Die Löwen kommen

Die-Loewen-kommen-Warum-Europa-und-Amerika-auf-eine-neue-Tyrannei-zusteuernBeim Stu­di­um der gut 500 Sei­ten des Wer­kes „Die Löwen kom­men. War­um Euro­pa und Ame­ri­ka auf eine neue Tyran­nei zusteu­ern“ ent­wickelt der Leser einen hei­li­gen Zorn. Nicht jedoch dem Autor gegen­über. Viel­mehr ist Vladimà­r Pal­ko – slo­wa­ki­scher Poli­ti­ker und ehe­ma­li­ges Regie­rungs­mit­glied, der­zeit Dozent für Mathe­ma­tik – aus­drück­lich zu dan­ken für sein Buch, das 2012 in der Slo­wa­kei erschien und in die­sem Jahr vom „fe-medi­en­ver­lag“ auf Deutsch ver­öf­fent­licht wur­de. Pal­ko steht kurz davor, sei­ne Leser mit zahl­lo­sen Fak­ten zu über­wäl­ti­gen, die anschau­lich dar­le­gen, dass sich seit dem Fall des Kom­mu­nis­mus das Chri­sten­tum in Euro­pa kei­nes­wegs frei ent­fal­ten kann. (Der Ver­zicht auf Fuß­no­ten ist übri­gens, dies sei gleich zu Beginn bemerkt, die ein­zi­ge signi­fi­kan­te Schwä­che an „Die Löwen kom­men“.) Statt­des­sen ist es gera­de dem „Westen“ zu ver­dan­ken, dass Chri­sten und mit ihnen sym­pa­thi­sie­ren­de Per­so­nen ver­folgt wer­den – nicht phy­sisch, in der Regel, aber auf ande­re, nicht weni­ger pro­ble­ma­ti­sche Arten. Und hier ent­wickelt sich der erwähn­te hei­li­ge Zorn: zunächst auf die poli­ti­sche Herrscher­klas­se, aber auch auf die erbärm­lich schwa­che kirch­li­che Hier­ar­chie, die, anstatt durch­zu­grei­fen, sich bei der Welt anbie­dert.

Die ersten 120 Sei­ten von „Die Löwen kom­men“ beschäf­ti­gen sich mit den Par­al­le­len und Über­schnei­dun­gen zwi­schen der kom­mu­ni­sti­schen Dik­ta­tur, die Vladimà­r Pal­ko in der dama­li­gen Tsche­cho­slo­wa­kei aus näch­ster Nähe erle­ben muss­te, und der anschlie­ßen­den Dik­ta­tur in Namen der Frei­heit und der Tole­ranz, mit wel­cher der Westen im Prin­zip alle ehe­ma­li­gen kom­mu­ni­sti­schen Staa­ten Ost­eu­ro­pas mehr oder weni­ger infi­ziert hat. Die Defi­ni­ti­on von Frei­heit und Tole­ranz ist dabei natür­lich den lin­ken Ideo­lo­gen über­las­sen. Pal­ko betrach­tet in die­sem Zusam­men­hang ver­schie­de­ne Phä­no­me­ne und Per­so­nen, so etwa Hol­ly­wood, Mar­ga­ret San­ger, die „Ame­ri­can Civil Liber­ties Uni­on“, Dani­el Cohn-Ben­dit und Elfrie­de Jeli­nek. Das Fazit: „Die Unter­stüt­zung der Recht­mä­ßig­keit von Abtrei­bun­gen ist ein Kitt, der die Lin­ke in ganz Euro­pa ver­bin­det.“ Drei für Chri­sten nicht ver­han­del­ba­re Punk­te ste­hen im Zen­trum des gesam­ten Buches, um den Nie­der­gang der abend­län­di­schen Zivi­li­sa­ti­on zu zei­gen. Einer­seits ist es das The­ma Abtrei­bung, dann die Eutha­na­sie, und schließ­lich die homo­se­xu­el­le Kampf­pro­pa­gan­da.

„Die Liberalen gewinnen und die Konservativen konservieren diese Siege.“

In den zwei fol­gen­den Kapi­teln, ins­ge­samt unge­fähr eben­so vie­le Sei­ten umfas­send wie der erste the­ma­ti­sche Schwer­punkt, wird die Chro­no­lo­gie des Zusam­men­bruchs, in dem wir uns immer noch befin­den, der aber gleich­zei­tig schon viel zu weit fort­ge­schrit­ten ist, auf­ge­zeigt. Zu die­sem Zweck blickt Pal­ko kurz in die ver­schie­de­nen Staa­ten Nord­ame­ri­kas und Euro­pas und zeigt auf, wie die oben erwähn­ten nicht­ver­han­del­ba­ren Punk­te von der Herrscher­klas­se der jewei­li­gen Bevöl­ke­rung auf­ge­zwun­gen wer­den. Natür­lich sind man­che Staa­ten in der Umset­zung der anti­christ­li­chen Agen­da noch nicht so weit wie ande­re, doch ist das kein Grund zur Beru­hi­gung. Schockie­rend ist, wie durch die Bank es soge­nann­te „Christ­de­mo­kra­ten“ oder „Kon­ser­va­ti­ve“ waren, die jene anti­christ­li­che Agen­da umsetz­ten – sei es durch jäm­mer­li­che Pas­si­vi­tät, durch das Abstim­mungs­ver­hal­ten in den Par­la­men­ten, oder durch das direk­te Aus­ar­bei­ten und Ein­brin­gen von kir­chen­feind­li­chen Geset­zen. Man könn­te rei­hen­wei­se aus „Die Löwen kom­men“ zitie­ren, um dies deut­lich zu machen, aber fol­gen­der Satz fasst die Situa­ti­on kurz zusam­men: „Die Libe­ra­len gewin­nen und die Kon­ser­va­ti­ven kon­ser­vie­ren die­se Sie­ge.“

