Predigt von Kardinal Burke in der Wiener Karlskirche

Pontifikalamt von Kardinal Burke, Wien, Karlskirche, 4.11.2014
Pon­ti­fi­kal­amt von Kar­di­nal Bur­ke, Wien, Karls­kir­che, 4.11.2014

(Wien) Am ver­gan­ge­nen 4. Novem­ber zele­brier­te Kar­di­nal Ray­mond Bur­ke in der Wie­ner Karls­kir­che am Gedenk­tag des Kir­chen­pa­trons, des Hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us ein Pon­ti­fi­kal­amt im über­lie­fer­ten Ritus. Ein­ge­la­den hat­te der Ver­ein Una Voce Austria, der nun die Pre­digt des Kar­di­nals auf sei­ner Inter­net­sei­te ver­öf­fent­lich­te und Katholisches.info zur Wei­ter­ver­öf­fent­li­chung zur Ver­fü­gung stell­te. Das Pon­ti­fi­kal­amt war ein denk­wür­di­ges Ereig­nis. Die Pre­digt ist ein pro­gramm­ti­scher Grad­mes­ser zur Lage der Kir­che heu­te und für Auf­trag und Beru­fung des Chri­sten in unse­rer Zeit. Wei­te­res Bild­ma­te­ri­al fin­det sich auf der Sei­te von Una Voce Austria.

Der Wien-Besuch von Kar­di­nal Bur­ke war über­schat­tet von den Ereig­nis­sen rund um die Bischofs­syn­ode in Rom über die Fami­lie. Weni­ge Tage spä­ter wur­de der ame­ri­ka­ni­sche Pur­pur­trä­ger von Papst Franz­i­kus in einer Straf­ak­ti­on aus der Römi­schen Kurie ent­fernt und auf den Ehren­po­sten eines Kar­di­nal­pa­trons des Mal­te­ser­or­dens abgeschoben.

In Wien unter­sag­te der Abt des Augu­sti­ner-Chor­her­ren­stif­tes Klo­ster­neu­burg die Zele­bra­ti­on einer Votiv­mes­se im über­lie­fer­ten Ritus zur Ehren der Apo­stel Petrus und Pau­lus in der Pfarr­kir­che St. Leo­pold von Wien-Donau­feld. Die Pfar­rei, die dem Stift inkor­po­riert ist, hat­te Kar­di­nal Bur­ke dazu eingeladen.

 

FEST DES HEILIGEN KARL BORROMÄUS, BISCHOF UND BEKENNER

Karls­kir­che, Wien
4. Novem­ber 2014

Eph 3, 8–12
Mt 25, 14–23

HOMILIE

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Gelobt sei Jesus Christus: 
In Ewig­keit. Amen!

Es ist für mich eine Quel­le beson­de­rer Freu­de, das hei­li­ge Mess­op­fer am Fest­tag des hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us in die­ser über­wäl­ti­gen­den Kir­che dar­zu­brin­gen, die unse­rem Erlö­ser und sei­nem bei­spiel­haf­ten Hohe­prie­ster, dem hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us, geweiht ist.

Predigt von Kardinal Burke
Pre­digt von Kar­di­nal Burke

Die außer­ge­wöhn­li­che Schön­heit die­ser Kir­che spie­gelt die noch grö­ße­re außer­ge­wöhn­li­che Hei­lig­keit des Lebens des hei­li­gen Karl wider, des heroi­schen Hir­ten, der die Voll­endung des außer­ge­wöhn­li­chen Werks des Kon­zils von Tri­ent sowie die Umset­zung sei­ner Leh­re und sei­ner Dis­zi­plin für die Ret­tung zahl­lo­ser See­len betrie­ben hat. Das Kir­chen­ge­bäu­de selbst wie sei­ne künst­le­ri­sche Aus­ge­stal­tung inspi­rie­ren uns, das Leben des hei­li­gen Karl tie­fer zu betrach­ten sowie danach zu stre­ben, sei­ne heroi­sche Hei­lig­keit unter den Bedin­gun­gen unse­res täg­li­chen Lebens nach­zu­ah­men, allem vor­an indem wir Gott unse­re Ver­eh­rung „im Geist und in der Wahr­heit“ ((Joh 4, 24)) darbringen.

