Katalanen senden Mega-Botschaft an Papst Franziskus

Abtei Montserrat: Riesentransparent mit Unabhängigkeits-Botschaft an Papst Franziskus
Abtei Mont­s­er­rat: Rie­sen­trans­pa­rent mit Unab­hän­gig­keits-Bot­schaft an Papst Fran­zis­kus

(Madrid) Vor der Kir­che der Bene­dik­ti­ner­ab­tei Mont­s­er­rat ent­roll­ten am ver­gan­ge­nen Sonn­tag tau­send Per­so­nen ein rie­si­ges Trans­pa­rent mit einer Bot­schaft an Papst Fran­zis­kus. In gigan­ti­schen Buch­sta­ben stand dar­auf geschrie­ben: „Sua San­ti­tà , cata­la­ni liber­ta­ti suf­frag­unt“. Das ver­wen­de­te Latein war zwei­fel­haft, die Bot­schaft aber klar: „Eure Hei­lig­keit, die Kata­la­nen wäh­len die Frei­heit“. Gemeint ist damit die Volks­ab­stim­mung am kom­men­den 9. Novem­ber, bei der die Bevöl­ke­rung der auto­no­men spa­ni­schen Regi­on Kata­lo­ni­en dar­über ent­schei­det, ob sie ein von Spa­ni­en unab­hän­gi­ger sou­ve­rä­ner Staat wer­den oder bei Spa­ni­en blei­ben will.

Die Abtei Mont­s­er­rat ist der bekann­te­ste Mari­en­wall­fahrts­ort Kata­lo­ni­ens, der für das Natio­nal­be­wußt­sein der Kata­la­nen eine star­ke sym­bo­li­sche Bedeu­tung hat. Die Abtei war wäh­rend der Fran­co-Herr­schaft ein Rück­zugs­ort für die damals ver­bo­te­ne kata­la­ni­sche Spra­che.

Wäh­rend die kata­la­ni­sche Regie­rung, die Par­la­ments­mehr­heit und wich­ti­ge Tei­le der Gesell­schaft die Durch­füh­rung der Volks­ab­stim­mung betrei­ben, sucht die spa­ni­sche Regie­rung nach Wegen, die Abstim­mung zu ver­bie­ten.

Riesentransparent auf „Heiligem Berg“ Kataloniens

Transparent vor der Wallfahrtskirche von Montserrat
Trans­pa­rent vor der Wall­fahrts­kir­che von Mont­s­er­rat

Aus die­sem Grund rich­te­te eine kata­la­ni­sche Initia­ti­ve die Bot­schaft an Papst Fran­zis­kus, um auf das Anlie­gen der Unab­hän­gig­keits­be­we­gung auf­merk­sam zu machen. Die im Gebir­ge nahe der kata­la­ni­schen Haupt­stadt Bar­ce­lo­na gele­ge­ne Abtei von Mont­s­er­rat gilt als „Hei­li­ger Berg“ Kata­lo­ni­ens. Durch­ge­führt wur­de die Akti­on von der Assem­blea Nacio­nal Cata­la­na (ANC), einer über­par­tei­li­chen Initia­ti­ve, die sich mit kei­ner poli­ti­schen Par­tei iden­ti­fi­ziert.

Das Mega-Trans­pa­rent ist Teil einer „inter­na­tio­na­len Bot­schaft“, die seit Juli an füh­ren­de Per­sön­lich­keit gerich­tet wird. Den Auf­takt mach­te am 11. Juli eine Wand­ma­le­rei im Stil des Mura­lis­mus, die sich an US-Prä­si­dent Barack Oba­ma rich­te­te. Es folg­ten wei­te­re Bot­schaf­ten an den desi­gnier­ten EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten Jean-Clau­de Juncker, den Prä­si­den­ten des Euro­päi­schen Par­la­ments Mar­tin Schulz, Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel, Frank­reichs Staats­prä­si­dent Fran­çois Hol­lan­de, den bri­ti­schen Pre­mier­mi­ni­ster David Came­ron, Ita­li­ens Mini­ster­prä­si­den­ten Matteo Ren­zi und UNO-Gene­ral­se­kre­tär Ban Ki-moon. Die jüng­ste Bot­schaft, jene von Mont­s­er­rat, war an Papst Fran­zis­kus gerich­tet