Zum Ver­sa­gen christ­li­cher Poli­ti­ker, sich deut­lich zu christ­li­chen Prin­zi­pi­en zu beken­nen, schreibt Pal­ko: „Aber gera­de da liegt das Pro­blem. Nur schwam­mi­ge Äuße­run­gen las­sen sich auf die­se Art und Wei­se miss­deu­ten. Wenn jemand einen kla­ren Stand­punkt bezieht, der christ­lich ist, dann kann nie­mand mit irgend­ei­ner Wort­akro­ba­tik dar­aus einen gegen­sätz­li­chen Stand­punkt kon­stru­ie­ren. Die lin­ken Libe­ra­len jeden­falls bezie­hen klar und laut Stel­lung. Die Chri­sten in den ent­spre­chen­den Funk­tio­nen hin­ge­gen reden – im gün­stig­sten Fall – unklar.“

In Groß­bri­tan­ni­en lei­det das Chri­sten­tum beson­ders, da es als „hate crime“ („Ver­bre­chen aus Hass“) gilt, sich kri­tisch zur Homo­se­xua­li­tät zu äußern. Statt die Homo­se­xua­li­tät „ledig­lich“ zu tole­rie­ren sind Chri­sten in der Pra­xis gezwun­gen, sie zu unter­stüt­zen. Die Poli­tik des bri­ti­schen Pre­mier­mi­ni­ster ist alles ande­re als klug. Pal­ko erklärt: „David Came­ron begreift nicht, dass er die Kir­chen zwin­gen will, zwi­schen mora­li­schem und unmo­ra­li­schem Ver­hal­ten nicht mehr zu unter­schei­den. Er will ent­schei­den, was Sün­de ist und was nicht. Damit maßt er sich die Rol­le eines reli­giö­sen Refor­ma­tors an.“ Damit gemeint sind selbst­ver­ständ­lich nicht ech­te reli­giö­se Refor­ma­to­ren wie im Mit­tel­al­ter die Mön­che von Cluny, son­dern Revo­lu­tio­nä­re wie Mar­tin Luther. Wer aber ent­schei­det, was Sün­de ist, der ist nicht nur ein Revo­lu­tio­när, son­dern setzt sich selbst an die Stel­le Got­tes.

Auch Deutsch­land und Öster­reich dis­ku­tiert Vladimà­r Pal­ko in „Die Löwen kom­men“, wobei hier nur kurz und bei­spiel­haft auf das Par­tei­pro­gramm der soge­nann­ten „Christ­de­mo­kra­ten“ in Öster­reich (ÖVP) ver­wie­sen wer­den soll. Der Autor fragt: „Ist es nicht merk­wür­dig, zu wel­chen Tän­zen die Christ­de­mo­kra­ten bereit sind, um zu ver­ber­gen, dass ihre Pro-Life-Ein­stel­lun­gen eigent­lich Pro-Choice-Stand­punk­te sind? In der deut­schen Spra­che gibt es eine Bezeich­nung für einen der­art ver­lo­ge­nen Sprach­ge­brauch, näm­lich das Wort: ‚Jein‘. Jein ist ein biss­chen Ja und ein biss­chen Nein. Und wenn es um das Leben geht, ist das Jein eher ein Nein.“

Und schließ­lich ein letz­tes ernüch­tern­des Zitat, mit dem spä­te­stens klar sein soll­te, wie­so oben vom hei­li­gen Zorn auf die poli­ti­sche Klas­se die Rede war: „Vie­le Staats­ober­häup­ter haben Geset­ze über die Libe­ra­li­sie­rung der Abtrei­bung unter­zeich­net. Vie­le haben Geset­ze über regi­strier­te Part­ner­schaf­ten oder Gay-‚Ehen‘ unter­zeich­net. Aber nur zwei von ihnen haben bereit­wil­lig bei­de unter­zeich­net. Und kei­ner von die­sen bei­den war Sozi­al­de­mo­krat oder Kom­mu­nist gewe­sen. Bei­de waren Katho­li­ken. Einer war der spa­ni­sche König Juan Car­los und der ande­re der katho­li­sche Prä­si­dent von Por­tu­gal.“ Mit Leu­ten wie die­sen in den eige­nen Rei­hen braucht man kei­ne Fein­de mehr!

„Zum Kampfe geboren!“

Die Kapi­tel „Die euro-ame­ri­ka­ni­sche Kul­tur­re­vo­lu­ti­on“ und „Die Löwen kom­men“ lie­fern wei­te­re inter­es­san­te Details zur Stra­te­gie der anti­christ­li­chen Kräf­te, sei es durch die Schaf­fung von „Tat­sa­chen“ durch Gerichts­ent­schei­de oder durch die Ein­fluss­nah­me glo­ba­ler Insti­tu­tio­nen, wozu der Autor auch Mil­li­ar­dä­re wie Geor­ge Soros, Bill Gates und Ted Tur­ner zählt, die durch Spen­den an gut ver­netz­te Orga­ni­sa­tio­nen das Pro­gramm der Fein­de Got­tes för­dern.