Die Dar­brin­gung des hei­li­gen Mess­op­fers ist der erha­ben­ste Aus­druck des Lebens in Chri­stus, das wir mit dem hei­li­gen Karl und allen Hei­li­gen tei­len dür­fen. Im eucha­ri­sti­schen Opfer, steigt Chri­stus, der in der Herr­lich­keit zur Rech­ten des Vaters thront, von neu­em auf die Altä­re unse­rer Kir­chen und Kapel­len her­ab, um sein Opfer von Gol­go­ta wie­der­um gegen­wär­tig zu set­zen. Indem er unter uns weilt, gießt er von sei­nem glor­rei­chen durch­bohr­ten Her­zen die sie­ben Gaben des Hei­li­gen Gei­stes über uns aus, um uns zu jedem Gedan­ken, jedem Wort und jeder Tat, die fromm und hei­lig sind, anzu­lei­ten und uns dar­in zu bestärken.

Wenn wir nun das Leben des hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us im Zusam­men­hang mit dem eucha­ri­sti­schen Opfer betrach­ten, wol­len wir uns beson­ders dem Lob des Hohe­prie­sters, wie wir es im Buch Jesus Sirach fin­den, zuwen­den. Die­ser hei­li­ge Text sagt uns: „Nie­mand ist ihm gleich an Herr­lich­keit; er hat das Gesetz des Aller­höch­sten gehal­ten.“ ((Sir 44, 19)) Die Grö­ße des Hohe­prie­sters hängt von der Auf­merk­sam­keit ab, die er jenem Gesetz schenkt, das ins Herz eines jeden Men­schen geschrie­ben ist und wel­ches uns, erklärt und erleuch­tet durch das inspi­rier­te Wort Chri­sti, von der Kir­che vor­ge­legt wird.

Karlskirche WienWäh­rend die erha­ben­sten Tätig­kei­ten des Hohe­prie­sters in der Leh­re der Glau­bens­ge­heim­nis­se und in ihrer Gegen­wär­tig­set­zung in den Sakra­men­ten, allen vor­an der Dar­brin­gung der hei­li­gen Mes­se besteht, so ist er der Erste, der dazu bestimmt ist, die­se hei­li­gen Hand­lun­gen durch die Ord­nung sei­nes eige­nen Lebens, in Über­ein­stim­mung mit dem gött­li­chen Gesetz, zu voll­zie­hen. Der hei­li­ge Karl Bor­ro­mä­us hat ver­stan­den, dass Leh­re und Dis­zi­plin der Kir­che die uner­setz­ba­ren Bedin­gun­gen für die Begeg­nung mit Chri­stus sind sowie die täg­li­che Umkehr unse­res Lebens zu Chri­stus, indem wir ihm nach­fol­gen auf dem ein­zi­gen Weg, der zum ewi­gen Leben führt: dem Kreuz­weg. ((Cf. Mt 16, 24)) Des­halb konn­te er sich so hero­isch um einen guten Abschluss des Kon­zils von Tri­ent und eben­so nach des­sen Ende um die Umset­zung sei­ner Beschlüs­se in der sei­ner prie­ster­li­chen Sor­ge zunächst in Rom, dann in Mai­land anver­trau­ten Her­de bemühen.

Dem hei­li­gen Karl war bewusst, dass die Gna­de der hei­li­gen Wei­hen, die ihm in jun­gen Jah­ren gespen­det wor­den waren, ihn und sei­ne per­sön­li­chen Gaben umge­stal­tet hat­te, sodass er in der Erfül­lung sei­ner hohe­prie­ster­li­chen Auf­ga­ben völ­lig Chri­stus gehör­te. Mit einem sol­chen Geschenk der Gna­de aus­ge­stat­tet zu sein, ver­lang­te, dass der hei­li­ge Karl selbst gegen­über dem klein­sten Detail sei­nes prie­ster­li­che n Dien­stes auf­merk­sam war, sodass er ein treu­er, groß­zü­gi­ger und rei­ner Arzt der See­len sein konn­te. Er hat zu gut jene tie­fe Bedeu­tung des Gleich­nis­ses von den Talen­ten ver­stan­den, in dem unser Herr uns lehrt, die uns anver­trau­ten Talen­te – sei­en es fünf, zwei oder eines – auf­merk­sam im Dienst für den Mei­ster zu nut­zen. Sol­che lie­ben­de Auf­merk­sam­keit, selbst gegen­über den klein­sten Din­gen, ist auch unser Weg zu Freu­de und Frie­de, in unse­rem gegen­wär­ti­gen Leben wie im zukünf­ti­gen. So dür­fen auch wir die Wor­te des Mei­sters an sei­nen Die­ner ver­ste­hen: „Du hast wohl­ge­tan, guter und treu­er Knecht; weil du im Klei­nen treu gewe­sen bist, wer­de ich dir auch Gro­ßes anver­trau­en: Geh ein in die Freu­de dei­nes Herrn.“ ((Mt 25, 21))

