„Homo-Ehe“ — Erneut berufen sich katholische Politiker auf Papst Franziskus

Katholische Politiker widersprechen der katholischen Lehre und berufen sich auf Papst Franziskus(Lon­don) Die Aus­sa­gen eines Bischofs haben Groß­bri­tan­ni­ens katho­li­sche Poli­ti­ker in Unru­he ver­setzt, die für die „Homo-Ehe“ gestimmt haben. Fol­ge war eine unge­wöhn­li­che Erklä­rung der Bischofs­kon­fe­renz von Eng­land und Wales zur Beru­hi­gung der Gemü­ter. Die Fra­ge ist in den USA viel älter, wäh­rend sie sich in den mei­sten Län­dern des euro­päi­schen Kon­ti­nents wegen der dor­ti­gen Zurück­hal­tung der Bischö­fe bis­her kaum gestellt hat: Wie mit katho­li­schen Poli­ti­kern umge­hen, deren poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen in offe­nem Wider­spruch zur katho­li­schen Leh­re ste­hen? Groß­bri­tan­ni­ens katho­li­sche Abge­ord­ne­te, die für die „Homo-Ehe“ stimm­ten, beru­fen sich gegen den Bischof auf Papst Fran­zis­kus. Seit die Stim­men katho­li­scher Abge­ord­ne­ter im ver­gan­ge­nen Jahr ent­schei­dend waren, um im Staat Illi­nois in den USA eine Mehr­heit für die „Homo-Ehe“ zu erlan­gen, und die  Abge­ord­ne­ten ihre Ent­schei­dung unter Ver­weis auf Papst Fran­zis­kus recht­fer­tig­ten, beru­fen sich in ver­schie­de­nen Län­dern katho­li­sche Poli­ti­ker in ihrer Poli­tik zugun­sten der Homo­se­xua­li­tät auf den Papst, der wei­ter­hin dazu schweigt.

Verweigerung der Kommunion ein „Akt der Barmherzigkeit“

Bischof Phil­ip Egan von Ports­mouth, 2012 von Papst Bene­dikt XVI. ernannt, sag­te vor eini­gen Tagen in einem Inter­view mit der kana­di­schen Lebens­rechts­sei­te Life­Si­teNews, daß es ein „Akt der Barm­her­zig­keit“ ist, jeman­dem die hei­li­ge Kom­mu­ni­on zu ver­wei­gern, der öffent­lich in eine schwe­re Sün­de ver­strickt ist. Die Ver­wei­ge­rung sei eine „medi­zi­ni­sche“ Abhil­fe für Katho­li­ken.

Wenn sich Katho­li­ken in zen­tra­len Fra­gen nicht in Ein­heit mit der Kir­che befin­den, wie zur Fra­ge des Lebens­rechts unge­bo­re­ner Kin­der oder zur Leh­re der Kir­che über die Ehe und die Fami­lie, und für die Gleich­stel­lung gleich­ge­schlecht­li­cher Part­ner­schaf­ten mit der Ehe stim­men, dann soll­ten sie nicht die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on erhal­ten, so der Bischof. „Nie­mand ist gezwun­gen, katho­lisch zu sein“, so Bischof Egan. „Wir sind von Chri­stus geru­fen und Er ist es, der uns aus­er­wählt hat. Es ist eine freie Ent­schei­dung. Wir leben unter dem Wort Got­tes. Das ist nicht mei­ne Wahr­heit, das ist die Wahr­heit Got­tes.“ Es sei zu hof­fen, daß durch eine sol­che Ver­wei­ge­rung „die betrof­fe­ne Per­son in die Gemein­schaft mit dem Herrn, mit der Wahr­heit zurück­kehrt und sagt: Es tut mir leid, ich habe mich ver­irrt“.

Bischof sagte, was jeder Bischöfe laut Kirchenrecht sagen sollte

Die Aus­sa­gen des Bischofs lösten größ­tes Auf­se­hen aus, obwohl sie eigent­lich nichts Auf­se­hen­er­re­gen­des an sich haben. Sie ent­spre­chen dem Canon 915 des Kir­chen­rechts, der die Zulas­sung zur Kom­mu­ni­on allen ver­bie­tet, die exkom­mu­ni­ziert sind oder im Zustand einer schwe­ren und offen­kun­di­gen Sün­de ver­har­ren.

Kar­di­nal Ray­mond Leo Bur­ke, der Prä­fekt der Apo­sto­li­schen Signa­tur, des höch­sten Gerichts­hofs der Kir­che bekräf­tig­te mehr­fach, daß die Per­so­nen, die öffent­lich im Wider­spruch zur kirch­li­chen Leh­re han­deln, nicht zum Kom­mu­nion­emp­fang zuge­las­sen sind.

Unruhe unter katholischen Politikern, weil Bischöfe bisher geschwiegen haben

Auf­se­hen erreg­ten die Wor­te von Bischof Egan ledig­lich, weil die mei­sten Bischö­fe Canon 915 des Kir­chen­rechts igno­rie­ren. Dadurch sind die Katho­li­ken nicht mehr gewohnt, daß in der Kir­che nicht der freie Wil­le Maß­stab ist, son­dern die kirch­li­che Leh­re. Wer die­se miß­ach­tet, stellt sich auto­ma­tisch außer­halb der Kir­che und ver­wirkt sich den Zugang zu bestimm­ten Gna­den­mit­teln. Egans Fest­stel­lung löste Auf­se­hen aus, weil erst­mals ein Bischof in Groß­bri­tan­ni­en Grenz­li­ni­en gezo­gen hat, die eigent­lich jeder Bischof zu zie­hen hät­te.