Der Autor been­det sein Buch mit zehn Gebo­ten unter dem Mot­to von Papst Leo XIII.: „Chri­sten sind zum Kampf gebo­ren.“ Pal­ko ruft sei­ne Leser dar­in auf, die Wirk­lich­keit zu stu­die­ren, was die poli­ti­sche Situa­ti­on betrifft, und die Wahr­heit zu ver­kün­den. Gleich­zei­tig sol­le man sich auf das Mär­ty­rer­tum vor­be­rei­ten, das wohl nicht die Form der ersten Jahr­hun­der­te annimmt, son­dern unbe­merk­ter erfolgt. Außer­dem sol­le man sich unter­ein­an­der ver­net­zen und aus­tau­schen, nicht ohne auch von Situa­ti­on zu Situa­ti­on die Zusam­men­ar­beit mit Anders­den­ken­den in Erwä­gung zu zie­hen. „Schaf­fen Sie Kul­tur!“, for­dert Pal­ko und spricht damit schließ­lich einen Punkt an, der extrem wich­tig ist. Solan­ge Chri­sten nichts ande­res übrig bleibt, als den Müll zu kon­su­mie­ren, der tag­täg­lich von „con­tent pro­vi­ders“ pro­du­ziert wird, wird sich die Lage kaum bes­sern. Lei­der sind die Män­ner und Frau­en der Kir­che an die­ser ent­setz­li­chen Zer­stö­rung der Kul­tur mit­schul­dig. Wie vie­le Kir­chen wur­den nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil ver­schan­delt – bis heu­te? Wie vie­le groß­ar­ti­ge musi­ka­li­sche Höhe­punk­te wur­den auf­ge­ge­ben zugun­sten von pri­mi­ti­ven und welt­li­chen Melo­dien und Tex­ten?

(K)ein Blick in die Zukunft

Nur am Ran­de behan­delt Vladimà­r Pal­ko sei­ne Visi­on der Zukunft, indem er etwa Erz­bi­schof Charles Cha­put zitiert: „Wir leben in einer Zeit, in der die Kir­che her­aus­ge­for­dert wird, sich zu einer gläu­bi­gen Gemein­schaft im Wider­stand zu wan­deln.“ Cha­put sei, so Pal­ko wei­ter, ein Nach­kom­me eines India­ner­stam­mes: „Lie­be Chri­sten, ein India­ner-Bischof sagt Euch, dass gegen Euch schon lan­ge das Kriegs­beil aus­ge­gra­ben wur­de und dass Euch nichts ande­res bleibt, als dass auch Ihr Euch auf den Kriegs­pfad begebt. Ihr müsst kämp­fen und die gei­sti­gen Wer­te wer­den Eure Waf­fen sein.“ Aller­dings bleibt es dem Leser zu über­las­sen, ob die Situa­ti­on noch ein­mal umge­kehrt wer­den kann, wie es die Opti­mi­sten behaup­ten, oder ob die Kir­che sich zurück­zie­hen und unter dem Radar leben muss. So beschreibt es etwa der außer­ge­wöhn­li­che katho­li­sche Autor Micha­el O’Brien aus Kana­da in „Eclip­se of the Sun“ und „Father Eli­jah“ (wobei letz­te­res Buch in deut­scher Über­set­zung wie „Die Löwen kom­men“ im „fe-medi­en­ver­lag“ erschie­nen ist).

Die Löwen kom­men. War­um Euro­pa und Ame­ri­ka auf eine neue Tyran­nei zusteu­ern
504 Sei­ten, Hard­co­ver

Text: M. Bene­dikt Bue­r­ger
Bild: Ver­lag

12 Kommentare

  1. Ein Dank an die Redak­ti­on für die Ver­öf­fent­li­chung die­ser aus­ge­zeich­ne­ten Rezen­si­on.
    Pal­ko ist der ein­zi­ge (ehe­ma­li­ge) Poli­ti­ker, der eine so kla­re Spra­che wagt. Das Buch for­dert dazu auf aus, den poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit zu ler­nen, die Ent­schei­dungs­trä­ger ein­zu­ord­nen, um der Zukunft ins Auge zu sehen. Das Beur­tei­lungs­kri­te­ri­um ist nur die Tat, wie bereits Chri­stus lehr­te: An den Taten sollt ihr sie erken­nen. Das gilt auch für die heu­ti­ge Poli­ti­ker in Staat und Kir­che!

