl der Stimm­zet­tel geprüft (“68. Haben alle wahl­be­rech­tig­ten Kar­di­nä­le ihren Stimm­zet­tel in die Urne gelegt, schüt­telt der erste Wahl­hel­fer die­se mehr­mals, um die Stimm­zet­tel zu mischen; dar­auf schrei­tet der letz­te Wahl­hel­fer sogleich zur Zäh­lung der Stimm­zet­tel, indem er einen nach dem andern, allen sicht­bar, aus der Urne nimmt und sie in einen ande­ren dafür bereit­ste­hen­den lee­ren Behäl­ter legt. Wenn die Zahl der Stimm­zet­tel nicht mit der Zahl der Wäh­ler über­ein­stimmt, muß man alle Zet­tel ver­bren­nen und sogleich einen neu­en Wahl­gang begin­nen; stim­men hin­ge­gen die Zet­tel mit der Zahl der Wäh­ler über­ein, folgt die öffent­li­che Aus­zäh­lung der Stim­men, die fol­gen­der­ma­ßen vor sich geht.”).
      b) Wenn also tat­säch­lich 116 Stimm­zet­tel in der Urne waren, sind ZURECHT ALLE ZETTEL ver­brannt wor­den und man ist ZURECHT noch­mal zur STIMMABGABE geschrit­ten. Auf die Anzahl der Wahl­gän­ge (scru­ti­ni­um) hat die ungül­ti­ge Stimm­ab­ga­be (suf­fra­gia feren­da) KEINERLEI EINFLUSS. Denn zum voll­stän­di­gen Wahl­gang gehört auch das Aus­zäh­len der Ein­zel­stim­men – dazu ist es aber gar nicht gekom­men.

    • Teil II

      Etwas ein­fa­cher for­mu­liert: Der vier­te Wahl­gang hat aus zwei Stimm­ab­ga­ben (einer ungül­ti­gen und einer gül­ti­gen) bestan­den (vgl. “66. Die zwei­te Pha­se, die man als den eigent­li­chen Wahl­gang bezeich­nen kann, umfaßt: 1) das Ein­wer­fen der Stimm­zet­tel in die dafür bereit­ge­stell­te Urne; 2) das Mischen und Zäh­len der Stimm­zet­tel; 3) die öffent­li­che Aus­zäh­lung der Stimmen.”).
      c) Über­dies hat das Kar­di­nals­kol­le­gi­um durch­aus das Recht, das Papst­wahl­ge­setz zu inter­pre­tie­ren: “5. Falls Zwei­fel über die in der vor­lie­gen­den Kon­sti­tu­ti­on ent­hal­te­nen Vor­schrif­ten oder über die Art und Wei­se ihrer Durch­füh­rung auf­tre­ten soll­ten, so ver­fü­ge ich förm­lich, daß dem Kar­di­nals­kol­le­gi­um alle Voll­macht zusteht, dies­be­züg­lich ein Urteil zu fäl­len. Die­sem ertei­le ich des­we­gen die Erlaub­nis, die zwei­fel­haf­ten oder strit­ti­gen Punk­te zu inter­pre­tie­ren, wobei ich bestim­me, daß es bei den Bera­tun­gen über die­se und ande­re ähn­li­che Fra­gen, mit Aus­nah­me des Aktes der Papst­wahl sel­ber, genügt, daß die Mehr­heit der ver­sam­mel­ten Kar­di­nä­le zur glei­chen Auf­fas­sung kommt.”

      5) In aller Schär­fe und aller Deut­lich­keit muss man sagen, dass die Vor­wür­fe, Papst Fran­zis­kus sei nicht gül­tig gewählt, üble Ver­leum­dun­gen sind. Wer auch nur eini­ger­ma­ßen Ahnung von Kir­chen­recht hat, kann im Ver­fah­ren nichts, aber auch wirk­lich gar nichts Regel­wid­ri­ges erken­nen. Was Anto­nio Soc­ci da ver­brei­tet ist durch­schau­bar, zeigt, dass er von Kir­chen­recht kei­ne Ahnung hat und vor Bös­ar­tig­keit nicht zurück­schreckt.“

      • Wer­te Sarah, Ihre Aus­füh­run­gen sind sehr inter­es­sant, bedeu­ten aber natür­lich nicht, dass Soc­ci auch in den ande­ren Punk­ten falsch lie­gen muss.