Jau­me Mar­fa­ny, der stell­ver­tre­ten­de ANC-Vor­sit­zen­de bedank­te sich bei der Bene­dik­ti­ner­ab­tei für die Bereit­schaft, die Schirm­herr­schaft über die Initia­ti­ve zu über­neh­men.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: ANC/Vatican Insi­der

23 Kommentare

  1. Als jahr­zehn­te­lan­ger Spa­ni­en­fah­rer und Lieb­ha­ber die­ses tra­di­ti­ons­be­la­de­nen, ehe­dem so vor­bld­lich katho­li­schen Lan­des blu­tet mir das Herz. Wie kann ein trad­ti­ons­rei­ches Klo­ster sol­che auf­rüh­re­ri­schen Kund­ge­bun­gen zulas­sen, gar noch unter­stüt­zen? Die­se Sezes­sio­ni­sten kom­men aus der lin­ken, alt­kom­mu­ni­sti­schen Ecke, an ihren Alt­vor­dern klebt das Blut zehn­tau­sen­der Prie­ster und Ordens­leu­te!
    Tja, in der Kon­zils­kir­che gibt es nur noch das natio­nal­kirch­li­che Prin­zip, auch wenn das gegen jede kirch­li­che Leh­re geht. Vor 1962 wären Bischö­fe wie die in Kata­lo­ni­en exkom­mu­ni­ziert wor­den.
    Der unver­ges­se­ne Gene­ra­lisi­mo Fran­co, der treue­ste Sohn, den die Kir­che im 20. Jahr­hun­dert unter den Staats­män­nern hat­te, ein Garant der Ein­heit des Hei­li­gen Spa­ni­en, wür­de sich im Gra­be her­um­dre­hen.

  2. Man soll­te nicht Äpfel mit Bir­nen ver­tau­schen. Es gibt offen­sicht­lich Grün­de, wes­halb die Kata­la­nen die­se „Ein­heit“ mit Spa­ni­en ver­las­sen wol­len. War­um sol­len nur die Kasti­lier bestim­men kön­nen (sie haben einen Staat), aber nicht die Kata­la­nen (sie haben kei­nen Staat).
    Frü­her war Kata­lo­ni­en durch eine Per­so­nal­uni­on mit Ara­gon, dann mit Kasti­li­en ver­bun­den. Das nann­te sich Gleich­be­rech­ti­gung. Dann aber wur­de Kata­lo­ni­en unter den Bour­bo­nen vom stär­ke­ren Kasti­li­en in der Zeit des auf­ge­klär­ten Abso­lu­tis­mus (18. Jahr­hun­dert) unter­ge­but­tert. Dann folg­te mit der Fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on der Natio­na­lis­mus und da kann es bekannt­lich „nur einen“ geben. Und der hieß in Spa­ni­en Kasti­li­en. Die klei­ne­ren Natio­nen (Kata­la­nen, Bas­ken, Gali­cier) soll­ten in der gro­ssen auf­ge­hen, wenn nicht frei­wil­lig, dann mit Gewalt. Frank­reich war das „gro­sse“ Vor­bild (gegen Okzi­ta­nen, Bre­to­nen, Elsäs­ser und Deutsch-Loth­rin­ger, Fla­men, Fran­ko­pro­venza­len, Kor­sen).
    Wenn es Fran­co nur um die berech­tig­te Bekämp­fung kom­mu­ni­sti­scher Umtrie­be in Kata­lo­ni­en ging, war­um hat er dann gleich die gan­ze kata­la­ni­sche Spra­che ver­bo­ten. Das war eben der kasti­li­sche Kolo­nia­lis­mus, der sich nun wohl rächt.

  3. Fran­co wuß­te, war­um er die kata­lo­ni­sche Spra­che ver­bot. Damit hat er dem Auf­ruhr und der inne­ren Unord­nung ein ent­schei­den­des Mit­tel aus den Hand genom­men. Die Kata­la­nen waren in ihrer Mehr­heit immer links und Revo­luz­zer, und alles ande­re als gute Katho­li­ken.

    Man lese ein­mal die vor kata­lo­ni­schem „Natio­nal­stolz“ trie­fen­den anto­spa­ni­schen Memoi­ren des berühm­ten kata­lo­ni­schen Cel­li­sten und Beton­kom­mu­ni­sten Pablo Casa­ls.