  2. Noch nie waren wir so nahe an der Zeit von Chri­sti Geburt, oder?
    Es gibt nur einen Gott, aber man bie­dert sich allen an um zu gefal­len, um lieb zu sein, um anzu­kom­men? Hat dies mit dem christl. Glau­ben noch etwas zu tun? Muss ‑auch- die kath. Kir­che sich dem Zeit­geist, dem Gen­der-Main­stream anschlie­ssen?
    War­um nur so blöd?
    Die Wahr­heit, der Glau­be von Jesus Chri­stus, kann sich nicht ändern und noch weni­ger anpas­sen. Die Wahr­heit kann/darf man nicht ver­leug­nen.
    Hof­fent­lich hat Papst Fran­zis­kus end­lich den Mut nicht gefäl­lig und lieb zu sein son­dern die Wahr­heit klar und deut­lich, gele­gen oder unge­le­gen, bekannt zu geben!
    Im Alten Testa­ment wur­de durch die Pro­phe­ten Jesus ange­kün­digt; man hat ihn ver­wor­fen!
    Im Neu­en Testa­ment sind bis zur Offen­ba­rung vie­le Vor­aus­sa­gen klar und deut­lich!
    War­um wol­len auch die Katho­li­ken nicht mehr glau­ben? .. nicht mehr anneh­men? Demut, Gehor­sam und Mässi­gung sind heu­te Fremd­wör­ter.
    Ohne die­se geht gar nichts! Was wären wir Men­schen wenn Gott uns nicht die Frei­heit gelas­sen und gege­ben hät­te?
    War­um kön­nen wir die uns gege­be­ne End­lich­keit nicht akzep­tie­ren?
    War­um hören wir nicht (mehr) auf IHN?
    Hat sich bei der Mensch­heit vor oder nach Chri­sti Geburt etwas geän­dert? War­um haben die Apo­stel, Bischö­fe, Prie­ster, Mär­ty­rer u.v.a.m. ihr Leben gelas­sen?
    Für uns? War­um? Was brin­gen uns die geschei­ten Theo­lo­gen und Aka­de­mi­ker?
    Brau­chen wir nicht drin­gend mehr Bei­spie­le von einem Pfar­rer von Ars? dem Nähr­va­ter Jesus, dem hl. Josef? Kir­chen­leh­rer Augu­sti­nus? Tho­mas von Aquin? Pater Pio oder Franz von Sales?
    Ein­fa­che, demü­ti­ge und gehor­sa­me Prie­ster und Gläu­bi­ge sind gefragt; nichts ande­res, oder?
    Chri­sten­ver­fol­gun­gen sind schlim­mer als zur Zeit des Kom­mu­nis­mus!
    Was ler­nen wir?
    Sind wir durch den Wohl­stand und das (zu) vie­le Geld, abtrün­nig, unge­hor­sam, über­heb­lich, ja selbst­herr­lich gewor­den?
    Also doch so nahe wie noch nie ‑wie zur Zeit von Chri­sti Geburt-?
    Ver­lan­gen wir nicht von den Andern, dass sie sich ändern!
    Fan­gen wir bei uns, bei mir, an! Heu­te, nicht erst mor­gen!
    Wenn jeder, der mei­nen Kom­men­tar liest, heu­te anfängt und es min­de­stens einem Bekann­ten wei­ter­sagt, sind wir auf gutem Weg.
    War­um? Weil Jesus uns immer wie­der eine Chan­ce gibt!
    Wozu hat er gelit­ten? Er ist auf­er­stan­den!
    So sol­len wir ‑nach jeder Nie­der­la­ge- immer wie­der auf­ste­hen und nicht auf­ge­ben!
    Viel Kraft und Mut!
    Und meinst Du mal es geht nicht mehr,
    kommt von irgend­wo ein Licht­lein her!

  3. In Ost­eu­ro­pa kommt eigent­lich nur die jahr­zehn­te­lang nach Westen ver­sprüh­te kom­mu­ni­sti­sche Pro­pa­gan­da und dort dann wei­ter­ent­wickel­te ehe­ma­li­ge eige­ne, ja nie­mals ernst­haft abge­leg­te oder gar über­wun­de­ne, poli­ti­sche Ideo­lo­gie zurück. Biblisch gespro­chen geht es dem Osten wie dem Mann, der sein Haus von einem bösen Geist glaub­te eigen­mäch­tig und ohne Buße rei­ni­gen zu kön­nen (wobei der Osten nicht ein­mal das getan hat!) und sich damit die Rück­kehr des­sel­ben in Gesell­schaft mit noch wei­te­ren bösen Gei­stern ein­han­del­te.
    „Es war mit die­sem Mann schlim­mer als zuvor.“
    So heißt es sinn­ge­mäß in der Schrift.

    Jahr­zehn­te­lang waren die west­li­chen Gesell­schaf­ten von sowjet­fi­nan­zier­ten Spio­nen unter­wan­dert wor­den. Jahr­zehn­te­lang wur­de im Westen durch ein­ge­schleu­ste russische/osteuropäische Kom­mu­ni­sten das Den­ken aus­ge­höhlt und ver­dor­ben.

    Russ­land (und die Staa­ten des ehem. War­schau­er Pak­tes) ern­tet nur, was es gesäht hat, und hat kei­nen Grund, sich zum heroi­schen Tugend­rich­ter oder gar zu einem „Am rus­si­schen Wesen soll die Welt gene­sen“ auf­zu­spie­len.

    Man darf sich fra­gen, ob nicht tat­säch­lich, ver­deckt hin­ter der schein­ba­ren Domi­nanz Ame­ri­kas in Wahr­heit die gan­ze Zeit das kom­mu­ni­sti­sche Russ­land sei­nen Dreck in unse­re Gesell­schaf­ten, auch die ame­ri­ka­ni­sche, getra­gen hat, der jetzt sol­che Sumpf­blü­ten treibt.

    Der Satz des Autors:

    „Außer­dem sol­le man sich unter­ein­an­der ver­net­zen und aus­tau­schen, nicht ohne auch von Situa­ti­on zu Situa­ti­on die Zusam­men­ar­beit mit Anders­den­ken­den in Erwä­gung zu zie­hen“ — ist irgend­wie naiv — wie soll man das tun, wo auch die Kir­che zum gro­ßen Teil kom­mu­ni­stisch oder i.S. kom­mu­ni­sti­scher Denk­wei­sen unter­wan­dert ist und die Tra­di­tio­na­li­sten schlicht und ein­fach kein intel­lek­tu­el­les und erst recht offen­bar auch kein spi­ri­tu­el­les Poten­zi­al haben, und nun prompt und ohne gei­sti­ge Brem­se und ohne die not­wen­di­ge Vor­sicht auf Putin her­ein­fal­len? Man ergeht sich in immer den­sel­ben drei Grund­satz­de­bat­ten, nivel­liert Katho­lisch­sein auf das Ein­hal­ten einer neu­er­fun­de­nen, sehr ver­äu­ßer­lich­ten Tra­di­ti­on mit natür­lich alten Ele­men­ten, die man aus dem Kate­chis­mus und dem Kom­pen­di­um Pius X. destil­liert, dabei mehr oder weni­ger ver­knö­chert.