      • Lie­ber Aven­tin,

        ich zitie­re Sua­rez! Und auch nur das, was er zum Unsinn der Ungül­tig­keits­vor­wür­de Soc­cis sagt.
        Gott seg­ne Sie!

  5. An den genann­ten Tat­sa­chen kann nie­mand vor­bei­se­hen. Das aber ist weit mehr als nur „Entsa­kra­li­sie­rung“. Das ist der Ein­zug des Rela­ti­vis­mus ins das Zen­trum der Kir­che, das ist die Zer­stö­rung jeg­li­cher Wahr­heit, das ist Zer­trüm­me­rung aller Fun­da­men­te der katho­li­schen Kir­che. Und Herr Berg. soll tat­säch­lich noch als Papst aner­kannt sein?

  6. @Dilexi decorem
    Sie wer­den eines Tages zur „Kir­che“ fin­den aber zur „Anti- Kir­che“, zur „Gegen-Kir­che“ sagt ein gro­ßer Bischof vor­aus: „Die vie­len Ein­wän­de mit denen die Per­so­nen im letz­ten Jahr­hun­dert die Kir­che abge­lehnt haben, wer­den Grün­de sein, wie­so sie jetzt die „Gegen-Kir­che“ akzep­tie­ren wer­den!“ Ja, immer mehr akzep­tie­ren die Leu­te, die sich zuvor gegen die Kir­che Got­tes wand­ten, auf ein mal die Kir­che und den Papst. Nicht aus Glau­ben son­dern aus Sym­pa­thie Fran­zis­kus und der neu­en Wel­le die er aus­löst gegen­über. Vie­le guten statt­des­sen gehen ver­lo­ren. Sie sind so arm dran, haben kei­nen Hir­ten denn die Hir­ten sind sel­ber Ver­rä­ter oder ein­fach blind und fei­ge… Die guten See­len sind so ver­wirrt, dass sie es mit der Kir­che ganz sein las­sen oder Sedis­va­kant wer­den. Ande­re die kurz davor waren unse­ren ortho­do­xen Glau­ben bes­ser ken­nen zu ler­nen, kom­men gar nicht so weit, lei­der und so wer­den sie von den frei­kirch­li­chen Grup­pie­run­gen gewon­nen, da sie dort mehr Eifer vor­fin­den, mehr Fröm­mig­keit, mehr Feu­er für das Evan­ge­li­um etc.… Die­se Zeit ist eine ganz schlim­me Zeit. Die Mut­ter­got­tes ist eine Art schwan­ger, ihre Babys sind die vie­len See­len die Gott ret­ten will und der Dra­che angreift weil er sie ver­schlin­gen will. Chri­stus dür­stet es nach See­len, doch auch Satan dür­stet nach See­len, nach Schmerz und Ver­nich­tung um Gott eins aus­zu­wi­schen. Beten wir und bit­ten wir Gott uns allen zu ver­ge­ben, denn es sind unse­re vie­len Sün­den die unse­rer Welt die Son­ne nimmt: Chri­stus! Ohne Chri­stus, ein kal­tes Herz, Abfall vom Glau­ben und so viel Zer­stö­rung. Bischof Sheen sag­te:
    „Satan wird eine Gegen-Kir­che vor­be­rei­ten,
    die­se wird der Nach­äf­fer der Kir­che sein,
    wie der Teu­fel der Nach­äf­fer Got­tes ist!
    Es wird alle Merk­ma­le der Kir­che haben,
    aber ver­kehrt her­um und sei­nes gött­li­chen Inhalts ent­leert.
    Es wird ein „Mysti­scher Leib“ des Anti­chri­sten sein, der mit sei­ner Äußer­lich­keit
    in all sei­nem Aus­se­hen, dem mysti­schen Leib Chri­sti ähneln wird…
    Dann wird es para­dox: die vie­len Ein­wän­de mit denen die Per­so­nen im letz­ten Jahr­hun­dert die Kir­che abge­lehnt haben, wer­den Grün­de sein, wie­so sie jetzt die
    „Gegen-Kir­che“ akzep­tie­ren wer­den.“
    Ful­ton John Sheen war ein sehr guter römisch katho­li­scher Bischof in den USA und einer der ein­fluss­reich­sten christ­li­chen US-Medi­en­per­sön­lich­kei­ten im 20. Jahr­hun­dert

