Predigt von Kardinal Burke in der Wiener Karlskirche

Pontifikalamt von Kardinal Burke, Wien, Karlskirche, 4.11.2014
Pon­ti­fi­kal­amt von Kar­di­nal Bur­ke, Wien, Karls­kir­che, 4.11.2014

(Wien) Am ver­gan­ge­nen 4. Novem­ber zele­brier­te Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke in der Wie­ner Karls­kir­che am Gedenk­tag des Kir­chen­pa­trons, des Hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us ein Pon­ti­fi­kal­amt im über­lie­fer­ten Ritus. Ein­ge­la­den hat­te der Ver­ein Una Voce Austria, der nun die Pre­digt des Kar­di­nals auf sei­ner Inter­net­sei­te ver­öf­fent­lich­te und Katholisches.info zur Wei­ter­ver­öf­fent­li­chung zur Ver­fü­gung stell­te. Das Pon­ti­fi­kal­amt war ein denk­wür­di­ges Ereig­nis. Die Pre­digt ist ein pro­gramm­ti­scher Grad­mes­ser zur Lage der Kir­che heu­te und für Auf­trag und Beru­fung des Chri­sten in unse­rer Zeit. Wei­te­res Bild­ma­te­ri­al fin­det sich auf der Sei­te von Una Voce Austria.

Der Wien-Besuch von Kar­di­nal Bur­ke war über­schat­tet von den Ereig­nis­sen rund um die Bischofs­syn­ode in Rom über die Fami­lie. Weni­ge Tage spä­ter wur­de der ame­ri­ka­ni­sche Pur­pur­trä­ger von Papst Fran­zi­kus in einer Straf­ak­ti­on aus der Römi­schen Kurie ent­fernt und auf den Ehren­po­sten eines Kar­di­nal­pa­trons des Mal­te­ser­or­dens abge­scho­ben.

In Wien unter­sag­te der Abt des Augu­sti­ner-Chor­her­ren­stif­tes Klo­ster­neu­burg die Zele­bra­ti­on einer Votiv­mes­se im über­lie­fer­ten Ritus zur Ehren der Apo­stel Petrus und Pau­lus in der Pfarr­kir­che St. Leo­pold von Wien-Donau­feld. Die Pfar­rei, die dem Stift inkor­po­riert ist, hat­te Kar­di­nal Bur­ke dazu ein­ge­la­den.

 

FEST DES HEILIGEN KARL BORROMÄUS, BISCHOF UND BEKENNER

Karls­kir­che, Wien
4. Novem­ber 2014

Eph 3, 8–12
Mt 25, 14–23

HOMILIE

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Gelobt sei Jesus Chri­stus:
In Ewig­keit. Amen!

Es ist für mich eine Quel­le beson­de­rer Freu­de, das hei­li­ge Mess­op­fer am Fest­tag des hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us in die­ser über­wäl­ti­gen­den Kir­che dar­zu­brin­gen, die unse­rem Erlö­ser und sei­nem bei­spiel­haf­ten Hohe­prie­ster, dem hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us, geweiht ist.

Predigt von Kardinal Burke
Pre­digt von Kar­di­nal Bur­ke

Die außer­ge­wöhn­li­che Schön­heit die­ser Kir­che spie­gelt die noch grö­ße­re außer­ge­wöhn­li­che Hei­lig­keit des Lebens des hei­li­gen Karl wider, des heroi­schen Hir­ten, der die Voll­endung des außer­ge­wöhn­li­chen Werks des Kon­zils von Tri­ent sowie die Umset­zung sei­ner Leh­re und sei­ner Dis­zi­plin für die Ret­tung zahl­lo­ser See­len betrie­ben hat. Das Kir­chen­ge­bäu­de selbst wie sei­ne künst­le­ri­sche Aus­ge­stal­tung inspi­rie­ren uns, das Leben des hei­li­gen Karl tie­fer zu betrach­ten sowie danach zu stre­ben, sei­ne heroi­sche Hei­lig­keit unter den Bedin­gun­gen unse­res täg­li­chen Lebens nach­zu­ah­men, allem vor­an indem wir Gott unse­re Ver­eh­rung „im Geist und in der Wahr­heit“ ((Joh 4, 24)) dar­brin­gen.

Die Dar­brin­gung des hei­li­gen Mess­op­fers ist der erha­ben­ste Aus­druck des Lebens in Chri­stus, das wir mit dem hei­li­gen Karl und allen Hei­li­gen tei­len dür­fen. Im eucha­ri­sti­schen Opfer, steigt Chri­stus, der in der Herr­lich­keit zur Rech­ten des Vaters thront, von neu­em auf die Altä­re unse­rer Kir­chen und Kapel­len her­ab, um sein Opfer von Gol­go­ta wie­der­um gegen­wär­tig zu set­zen. Indem er unter uns weilt, gießt er von sei­nem glor­rei­chen durch­bohr­ten Her­zen die sie­ben Gaben des Hei­li­gen Gei­stes über uns aus, um uns zu jedem Gedan­ken, jedem Wort und jeder Tat, die fromm und hei­lig sind, anzu­lei­ten und uns dar­in zu bestär­ken.

Wenn wir nun das Leben des hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us im Zusam­men­hang mit dem eucha­ri­sti­schen Opfer betrach­ten, wol­len wir uns beson­ders dem Lob des Hohe­prie­sters, wie wir es im Buch Jesus Sirach fin­den, zuwen­den. Die­ser hei­li­ge Text sagt uns: „Nie­mand ist ihm gleich an Herr­lich­keit; er hat das Gesetz des Aller­höch­sten gehal­ten.“ ((Sir 44, 19)) Die Grö­ße des Hohe­prie­sters hängt von der Auf­merk­sam­keit ab, die er jenem Gesetz schenkt, das ins Herz eines jeden Men­schen geschrie­ben ist und wel­ches uns, erklärt und erleuch­tet durch das inspi­rier­te Wort Chri­sti, von der Kir­che vor­ge­legt wird.

Karlskirche WienWäh­rend die erha­ben­sten Tätig­kei­ten des Hohe­prie­sters in der Leh­re der Glau­bens­ge­heim­nis­se und in ihrer Gegen­wär­tig­set­zung in den Sakra­men­ten, allen vor­an der Dar­brin­gung der hei­li­gen Mes­se besteht, so ist er der Erste, der dazu bestimmt ist, die­se hei­li­gen Hand­lun­gen durch die Ord­nung sei­nes eige­nen Lebens, in Über­ein­stim­mung mit dem gött­li­chen Gesetz, zu voll­zie­hen. Der hei­li­ge Karl Bor­ro­mä­us hat ver­stan­den, dass Leh­re und Dis­zi­plin der Kir­che die uner­setz­ba­ren Bedin­gun­gen für die Begeg­nung mit Chri­stus sind sowie die täg­li­che Umkehr unse­res Lebens zu Chri­stus, indem wir ihm nach­fol­gen auf dem ein­zi­gen Weg, der zum ewi­gen Leben führt: dem Kreuz­weg. ((Cf. Mt 16, 24)) Des­halb konn­te er sich so hero­isch um einen guten Abschluss des Kon­zils von Tri­ent und eben­so nach des­sen Ende um die Umset­zung sei­ner Beschlüs­se in der sei­ner prie­ster­li­chen Sor­ge zunächst in Rom, dann in Mai­land anver­trau­ten Her­de bemü­hen.

Dem hei­li­gen Karl war bewusst, dass die Gna­de der hei­li­gen Wei­hen, die ihm in jun­gen Jah­ren gespen­det wor­den waren, ihn und sei­ne per­sön­li­chen Gaben umge­stal­tet hat­te, sodass er in der Erfül­lung sei­ner hohe­prie­ster­li­chen Auf­ga­ben völ­lig Chri­stus gehör­te. Mit einem sol­chen Geschenk der Gna­de aus­ge­stat­tet zu sein, ver­lang­te, dass der hei­li­ge Karl selbst gegen­über dem klein­sten Detail sei­nes prie­ster­li­che n Dien­stes auf­merk­sam war, sodass er ein treu­er, groß­zü­gi­ger und rei­ner Arzt der See­len sein konn­te. Er hat zu gut jene tie­fe Bedeu­tung des Gleich­nis­ses von den Talen­ten ver­stan­den, in dem unser Herr uns lehrt, die uns anver­trau­ten Talen­te – sei­en es fünf, zwei oder eines – auf­merk­sam im Dienst für den Mei­ster zu nut­zen. Sol­che lie­ben­de Auf­merk­sam­keit, selbst gegen­über den klein­sten Din­gen, ist auch unser Weg zu Freu­de und Frie­de, in unse­rem gegen­wär­ti­gen Leben wie im zukünf­ti­gen. So dür­fen auch wir die Wor­te des Mei­sters an sei­nen Die­ner ver­ste­hen: „Du hast wohl­ge­tan, guter und treu­er Knecht; weil du im Klei­nen treu gewe­sen bist, wer­de ich dir auch Gro­ßes anver­trau­en: Geh ein in die Freu­de dei­nes Herrn.“ ((Mt 25, 21))