    Wer soll sich unter den Umstän­den mit wem und wie blei­bend (?) ver­net­zen kön­nen?

    Mit Anders­den­ken­den? Mit Ver­laub — zieht nicht an einem Joch mit den Ungläu­bi­gen heißt es war­nend ind er Schrift.
    Nein — das über­zeugt mich alles nicht.

    • Wann begrei­fen Sie es end­lich, dass der Kom­mu­nis­mus vom Westen in den Osten gelangt ist? Nie.
      Haben Sie noch nie etwas gehört von Karl Marx und Fried­rich Engels?
      Karl Marx hat an der Hum­boldt-Uni in Ber­lin stu­diert, er war maß­geb­lich beein­flusst von dem deut­schen Phi­lo­so­phen Hegel. Den woll­te er vom Kopf auf die Füße stel­len…
      Die klas­sen­lo­se Gesell­schaft, das Para­dies auf Erden ganz ohne Gott, war lei­der auch eine deut­sche Ideo­lo­gie. Karl Marx, jüdi­scher Her­kunft, wur­de in Trier gebo­ren.
      Damit sind sta­li­ni­sti­sche Ver­bre­chen nicht ver­tuscht oder klein­ge­re­det.
      Die Rus­sen erhe­ben nicht den Anspruch, dass an ihrem „Wesen die Welt gene­sen“ soll. Das sag­te man den Deut­schen nach.
      Im übri­gen ist der Autor Pal­ko gar kein Rus­se, son­dern ein slo­wa­ki­scher Poli­ti­ker. Was soll die­ser blin­de Russ­land-Hass?
      Wer fällt von den „Tra­dis“ auf Putin her­ein? Wann und wo, bei wel­cher Gele­gen­heit? Eini­ge wei­gern sich nur, in Putin eine Art Teu­fel zu sehen, die Ver­kör­pe­rung des Bösen. Ihn davor in Schutz zu neh­men heißt noch lan­ge nicht, auf ihn her­ein­zu­fal­len.
      @Zeitschnur, Sie wer­den mir wie­der vor­wer­fen, ich habe es auf Sie abge­se­hen. Ich bin weit davon ent­fernt, ob Sie es glau­ben oder nicht.
      Doch das in dem Bei­trag bespro­che­ne Buch hat mit Putin und Russ­land nichts zu tun.
      Und der Leni­nis­mus oder gar der Sta­li­nis­mus wer­den an west­li­chen Uni­ver­si­tä­ten nicht gelehrt. Son­dern der Mar­xis­mus bez. Neo­mar­xis­mus. Der weder von Lenin, Sta­lin oder Putin erfun­den wur­de, son­dern von dem Deut­schen jüdi­scher Abstam­mung KARL MARX.

      • Gäääähn, wie­der so eine Recht­haber­de­bat­te.

        Wenn zwei Deut­sche, die in Eng­land eine Theo­rie ent­wickeln, machen sie Deutsch­land des­we­gen nicht zum Ver­tei­ler die­ser Idee in aller Welt. Der „Westen“ ist nicht mal Erfin­der die­ser Idee, son­dern eben die­se zwei Män­ner. Die Erfin­der — nicht die Mul­ti­pli­ka­to­ren. Ver­su­chen Sie, die­sen fei­nen Unter­schied irgend­wie hin­zu­neh­men. Ich sag­te Ihnen schon öfters, dass es da einen funk­tio­na­len Unter­schied gibt. Offen­bar ver­ge­bens. Den­noch gibt es ihn… er ist nicht davon abhän­gig, dass Sie ihn sehen.

        Bei sach­li­cher und nüch­ter­ner, um seriö­se histo­ri­sche Lite­ra­tur erwei­ter­ter Lek­tü­re sto­ßen Sie viel­leicht auf die jahr­zehn­te­lan­ge Rea­li­tät, dass der Kom­mu­nis­mus sich eben gera­de nicht in Deutsch­land und von Deutsch­land aus durch­set­zen konn­te, auch sonst nicht im „Westen“, wenn auch für ein paar Jah­re in … (hört! hört!) … äh … Spa­ni­en… aber las­sen wir das… , son­dern — von Russ­land aus! Bing!

        Fakt ist, dass erst durch die Rus­si­sche Revo­lu­ti­on und die geziel­te und mas­si­ve Infil­tra­ti­ons­po­li­tik der Sowjet­uni­on in aller Welt, im Westen unter­schwel­lig, anders­wo durch „Ent­wick­lungs­hil­fe“ und kon­kre­te Revo­lu­ti­ons­un­ter­stüt­zung, Schu­lung der Revo­lu­tio­nä­re im Geist und an der Waf­fe, die kräf­ti­ge „Umer­zie­hung“ und Finan­zie­rung kom­mu­ni­sti­scher Umstürz­ler all­über­all, zu dem auch der „Marsch durch die Insti­tu­tio­nen“ und die 68er Bewe­gung gehö­ren, auch die west­li­chen Gesell­schaf­ten all­mäh­lich und schlei­chend demo­ra­li­siert wur­den — ähn­lich wie wir es inzwi­schen durch die geziel­te Isla­mi­sie­rung mit geld­schwe­ren sau­di-ara­bi­schen und per­si­schen Mit­teln der­zeit erle­ben — und auch da wäre das Argu­ment, das käme aber nicht durch die Waha­bi­ten und Aytol­lahs, weil schließ­lich der isla­mi­sti­sche Ur-Theo­re­ti­ker einst aus Ägyp­ten kam vor 100 Jah­ren ein­fach nur dümm­lich, um es noch mil­de aus­zu­drücken.