  7. Ber­go­glio ist Pri­mas der Belie­big­keit. Ein selbst­ge­rech­ter Selbst­dar­stel­ler, der from­me Gläu­bi­ge in sei­nen „Per­len“ schmäh­lich belei­di­gend schel­tet und dafür das Lob der Welt erhält. Ich den­ke auch nicht, daß er eine ande­re Ideo­lo­gie als nur sei­nem eige­nen Ego des­po­tisch zu fol­gen daher kann er geschickt situa­tiv agie­ren
    Die gro­ßen Kon­tra­dik­tio­nen in denen die Kon­zils­kir­che ja pene­trant agiert wer­den mit ihm beson­ders offen­bar. Hieß es doch im neu­en Pfing­sten müs­se Kol­le­gia­li­tät herr­schen doch hat mit dem Abso­lu­ti­sten Ber­go­glio die Papo­la­trie einen Punkt erlangt bei­spiel­los in der Geschich­te.

  8. @ Schatz­grä­ber
    Sie fra­gen, wer soll tat­säch­lich noch als Papst aner­kannt sein?
    Die Fra­ge muss doch unter fol­gen­den Prä­mis­sen gese­hen wer­den.
    1. Wenn der Rück­tritt von Papst Bene­dikt XVI wirk­lich ohne Pres­sio­nen und frei­wil­lig erfolg­te, so war und ist er gül­tig. Vie­les deu­tet jedoch dar­auf hin, dass Bene­dikt durch Pres­sio­nen aus dem Amt gedrängt wur­de. Aber ein sicher Beweis für die­se Annah­me fehlt und die katho­li­sche Welt muss sei­ne Aus­sa­ge, dass er aus frei­en Stücken zurück­ge­tre­ten ist, für wahr hal­ten.
    2. Wenn die Soc­ci The­se stimmt und Fran­zis­kus nicht nach den Regeln des cano­ni­schen Rech­tes gewählt wur­de, ist sei­ne Wahl nicht gül­tig. (mit vie­len Kon­se­quen­zen). Sofern uns alles der Wahr­heit gemäß über­mit­telt wur­de, hal­te ich die Soc­ci The­se für in sich rich­tig.
    3. Alle Päp­ste sind nur Stell­ver­tre­ter und zwar des leben­den und auf­er­stan­de­nen Got­tes­soh­nes,
    Jesus Chri­stus .
    Wenn die Stel­le des Stell­ver­tre­ters vakant ist, liegt die Lei­tung der Kir­che bei unse­rem Her­ren Jesus Chri­stus, durch den Hei­li­gen Geist, der von ihm aus­geht.
    Ich fin­de in die­sem Gedan­ken gera­de in der heu­ti­gen Zeit sehr viel Trost. Die Pfor­ten der Höl­le wer­den die Kir­che mit dem Depo­si­tum fidei eben nicht über­wäl­ti­gen.