Dom Pro­sper Guer­an­ger beschreibt die frü­he Beru­fung des hei­li­gen Karl, sei­nem Onkel, Papst Pius IV., im Werk an der Reform der Kir­che ange­sichts des gewalt­tä­ti­gen Umbruchs der pro­te­stan­ti­schen Revo­lu­ti­on bei­zu­ste­hen, fol­gen­der­ma­ßen:

Karl hat nicht gezö­gert. Der Glau­be, der ihm die feh­len­de Erfah­rung ersetz­te, eröff­ne­te ihm die Ein­sicht, dass Rom sich zuerst dem Fluss der Irr­tü­mer, die droh­ten, die gan­ze Welt zu über­flu­ten, ent­ge­gen­stel­len muss­te als ein Damm der unge­teil­ten Wahr­heit, deren Hüter es ist. ((“Charles n’hésita pas. Appelant la foi au secours de son inex­pé­ri­ence, il com­prit qu’au délu­ge d’erreurs sous lequel le mon­de mena­çait de périr, Rome se devait avant tout d’opposer com­me digue l’intégrale vérité dont elle est la gar­di­en­ne; …“. Pro­sper Gué­ran­ger, L’Année Lit­ur­gi­que, Le Temps aprà¨s la Pentecà´te, Tome VI, 11à¨me éd. (Tours: Mai­son Alfred Mame et Fils, 1925, S. 210. Eng­lish trans­la­ti­on: Pro­sper Gué­ran­ger, The Lit­ur­gi­cal Year, Time after Pen­te­cost, Book VI, tr. The Bene­dic­ti­nes of Stan­brook Abbey (Fitz­wil­liam, NH: Lore­to Publi­ca­ti­ons, 2000), S. 167.))

Der hei­li­ge Karl wid­me­te sich so der kirch­li­chen Dis­zi­plin, damit die Gläu­bi­gen, allen vor­an er selbst, sich mit Bestimmt­heit die Fül­le des Lebens in Chri­stus, in der Leh­re des Glau­bens, der gött­li­chen Lit­ur­gie und der Übung der Tugen­den aneig­ne­ten.

Den Dienst des hei­li­gen Karl für Pius IV. im Hin­blick auf die vom Kon­zil von Tri­ent gefor­der­ten Refor­men beschreibt Dom Guer­an­ger:

Er ließ die lit­ur­gi­schen Bücher revi­die­ren und den römi­schen Kate­chis­mus zusam­men­stel­len. Allem vor­an aber war er selbst in allen Din­gen das Bei­spiel der erneu­er­ten Dis­zi­plin, und erwarb sich so das Recht, sei­nen Eifer für oder gegen ande­re zu rich­ten. Die Stadt Rom wur­de durch sei­ne Initia­ti­ve einer heil­brin­gen­den Reform, das erste her­vor­ra­gen­de Bei­spiel. ((“La revi­si­on des liv­res lit­ur­gi­ques, la réd­ac­tion du Caté­chis­me romain l’eurent pour pro­mo­teur. Avant tout, et sur tou­tes cho­ses, il fut l’exemplaire vivant de la disci­pli­ne renou­velée, acqué­rant a insi le droit de s’en mon­trer envers et cont­re tous l’infatigable zéla­teur. Rome, initiée par lui à  la réfor­me salu­t­aire o๠il con­ve­nait quélle précédà¢t l’armée entià¨re des chré­ti­ens, se trans­for­ma en quel­ques mois.“ Ibid., S. 213. Eng­lish trans­la­ti­on: Ibid., S. 169.))

Nach­dem er sei­ne Auf­ga­be in Rom voll­endet hat­te, nahm er die Reform der Kir­che in der Erz­diö­ze­se Mai­land auf sich, deren Erz­bi­schof er gewor­den war. Uner­müd­lich über­blick­te er jedes Detail des kirch­li­chen Lebens in Über­ein­stim­mung mit den Bestim­mun­gen des Kon­zils von Tri­ent.

a8c20f19d1Indem wir heu­te die hei­li­ge Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus zele­brie­ren, fällt unser Blick von selbst auf die Wei­se, wie der hei­li­ge Karl mit größ­ter Ener­gie dar­um bemüht war, die unver­gleich­li­che Schön­heit des Ritus der hei­li­gen Mes­se nach dem Wil­len des Kon­zils von Tri­ent zu bewah­ren. Der hei­li­ge Karl hat nicht nur ver­stan­den, dass die auf­merk­sa­me Sor­ge um die Dis­zi­plin des Lebens die Grund­la­ge der wah­ren Got­tes­ver­eh­rung ist, son­dern erblick­te zugleich, wie sich die eigen­tüm­li­che Schön­heit des Ritus der hei­li­gen Mes­se in der Schön­heit eines tugend­sa­men Lebens, eines Lebens rei­ner und selbst­lo­ser Lie­be Got­tes wie des Näch­sten wider­spie­gelt. In die­ser Hin­sicht gab der Hei­li­ge den Gläu­bi­gen detail­lier­te Anwei­sun­gen dar­über, wie die Kir­chen­ge­bäu­de aus­ge­stat­tet sein soll­ten, damit die reli­giö­se Kunst und Archi­tek­tur dem Geheim­nis des Glau­bens die­ne. ((Caro­lus Bor­ro­meo, Inst­ruc­tion­um Fabri­cae et Supel­lec­ti­lis Eccle­si­asti­cae, Liber II, ed. Mas­si­mo Mari­nel­li (Città  del Vati­ca­no: Libre­ria Edit­ri­ce Vati­ca­na, 2000).)) Man den­ke nur an die wun­der­ba­re Ent­wick­lung, die den Taber­na­kel ins Zen­trum des Chor­rau­mes ver­legt und die auf unse­ren Hei­li­gen zurück­geht. ((Ibid., S. 37–38.))

In die­sen Tagen, in denen es in der Welt wie in der Kir­che zu star­ken Ver­wer­fun­gen kommt, wol­len wir es des­halb nicht ver­säu­men, um die Für­bit­te des hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us für unse­re Bischö­fe zu beten, damit sie durch die Befol­gung des „Geset­zes des Aller­höch­sten“ und durch ihre treue Auf­merk­sam­keit selbst für die gering­sten Details in der Sor­ge an ihrer Her­de vie­le See­len zum ewi­gen Lebe füh­ren. In beson­de­rer Wei­se wol­len wir auch dar­um beten, dass ihr Augen­merk sich der hei­li­gen Lit­ur­gie zuwen­de und die­se für sie selbst und für alle ihrer geist­li­chen Betreu­ung Anver­trau­ten der Ursprung rei­ner und selbst­lo­ser Lie­be zu Gott und dem Näch­sten wird. Der hei­li­ge Karl Bor­ro­mä­us bit­te für uns alle, damit wir durch die Aneig­nung der gesun­den katho­li­schen Leh­re und Dis­zi­plin in der Ähn­lich­keit mit Chri­stus vor­an­schrei­ten.

Der hei­li­ge Papst Johan­nes Paul II. hat uns in Über­ein­stim­mung mit dem hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us, sei­nem eige­nen Namens­pa­tron, dar­an erin­nert, dass wir ange­sichts der gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit uns nicht selbst oder die Welt ret­ten kön­nen, indem wir „irgend­ei­ne magi­sche For­mel“ fin­den oder indem wir „ein neu­es Pro­gramm erfin­den.“ ((“for­mu­lam veluti «magi­cam» … exco­gi­tan­do «novo con­si­lio». Ioan­nes Pau­lus PP. II, Epi­stu­la Apo­sto­li­ca Novo Mill­en­nio Ine­un­te, “Magni Iubi­la­ei anni MM sub exitum,“ 6 Ianu­ar­ii 2001, Acta Apo­sto­li­cae Sedis 93 (2001), 285, Nr. 29. Eng­lish trans­la­ti­on: Pope John Paul II, Apo­sto­lic Let­ter Novo Mill­en­nio Ine­un­te, “At the Clo­se of the Gre­at Jubi­lee of the Year 2000,“ 6 Janu­a­ry 2001, Bos­ton: Pau­li­ne Books & Media, 2001, S. 39, Nr. 29.)) In unmiss ver­ständ­li­cher Wei­se hat er erklärt:

Nein, wir wer­den nicht durch eine For­mel geret­tet, son­dern von einer Per­son und durch die Ver­hei­ßung, die die­se uns gibt: Ich bin bei euch. ((“Nullo modo: ser­va­bit nos nul­la for­mu­la, ver­um Per­so­na una atque cer­ti­tu­do illa quam nobis Ipsa infun­dit: Ego vobis­cum sum!“ Ibid., 285, Nr. 29. Eng­lish trans­la­ti­on: Ibid., S. 39, Nr. 29.))