    • @Traditionstreuer. Sie haben voll­kom­men Recht. Fran­co — seli­gen Ange­den­kens — hat­te voll­kom­men rich­tig gehan­delt als er die­se auf­rüh­re­ri­sche Pro­vinz an die Kan­da­re nahm. Die Unab­hän­gig­keits­be­stre­bun­gen kamen immer aus der ultra­lin­ken Ecke. Eine Abspal­tung Kata­lo­ni­ens wäre ein fal­sches Signal, wel­ches dann gleich die näch­ste Sezes­si­on, näm­lich die des Bas­ken­lan­des nach sich zie­hen wür­de. Der von mir so hoch ver­ehr­te Fran­co dreht sich schon lan­ge in sei­nem Gra­be um, wenn er sieht wie mora­lisch ver­kom­men sein Land ist. Der kürz­lich zurück­ge­tre­te­ne König Juan Car­los hat dies zu ver­ant­wor­ten, denn er hat Fran­co und sein Lebens­werk schon an des­sem Ster­be­bett ver­ra­ten. Tief war mei­ne Trau­er 1975 beim Able­ben die­ses gro­ßen, wahr­haft katho­li­schen Staats­man­nes. Er soll­te selig gespro­chen wer­den.

  4. @Catalan
    Und was wird mit den Spa­ni­ern in Kata­lo­ni­en die Spa­ni­er blei­ben wol­len? Schau­en wir in die Ukrai­ne, dort läuft zur Zeit in Lehr­film ab was so alles pas­sie­ren kann. Wem nützt es?
    Ich per­sön­lich kann mir nicht vor­stel­len das Chri­stus sich an der Feind­schaft zwi­schen Kata­la­nen und Spa­ni­ern erfreu­en tut. Dafür dürf­te es wohl ande­re Spe­zia­li­sten geben.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • @Shuca
      War­um küm­mern Sie nur die Spa­ni­er, die in Kata­lo­ni­en woh­nen, also nicht in ihrem Land? Und die Kata­la­nen? Haben die kei­ne Rech­te? Nicht ein­mal in ihrem eige­nen Land?
      Es braucht Gerech­tig­keit. Dar­um geht es, um gerech­te Lösun­gen. Kein Volk hat das Recht über ein ande­res Volk zu herr­schen, aus­ge­nom­men, man einigt sich frei­wil­lig dar­auf.
      Der christ­li­che Gedan­ken ist ein gerech­ter Herr­scher. Das war die Figur des gesalb­ten Kai­sers oder Königs, der über ver­schie­de­ne Län­der und Völ­ker regier­te. Es ging aber nie um die Herr­schaft eines Vol­kes über ein ande­res.
      Das Pro­blem Ukrai­ne liegt genau dar­in. Anstatt, daß sich bei­de Sei­ten (West-Ukrai­ner und Ost-Ukrai­ner) zusam­men­set­zen und die gegen­sei­ti­gen Rech­te aner­ken­nen, will eine Sei­te über die ande­re herr­schen. Die Macht ist schreck­lich kor­rum­pie­rend. Sie kann im Hand­um­dre­hen auch den kor­rum­pie­ren, sobald er Macht in die Hand bekommt, der bis gestern noch unter der Macht eines ande­ren gelit­ten hat.
      Per me reges regnant, steht auf der Kai­ser­kro­ne mit der Chri­stus­dar­stel­lung. Es heißt nicht, ein Volk herr­sche über das ande­re, son­dern ein christ­li­cher Herr­scher, ein gerech­ter Herr­scher. Und der wird kein Volk unter­drücken oder des­sen Spra­che ver­bie­ten.

      @Traditionstreuer
      Mir scheint nicht, daß die Leh­re der Kir­che sagt: Katho­li­sche Völ­ker sol­len über nicht-katho­li­sche Völ­ker herr­schen. Die Kasti­lier sind nicht bes­ser als die Kata­la­nen. Die Kata­la­nen nicht bes­ser als die Kasti­lier.
      Wür­den Sie, wäre die Geschich­te anders­rum ver­lau­fen und nicht Madrid, son­dern Bar­ce­lo­na die Haupt­stadt Spa­ni­ens, nun die Kasti­lier rügen, wenn sie sich von Kata­lo­ni­en los­tren­nen möch­ten?
      Als Chri­sten haben wir die Auf­ga­be dafür zu beten, daß alle Län­der katho­lisch wer­den. Die kata­la­ni­schen Bischö­fe han­deln daher völ­lig rich­tig. Wenn das Volk die Unab­hän­gig­keit will, dann haben die Bischö­fe sie dar­in zu unter­stüt­zen. So wie sie dafür zu sor­gen haben, daß Kata­lo­ni­en katho­lisch ist, ob als eigen­stä­ni­ger Staat oder in Spa­ni­en.