Dom Pro­sper Guer­an­ger beschreibt die frü­he Beru­fung des hei­li­gen Karl, sei­nem Onkel, Papst Pius IV., im Werk an der Reform der Kir­che ange­sichts des gewalt­tä­ti­gen Umbruchs der pro­te­stan­ti­schen Revo­lu­ti­on bei­zu­ste­hen, folgendermaßen:

Karl hat nicht gezö­gert. Der Glau­be, der ihm die feh­len­de Erfah­rung ersetz­te, eröff­ne­te ihm die Ein­sicht, dass Rom sich zuerst dem Fluss der Irr­tü­mer, die droh­ten, die gan­ze Welt zu über­flu­ten, ent­ge­gen­stel­len muss­te als ein Damm der unge­teil­ten Wahr­heit, deren Hüter es ist. ((“Charles n’hésita pas. Appelant la foi au secours de son inex­pé­ri­ence, il com­prit qu’au délu­ge d’erreurs sous lequel le mon­de mena­çait de périr, Rome se devait avant tout d’opposer com­me digue l’intégrale véri­té dont elle est la gar­di­en­ne; …“. Pro­sper Gué­ran­ger, L’Année Lit­ur­gi­que, Le Temps aprà¨s la Pentecà´te, Tome VI, 11à¨me éd. (Tours: Mai­son Alfred Mame et Fils, 1925, S. 210. Eng­lish trans­la­ti­on: Pro­sper Gué­ran­ger, The Lit­ur­gi­cal Year, Time after Pen­te­cost, Book VI, tr. The Bene­dic­ti­nes of Stan­brook Abbey (Fitz­wil­liam, NH: Lore­to Publi­ca­ti­ons, 2000), S. 167.))

Der hei­li­ge Karl wid­me­te sich so der kirch­li­chen Dis­zi­plin, damit die Gläu­bi­gen, allen vor­an er selbst, sich mit Bestimmt­heit die Fül­le des Lebens in Chri­stus, in der Leh­re des Glau­bens, der gött­li­chen Lit­ur­gie und der Übung der Tugen­den aneigneten.

Den Dienst des hei­li­gen Karl für Pius IV. im Hin­blick auf die vom Kon­zil von Tri­ent gefor­der­ten Refor­men beschreibt Dom Gueranger:

Er ließ die lit­ur­gi­schen Bücher revi­die­ren und den römi­schen Kate­chis­mus zusam­men­stel­len. Allem vor­an aber war er selbst in allen Din­gen das Bei­spiel der erneu­er­ten Dis­zi­plin, und erwarb sich so das Recht, sei­nen Eifer für oder gegen ande­re zu rich­ten. Die Stadt Rom wur­de durch sei­ne Initia­ti­ve einer heil­brin­gen­den Reform, das erste her­vor­ra­gen­de Bei­spiel. ((“La revi­si­on des liv­res lit­ur­gi­ques, la réd­ac­tion du Caté­chis­me romain l’eurent pour pro­mo­teur. Avant tout, et sur tou­tes cho­ses, il fut l’exemplaire vivant de la disci­pli­ne renou­velée, acqué­rant a insi le droit de s’en mon­trer envers et cont­re tous l’infatigable zéla­teur. Rome, initiée par lui à  la réfor­me salu­t­aire o๠il con­ve­nait quélle précédà¢t l’armée entià¨re des chré­ti­ens, se trans­for­ma en quel­ques mois.“ Ibid., S. 213. Eng­lish trans­la­ti­on: Ibid., S. 169.))