Die­ser hei­li­ge Papst hat uns dar­an erin­nert, dass das Pro­gramm, durch das wir die gro­ßen geist­li­chen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit wirk­sam ange­hen kön­nen, am Ende Jesus Chri­stus selbst ist, der für uns in sei­ner Kir­che lebt. Der Papst erklär­te wei­ter:

Das Pro­gramm liegt schon vor: Seit jeher besteht es, zusam­men­ge­stellt vom Evan­ge­li­um und von der leben­di­gen Tra­di­ti­on. Es fin­det letzt­lich in Chri­stus selbst sei­ne Mit­te. Ihn gilt es ken­nen­zu­ler­nen, zu lie­ben und nach­zu­ah­men, um in ihm das Leben des drei­fal­ti­gen Got­tes zu leben und mit ihm der Geschich­te eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himm­li­schen Jeru­sa­lem erfüllt. Das Pro­gramm ändert sich nicht mit dem Wech­sel der Zei­ten und Kul­tu­ren, auch wenn es für einen ech­ten Dia­log und eine wirk­sa­me Kom­mu­ni­ka­ti­on die Zeit und die Kul­tur berück­sich­tigt. ((“Iam enim prae­sto est con­si­li­um seu «pro­gram­ma»: illud nem­pe quod de Evan­ge­lio deri­vatur sem­per vivaque Tra­di­tio­ne. Tan­dem in Chri­sto ipso depre­hen­ditur istud, qui sane cogno­s­cen­dus est, dili­gen­dus atque imitan­dus, ut vita in eo tri­ni­ta­ria duca­tur et cum eo histo­ria ipsa trans­fi­gu­retur ad suam usque in Hie­ros­oly­mis cae­le­sti­bus con­sum­ma­tio­nem. Insti­tutum enim hoc, vari­an­ti­bus qui­dem tem­po­ri­bus ipsis atque cul­tu­rae for­mis non muta­tur quam­vis ratio­nem qui­dem habeat tem­po­ris et cul­tu­rae, ut ver­um insti­tuat diver­bi­um effi­cacem­que com­mu­ni­ca­tio­nem.“ Ibid., 285–286, Nr. 29. Eng­lish trans­la­ti­on: Ibid., S. 39–40, Nr. 29.))

Kurz gesagt, das Pro­gramm, das uns zur Frei­heit und zum Glück führt, ist für einen jeden von uns die Hei­lig­keit des Lebens in Über­ein­stim­mung mit dem Lebens­stand. Möge der hei­li­ge Karl Bor­ro­mä­us unser gro­ßer Leh­rer und Für­spre­cher dar­in sein, unse­rer Beru­fung zur Hei­lig­keit immer voll­kom­me­ner zu ent­spre­chen. Erhe­ben wir also nun unse­re Her­zen, ver­eint mit dem unbe­fleck­ten Her­zen der Got­tes­mut­ter, zum glor­rei­chen durch­bohr­ten Her­zen Jesu, das für uns im eucha­ri­sti­schen Opfer offen­steht. Erhe­ben wir zum Her­zen Jesu die Inten­tio­nen der Kir­che in unse­ren Tagen, allem vor­an die Absicht der treu­en Anhäng­lich­keit an Leh­re und Dis­zi­plin, selbst in den klein­sten Din­gen. Im eucha­ri­sti­schen Her­zen Jesu wer­den unse­re Her­zen gleich dem Her­zen des hei­li­gen Karl von der Sün­de geheilt und in der Ver­eh­rung der Dis­zi­plin ent­flammt, durch wel­che wir täg­lich in der Lie­be zu Gott und zu unse­rem Näch­sten wach­sen.

Herz Jesu, Heil aller, die in dich ver­trau­en, erbar­me dich unser!
O Maria, ohne Sün­de emp­fan­gen, bit­te für uns, die wir unse­re Zuflucht zu dir neh­men!
Hei­li­ger Karl Bor­ro­mä­us, Bischof und Beken­ner, bit­te für uns!

Ray­mond Leo Car­di­nal BURKE

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Bil­der: Una Voce Austria




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35 Kommentare

  1. Wie kann man P. Johan­nes Paul II. und Kar­di­nal Karl Bor­ro­mä­us in einem Atem­zug nen­nen? Karl Bor­ro­mä­us ist ein Hei­li­ger!!

    • Wie nicht @Cornelius?
      Papst Johan­nes Paul II. nicht als Hei­li­gen zu ehren ist ent­we­der völ­li­ge Blind­heit oder Bos­heit oder bei­des zusam­men.

      • @Franzel
        Papst Joh. Paul II. hat Häre­si­en ver­brei­tet, das ist ein unbstreit­ba­rer Fakt!!!
        Des­halb kann er kein Hei­li­ger sein!

    • @Cornelius: wenn Sie sich, und dies ist offen­kun­dig der Fall, wei­gern, JP II als kano­ni­schen Hei­li­gen anzu­er­ken­nen, dann sind Sie nicht mehr katho­lisch, son­dern latae sen­ten­tiae exkom­mu­ni­ziert. Das wis­sen Sie sel­ber sicher­lich sehr gut.

  2. Herz­li­chen Dank an die Redak­ti­on für die Ver­öf­fent­li­chung die­ser her­aus­ra­gen­den Pre­digt.
    Viel­leicht braucht Kar­di­nal Bur­ke nach den letz­ten Kämp­fen eine Zeit der Ruhe, der Besin­nung, der Stil­le. Doch dann hof­fe ich, dass wir sei­ne Stim­me wie­der hören. Hin und wie­der, wenig­stens.

    Das ist die Pre­digt eines Kar­di­nals der römisch-katho­li­schen Kir­che, der über das Zen­trum des katho­li­schen Glau­bens pre­digt, der anschei­nend mühe­los das Kon­zil von Tri­ent in die heu­ti­ge Zeit über­trägt und frucht­bar macht. An der Gestalt und dem Wir­ken des hl. Karl Bor­ro­mä­us.

    Einen ande­ren Weg aus der bedroh­li­chen Glau­bens- und Kir­chen­kri­se ver­mag ich nicht zu erken­nen, den Ray­mond Kar­di­nal Bur­ke weist.

    Einen Wunsch möch­te ich noch äußern: Mögen sich vie­le Prie­ster der Tra­di­ti­on die­se Pre­digt zum Vor­bild neh­men. Es gibt Glau­bens­wahr­hei­ten, die kann man nicht oft genug aus­spre­chen.

  3. Irgend­wie habe ich bei die­ser Pre­digt Bauch­weh, weil sie in sich nicht stim­mig ist.

    Der erste Teil mit dem kur­zen Abriss über den Hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us stellt uns einen eifern­den Refor­mer vor Augen. Aber wie „tickt“ die­ser Refor­mer?
    „Der hei­li­ge Karl Bor­ro­mä­us hat ver­stan­den, dass Leh­re und Dis­zi­plin der Kir­che die uner­setz­ba­ren Bedin­gun­gen für die Begeg­nung mit Chri­stus sind.“
    Dis­zi­plin, Leh­re, klingt unvor­ein­ge­nom­men so, als gäbe es ein Ent­we­der-Oder, als sei es eben nicht alles offen oder histo­risch, was „Leh­re und Dis­zi­plin“ ist.
    Vor allem: wer so for­mu­liert geht wohl kaum davon aus, dass das, was gestern gelehrt wur­de und was gestern an Dis­zi­plin „destil­liert“ wur­de, heu­te ver­nach­läs­sig­bar sei.
    Soweit so gut.
    Doch dann kommt der Schwenk zu JP II, der die­ses alles aber weder als „magi­sche For­mel“ (was meint er damit eigent­lich?) noch als „neu­es Pro­gramm“ ver­stan­den wis­sen will.
    Ah ja, durch­fährt es mich.
    Was denn aber dann?
    Meint er mit „magi­scher For­mel“ das scho­la­sti­sche Begrfiffs­ver­ständ­nis?
    Und wie­so setzt JPII sich von „neu­en Pro­gram­men“ ab, wo er doch spä­ter selbst — ein­ge­bet­tet in schein­bar tra­di­tio­nell klin­gen­de Sät­ze ein­ge­bet­tet — sagt:
    „Ihn (Jesus) gilt es ken­nen­zu­ler­nen, zu lie­ben und nach­zu­ah­men, um in ihm das Leben des drei­fal­ti­gen Got­tes zu leben und mit ihm der Geschich­te eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himm­li­schen Jeru­sa­lem erfüllt.“
    Ich schlucke — es ist die­ses „der Geschich­te eine neue Gestalt geben, bis sie sich im Himm­li­schen Jeru­sa­lem erfüllt“.
    Ja, das ist die­ser Satz, der über­haupt nicht passt, denn Chri­stus­nach­fol­ge heißt alles, bloß nicht „der Geschich­te eine neue Gestalt geben“! Jeden­falls bis vor 50 Jah­ren — bis dahin war der Christ „nicht von die­ser Welt“ und hat­te dort auch „kei­ne blei­ben­de Stadt“. Die­se histo­ri­sie­ren­de Idee ist aus dem Mun­de des Lehr­am­tes exakt von Johan­nes XXIII. in der Eröff­nungs­re­de zum Kon­zil erst­mals auf­ge­bracht wor­den. Bekennt sich der Kar­di­nal so zu den bei­den Super­hei­li­gen?
    Wie­so zitiert Kard. Bur­ke aus­ge­rech­net die­sen obsku­ren Satz, der auch das Fest­hal­ten am „Hl. Mess­op­fer“ in der über­lie­fer­ten Form nicht mehr plau­si­bel macht?
    Denn wenn Chri­stus­nach­fol­ge bedeu­tet, der Geschich­te eine neue Gestalt zu geben, die dann irgend­wann bruch­los ins Himm­li­sche Jeru­sa­lem über­geht, dann ergibt das triden­ti­ni­sche Hl. Mess­op­fer mit sei­nem Süh­necha­rak­ter kei­ner­lei Sinn.
    Oder aber man fei­ert es aus einem fal­schen, qua­si „folk­lo­ri­sti­schen“ Ver­ständ­nis her­aus, einem Ver­ständ­nis, das die Kir­che nie­mals so davon hat­te, ver­fehlt es also inten­tio­nal?