      • @Catalana
        Beant­wor­ten sie die­se Fra­ge so wie sie den­ken ohne Umschwei­fe.
        Ist Chri­stus für die Unei­nig­keit zwi­schen Kata­la­nen und Spa­ni­ern oder dage­gen und wenn er damit nichts zu tun hat wer könn­te die Strip­pen zie­hen. Aber wir leben schon in einer Zeit wo einer gegen den ande­ren steht. Frau­en gegen die Män­ner und umge­kehrt, Kin­der gegen ihre eige­nen Eltern und umge­kehrt, Vege­ta­ri­er gegen Fleisch­esser, Nicht­rau­cher gegen Rau­cher usw. war­um nicht gan­ze Völ­ker gegen­ein­an­der. Es passt doch alles. Übri­gens mögen sie Josep Guar­dio­la?
        Per Mari­am ad Chri­stum.

      • Man kann immer die fal­schen Fra­gen stel­len.
        Mit links oder rechts hat die Unab­hän­gig­keits­fra­ge nichts zu tun. Spa­ni­en ist genau­so wenig (oder schon) katho­lisch wie Kata­lo­ni­en. Abtrei­bung gibt es da wie dort. Die Finanz­haie bestim­men da wie dort. Das sind alles Fra­gen der Innen­po­li­tik. Die Rede hier ist aber die nach gerech­ten Gren­zen. Der Ver­weis des Stär­ke­ren ist — mit Ver­laub — doch schä­big. Der Stär­ke­re will nie etwas von sei­nem Besitz­stand her­ge­ben. Von Gerech­tig­keit kei­ne Spur.
        Nach Ihrer — erneut mit Ver­laub ziem­lich — selt­sa­men (war­um ver­tre­ten sie so erpicht die Inter­es­sen der herr­schen­den Sei­te?) Logik könn­te man das­sel­be den Chri­sten sagen, die sich vom Ter­ror des Kali­fats tren­nen wol­len. Eben­so hät­te man es den Tsche­chen sagen kön­nen, als sie sich zu recht über die deut­sche Besat­zung beklag­ten.
        Wel­cher Stein fällt aus Spa­ni­ens Kro­ne, wenn Kata­lo­ni­en nicht mehr dazu gehör­te? Nie­mand will den Kasti­li­ern etwas weg­neh­men. Sie wol­len aber unge­rech­te Macht über die Kata­la­nen aus­üben. Unge­recht, weil sie bestim­men wol­len, was den Kata­la­nen „gut­tut“. Dafür aber gibt es kla­re Bezei­chun­gen: Kolo­nia­lis­mus und Fremd­herr­schaft.
        Was kann es in einem solch Fall gerech­te­res geben als eine fried­li­che, demo­kra­ti­sche Volks­ab­stim­mung? War­um also das Geze­ter?

      • Ich habe Ihnen bereits mehr­fach klipp und klar geant­wor­tet. Wenn Sie das nicht sehen wol­len, kann ich nichts machen.
        Sie kom­men vom Hun­dert­sten ins Tau­send­ste: Es geht um die glei­chen Rech­te und die glei­che Wür­de von Völ­ker. Es geht nicht um links oder rechts, um Hoch­fi­nanz oder Brüs­se­lok­ra­tie. Die Bedrän­gung ist in Spa­ni­en die­sel­be wie in Kata­lo­ni­en. Aber Völ­ker sind eine Rea­li­tät für sich. Wir soll­ten sie ach­ten, pfle­gen und erhal­ten mit ihrer Kul­tur, ihrer Geschich­te, ihrer Spra­che.
        Das genaue Gegen­teil geschieht durch die Brüss­le­rer Glo­ba­li­sie­rer, aber nicht min­der durch einen fal­schen Natio­na­lis­mus. Falsch ist er, wenn er nicht das eige­ne ach­te­te, son­dern das ande­re beherr­schen will. So ein­fach ist das. Es ist — ich wie­der­ho­le mich — eine Fra­ge der Gerech­tig­keit. Was man nicht will, daß einem ange­tan wird, soll man auch nicht ande­ren antun. Um es alt­te­sta­ment­lich zu for­mu­lie­ren. Chri­stus hat es noch deut­li­cher gesagt.
        Johan­nes Paul II. hat sehr gut zum rich­ti­gen Natio­nal­be­wußt­sein Stel­lung genom­men. Die Lek­tü­re ist emp­feh­lens­wert. In unse­rer lei­der so inter­na­tio­na­li­sti­schen Welt ein „no go“.