Nach­dem er sei­ne Auf­ga­be in Rom voll­endet hat­te, nahm er die Reform der Kir­che in der Erz­diö­ze­se Mai­land auf sich, deren Erz­bi­schof er gewor­den war. Uner­müd­lich über­blick­te er jedes Detail des kirch­li­chen Lebens in Über­ein­stim­mung mit den Bestim­mun­gen des Kon­zils von Trient.

a8c20f19d1Indem wir heu­te die hei­li­ge Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form des Römi­schen Ritus zele­brie­ren, fällt unser Blick von selbst auf die Wei­se, wie der hei­li­ge Karl mit größ­ter Ener­gie dar­um bemüht war, die unver­gleich­li­che Schön­heit des Ritus der hei­li­gen Mes­se nach dem Wil­len des Kon­zils von Tri­ent zu bewah­ren. Der hei­li­ge Karl hat nicht nur ver­stan­den, dass die auf­merk­sa­me Sor­ge um die Dis­zi­plin des Lebens die Grund­la­ge der wah­ren Got­tes­ver­eh­rung ist, son­dern erblick­te zugleich, wie sich die eigen­tüm­li­che Schön­heit des Ritus der hei­li­gen Mes­se in der Schön­heit eines tugend­sa­men Lebens, eines Lebens rei­ner und selbst­lo­ser Lie­be Got­tes wie des Näch­sten wider­spie­gelt. In die­ser Hin­sicht gab der Hei­li­ge den Gläu­bi­gen detail­lier­te Anwei­sun­gen dar­über, wie die Kir­chen­ge­bäu­de aus­ge­stat­tet sein soll­ten, damit die reli­giö­se Kunst und Archi­tek­tur dem Geheim­nis des Glau­bens die­ne. ((Caro­lus Bor­ro­meo, Inst­ruc­tion­um Fab­ri­cae et Supel­lec­ti­lis Eccle­si­a­sti­cae, Liber II, ed. Mas­si­mo Mari­nel­li (Città  del Vati­ca­no: Libre­ria Edit­ri­ce Vati­ca­na, 2000).)) Man den­ke nur an die wun­der­ba­re Ent­wick­lung, die den Taber­na­kel ins Zen­trum des Chor­rau­mes ver­legt und die auf unse­ren Hei­li­gen zurück­geht. ((Ibid., S. 37–38.))

In die­sen Tagen, in denen es in der Welt wie in der Kir­che zu star­ken Ver­wer­fun­gen kommt, wol­len wir es des­halb nicht ver­säu­men, um die Für­bit­te des hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us für unse­re Bischö­fe zu beten, damit sie durch die Befol­gung des „Geset­zes des Aller­höch­sten“ und durch ihre treue Auf­merk­sam­keit selbst für die gering­sten Details in der Sor­ge an ihrer Her­de vie­le See­len zum ewi­gen Lebe füh­ren. In beson­de­rer Wei­se wol­len wir auch dar­um beten, dass ihr Augen­merk sich der hei­li­gen Lit­ur­gie zuwen­de und die­se für sie selbst und für alle ihrer geist­li­chen Betreu­ung Anver­trau­ten der Ursprung rei­ner und selbst­lo­ser Lie­be zu Gott und dem Näch­sten wird. Der hei­li­ge Karl Bor­ro­mä­us bit­te für uns alle, damit wir durch die Aneig­nung der gesun­den katho­li­schen Leh­re und Dis­zi­plin in der Ähn­lich­keit mit Chri­stus voranschreiten.

Der hei­li­ge Papst Johan­nes Paul II. hat uns in Über­ein­stim­mung mit dem hei­li­gen Karl Bor­ro­mä­us, sei­nem eige­nen Namens­pa­tron, dar­an erin­nert, dass wir ange­sichts der gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit uns nicht selbst oder die Welt ret­ten kön­nen, indem wir „irgend­ei­ne magi­sche For­mel“ fin­den oder indem wir „ein neu­es Pro­gramm erfin­den.“ ((“for­mu­lam veluti «magi­cam» … exco­gi­tan­do «novo con­si­lio». Ioan­nes Pau­lus PP. II, Epi­stu­la Apo­sto­li­ca Novo Mill­en­nio Ine­un­te, “Magni Iubi­la­ei anni MM sub exitum,“ 6 Ianu­ar­ii 2001, Acta Apo­sto­li­cae Sedis 93 (2001), 285, Nr. 29. Eng­lish trans­la­ti­on: Pope John Paul II, Apo­sto­lic Let­ter Novo Mill­en­nio Ine­un­te, “At the Clo­se of the Gre­at Jubi­lee of the Year 2000,“ 6 Janu­a­ry 2001, Bos­ton: Pau­li­ne Books & Media, 2001, S. 39, Nr. 29.)) In unmiss ver­ständ­li­cher Wei­se hat er erklärt:

Nein, wir wer­den nicht durch eine For­mel geret­tet, son­dern von einer Per­son und durch die Ver­hei­ßung, die die­se uns gibt: Ich bin bei euch. ((“Nullo modo: ser­va­bit nos nul­la for­mu­la, ver­um Per­so­na una atque cer­ti­tu­do illa quam nobis Ipsa infun­dit: Ego vobis­cum sum!“ Ibid., 285, Nr. 29. Eng­lish trans­la­ti­on: Ibid., S. 39, Nr. 29.))