    Ich kom­me aus die­ser Rede nicht draus. Sie ist durch­ein­an­der und bleibt an der Ober­flä­che. Sie irr­lich­tert mit unkla­ren „kri­ti­schen“ Tönen und will sich doch auf nichts fest­le­gen las­sen.
    Das theo­lo­gi­sche Kon­zept dahin­ter — es hat nicht Hand nicht Fuß.

    • Ja, lie­be Zeit­los, da muß ich Ihnen lei­der Recht geben. „Lei­der“ nicht etwa des­halb, weil ich Ihnen per­sön­lich nicht ger­ne Recht geben wür­de, son­dern „lei­der“, weil Sie den Nagel auf den Kopf getrof­fen haben.
      Bleibt zu hof­fen, dass die­se Pre­digt eine „poli­ti­sche“ war, eine „diplo­ma­ti­sche„ ‚, eine, die Kar­di­mal Bur­ke viel­leicht so gar­nicht hal­ten woll­te. Mög­li­cher­wei­se war das „alles Mög­li­che“ inner­halb des Spiel­raums, der ihm geblie­ben war… … …
      Einer, der der Wort­füh­rer des Wie­der­stan­des auf der Syn­ode war, einer, der nach Wien fährt, um in die­sen Zei­ten eine Mes­se im triden­ti­ni­schen Ritus zu lesen, ein scharf­sin­ni­ger Geist wie er, hat nor­ma­ler­wei­se mehr zu sagen als das — des­sen bin ich mir sicher!

  4. Kann mir jemand erklä­ren, war­um Kar­di­nal Bur­ke die­se rote Schlep­pe trägt?
    Ich habe das noch nie gese­hen, obwohl ich aus Kind­heits­ta­gen noch die alte Mes­se ken­ne.
    Dan­ke!

  5. Am Ste­phans­tag im Jah­re 2010 pre­dig­te Kar­di­nal Bur­ke in der römi­schen Pfar­rei San­ta Maria di Naza­reth und hob her­vor:
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    „Nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil, aber nicht auf­grund des Kon­zils, hat die Art der Reform des Meß­ri­tus das gött­li­che Han­deln in der Hei­li­gen Mes­se durch die Ver­ei­ni­gung von Him­mel und Erde erheb­lich ver­dun­kelt und eini­ge zum irri­gen Den­ken ver­lei­tet, daß die Hei­li­ge Lit­ur­gie ein Han­deln von uns ist, die wir auf bestimm­te Wei­se erfun­den haben und mit der wir daher expe­ri­men­tie­ren kön­nen.“

  6. Lie­be Zeit­schnur,
    Selig sind,die da geist­lich arm sind,denn das Him­mel­reich ist ihr.
    der Geschich­te eine neue Gestalt geben,bis sie sich im himm­li­schen Jeru­sa­lem erfüllt..
    Der Jün­ger Jesu gibt sei­nem­Le­ben eine neue Gestalt(weg von Drogen,weg von Zorn,weg von..)und bleibt treu,dann geht er ein ins himm­li­sche Jeru­sa­lem.
    Christ ist nicht von die­ser Welt,er leb­te hier,wir auch.
    Ziel ist unse­re Hei­mat beim Vater,im himm­li­sche Jeru­sa­lem.
    Got­tes Segen auf ihrem Weg

    • Das mag zwar sein, hat aber mit der For­mu­lie­rung „der Geschich­te eine neue Gestalt geben“ kaum zu tun. Die­se For­mu­lie­rung ist nicht neu­tral und man muss sich — wenn auch arm im Gei­ste — fra­gen, war­um Kard. Bur­ke sie hier aus­ge­rech­net ein­fügt.

      Wohl bedeu­tet die „con­ver­sio“ des ein­zel­nen eine „Ver­än­de­rung“ auch im Lebens­stil.
      Damit gebe aber nicht „ich“ der „Geschich­te“ eine „neue Gestalt“, son­dern ich selbst wer­de durch Chri­stus erneu­ert. Die „Geschich­te“ ist nach der tra­di­tio­nel­len Leh­re als Heils­plan Got­tes auf­zu­fas­sen, der aller­dings nicht zu einer „neu­en Gestalt“ der Geschich­te selbst führt. Denn die „Geschich­te“ ist selbst nicht über­ge­ord­ne­tes Objekt des Heils.

      Das Sub­jekt der Erneue­rung in Chri­stus sind aus­schließ­lich Men­schen und nicht „die Geschich­te“.
      Die Geschich­te ist als „Zeit“ geschöpf­li­che Dimen­si­on die­ser Welt, die aber radi­kal zer­stört (im Feu­er heißt es in der Schrift mehr­fach) und ersetzt wer­den wird durch einen „neu­en Him­mel und eine neue Erde“. Das jeden­falls ist Leh­re der Kir­che.

      Der latei­ni­sche Text in der Anmer­kung bestärkt jedoch um ein wei­te­res, dass JP II. sehr wohl meint, dass die Geschich­te selbst Heils­ge­stalt ist und als Geschich­te ins Himm­li­sche Jeru­sa­lem über­geht:
      „…cum eo histo­ria ipsa trans­fi­gu­retur ad suam usque in Hie­ros­oly­mis cae­le­sti­bus con­sum­ma­tio­nem…“ (…mit Ihm wird die Geschich­te selbst umge­formt bis hin zu ihrer Voll­endung im Himm­li­schen Jeru­sa­lem…)

      Die­ser Satz wider­spricht der Leh­re. Im Nicä­i­schen Cre­do beken­nen wir:
      „Er ist auf­ge­fah­ren in den Him­mel und sitzt zur Rech­ten des Vaters. Und wird wie­der­kom­men in Herr­lich­keit, zu rich­ten die Leben­den und die Toten; sei­ner Herr­schaft wird kein Ende sein.“
      Ein Gericht über „Leben­de und Tote“ hebt Zeit und damit Geschich­te aller­dings logisch auf.
      Zuletzt beken­nen wir im Cre­do am Schluss den neu­en Him­mel und die neue Welt, die kei­ne bruch­lo­se histo­ri­sche Fol­ge der dies­sei­ti­gen Welt ist:
      „Exspec­to resur­rec­tio­n­em mor­tuo­rum et vitam ven­tu­ri sae­cu­li — Ich erwar­te die Auf­er­ste­hung der Toten und das Leben in einem kom­men­den Zeit­al­ter.“
      Die Histo­ri­zi­tät (die Tote pro­du­ziert hat) wird voll­kom­men ver­nich­tet, weil der Tod als der letz­te Feind, wie der hl. Pau­lus es sagt, am Ende ver­nich­tet wird. Nicht durch eine Trans­fi­gu­ra­ti­on des Todes ins Leben, son­dern durch die Erschaf­fung einer von Grund auf neu­en Welt.
      Das der­zei­ti­ge Zeit­al­ter wird also in sei­ner histo­ri­schen, tod­ge­weih­ten Gestalt, die ihm Men­schen gaben, gerich­tet und vor­bei sein.

      • Der Satz „der Geschich­te eine neue Gestalt geben“ ist alles ande­re als frag­wür­dig. Er ist durch und durch tra­di­tio­nell katho­lisch — erst das unse­li­ge „Kon­zil“ hat den dahin­ter ste­hen­den Gedan­ken für ein Lin­sen­ge­richt auf den Müll­hau­fen gewor­den.

        Die Kir­che ist die socie­tas per­fec­ta. D.h., die Welt in ihrer Sozi­al­ge­stalt hat die Kir­che wenig­stens in Umris­sen ent­spre­chend abzu­bil­den. Des­halb muss die Welt „katho­lisch durch­säu­ert“ wer­den und die katho­li­sche Reli­gi­on als ein­zig wah­re Reli­gi­on hat in Gestalt ihrer Kir­che staat­li­cher­seits pri­vi­le­giert zu sein. Im Spa­ni­en des unver­ges­se­nen Gene­ra­lisi­mo Fran­co war dies zumin­dest annä­hernd ver­wirk­licht — die beste Epo­che für die Kir­che im 20. Jahrund­ert über­haupt.