    • Ein schwie­ri­ges The­ma!!! Wäh­rend der Car­li­sten­krie­ge des 19.Jh. kämpf­ten Bas­ken und Kata­la­nen auf der Sei­te der kon­ser­va­ti­ven, erz­ka­tho­li­schen Car­li­sten, wäh­rend die von Mili­tär­lo­gen kon­trol­lier­te Armee die zen­tra­li­sti­schen Libe­ra­len in Madrid unter­stütz­te. Um 1900 änder­te sich die Situa­ti­on: In den Indu­strie­städ­ten Kata­lo­ni­ens und des Bas­ken­lan­des ent­stand aus ein­hei­mi­schen Unter­schich­ten und ver­arm­ten Bauern/Handwerkern sowie zuge­wan­der­ten Süd­spa­ni­ern ein wur­zel­lo­ses Pro­le­ta­ri­at, wel­ches anfäl­lig war für Kom­mu­nis­mus und Anar­chis­mus. Die Armee hin­ge­gen wech­sel­te ins kon­ser­va­ti­ve Lager, nahm aber lei­der ihre zen­tra­li­sti­sche Ein­stel­lung mit. Eines der vie­len Dra­men des Bür­ger­krie­ges war es, dass die Bas­ken und Kata­la­nen auf der Sei­te ihrer nätür­li­chen Fein­de, der lin­ken Internationale=des lin­ken Flü­gels der Glo­ba­li­sie­rung, kämpf­ten. Möge es wie­der so wer­den, wie vor der Napo­leo­ni­schen Inva­si­on, als alle Volks­grup­pen Spa­ni­ens König, Gott und den ererb­ten loka­len Pri­vi­le­gi­en und Tra­di­tio­nen die Treue hiel­ten.

    • Shu­ca!
      Chri­stus lehrt die Völ­ker, das Sub­si­dia­ri­täts­prin­zip zu wah­ren. Daher ist Chri­stus ein Anhän­ger (eigent­lich Stif­ter) des Föde­ra­lis­mus. Daher ist zu fra­gen, ob die­se Gebiets- und Funk­tio­nal­re­form den genann­ten Fun­da­men­tal­prin­zi­pi­en Chri­sti ent­spricht. Eini­ges sieht danach aus, wes­we­gen wir den Kata­la­nen nicht ihren Anti­ka­tho­li­zis­mus vor­hal­ten dür­fen, son­dern ihr Sebst­be­stim­mungs­recht bezüg­lich ihrer Staat­lich­keit ach­ten müs­sen.

      • @arrow
        „Daher ist Chri­stus ein Anhän­ger (eigent­lich Stif­ter) des Föde­ra­lis­mus.“
        Da kann ich nicht mit­hal­ten. Für mich ist er der Sohn Got­tes.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

  5. Eine rei­ne Frei­mau­rer­ka­ba­le! Wozu wol­len sich die­se lin­ken Hoch­ver­rä­ter von Spa­ni­ens Kro­ne tren­nen? Um sich gleich­zei­tig der Brüs­se­ler Logen­dik­ta­tur zu unter­wer­fen! Es geht nur dar­um, eine gro­ße, freie und stol­ze, in Tei­len noch immer katho­li­sche, Nati­on zu zer­schla­gen, um die Scher­ben leich­ter zu unter­jo­chen. Das­sel­be ist es mit den Spal­tungs­ten­den­zen in Ita­li­en.
    @Traditionstreuer: Ich tei­le Ihre Beur­tei­lung des gro­ßen Gau­dil­lo voll­in­halt­lich!