        Daher been­de ich hier­mit mit Ihnen die­se unfrucht­ba­re Debat­te und möch­te dar­auf zurück­kom­men, dass ich mir ernst­haf­te Gedan­ken mache, dass die­ses ein­fach gestrick­te anti­west­li­che, oft auch israel­feind­li­che Geschrei, das sich unter Katho­li­ken nun aus­brei­tet, ein­sei­tig und blind für die Gesamt­heit der histo­ri­schen Zusam­men­hän­ge ist.
        Wer es nicht wahr­ha­ben will, der möge gewis­se Sites anse­hen, die man hier nicht nen­nen darf, v.a. eine gewis­se schwei­ze­ri­sche — da wer­den Sie stau­nen, was da alles drauf­steht. Der Putin­wahn ist dort nur eine Macke. Aber auch in die­sem Forum haben Sie die Putin­freun­de.

    • Ziem­lich erschreckend. Was geden­ken sie, mit dem „bösen Geist“ der ehe­ma­li­gen Ost­block­staa­ten zu machen? Und was mit dem „Dreck„aus Russ­land? Um nur zwei ihrer Aus­drücke auf­zu­neh­men (die„Böse Geist Geschich­te“, ja, aus der Bibel). Bzw ‚was MUSS gemacht wer­den? Die (der Mann aus der Bibel…) kön­nen ES ja nicht allei­ne… Das ist nicht unähn­lich, in gewis­ser Hin­sicht, den Reden des msg.Thomas Halik, dem dies­jäh­ri­gen Tem­pel­ton­preis­s­trä­ger. Aller­dings leben dort Men­schen, Fami­li­en ver­wur­zelt in ihrem Glau­ben und Kul­tur…

  4. Die Rezen­si­on über ‚Die Löwen kom­men‘ erin­nert mich an die Bücher Robin de Ruiter’s, ‚Die kom­men­de Tran­si­ti­on‘ und ‚Die 13. sata­ni­schen Blut­li­ni­en‘. Auch er ist Christ und stellt dem Leser in Aus­sicht sich mög­li­cher­wei­se auf ein Mar­ty­ri­um ein­stel­len zu müs­sen. Man­ches aus dem vor­ge­stell­ten Inhalt von ‚Die Löwen kom­men‘ erin­nert mich an die Tex­te Robin de Ruiter’s.

    Was sich auch dar­in her­aus­stellt, ist die Tat­sa­che, dass der Groß­teil der Men­schen nicht sehen kann, wie sich das Unheil um uns her­um schlei­chend ent­wickelt.
    Der Kon­for­mis­mus, Nor­ma­lis­mus und der soge­nann­te Main­stream ver­hin­dern das eigen­stän­di­ge, kri­ti­sche Den­ken. Schließ­lich basie­ren dar­auf die Welt­an­schau­un­gen und per­sön­li­chen Ansich­ten derer, die die katho­li­sche Kir­che man­gels Eigen­in­for­ma­ti­on als Hexenverbrennungs‑, Protz- und Kin­des­miss­brauchs­ver­ein sehen. Die wür­den nie auf die Idee kom­men prak­ti­zie­ren­de Chri­sten zu wer­den, außer ein Wun­der wür­de gesche­hen.
    Da sich die­ses Übel im Glau­bens­ab­fall der letz­ten Jah­re bzw Jahr­zehn­te wie ein Lauf­feu­er, vor allem im deutsch­spra­chi­gen Raum ver­brei­tet hat, sind wir eben da, wo wir heu­te sind. Auch ein gutes Buch um die heu­ti­gen gesell­schaft­li­chen Übel zu ver­ste­hen, ist ‚Die glo­ba­le sexu­el­le Revo­lu­ti­on‘ von Gabrie­le Kuby.

  5. @dhmg
    „Der Kon­for­mis­mus, Nor­ma­lis­mus und der soge­nann­te Main­stream ver­hin­dern das eigen­stän­di­ge, kri­ti­sche Den­ken.“
    Ich stim­me ihnen zu. Aber wenn sie die Hän­de zu Him­mel fal­ten und rufen „War­um läßt Gott das zu“ dann glau­ben sie den Schul­di­gen gefun­den zu haben. Mehr Kri­tik geht nicht mehr.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

  6. Bei die­sen Sät­zen Pal­kos muss­te ich unwei­ger­lich an die Sze­ne­rie vor ca. 100 Jah­ren den­ken:

    „„Schaf­fen Sie Kul­tur!“, for­dert Pal­ko und spricht damit schließ­lich einen Punkt an, der extrem wich­tig ist. Solan­ge Chri­sten nichts ande­res übrig bleibt, als den Müll zu kon­su­mie­ren, der tag­täg­lich von „con­tent pro­vi­ders“ pro­du­ziert wird, wird sich die Lage kaum bes­sern. Lei­der sind die Män­ner und Frau­en der Kir­che an die­ser ent­setz­li­chen Zer­stö­rung der Kul­tur mit­schul­dig. Wie vie­le Kir­chen wur­den nach dem Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil ver­schan­delt – bis heu­te? Wie vie­le groß­ar­ti­ge musi­ka­li­sche Höhe­punk­te wur­den auf­ge­ge­ben zugun­sten von pri­mi­ti­ven und welt­li­chen Melo­dien und Tex­ten?“