        Wer­te Frau Zeit­schnur: nicht die Geschich­te hat der Kir­che eine neue Gestalt zu geben, son­dern umge­kehrt: die Kir­che hat der Geschich­te ene neue, näm­lich katho­li­sche Gestalt zu geben. Eben so wie es der ruhm­rei­che, gro­ße Kar­di­nal Bur­ke pre­digt. Wir brau­chen wie­der katho­li­sche Staa­ten und Geset­ze.
        Die Kir­che hat dies fast zwei Jahr­tau­sen­de gelehrt; seit 1962 lei­der nicht mehr. Seit­her gilt das ver­hee­ren­de „Aggior­na­men­to“, das die Kir­che ver­welt­licht hat anstatt die Welt katho­li­siert.

  7. Eini­ge Anmer­kun­gen:
    1) Mich hat zunächst der Ver­weis auf Johan­nes Paul II. auch gestört. Doch Kar­di­nal Bur­ke ist kein „Lef­eb­ve­a­ner“. Er erkennt die Hei­lig­spre­chung Johan­nes Paul II. an. Ob die heu­ti­ge FSSPX die Hei­lig­spre­chung JPII. aner­kennt, ist mir wirk­lich nicht bekannt. Ich habe einen Wider­spruch aus Men­zin­gen nicht gele­sen, er könn­te mir aber auch ent­gan­gen sein. Ich weiß es nicht.

    2) Jetzt das Zitat selbst: Es ist „abso­lut katho­lisch“, es ver­zerrt in kei­ner Wei­se den Glau­ben. Wenn es für sich allein steht, muss ich hin­zu­fü­gen. Ein­ge­ord­net in die Theo­lo­gie von JP II., wie sie im Kon­zils­do­ku­ment „Gau­di­um et spes“ zusam­men­ge­fasst ist, wäre die Vor­stel­lung einer Welt, die ins himm­li­sche Jeru­sa­lem über­geht, ver­wir­rend und häre­sie­be­gün­sti­gend.

    Doch davon ist kei­ne Rede im Zitat: Im Gegen­teil! Die Geschich­te läuft nicht gera­de­zu auf das himm­li­sche Jeru­sa­lem zu, weil der Aller­höch­ste das imma­nent in sie hin­ein­ge­legt hat. Schon bei der Schöp­fung. Was ein über­na­tür­li­ches Ein­grei­fen des drei­fal­ti­gen Got­tes, vor allem die Erlö­sung, im Grun­de über­flüs­sig macht.
    In die­sem Zitat heißt es aus­drück­lich: „Ihn“ (unsern Herrn) „gilt es ken­nen­zu­ler­nen, zu lie­ben, nach­zu­ah­men, um in ihm das Leben des drei­fal­ti­gen Got­tes zu leben und mit ihm der Geschich­te eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himm­li­schen Jeru­sa­lem erfüllt.“
    Es ist durch­aus die Pflicht der Kir­che, der katho­li­schen Chri­sten, die­se Erde zu gestal­ten. Gera­de weil der mora­li­sche Fort­schritt der Mensch­heit nicht imma­nent ein­ge­ge­ben ist, dür­fen wir uns davon nicht dis­pen­sie­ren.
    Natür­lich ist das Heil unse­rer See­le unse­re vor­ran­gi­ge Sor­ge. Oder soll­te es sein. Wer jedoch dabei ste­hen bleibt, bei einer rei­nen Her­zens­fröm­mig­keit, neigt zum Pie­tis­mus, jeden­falls nicht zum Katho­li­zis­mus.

    Aus­drück­lich sprach Erz­bi­schof Lef­eb­v­re vom „sozia­len König­tum Jesu Chri­sti“, er wehr­te sich lei­den­schaft­lich gegen das Her­aus­drän­gen der Kir­che, der christ­li­chen Grund­sät­ze aus der Gesell­schaft. Der Erz­bi­schof sah mit eige­nen Augen als Mis­sio­nar in Afri­ka, wie sich auch das gesell­schaft­li­che Leben posi­tiv ver­än­der­te bei den neu­be­kehr­ten Afri­ka­nern. Für ihn stand jedoch fel­sen­fest: Vor­rang hat der Glau­be, die inne­re Umwand­lung in Jesus Chri­stus. Durch die hl. Mes­se, die Sakra­men­te, die Ver­kün­di­gung des Glau­bens, das per­sön­li­che Gebet. Die­se Chri­sten sind pflicht­be­wuss­ter, sie hal­ten Ter­mi­ne ein, wah­ren die ehe­li­che Treue und leben in Fami­li­en, die vom christ­li­chen Geist geprägt sind. Der Fort­schritt war für ihn sicht­bar, das gesell­schaft­li­che Umfeld änder­te sich posi­tiv. Das war jetzt kei­ne „Lef­eb­v­re-Masche“, wie mir viel­leicht in ande­ren Wor­ten mal wie­der vor­ge­wor­fen wird, son­dern die klas­si­sche Leh­re der katho­li­schen Kir­che. Wir sind nicht noto­risch fort­schritts­feind­lich als Katho­li­ken, nur leh­nen wir ab, dass er imma­nent in die Schöp­fung ein­ge­ge­ben ist, wofür die mei­sten Kon­zils­theo­lo­gen ste­hen.
    Fort­set­zung:
    In dem Zitat ist die katho­li­sche Leh­re sehr gut zusam­men­ge­fasst.

    Fort­set­zung:

  8. Fort­set­zung:
    Im Vater­un­ser lehrt unser Herr sei­ne Jün­ger und damit alle spä­te­ren Chri­sten zu beten“.… Zu uns kom­me Dein Reich. Dein Wil­le gesche­he, wie im Him­mel, also auch auf Erden…“
    Nie haben Katho­li­ken nur die Hän­de gefal­tet und geglaubt, das Reich Got­tes kom­me ganz von allein, ohne unser Zutun.
    Wenn im Johan­nes-Evan­ge­li­um unser Herr den Gegen­satz zur Welt betont, die ihn nicht kennt, die ihn ver­wirft, dann ist damit aus­drück­lich die gott­feind­li­che Welt gemeint, die zu leug­nen gegen jede Rea­li­tät wäre.

    In die­ser Span­nung wer­den wir uns immer befin­den auf die­ser Erde: Das Reich Got­tes soll auf die­ser Welt Gestalt anneh­men, wobei die Welt immer auch gott­feind­lich blei­ben wird. Sol­len Katho­li­ken des­halb den Kampf auf­ge­ben, die­se Welt den Athe­isten, Agno­sti­kern, Kir­chen­fein­den taten­los über­las­sen? Das kann es nicht sein.

    Es ist unab­än­der­lich: Lei­der ist die „Tra­di­ti­on“ in der Fra­ge, was das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil und die Päp­ste anbe­trifft, gespal­ten.

    Doch ich kann kei­nen Sinn mehr dar­in erken­nen, die­se Fra­ge wei­ter zur „Fra­ge Nr. 1“ zu machen. Weil es nicht mehr zu über­se­hen ist: Mit Papst Ber­go­glio an der Spit­ze zer­stört sich die „Kon­zils­kir­che“ selbst.

    In die­sem Zusam­men­bruch, der kei­nen Katho­li­ken kalt­las­sen kann, ist es unbe­dingt nötig, einen kla­ren Kom­pass für den Glau­ben zu haben.

    Alles, was Kar­di­nal Bur­ke zur hei­li­gen Mes­se sagt, ist so tief, ist so klar, dass die­se Pre­digt eine Hil­fe zur Medi­ta­ti­on sein kann.

    Die­ser Kar­di­nal spricht wie­der vom hl. MESSOPFER. Alle ande­ren Kar­di­nä­le und Bischö­fe spre­chen immer nur von der „Eucha­ri­stie­fei­er.“

    Vom „Mess­op­fer“ zu spre­chen ist ver­pönt. So zu pre­di­gen, wie Kar­di­nal Bur­ke pre­digt, ist den mei­sten Kar­di­nä­len und Bischö­fen voll­kom­men fremd. Und dann natür­lich auch den Prie­stern.

    Sich auf Tri­ent zu bezie­hen, aus dem hl. Mess­op­fer geist­lich zu leben, den Kampf gegen die Irr­tü­mer, die den Glau­ben über­schwem­men, auf­zu­neh­men, das hören wir doch von kei­nem Bischof. Und trotz­dem gibt es kei­nen ande­ren Weg.

    Über Pre­dig­ten lässt sich treff­lich strei­ten. Das haben Katho­li­ken immer getan. Ich kann nur hof­fen, dass sich die Katho­li­ken, denen die Triden­ti­ni­sche Mes­se unent­behr­lich ist, die Per­len her­aus­su­chen, die in die­ser Pre­digt ent­hal­ten sind.

    Nein, ich kann es nicht nur hof­fen, ich bin des­sen sicher.