      • Und Soc­cis The­se stimmt aber doch. Außer­dem:
        1. Papst Bene­dikt XVI. muss­te zurück­tre­ten… er ist aber bis heu­te nicht frei. Er stand unter Druck und man droh­te sogar ihn noch bis zum 30 Dezem­ber 2012 umzu­brin­gen, wenn er nicht bis dahin Koope­ra­ti­on zeig­te… Der Bischof aus Paler­mo hat nicht dicht gehal­ten und nicht nur er und so kam die­se Sache in die Öffent­lich­keit… Außer­dem hat­te man Unter­schrif­ten gesam­melt von Prie­stern und Ordens­leu­ten die dem Papst zu einen Rück­tritt gezwun­gen haben! Er stand somit SEHR unter Druck.
        2. Anto­nio Soc­ci weiß ganz genau was er da schreibt und hat­te auch einen Bera­ter der sich mit Kir­chen­recht aus­kennt und Kon­takt zu eini­gen die über das Kon­kla­ve berich­ten konn­ten…
        3.Und jetzt die gro­ße Rät­sel­fra­ge an Sie lie­be Sarah, da Sie sich anschei­nend bestens mit Kir­chen­recht aus­ken­nen, was hal­ten Sie denn davon: Zum The­ma Papst­wahl­recht: Papst Paul IV. (1555–1559) hat­te in der Bul­le (Bul­le = fei­er­li­cher päpst­li­cher Erlaß) „Cum ex apo­sto­la­tus“ vom 15. Febru­ar 1559 fol­gen­des erklärt: Wenn bei einem Bischof, und sei es auch der Bischof von Rom, vor sei­ner Beru­fung bzw. Ein­set­zung bekannt gewor­den sein soll­te, daß er vom katho­li­schen Glau­ben abge­wi­chen oder in eine Häre­sie gefal­len ist, so ist sei­ne Beru­fung bzw. Ein­set­zung nich­tig, unwirk­sam und ungül­tig, und folg­lich ent­beh­ren alle sei­ne rich­ter­li­chen oder ver­wal­tungs­tech­ni­schen Akte irgend­ei­ner Auto­ri­tät. Die wei­te­re Gel­tung die­ser Bul­le “Cum ex apo­sto­la­tus offi­ci­o” Pauls IV. wur­de übri­gens durch den hei­li­gen Papst Pius V. in sei­ner eige­nen Bul­le “Mul­ti­pli­ces inter” vom 21. Dezem­ber 1567 erneu­ert und noch ein­mal aus­drück­lich bestä­tigt sowie ihre genaue­ste Beob­ach­tung
        ein­ge­schärft. Zudem wur­de der in der Bul­le for­mu­lier­te Grund­satz, daß der Papst, wenn er PERSÖNLICH IN HÄRESIE fal­le, eo ipso sei­nes Amtes ver­lu­stig sei und von der Kir­che gerich­tet wer­den kön­ne, ins Rechts­buch der Kir­che (Cor­pus juris cano­ni­ci) auf­ge­nom­men. Ich brauch Sie sicher nicht dar­an zu erin­nern, dass die­ser Papst Fran­zis­kus mehr­fach Häre­si­en aus­ge­spro­chen hat. Sei es, dass Gott NICHT KATHOLISCH ist und sei es, dass es kei­ne Objek­ti­ve Wahr­heit gibt und die Mos­lems den barm­her­zi­gen wah­ren Gott anbe­ten etc. Ver­ges­sen Sie nicht lie­be Sarah, die Kir­che gibt es nicht erst seit dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil. Also wenn schon Kir­chen­recht, dann Kir­chen­recht. Got­tes Segen

  9. Der Hl. Geist ist über­all zuge­gen. Ob Er aller­dings bei die­sen Papst­wahl en gna­den­haft anwe­send war, wage ich zu zu bezwei­feln.

  10. Teil 2.
    Aber unab­hän­gig von dem was Soc­ci schreibt, wird es die Kir­che sein die eines Tages ent­schei­den wird, was genau rich­tig und was falsch war… Ich jeden­falls bete für bei­de, für Papst Fran­zis­kus und für Papst Bene­dikt XVI. und ver­traue auf die Vor­se­hung Got­tes. Wir dür­fen uns über die Kir­che etc.Gedanken machen, das ist nicht ver­bo­ten, wir kön­nen auch dazu Soc­cis Buch lesen und das Kir­chen­recht ken­nen wie auch die Kon­zi­li­en, das ist gut, aber am Ende sind wir genau so schlau wie vor­her… Beten wir und freu­en wir uns, denn Chri­stus ist und bleibt König! Ganz egal wie sich die Din­ge legen und was noch alles her­aus­kommt. Beten wir und kämp­fen wir den guten Kampf. Lau­de­tur Jesus Chri­stus!