    Schaf­fen Sie Kul­tur — bloß wie? Zur Zeit lese ich das Hand­buch zur Kir­chen­ge­schich­te (Hg. Hubert Jedin), die Pon­ti­fi­ka­te Leo XIII. und Pius X. Vor allem Pius X., so krea­tiv und klar er beim Refor­mie­ren der Struk­tu­ren war, so unzwei­fel­haft hei­lig­mä­ßig sei­ne per­sön­li­che Fröm­mig­keit war, scheint doch v.a. eine defen­si­ve Stra­te­gie ver­folgt zu haben — so jeden­falls die Über­le­gung des Autors. Auch schon unter Leo XIII. rang die katho­li­sche Kir­che mit Stil­fra­gen und kam über rück­wärts­ge­wand­te Ori­en­tie­rung tat­säch­lich nicht hin­aus. Gera­de in der Zeit wur­den vie­le „musi­ka­li­sche Höhe­punk­te“ aus den Kir­chen eli­mi­niert.

    Die Katho­li­ken haben nichts in der Hand, womit sie Kul­tur schaf­fen könn­ten — die einen haben sich so ver­welt­licht, dass sie gar kei­ne Katho­li­ken mehr sind, die andern haben sich ein­gei­gelt in die­ser defen­si­ven Ver­knö­che­rung, die lei­der nicht zu einer spi­ri­tu­el­len Erneue­rung geführt hat.

    Das geist­li­che Leben wur­de gera­de unter Tra­di­tio­na­li­sten mehr oder weni­ger in ein rei­nes Moral-Poli­ti­kum umge­deu­tet. Was kann da wach­sen, wenn die ent­spre­chen­den Sze­nen eher wie Treib­häu­ser der Recht­gläu­big­keit wir­ken als wie Stät­ten, in denen der Hei­li­ge Geist frei wehen und Men­schen für sich gewin­nen kann?

    Es ist gut, Regeln ein­zu­hal­ten, aber es ist schlecht, das Leben vor­ran­gig unter dem Gesichts­punkt der Nor­mie­rung zu sehen. Der Glau­be ist und bleibt etwas Frei­es, und nur der per­sön­li­che Glau­be führt zu einer frei­en Beja­hung des Wil­lens Got­tes. Und nur einer, der das bezeugt mit sei­nem Leben, wird ande­re über­zeu­gen.

    Schaf­fen Sie Kul­tur — ja, voher müss­ten wir erst mal frei wer­den dafür, dass wir in der Guss­form Mari­ens zu kul­tur­fä­hi­gen und star­ken Glau­bens­zeu­gen wer­den. Blo­ße Appel­le hel­fen da nichts.

    Ich möch­te noch mal mei­ne Zwei­fel anmel­den, dass man es sich lei­sten kann, wie der Autor es vor­schlägt, mit „Anders­den­ken­den“ punk­tu­ell zusam­men­zu­ar­bei­ten.
    Ich glau­be, dass das eine Milch­mäd­chen­rech­nung ist. Denn so denkt auch Ber­go­glio: Wie­so — wir glau­ben doch alle bloß an einen Gott, da kön­nen wir doch mal zusam­men um Frie­den beten.

    Eines hat die Kir­che immer und über­all („sem­per ubi­que“) tra­diert: dass man mit „Ander­den­ken­den“ kei­ne gemein­sa­me Sache haben kann — auch wenn es glei­che Wor­te sein soll­ten, sind sie doch je anders kon­no­tiert. Erst „das“ Kon­zil hat das auf­ge­ho­ben…

  7. @ Zeit­schnur:
    Viel­leicht fällt Ihnen jetzt was ande­res ein als „Gähn, gähn, gähn“, ich darf aber den­noch fest­stel­len: Die Kom­pe­tenz des Kir­chen­hi­sto­ri­kers Hubert Jedin ist unbe­strit­ten. Als Histo­ri­ker. Den­noch muss man bei jedem Histo­ri­ker unter­schei­den: Wann doku­men­tiert er, wann äußern er und sei­ne Kol­le­gen ihre ganz sub­jek­ti­ve, pri­va­te Mei­nung.

    Ob die „Stra­te­gie“ Pius X. „defen­siv“ war, ist eine Beur­tei­lung, die nur vom per­sön­li­chen Stand­punkt des Histo­ri­kers abhängt. Wer grund­sätz­lich das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil posi­tiv beur­teilt, nur leb­haft sei­ne Fol­gen beklagt, wird Pius X. immer eine „defen­si­ve Stra­te­gie“ unter­stel­len. Das ist noch vor­sich­tig aus­ge­drückt: Die mei­sten Autoren, die nach dem 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil ihre Schrif­ten ver­öf­fent­li­chen, fin­den ihn ein­fach nur reak­tio­när.
    Wer vom 2000jährigen katho­li­schen Glau­ben aus­geht, fin­det sei­ne „Stra­te­gie“ nicht defen­siv, son­dern tief­gläu­big.