  9. Lie­ber @Cornelius
    // Wie kann man P. Johan­nes Paul II. und Kar­di­nal Karl Bor­ro­mä­us in einem Atem­zug nen­nen? Karl Bor­ro­mä­us ist ein Hei­li­ger!! //
    Ja, das ist eine gute Fra­ge!

    Lie­ber @Traditionstreuer
    Für das — je per­sön­li­che — See­len­heil ist „Geschich­te“ oder die Gestal­tung der­sel­ben völ­lig irrele­vant. Die Kir­che mag in Leh­re und Dis­zi­plin zu dem in Rede ste­hen­den „unver­än­der­li­chen Pro­gramm“, zum not­wen­di­gen Heils­pro­gramm gehö­ren. Aber vor allem ER ist der­sel­be, gestern, heu­te und in Ewig­keit — ohne Zeit und Geschich­te, weil er immer schon war, vor aller Zeit. Wozu dann „Geschich­te gestal­ten“ wol­len, wenn es allein dar­auf ankommt, IN IHM zu sein, wie die Rebe am Wein­stock. Und rei­che Frucht bringt nur der, der die Gebo­te hat und sie hält — eben in IHM bleibt. Die Außen­wir­kung, das Wir­ken in die Welt, in die Zeit ist nach­ran­gig und ein posi­ti­ver Neben­ef­fekt — hin­sicht­lich der Wer­ke der Barm­her­zig­keit. Doch geht es nicht in erster Linie um das Sam­meln von Schät­zen, die nicht ver­ge­hen, die ewi­gen, zeit­lo­sen?
    „Rich­tet euren Sinn auf das Himm­li­sche, nicht auf das Irdi­sche.“ Es ist kei­nes­wegs Auf­ga­be der Kir­che der „Geschich­te eine Gestalt“ zu geben, weder eine „katho­li­sche“ noch eine „neue“, denn Geschich­te ist der Zeit unter­wor­fen, mit­hin nich­tig! Son­dern ihre Auf­ga­be und Zweck ist es den See­len ein Hilfs­mit­tel zu sein, sich IN der Zeit (nicht für die Zeit!) Schät­ze zu erwer­ben, Schät­ze, die nicht ver­ge­hen, ewi­ge, somit Gott gefäl­li­ge. Nicht Schät­ze, die ein Ver­falls­da­tum haben und der Geschich­te unter­wor­fen sind, die ver­der­ben.
    Rei­ne Lie­be kennt kei­ne Zeit und hat kei­ne Geschich­te. Sie ist da, solan­ge Gott ist — vor aller Zeit, gestern, heu­te, immer ewig.

    Übri­gens, wenn es heißt: „Mein Reich ist nicht von die­ser Welt“ und „Haben sie mich ver­folgt, wer­den sie auch euch ver­fol­gen“. Wo soll ich dann Ihren Kom­men­tar:
    // hat in Gestalt ihrer Kir­che staat­li­cher­seits pri­vi­le­giert zu sein. //
    ver­or­ten?

    Lie­be @Zeitlos,
    // Das Reich Got­tes soll auf die­ser Welt Gestalt anneh­men //
    Kön­nen Sie dies mit einer Bibel­stel­le recht­fer­ti­gen?

    • Gern.
      Die Bit­ten des Vater­un­ser habe ich bereits genannt: „Es kom­me Dein Reich. Es gesche­he Dein Wil­le wie im Him­mel auch auf Erden.“ Mt, 6,10.
      Eine rein gei­sti­ge Wirk­lich­keit? Sicher auch, aber nicht nur: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz schal gewor­den ist, womit soll man es sal­zen? Es taugt zu nichts wei­ter, als dass es hin­aus­ge­wor­fen und zer­tre­ten wird von den Men­schen. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt nicht ver­bor­gen blei­ben, die dro­ben liegt auf dem Ber­ge. Mt 5, 13,14..
      „Nach­dem Johan­nes in Haft gesetzt war, begab sich Jesus nach Gali­läa, ver­kün­de­te das Evan­ge­li­um vom Rei­che Got­tes und sprach: „Erfüllt ist die Zeit und genaht hat sich das Reich Got­tes; bekehrt euch und glaubt an das Evan­ge­li­um.“ (Mk 1; 14,15).

      Das „Reich Got­tes“ meint immer eine gei­sti­ge Wirk­lich­keit, die jedoch sicht­bar ist: Zuerst ist es der Gott­mensch Jesus Chri­stus selbst, der die­ses Reich in sei­ner Per­son sicht­bar ver­kör­pert. Doch dabei bleibt es nicht: „Ein ande­res Gleich­nis leg­te er ihnen vor und sprach:‘ Das Him­mel­reich ist gleich einem Senf­korn, das einer nahm und auf sei­nen Acker säte. Es ist zwar das klein­ste unter den Samen­kör­nern, wächst es aber empor ist es grö­ßer als alle Kräu­ter und wird zu einem Baum, so dass die Vögel des Him­mels kom­men und in sei­nen Zwei­gen woh­nen.“ (Mt. 13; 31,32).

      Die „Stadt auf dem Ber­ge“, der „gro­ße Baum“ sind sicht­bar, und sie sol­len es sein. Und so haben früh Kir­chen­kri­ti­ker geseufzt: „Jesus Chri­stus hat das Reich Got­tes ver­kün­det, gekom­men ist die Kir­che.“
      Auch wenn die katho­li­sche Kir­che und das Reich Got­tes, das in der Ver­kün­di­gung Jesu Chri­sti einen brei­ten Raum ein­nahm, kei­nes­falls iden­tisch sind, so ist die inne­re Ver­bin­dung nicht zu leug­nen.

      Ich möch­te schlie­ßen mit der Prä­fa­ti­on des Christ­kö­nigs­fests: „Es ist in Wahr­heit wür­dig und recht, bil­lig und heil­sam, Dir immer und über­all dank­zu­sa­gen, hei­li­ger Herr, all­mäch­ti­ger Vater, ewi­ger Gott. Du hast Dei­nen ein­ge­bo­re­nen Sohn, unse­ren Herrn Jesus Chri­stus, den ewi­gen Prie­ster und König des Welt­alls, mit dem Öle der Won­ne gesalbt. Er soll­te sich selbst auf dem Alta­re des Kreu­zes als makel­lo­ses Frie­dop­fer dar­brin­gen und so gna­den­voll die Erlö­sung der Mensch­heit voll­zie­hen. Und wenn Er einst alle Geschöp­fe Sei­ner mil­den Herr­schaft unter­wor­fen hat, soll er Dei­ner unend­li­chen Maje­stät ein ewi­ges, all­um­fas­sen­des Reich über­ge­ben: ein Reich der Wahr­heit und des Lebens, ein Reich der Hei­lig­keit und der Gna­de, ein Reich der Gerech­tig­keit, der Lie­be und des Frie­dens…“

      Die­ses Reich hat eine sicht­ba­re Gestalt in der „strei­ten­den Kir­che“ hier auf Erden. Die­se Gestalt wird über­ge­hen in jenes Reich, von dem wir im Cre­do beten: „Er wird wie­der­kom­men in Herr­lich­keit, und Sei­nes Rei­ches wird kein Ende sein.“

    • Agri­co­la @ Jesus Chri­stus hat als er auf Erden wan­del­te, das Reich Got­tes ver­kün­det.
      Das Reich Got­tes soll schon auf Erden ent­facht wer­den. Ein Reich der Lie­be und Barm- her­zig­keit, ein Reich nach Got­tes Gebo­ten und ein Reich in dem Gott an erster Stel­le steht und ange­be­tet wird. Voll­endung fin­det die­ses Got­tes­reich am Ende der Zei­ten, näm­lich im “ Himm­li­schen Jeru­sa­lem „.

      • Lie­ber @alfredus,

        ja, das stimmt schon, denn es heißt ja auch:
        „Wenn ich aber die Dämo­nen durch den Fin­ger Got­tes aus­trei­be, dann ist doch das Reich Got­tes schon zu euch gekom­men“
        Mit „Reich“ ist daher kei­nes­falls ein Staats­ge­bil­de (vgl. die Geschich­te der Emma­us-Jün­ger, die ja nach der Kreu­zi­gung Jesu ent­täuscht weil sie wie vie­le dach­ten, dass er Jeru­sa­lem wie­der auf­baue — als ter­ri­to­ria­le Macht) oder ein Got­tes­staat nach Isla­mi­schem Vor­bild gemeint, son­dern ein vor allem gei­sti­ges, über­zeit­li­ches Reich, das allein durch IHN und mit IHM prä­sent ist. Es ist ja auch nicht nur beschränkt auf die Lebens­zeit Jesu, son­dern es ist prä­sent durch das hl. Mess­op­fer und durch die Sakra­men­te, die ER uns hin­ter­las­sen hat. Dadurch kann und wird ER alle Tage bei uns sein bis zum Ende der Welt. Aller­dings nicht für jeden, son­dern für alle, die an IHN glau­ben und an sei­nem Wort fest­hal­ten.
        Das Reich Got­tes auf Erden gilt dem Men­schen IN der Zeit. Es ist ein Reich der Gott gefäl­li­gen, weil Gott lie­ben­den See­len und hier­in ist es zeit­los. Dar­um kann auch kein Unzüch­ti­ger, Mör­der etc. kei­ner der nicht die Gebo­te hält in sein Reich kom­men (er schließt sich sel­ber aus). Aber der Mensch IN der Zeit muss sich IN der Zeit bewäh­ren. Wer IN der Zeit IN Jesus bleibt wie die Rebe am Wein­stock (durch das hl. Mess­op­fer, durch die Sakra­men­te, durch die Gebo­te), der hat Anteil an sei­nem EWIGEN Reich, im himm­li­schen Jeru­sa­lem.