  11. Anto­nio Soc­ci hat hier sehr ver­dienst­voll einen sehr detail­lier­ten und sub­s­tanz­rei­chen Arti­kel geschrie­ben.
    Beson­ders getrof­fen hat mich daß er die Pre­digt v.20.12.2013 refe­riert, wo der Hl. Maria, de Mut­ter Unse­res Herrn unmög­lich­ste Sachen und plat­test-mensch­li­che Kom­men­ta­ren ggb. Gott unter­stellt wür­den.
    Der gesam­te Text dort war noch bru­ta­ler als die hier ange­ge­be­ne Zita­te;
    Hier wur­de fak­tisch das Wesen der Imma­cu­la­ta Con­cep­tio nich­tig erklärt, als von null und kei­nem Wert.
    Umso bru­ta­ler als die Com­mu­nio an jenem Tag „Ecce vir­go con­ci­piet…“ ist, ein der schön­sten und innig­sten Com­mu­nio­nes und mit direk­tem Bezug zu der Hl. Jung­frau Maria.
    Es war wider­lich erschla­gend.
    Sofort Todes­stil­le auf allen vati­kan­freund­li­chen Web­sites, tota­les Schwei­gen; erst eine Woche spä­ter wur­de dann im Domus St.Martae aus hei­te­rem Him­mel freund­li­ches über die Got­tes­mut­ter Maria gesagt.
    Man hat also knapp eine Woche gebraucht um die­se ekla­tan­te Belei­di­gung der Mut­ter Unse­res Herrn zu sehen, zu erken­nen und dann trö­delnd und beschö­ni­gend ein biss­chen gut­zu­ma­chen.
    Nur bei weni­gen Tap­fe­ren war ein kri­ti­sches Wort oder auch nur die Zitie­rung die­ses Schunds zu hören.

    Das ist nicht ver­wir­rend, das ist zutiefst ver­let­zend für unse­ren Herrn Jesus Chri­stus und für Sei­ne Hl. Kir­che; es zeigt ein­drucks­voll was von dem Dog­ma der Con­cep­tio Imma­cu­la­ta gehal­ten wird, und damit ver­bun­den, was auch von den dazu ste­hen­den treu­en Gläu­bi­gen gedacht wird.
    Es grenz­te an Blas­phe­mie.

  12. Ich möch­te noch ein­mal zu beden­ken geben, dass man den „Fel­sen“ als Amt schon ernst­neh­men muss. Der „Fels“ hängt sehr wohl im Wort Jesu an Petrus damit zusam­men, dass die Kir­che fest­ge­grün­det ist auf Jesus und dies durch einen „Stell­ver­tre­ter“ auch sicht­bar gemacht wird.

    Wenn aber die­ser Fel­sen-Stell­ver­tre­ter es nicht mehr schafft, den Fel­sen Jesu sicht­bar zu machen, was folgt dar­aus?

    Wir haben uns ange­wöhnt, den Papst von allem frei­zu­spre­chen und die Schuld bei allem und jedem, nur nicht bei ihm zu sehen.

    Wenn aber die katho­li­sche Hier­ar­chie wirk­lich gilt, dann ist es immer zwin­gend das Ver­sa­gen eines Pap­stes, wenn der Fels zu wan­ken scheint, wenn z.B. „der Rauch Satans“ unter sei­ner Herr­schaft ein­drin­gen kann — allei­ne die­ser Satz Pauls VI. ist ein Offen­ba­rungs­eid!
    Er hät­te der Fels sein sol­len vor der Welt, und er hat die Lit­ur­gie und vie­les mehr zer­stört.

    Es muss aber schon viel frü­her ange­fan­gen haben — wie gesagt: wenn die Got­tes­mut­ter bereits 1846 (!) Pius IX. mah­nen muss, wenn auch spä­ter in der Fati­ma-Ange­le­gen­heit (1929) der Unge­hor­sam des Pap­stes als Aus­gangs­punkt des Unter­gangs der sicht­ba­ren Kir­che in Aus­sicht gestellt wird (also das galt Pius XI. und Pius XII.), dann kann uns auf­stei­gen, dass das Pro­blem der letz­ten 200 Jah­re in der Kir­che nicht zuletzt die Päp­ste selbst waren.