  6. @Catalan
    „Man kann immer die fal­schen Fra­gen stel­len.“
    Und sie haben mei­ne Fra­ge nicht beant­wor­tet. Es gibt nur ein kla­res Ja oder Nein. In der neu­en Welt­ord­nung wer­den Gren­zen kei­ne Rol­le spie­len und Kata­lo­ni­en will Gren­zen zu Spa­ni­en. Da lachen sich ja alle Frei­mau­rer die­ser Welt scheckig. Kata­lo­ni­en ist voll Auto­nom und kann machen was es will. Was wol­len sie eigent­lich noch? Natür­lich ist der Raum Bar­ce­lo­na wirt­schaft­lich stär­ker als der Rest Spa­ni­ens. Ist das der Grund? Aber das glau­be ich nicht. Unei­nig­keit ist das Ziel, mög­li­cher­wei­se mit ver­hee­ren­den Fol­gen. Ich soll auf der Sei­te der herr­schen­den Klas­se ste­hen? Mit Ver­laub, ich bin im Kom­mu­nis­mus groß gewor­den und bin aut­ark gegen­über allen Macht­stre­ben die­ser Welt. Ich glau­be nur das die gro­ße Mas­se dumm ist, eben wie eine Schaf­her­de eben so ist. Sie braucht gute Hir­ten die sie zu flie­ßen­den Was­ser führt und nicht in sinn­lo­se Kon­flik­te. Viel­leicht könn­te Bay­ern sich auch von Deutsch­land abspal­ten wie Kata­lo­ni­en. Mal sehen ob das auch so lau­fen wür­de.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Shu­ca,
      Sie dür­fen das Ver­sa­gen der spa­ni­schen Kro­ne bei der Ver­tei­di­gung des Glau­bens nicht ver­ges­sen.

      • @arrow
        „Shu­ca,
        Sie dür­fen das Ver­sa­gen der spa­ni­schen Kro­ne bei der Ver­tei­di­gung des Glau­bens nicht ver­ges­sen.“
        Dar­um geht es mir doch gar nicht. Ich glau­be das die Abspal­tung Kata­lo­ni­ens von Spa­ni­en nicht im Sin­ne des Herrn ist. Mehr woll­te ich gar nicht sagen.
        Per Mari­am ad Chri­stum.

  7. Ich selbst bin für ein Euro­pa der Völ­ker. Ein jeder Mensch braucht eine Hei­mat, und er darf nicht kul­tur­los auf­wach­sen. Stets muss er sei­ne kul­tu­rel­len Wur­zeln spü­ren.

    Natio­nal­staa­ten sind daher für mich künst­li­che Gebil­de. Schau­en wir nach Ex-Jugo­sla­wi­en, schau­en wir in den Irak, Schau­en wir nach Bel­gi­en, ja schau­en wir selbst nach Deutsch­land.

    Wenn ich nach Bay­ern rei­se, möch­te ich gern die bay­ri­sche Kul­tur sehen, also Trach­ten, Essen, Kunst, Volks­fe­ste. Wenn ich zu den Sor­ben rei­se, oder zu den Frie­sen, möch­te ich gern deren Kul­tur sehen. Natio­nal­staa­ten zer­stö­ren die­se Kul­tur mehr, als das sie sie bewah­ren. Ich hät­te also nichts dage­gen, wenn die Bay­ern sich abspal­ten möch­ten, um ihre Iden­ti­tät zu bewah­ren, bevor die­se im rie­si­gen EU-Mahl­werk unter­geht.

    Wie schaut es heu­te aus?

    Egal ob Lon­don, Madrid, Rom oder Rostock, die Men­schen sehen gleich aus, tra­gen die glei­che Klei­dung, essen ähn­li­che Spei­sen und Geträn­ke, besu­chen ähn­li­che kom­mer­zi­el­le Feste. Welch ein Ver­lust an kul­tu­rel­ler Iden­ti­tät!