Die­ser hei­li­ge Papst hat uns dar­an erin­nert, dass das Pro­gramm, durch das wir die gro­ßen geist­li­chen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit wirk­sam ange­hen kön­nen, am Ende Jesus Chri­stus selbst ist, der für uns in sei­ner Kir­che lebt. Der Papst erklär­te weiter:

Das Pro­gramm liegt schon vor: Seit jeher besteht es, zusam­men­ge­stellt vom Evan­ge­li­um und von der leben­di­gen Tra­di­ti­on. Es fin­det letzt­lich in Chri­stus selbst sei­ne Mit­te. Ihn gilt es ken­nen­zu­ler­nen, zu lie­ben und nach­zu­ah­men, um in ihm das Leben des drei­fal­ti­gen Got­tes zu leben und mit ihm der Geschich­te eine neue Gestalt zu geben, bis sie sich im himm­li­schen Jeru­sa­lem erfüllt. Das Pro­gramm ändert sich nicht mit dem Wech­sel der Zei­ten und Kul­tu­ren, auch wenn es für einen ech­ten Dia­log und eine wirk­sa­me Kom­mu­ni­ka­ti­on die Zeit und die Kul­tur berück­sich­tigt. ((“Iam enim prae­sto est con­si­li­um seu «pro­gram­ma»: illud nem­pe quod de Evan­ge­lio deri­vatur sem­per viva­que Tra­di­tio­ne. Tan­dem in Chri­sto ipso depre­hen­ditur istud, qui sane cogno­s­cen­dus est, dili­gen­dus atque imitan­dus, ut vita in eo tri­ni­ta­ria duca­tur et cum eo histo­ria ipsa trans­fi­gu­retur ad suam usque in Hie­ros­oly­mis cae­le­sti­bus con­sum­ma­tio­nem. Insti­tutum enim hoc, vari­an­ti­bus qui­dem tem­po­ri­bus ipsis atque cul­tu­rae for­mis non muta­tur quam­vis ratio­nem qui­dem habeat tem­po­ris et cul­tu­rae, ut ver­um insti­tuat diver­bi­um effi­cacem­que com­mu­ni­ca­tio­nem.“ Ibid., 285–286, Nr. 29. Eng­lish trans­la­ti­on: Ibid., S. 39–40, Nr. 29.))

Kurz gesagt, das Pro­gramm, das uns zur Frei­heit und zum Glück führt, ist für einen jeden von uns die Hei­lig­keit des Lebens in Über­ein­stim­mung mit dem Lebens­stand. Möge der hei­li­ge Karl Bor­ro­mä­us unser gro­ßer Leh­rer und Für­spre­cher dar­in sein, unse­rer Beru­fung zur Hei­lig­keit immer voll­kom­me­ner zu ent­spre­chen. Erhe­ben wir also nun unse­re Her­zen, ver­eint mit dem unbe­fleck­ten Her­zen der Got­tes­mut­ter, zum glor­rei­chen durch­bohr­ten Her­zen Jesu, das für uns im eucha­ri­sti­schen Opfer offen­steht. Erhe­ben wir zum Her­zen Jesu die Inten­tio­nen der Kir­che in unse­ren Tagen, allem vor­an die Absicht der treu­en Anhäng­lich­keit an Leh­re und Dis­zi­plin, selbst in den klein­sten Din­gen. Im eucha­ri­sti­schen Her­zen Jesu wer­den unse­re Her­zen gleich dem Her­zen des hei­li­gen Karl von der Sün­de geheilt und in der Ver­eh­rung der Dis­zi­plin ent­flammt, durch wel­che wir täg­lich in der Lie­be zu Gott und zu unse­rem Näch­sten wachsen.

Herz Jesu, Heil aller, die in dich ver­trau­en, erbar­me dich unser!
O Maria, ohne Sün­de emp­fan­gen, bit­te für uns, die wir unse­re Zuflucht zu dir nehmen!
Hei­li­ger Karl Bor­ro­mä­us, Bischof und Beken­ner, bit­te für uns!

Ray­mond Leo Car­di­nal BURKE

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Bil­der: Una Voce Austria

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