    Wenn man anfängt, die Papst­ge­schich­te von daher zu lesen, sieht sich man­ches plötz­lich anders an. Ich fin­de, dass Leo XIII. mit sei­nem Gebet um Schutz durch den Erz­engel Micha­el tat­säch­lich ein­sam her­aus­ragt: Er hat damit Demut und eine sen­si­bles Bewusst­sein für das eige­ne Unver­mö­gen in der Stun­de höch­ster Gefahr aus­ge­drückt, eine Hal­tung, die die ande­ren Päp­ste nicht hat­ten, wie es scheint (man mag mich korr­gie­ren — aber bit­te nur mit Quel­len und Argu­men­ten). Sie alle setz­ten auf Struk­tu­ren, Kon­trol­le und Machtausübung…und schei­ter­ten. Es gibt auch zu den­ken, dass das Vati­ca­num I förm­lich …ja: von Gott? … abge­würgt wur­de. Er selbst unter­brach es. Auch das ist merk­wür­dig.

    Viel­leicht ist unse­re gewohn­te Les­art ein­fach falsch und ver­fehlt die wesent­li­che Bot­schaft.
    Ber­go­glio ist aber in jedem Fall nur der wüsten­haf­te End­zu­stand eines 200 Jah­re wäh­ren­den Zer­mah­lungs­pro­zes­ses.

  13. Ich hal­te alles, was Sie schrei­ben @Chiara für plau­si­bel und rich­tig.
    Ich wür­de mei­ner­seits noch ergän­zen: ich hal­te den Blitz­ein­schlag in die Kup­pel des Peters­doms am Abend des 11.02.2013 für ein gött­li­ches Zei­chen. Papst Bene­dikt und schon sein hei­li­ger Vor­gän­ger Papst Johan­nes Paul II. haben alles getan, um die katho­li­sche Chri­sten­heit auf die rich­ti­gen Wege zu len­ken und lei­ten. Es gab aber vie­le, die im Unter­grund gegen die Kir­che gewühlt hat­ten- und nun beka­men, was sie woll­ten.
    Papst Bene­dikt war mit all sei­nem Tun, Reden und Han­deln am Ende der Fah­nen­stan­ge ange­kom­men- mehr ging nicht mehr und mehr Unge­hor­sam und Bös­wil­lig­keit und per­sön­li­che Angriffe/Hetztiraden sind/waren nicht mehr vor­stell­bar.

    Bekannt­lich leben wir in einer Art End­zeit, wenn man z.Bsp. die Vor­aus­sa­gen des hl. Mala­chi­as betrach­tet. Nichts wis­sen wir. Wir wis­sen nicht, was die Plä­ne Got­tes sind. Vie­les ist mög­lich und denk­bar. Viel­leicht spielt die­ser Papst Ber­go­glio nur sei­ne Rol­le, weil er sie gewis­ser­ma­ßen zu spie­len hat; irgend­wie. Mög­lich ist, weil er sich mit Vor­lie­be Bischof von Rom nennt, daß der Papst in Zukunft gar nicht mehr Bischof von Rom ist, son­dern in einer ande­ren Stadt, einem ande­ren Land sei­nen Sitz hat. Denn es steht nir­gend­wo geschrie­ben, daß Rom für alle Ewig­keit Sitz des Pap­stes wäre. Der Westen, Euro­pa hat es ver­geigt. War­um soll­te der Papst in Zukunft nicht auf dem Gebiet eines gläu­bi­gen Vol­kes „resi­die­ren“? Es muß nicht sein, daß der Papst in einem weit­ge­hend ungläu­bi­gen und anti-gläu­bi­gen Kon­ti­nent wohnt.