    • Genau dies ist das Pro­blem bei uns Kon­ser­va­ti­ven: Das Ver­men­gen von Nati­on und Nationalstaat.Das Mit­tel­al­ter mag sei­ne Nach­tei­le und dun­ke­len Sei­ten gehabt haben, aber ande­rer­seits haben wir Errungs­chaf­ten des Mit­tel­al­ters bis heu­te nicht erreicht. Wie bru­tal waren die Kämp­fe zwi­schen Fran­ken und Sach­sen, und doch haben die Sach­sen nach ihrer Chri­stia­ni­sie­rung das frän­ki­sche Reich beerbt und zu sei­ner höch­sten Voll­endung geführt-dem Hei­li­gen Römi­schen Reich Deut­scher Nation…und wenn man sich ansieht, was nach dem HRRDN so alles kam, so war es gar nicht ein­mal schlecht. Die Deut­schen waren in die­sem Impe­ri­um das „Kern­volk“, doch war die Reichs­ideo­lo­gie vom Chri­sten­tum geprägt. Des­we­gen war es Papst­tum und Otto­nen mög­lich, ehe­ma­li­ge Fein­de wie Wikin­ger, Ungarn und Sla­wen für das Abend­land zu gewin­nen-Völ­ker, die dann wäh­rend der Kreuz­zü­ge, bei der Abwehr der Pet­sche­ne­gen, Kuma­nen, Mon­go­len, Osma­nen und Tata­ren zum Schwert und Schild des Abend­lan­des wur­den. Das sel­be sehen wir im Osten:Bulgaren, Rus­sen und Ser­ben ver­such­ten Kon­stan­ti­no­pel zu erobern, über­nah­men aber auch die Ortho­do­xie und wur­den nach der Erobe­rung Kon­stan­ti­no­pels durch die Tür­ken zu ihrem Erben. Die Nati­on als Hüte­rin des glei­chen Blu­tes, der mate­ri­el­len und gei­sti­gen Schät­ze eines Vol­kes, der Spra­che und Kul­tur ist etwas hei­li­ges, aber seit spä­te­stens der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on kann der Natio­nal­staat auch gegen die Nati­on ein­ge­setzt wer­den. Ich bin froh, dass ich die­se Ent­schei­dung- den Erhalt des ruhm­rei­chen Spa­ni­en oder grund­sätz­lich völ­li­ge Selbst­be­stim­mung für jedes Volk-nicht tref­fen muss.

  8. @Catalan: Sie haben alles rich­tig und gut gesagt. In Euro­pa soll­te jedes Volk selbst bestim­men kön­nen über Spra­che und Iden­ti­tät. Das ist näm­lich christ­lich. Wer einer Gemein­schaft das weg­nimmt, begeht Ver­ge­wal­ti­gung. Man hat dann Unter­ta­nen statt christ­li­cher Bür­ger.
    Der Weg des frei­mau­re­ri­schen Natio­nal­staa­tes war und ist ein Irr­weg. Man den­ke nur an die bei­den Welt­krie­ge wie auch an die fürch­ter­li­chen Greu­el­ta­ten, die im Namen der „fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­on“ in Frank­reich selbst und wei­ten Tei­len Euro­pas ver­übt wur­den und bis heu­te nicht ver­narbt sind.

    In Euro­pa war frü­her, lan­ge vor­bei, der christ­li­che Kai­ser Garant für die Ach­tung und Respek­tie­rung der Völ­ker unter­ein­an­der. Geklappt hat das nicht immer, wenn man an die Eid­ge­nos­sen­schaft denkt- Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel. Aber ins­ge­samt war und ist es das ein­zi­ge „Kon­zept“ für Wahr­heit und Gerech­tig­keit.

    Kata­lo­ni­en hat das Recht auf eige­ne Spra­che und Iden­ti­tät, wie auch Kasti­li­en das Recht auf eige­ne Spra­che und Iden­ti­tät hat, und wie auch Por­tu­gal das Recht auf eige­ne Spra­che und Staat hat.
    Auch die Deut­schen haben die­ses Recht, näm­lich auf eige­ne Spra­che und Iden­ti­tät. Das ist abso­lut nicht (mehr) selbst­ver­ständ­lich.

  9. „die damals ver­bo­te­ne kata­la­ni­sche Spra­che“

    Im Amts­ge­brauch, aber nicht auf der Stra­sse.

  10. @Catalan
    „Das genaue Gegen­teil geschieht durch die Brüss­le­rer Glo­ba­li­sie­rer, aber nicht min­der durch einen fal­schen Natio­na­lis­mus.“
    Ja genau das ist der Punkt der mich so ner­vös macht. Bei­de Din­ge wer­den von der ein und der sel­ben Sei­te gesteu­ert.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • @Catalan
      „fal­scher Natio­na­lis­mus“?
      Ich bin deut­scher Patri­ot und vor Chri­stus beken­ne ich das der pol­ni­sche Katho­lik für mich ein Bru­der ist. Ich hab Mont­s­er­rat genau­so ger­ne wie Sant­ia­go de Com­po­ste­la.
      Ver­ste­hen sie mein glo­ba­les Den­ken?
      Per Mari­am ad Chri­stum.

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