    • Dan­ke @ agri­co­la, für den wich­ti­gen Hin­weis auf die Wor­te Jesu: „Mein Reich ist nicht von die­ser Welt“ und „Haben sie mich ver­folgt, wer­den sie auch euch ver­fol­gen“. —

      Die irdi­sche Macht war eine der Ver­su­chun­gen Jesu, und was hat­te Er geant­wor­tet:

      „Weg mit dir Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, dei­nem Gott sollst du dich nie­der­wer­fen und ihm allein die­nen.“ (Mt. 4, 10)

      Irdi­scher Macht­be­sitz erfor­dert den Knie­fall vor dem Satan.

      Bei dem Luther-Arti­kel von gestern wirft man Luther vor, er habe nicht lei­den wol­len und das Kreuz nicht zu Ende tra­gen wol­len.
      Aber ich kann bei nüch­ter­ner Betrach­tung bei vie­len Tra­dis nichts ande­res sehen: sie gie­ren nach Macht, wol­len Chef spie­len, füh­ren dau­ernd das Wort „Hier­ar­chie“ im Mund, wobei sie selbst sich schon mal einen Platz zur Rech­ten des Wel­ten­rich­ters gesi­chert haben.
      Seit Jahr­hun­der­ten spie­len die­se Leu­te „Jüng­stes Gericht“ aus eige­nem Ver­mö­gen und haben damit die Kir­che ver­lä­stert und unglaub­wür­dig gemacht.
      Für unse­ren Herrn ist da näm­lich genau so wenig Platz wie bei einem Luther.
      Man will nicht die­nen, son­dern herr­schen.

      In die­sem Punkt fin­de ich eine Beob­ach­tung Pfr. Milchs sehr gut: Er sag­te oft, bei den Katho­li­ken fin­de er mehr „Islam“ als Kreu­zes­nach­fol­ge. An die­sem Punkt kann man ihm mur recht­ge­ben.

      Denn es ist uns genau dies, näm­lich eine „blei­ben­de Stadt“ oder gar ein Recht auf Macht und Pri­vi­le­gi­en hier auf Erden sogar — wie Sie den Herrn selbst zitie­ren — aus­drück­lich NICHT ver­hei­ßen!

      Kreu­zes­nach­fol­ge.….

      • Ja ja, nur jeden Tag die ver­hass­ten „Tra­dis“ mit einem dicken Klum­pen Dreck bewer­fen. Wenn die Tra­di­ti­on für Sie so uner­träg­lich (gewor­den) ist, dann sei­en Sie doch end­lich so kon­se­quent und gehen Sie nach „drü­ben“, zu Ihren Pro­et­stan­ten! Wir hin­dern Sie sicher­lich nicht dar­an, son­dern wün­schen gute Rei­se.

      • O wie­der im Maje­stäts­plu­ral, wo es argu­men­ta­tiv eng wird…

        Die Kon­zils­kirch­ler haben wenig­stens nicht den Anspruch, etwas Erha­be­nes zu tra­die­ren.
        Wenn aber die, die das von sich behaup­ten, in die­sem Stil auf­tre­ten, wie man es hier täg­lich lesen kann, muss man, wenn man ande­rer­seits täg­lich die rei­chen Schät­ze der ech­ten Tra­di­ti­on erkennt, die Stim­me erhe­ben gegen sol­che Ver­fäl­scher — die ver­hee­ren­de Wir­kung Ihrer und ande­rer Postings auf unbe­leck­te Nicht­ka­tho­li­ken ist Ihnen nicht bewusst, aber den­noch eine Tat­sa­che.

        …und das — ist für Sie viel­leicht kei­ne Per­spek­ti­ve — ist für mich äußerst schmerzvoll…weil ich die­se Men­schen ken­ne und lie­be. Sie sind bestürzt über die­se Selbst­ge­rech­tig­keit und die­se mör­de­ri­sche Ver­bal­prü­ge­lei, an der fast regel­mä­ßig nie­mand Anstoß nimmt, weil man sich hier offen­bar selbst befugt hat, gewalt­tä­tig auf­zu­tre­ten, jedem ande­ren aber fast jedes Bewe­gungs­recht abspricht und Wider­sprcuh auf der Sach­ebe­ne kri­mi­na­li­siert und psy­cho­lo­gi­siert.

        ich erhal­te immer wie­der pri­va­te Zuschrif­ten von Leu­ten, die inzwi­schen so abge­schreckt sind, dass sie sich hier im Forum nicht mehr getrau­en, ein­zu­schrei­ten, um nicht selbst sofort ver­leum­det, gemaß­re­gelt und per­sön­lich nie­der­ge­macht zu wer­den.

        Und dar­um ver­su­che ich, in die­sem Getüm­mel hier noch so etwas wie Ver­nunft und Prä­zi­si­on auf­recht zu hal­ten, auch wenn mir das nicht immer ange­mes­sen gelingt, weil auch ich nur ein Mensch bin.

        Daher: wir alle haben bit­terst Buße und Umkehr nötig.

    • Nein, die Katho­li­sie­rung der Welt ist nicht „irrele­vant“. Eini­ges Rich­ti­ge dazu hat „Zeit­los“ wei­ter unten schon geschrie­ben. Erin­nert sei an die Her­ren­wor­te aus der Berg­pre­digt, dass die Kir­che Salz der Erde und Licht der Welt (s. auch „Lumen gen­ti­um“) sein muss.
      Dies alles drückt(e) sich aus in der alten Leh­re vom sozia­len König­tum Chri­sti, die ein unver­äu­ßer­li­cher Bestand­teil der Tra­di­ti­on ist und bis 1962 auch von allen Päp­sten gelehrt wur­de. Seit­her hören wir lei­der nur noch bei den Pius­brü­dern davon. Der Rest der Kir­che scheint den Auf­trag des Herrn aus Mt 5 ad acta gelegt zu haben. Salz der Erde und Licht der Welt hie­ße heu­te u.a., daß der Staat sich wie­der sei­ner katho­li­schen Wur­zeln besinnt und dafür sorgt, daß Ehe, Fami­lie, gesun­de Sexua­li­tät, Leben an sei­nem Anfang wie an sei­nem Ende, Dis­zi­plin, Arbeits­ei­fer, Gehor­sam, Ach­tung der natür­li­chen Hier­ar­chi­en, natür­li­che Unter­schie­de zw. Mann und Frau, Hoch­schät­zung des Mili­tä­ri­schen etc. gesetz­lich geschützt und die Kräf­te, die dies alles zer­set­zen, ver­folgt wer­den.

  10. Der hei­li­ge Tho­mas trägt drei ver­schie­de­ne Ver­ste­hens­wei­sen des Sat­zes „Adve­ni­at regnum tuum“ vor:

    1. In dem Sinn, dass ein Herr­scher zwar der eigent­li­che Herr­scher ist, die Unter­ta­nen sich ihm aber wider­set­zen und ihn nicht aner­ken­nen. Dafür spricht die Schrift­stel­le 1. Kor. 15, 25 — am Ende der Geschich­te (die im wesent­li­chen Resul­tat der Sün­de ist), wird Chri­stus von Gott alles zu Füßen gelegt wer­den. Das heißt, dass es zuvor nicht der Fall ist. Die­se Unter­wer­fung kann aber nicht ohne eine radi­ka­le Zäsur in Form des Gerich­tes über die Sün­der gesche­hen. Nach dem End­ge­richt ist kei­ne Zeit mehr und auch kei­ne Geschich­te.

    2. Wir bit­ten damit um Teil­ha­be am Him­mel­reich. Es ist erstre­bens­wert, weil

    a. dort höch­ste Gerech­tig­keit ist
    b. dort höch­ste Frei­heit ist (Über­ein­stim­mung aller im Wil­len des Vaters)
    c. dort Übefül­le herrscht (die Über­fül­le Got­tes)

    3. Der Satz bit­tet um die Herr­schaft über die Sün­de, die ja die gan­ze Welt­zeit („Geschich­te“) zer­frisst und dem Tod über­ant­wor­tet.

    Tho­mas zieht aus den drei Ver­ständ­nis­wei­sen je drei Fol­ge­run­gen:

    1. Wenn wir dar­um bit­ten, dass Gott der Herr­scher sei, über­las­sen wir jede Ambi­ti­on der Rache IHM, stre­ben also kei­ne poli­ti­sche Macht an.