    • @Franzel, aber ver­ges­sen wir nicht, dass die Hl.Katharina von Sie­na sich so sehr bemüht hat, dass der Papst nach Rom zurück­kehrt. ROM gilt doch als hei­li­ge Stadt, als Zen­trum unse­rer Kir­che. Oder bes­ser gesagt: die Kir­che als Zen­trum Roms und von Rom aus aus­strah­lend in der gan­zen wei­ten Welt. Rom ist nicht nur hei­li­ge Stät­te, so vie­ler Hei­li­ger die ihr Blut ver­gos­sen haben und beson­ders die unse­rer hei­li­gen Apo­stel­für­sten son­dern war die Haupt­stadt an der es Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel (damals hat­te es die Bedeu­tung fast wie Inter­net­zu­gang) gab und der hl.Apostel Pau­lus wuss­te, dass wenn er in Rom ankommt, das Evan­ge­li­um von dort aus die Mas­sen errei­chen wür­de und auf der gan­zen Welt bekannt wer­den wür­de. Kann mir aber jemand zei­gen wo geschrie­ben steht, dass Rom für immer DIE Stadt des Herrn und der Kir­che sein wird in der ein Papst lebt und von dort aus die Kir­che geführt wird? Es tut mir Leid, aber ich wer­de da nicht schlau. Dog­ma­tisch ist das wohl so nicht ver­fasst wor­den, oder wo fin­de ich Aus­kunft dar­über? Es heißt jeden­falls, bei einer wah­ren Erschei­nung der Mut­ter­got­tes, und zwar der Mut­ter­got­tes in Fati­ma wur­de uns gesagt, dass in PORTUGAL der Glau­be bewahrt wer­den wür­de. Die Mut­ter­got­tes aber auch ande­re Hl.Mystiker sahen vor­aus, dass Rom den Glau­ben ver­lie­ren wür­de und Sitz des Anti­chri­sten wer­den wür­de, jedoch wür­de Por­tu­gal den Glau­ben bewah­ren und Glau­be ist auch gleich­zu­set­zen mit Kir­che. Viel­leicht wird eines Tages die rei­ne Kir­che Got­tes, oder: die Gemein­schaft der Katho­li­ken, sagen wir mal so, und ein wei­te­rer Hei­li­ger Sitz in Por­tu­gal sein? Dann gibt es noch die Sache: die Kir­che ist vor allem wo der Papst ist, das dür­fen wir auch nicht ver­ges­sen… Alles ein­we­nig ver­wir­rend. Vor allem gab es in der Kir­chen­ge­schich­te Zei­ten da wuss­ten die Leu­te gar nicht wer der rich­ti­ge Papst ist, da es drei Män­ner gab die dies von sich behaup­te­ten… War nicht des­we­gen der recht­mä­ßi­ge Papst nicht ein mal nach Frank­reich gezo­gen, bis dann der Herr ihm die Hl. Katha­ri­na von Sie­na sand­te und ihn zurück nach Rom bestell­te. Rom ist Hei­lig. Jeden­falls inter­es­siert es mich wo geschrie­ben steht, dass die Kir­che nicht unbe­dingt an die Stadt ROM gebun­den ist. Papst Bene­dikt XVI. hat aber auch mal gesagt, die Kir­che habe sich geo­gra­fisch woan­ders hin fort­be­wegt. Auch inter­es­sant. Got­tes Segen

  14. Rom ist das Zen­trum mit dem Pri­mat des Pap­stes, also des Bischofs von Rom dem alle Gewalt gege­ben ist… Die Ortho­do­xen neh­men das aber z.B nicht an, sie sehen Rom nicht als Zen­trum und den Papst auch nicht als Haupt der Kir­che der Chri­stus dar­stellt und auch des­we­gen ver­bin­den sie sich nicht mit uns. Aber es kann durch­aus vor­kom­men, dass man mal auf­grund der Ver­fol­gung und sei es Intern der Kir­che selbst, also in Rom sel­ber (es wird ja den Glau­ben ver­lie­ren! Bzw.hat es schon.) eine Zeit­lang außer­halb die­ser Stadt resi­diert… und sich als Kir­che Got­tes geo­gra­fisch nicht in der Stadt Rom befin­det son­dern in der Wüste. Wir kön­nen nur beten.

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