    Ener­gisch muss ich Ihnen wider­spre­chen: Der Glau­be ist und bleibt NICHT etwas Frei­es, und Nicht NUR der per­sön­li­che Glau­be führt zur frei­en Beja­hung des Wil­lens Got­tes. Der Glau­be ist uns vor­ge­ge­ben durch die katho­li­sche Kir­che. In ihr hat sich Gott geof­fen­bart, und der Mensch ist nicht frei in sei­nem Glau­ben der gött­li­chen Offen­ba­rung gegen­über. An die­se Frei­heit zu glau­ben ist Sub­jek­ti­vis­mus, Pro­te­stan­tis­mus, Moder­nis­mus, Neo­mo­der­nis­mus in allen Spiel­ar­ten.

    Wenn das fest­steht, und bis zum 2. Vati­ka­ni­schen Kon­zil stand es für alle gläu­bi­gen Katho­li­ken fest, dann stimmt es: Der Glau­be muss per­sön­lich ange­eig­net wer­den, es soll­te eine per­sön­li­che Bezie­hung ent­ste­hen, vor allem eine Chri­stus-Bezie­hung. Sonst ist die Gefahr der Erstar­rung, der Blut­lee­re, des rein äußer­li­chen Voll­zugs kaum zu über­win­den.

    Doch die Chri­stus-Bezie­hung, die Bezie­hung zu Gott, zur aller­se­lig­sten Jung­frau Maria und den Hei­li­gen bedarf eines siche­ren Fun­da­men­tes: des Glau­bens, den die katho­li­sche Kir­che als geof­fen­bart lehrt.
    Den „soge­nann­ten Tra­di­tio­na­li­sten“ droht nicht nur Erstar­rung. Son­dern teil­wei­se auch ein unge­sun­der bis süch­ti­ger Hang, sich an irgend­wel­che Sehe­rin­nen zu bin­den. Was ‚Resi Muster‘ und ihre inzwi­schen unzäh­li­gen Kol­le­gin­nen geschaut und gehört haben, steht dann über der Hei­li­gen Schrift, über dem Dog­ma sowie­so.
    Dass die münd­li­che Über­lie­fe­rung, ver­kün­det durch das unfehl­ba­re Lehr­amt, und die Hei­li­ge Schrift die Quel­len der Offen­ba­rung sind, gerät in Ver­ges­sen­heit.

    Im übri­gen gibt es nicht nur die Tra­di­tio­na­li­sten, die erstarrt sind oder irgend­wel­chen Sehe­rin­nen anhän­gen und nur die völ­lig ver­welt­li­chen Katho­li­ken, die das 2. Vati­ka­ni­sche Kon­zil voll­um­fäng­lich aner­ken­nen. In allen Grup­pie­run­gen gibt es gläu­bi­ge, red­li­che Katho­li­ken, mit denen umzu­ge­hen eine Freu­de ist. Das ist wenig­stens mei­ne Erfah­rung.

    • Dass die Kir­che in unse­rer deka­den­ten west­li­chen Gesell­schaft kei­ne kul­tur­schaf­fen­de Kraft mehr ist, damit muss man sich wohl abfin­den. Abge­se­hen von ihrem der­zei­ti­gen Zustand haben das schon früh­zei­tig katho­li­sche Intel­lek­tu­el­le fest­stel­len müs­sen. Bereits vor dem 2. Welt­krieg. Sie haben sich aber nicht erlaubt, auf ein­zel­ne Grup­pie­run­gen zu schau­en und ihnen dafür die Schuld in die Schu­he zu schie­ben. Die Wirk­lich­keit ist viel­fäl­ti­ger, sehr viel dif­fe­ren­zier­ter.
      Ich darf Ger­trud von le Fort erwäh­nen, aber sie steht nicht allein.

      Wir leben in einer Gesell­schaft, in der die Bun­des­kanz­le­rin, unse­re Über-Mut­ti Ange­la Mer­kel, 60 Jah­re alt gewor­den, strah­lend ihren Kopf auf die Schul­tern des Fuß­bal­lers Lucas Podol­ski legt, als habe sie mit­ge­spielt im Welt­mei­ster­team. „Mut­ti“, die den Kopf auf Pol­dis Schul­tern legt und in die Kame­ras grinst, so wer­den wir reprä­sen­tiert. Nicht nur für Kon­rad Ade­nau­er wäre dies wür­de­los gewe­sen, auch für sei­ne dama­li­gen poli­ti­schen Geg­ner und Riva­len um die höch­sten Ämter in Deutsch­land.…

  8. Wenn ich das Wort „ver­net­zen“ schon höre oder lese.…..

    Man lese den Abschnitt „Zuerst Selbst­re­form.“ aus der „Katho­li­schen Akti­on“ von Prä­lat Robert Mäder.

    Zitat­an­fang:

    … Die Katho­li­sche Akti­on in der Fami­lie beginnt mit der Refor­ma­ti­on des Vaters und mit der Refor­ma­ti­on der Mut­ter. Zuerst ein ande­rer Vater und eine ande­re Mut­ter! Man muß vor­ne anfan­gen. Wie du dei­ne Kin­der haben willst, so seiest du! Vor­ma­chen, nicht vor­re­den! Vor­ma­chen, Vater, das Morgen‑, Abend- und Tisch­ge­bet! Vor­ma­chen den christ­li­chen Sonn­tag­vor­mit­tag und den christ­li­chen Sonn­tag­nach­mit­tag und den christ­li­chen Sams­tag­abend. Vor­ma­chen die Soli­da­ri­tät, die Näch­sten­lie­be, die Gerech­tig­keit! Vor­ma­chen die Beicht und die Kom­mu­ni­on. Die Fami­li­en­re­form beginnt mit der Selbst­re­form, fängt nicht bei du an, son­dern beim ich. …

    Zita­ten­de

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