    2. Wenn wir Ihn bit­ten, dass wir am Him­mel­reich teil­ha­ben, sor­gen wir nicht mehr um unse­re irdi­schen Güter und erwar­ten von ihnen nichts mehr! Es ist uner­heb­lich, ob die Kir­che reich oder arm, mäch­tig oder ver­folgt ist, ob sie „herrscht“ nach Kri­tie­ri­en der Welt oder schein­bar beherrscht wird.

    3. Wenn wir um die Herr­schaft über die Sün­de bit­ten, müs­sen wir als ech­te Chri­sten zu aller erst in uns selbst sanft­mü­tig wer­den und Gott um die Herr­schaft über unser Herz bit­ten, bevor wir ande­re unter­wer­fen oder nie­der­ma­chen, denn es heißt, „Selig sind die Sanft­mü­ti­gen“.

    Ich den­ke, das ist eine gute Hil­fe, sich hier nicht zu ver­ga­lop­pie­ren.

  11. Ich bit­te katholisches.info, daß her­ab­wür­di­gen­de und ver­ächt­li­che Äuße­run­gen zu Hei­li­gen und Seli­gen der Kir­che nicht mehr ver­öf­fent­licht wer­den wie sol­che von Cor­ne­li­us und Dario.
    Der Begriff Mei­nungs­frei­heit wird anso­s­nten der Lächer­lich­keit preis­ge­ge­ben. Über Seli­ge und Hei­li­ge darf nichts Ver­ächt­li­ches gesagt wer­den- das ist christ­lich, katho­lisch.

  12. Die Tra­gik und Dop­pel­zün­gig­keit des The­mas „sozia­les König­tum Chri­sti“ kön­nen wir in der Per­son Pius XI. direkt erfah­ren.
    Einer­seits schreibt er eine ellen­lan­ge Enzy­kli­ka „Qua pri­mas“ mit Sät­zen wie fol­gen­den:

    „Doch ist die­se Herr­schaft vor allem gei­sti­ger Natur und betrifft die gei­sti­gen Belan­ge. Das zei­gen sehr deut­lich die oben ange­führ­ten Stel­len aus der Hei­li­gen Schrift, das beweist auch Chri­stus der Herr selbst durch die Art und Wei­se sei­nes Han­delns. Zu wie­der­hol­ten Malen hören wir von den Juden, ja von den Jün­gern selbst die irr­tüm­li­che Mei­nung, der Mes­si­as wer­de dem Vol­ke wie­der zur Frei­heit ver­hel­fen und das Reich Isra­el wie­der auf­rich­ten. Chri­stus zer­schlug die­se Ein­bil­dung und ver­ach­te­te die­ses Hof­fen. Als das von Bewun­de­rung ergrif­fe­ne Volk ihn zum König aus­ru­fen woll­te, da lehn­te er sowohl Titel als Ehre ab, indem er floh und sich ver­barg. Dem römi­schen Land­pfle­ger erklär­te er, sein Reich sei nicht von die­ser Welt. Die­ses Reich wird in den Evan­ge­li­en dahin umschrie­ben, daß die Men­schen ihren Ein­tritt in das­sel­be durch Buße vor­be­rei­ten sol­len, daß sie aber in das­sel­be nur durch den Glau­ben ein­ge­hen kön­nen und durch die Tau­fe, die zwar eine äuße­re Hand­lung ist, aber den­noch die inne­re Wie­der­ge­burt anzeigt und bewirkt. Die­ses Reich ist ein­zig dem Rei­che Satans und der Macht der Fin­ster­nis ent­ge­gen­ge­setzt. Es ver­langt von sei­nen Anhän­gern nicht nur, daß ihr Herz sich löse von irdi­schen Reich­tü­mern und Gütern, daß sie Mil­de wal­ten las­sen, daß sie hun­gern und dür­sten nach Gerech­tig­keit, son­dern auch daß sie sich selbst ver­leug­nen und ihr Kreuz auf sich neh­men.“

    Und ande­rer­seits war es gera­de Pius XI. samt sei­nem neu­en Kar­di­nal­staats­se­kre­tär Euge­nio Pacel­li, der in Mexi­ko die Cri­ste­ros den anti­kle­ri­ka­len Geset­zen der dama­li­gen frei­mau­re­ri­schen Regie­rung so unter­warf, dass Tau­sen­de, die für das sozia­le König­tum Chri­sti in ihren Gemein­schaf­ten gekämpft hat­ten, ent­ge­gen einer Amne­stie­zu­si­che­rung ermor­det wur­den. https://www.katholisches.info/2011/12/20/mexiko-1931-der-aufstand-der-cristeros-ein-wortbruchiger-staat-der-vatikan-und-der-gerechte-krieg/

    Das ist also alles eine unaus­ge­go­re­ne Sache, die einer genau­en Betrach­tung und Unter­su­chung über­haupt erst ein­mal bedürf­te, zumal der Miss­brauch mit der Herr­schafts­idee Chri­sti gera­de im 20. Jh so schlimm ist, dass hier eini­ges theo­lo­gisch erst noch zu klä­ren sein wird, sobald wir wie­der ein ordent­li­ches Lehr­amt haben.

  13. @Ultramontanus
    @Franzel

    Auf sei­ner Rei­se nach Bel­gi­en im Mai 1985 begeg­ne­te der Papst in Brüs­sel den Ver­tre­tern der isla­mi­schen Gemein­schaft und sag­te ihnen:
    „Wir Chri­sten und Mos­lems begeg­nen ein­an­der im Glau­ben an den ein­zi­gen Gott unse­ren Schöp­fer, unse­ren Füh­rer, unse­ren gerech­ten und barm­her­zi­gen Rich­ter. Wir bemü­hen uns, in unse­rem täg­li­chen Leben den Wil­len Got­tes GEMÄß DER LEHRE UNSERER JEWEILIGEN HEILIGEN BÜCHER in die Tat umzu­set­zen…“

    In sei­ner Enzy­kli­ka Redemp­tor Homi­nis lehrt Joh. P. II., die „festen Glau­bens­über­zeu­gun­gen der Anhän­ger der nicht­christ­li­chen Reli­gio­nen“ gin­gen „vom Hei­li­gen Geist“ aus, was zwei­fel­los gleich meh­re­ren katho­li­schen Galu­bens­wahr­hei­ten wider­spricht.

    1980 begibt er sich in einen ltu­he­ri­schen Tem­pel und erklärt: “ Ich kom­me zu euch wegen des gei­sti­gen Erbes von Mar­tin Luther“

    Wäh­rend einer Indi­en­rei­se 1986 lässt er sich von einer hin­du­isti­schen Prie­ste­rin den „Tilak“ auf die Stirn zeich­nen, das rote Göt­zen­mal der Hin­dus an dem sich die Anbe­ter Shi­was erken­nen.

    Am Sonn­tag den 6. Mai 2001 begibt er sich in Damas­kus in die Omai­ja­den­mo­schee und küsst den Koran.
    http://sufi-braunschweig.de/Papst-Johannes-Paul-II.htm

    In Jor­da­ni­en sagt er:“ Möge der hl. Johan­nes der Täu­fer den Islam beschüt­zen und das gan­ze Volk von Jor­da­ni­en und alle, die an die­ser Fei­er, einer denk­wür­di­gen Zele­bra­ti­on, teil­ge­nom­men haben. Ich bin Ihnen allen dank­bar.“

    Muss ich noch über die schänd­lich­ste aller Got­tes­lä­ste­run­gen in Assi­si spre­chen, bei der man in Anwe­sen­heit des Dalai Lama und sei­ner Anhän­ger, eine Bud­da­sta­tue auf den von Ker­zen beschie­ne­nen Taber­na­kel, stell­te?

    Möch­ten Sie noch mehr?

    • Und wenn Sie noch tau­send Häre­si­en des hei­lig­ge­spro­chen­ne Pap­tes hier auf­wei­sen könn­ten — er ist ord­nungs­ge­mäß und kano­nisch hei­lig­ge­spro­chen durch die Kir­che, also ist er ein Hei­li­ger. Wer dies bestrei­tet, ist nicht katho­lisch. Über­le­gen Sie sich gut, was dies für Ihr See­len­heil bedeu­tet.

    • Es ist sehr auf­fal­lend, dass hier so gut wie nie­mand, etwas zur Hei­lig­spre­chung von Joh. Paul II. zu sagen hat. Da herrscht betre­te­nes Schwei­gen!! Die­ses „Eisen“ ist wohl für vie­le zu h e i ß!

  14. Herz­li­chen Dank an katholisches.info für die Ver­brei­tung die­ser gro­ßen Pre­digt.
    S.E. Kard. Bur­ke sei herz­lichst gedankt.
    Die Qua­li­tät der Postings auf die­ser Web­site hier­zu ist her­vor­ra­gend.
    Excel­si­or

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