Die Unru­he war so groß, daß die Bischofs­kon­fe­renz von Eng­land und Wales den katho­li­schen Poli­ti­kern zu Hil­fe eil­te, die für die „Homo-Ehe“ gestimmt hat­ten und unter ande­rem von Bischof Egan gemeint waren. Die Bischofs­kon­fe­renz stell­te sich nicht an die Sei­te ihres Mit­bru­ders im Bischofs­amt, son­dern beru­hig­te mit einer völ­lig unty­pi­schen Erklä­rung die katho­li­schen Poli­ti­ker. Es „gebe kei­ne Plä­ne“ jenen die Kom­mu­ni­on zu ver­wei­gern, die für die „Homo-Ehe“ gestimmt haben, ließ das post­kon­zi­lia­re Kol­le­gi­al­kon­strukt namens Bischofs­kon­fe­renz umge­hend öffent­lich wis­sen.

Bischofskonferenz läßt Bischof im Regen stehen und beruhigt Politiker

Greg Pope, ehe­ma­li­ger Labour-Abge­ord­ne­ter und in der Bischofs­kon­fe­renz für die Bezie­hun­gen zum bri­ti­schen Par­la­ment ver­ant­wort­lich, ver­si­cher­te, daß Canon 915 des Kir­chen­rechts in Groß­bri­tan­ni­en kei­ne Anwen­dung auf die betrof­fe­nen Poli­ti­ker fin­de. Ein ent­spre­chen­des Schrei­ben wur­de mit Zustim­mung der Bischofs­kon­fe­renz an die katho­li­schen Abge­ord­ne­ten ver­schickt.

Die Stel­lung­nah­me von Greg Pope und sein Schrei­ben an die katho­li­schen Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten ist um so erstaun­li­cher, da er selbst von einer even­tu­el­len Anwen­dung von Canon 915 betrof­fen sein könn­te. In sei­ner akti­ven Poli­ti­ker­kar­rie­re stimm­te der heu­ti­ge Mit­ar­bei­ter der Bischofs­kon­fe­renz für die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der, für die Ver­brei­tung künst­li­cher Ver­hü­tungs­mit­tel unter Min­der­jäh­ri­gen und für ein Adop­ti­ons­recht für Homo­se­xu­el­le. Trotz die­ser sei­ner wenig katho­li­schen Ver­gan­gen­heit mach­te ihn die Bischofs­kon­fe­renz von Eng­land und Wales zum „lia­si­on offi­cer“ mit dem Par­la­ment.

Führender katholischer Politiker beruft sich auf Papst Franziskus und kritisiert Bischof

Das Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der Bischofs­kon­fe­renz habe, bevor sie Popes Schrei­ben an die Abge­ord­ne­ten grü­nes Licht erteil­te, eine tele­fo­ni­sche Blitz­um­fra­ge unter den Bischö­fen gemacht. Der kon­ser­va­ti­ve Abge­ord­ne­te Conor Burns von Ports­mouth, der für die „Homo-Ehe“ gestimmt hat­te, hat­te nach Bischofs Egans Aus­sa­gen dem Tele­graph erklärt, er „füh­le sich unfä­hig“, in sei­ner Pfar­rei die Kom­mu­ni­on zu emp­fan­gen. Burns ist Vor­sit­zen­der der Par­la­ments­grup­pe für die Bezie­hun­gen zum Hei­li­gen Stuhls. Er bezeich­ne­te Bischof Egans Wor­te als „Tra­gö­die“: „Ich füh­le mich in mei­ner Diö­ze­se weni­ger will­kom­men als frü­her“.

In einer Stel­lung­nah­me für die pro­gres­si­ve katho­li­sche Wochen­zei­tung The Tablet wur­de Burns deut­li­cher und berief sich, wie vor ihm bereits ande­re im Zusam­men­hang mit der Homo­se­xua­li­tät, auf Papst Fran­zis­kus: „Es ist sehr bedau­er­lich, wirk­lich eine Tra­gö­die, daß die­ser Bischof nicht bemerkt zu haben scheint, daß wir einen neu­en freund­li­chen Hir­ten haben, der eine inklu­si­ve christ­li­che Bot­schaft ver­kün­det von Lie­be, Tole­ranz und Ver­ge­bung“. Die Anspie­lung auf Papst Fran­zis­kus, den Burns nicht nament­lich nann­te, ist offen­sicht­lich. Der katho­li­sche Abge­ord­ne­te zeig­te bis­her kei­ne Ein­sicht oder Reue für sein Ver­hal­ten.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Papa Fran­ces­co

5 Kommentare

  1. Es sind immer Ein­zel­ne, die Chri­stus beru­fen hat den Scha­den zu repa­rie­ren.
    Was die sog. Bischofs­kon­fe­ren­zen an Mehr­deu­tun­gen, Fahr­laes­sig­kei­ten und geziel­ten Falsch­in­for­ma­tio­nen an die Glae­u­bi­gen in den letz­ten Jahr­zehn­ten von sich gege­ben haben, ist skan­d­aloes.
    Im og. Bei­spiel muess­ten eigent­lich alle Bischoe­fe, die nicht auf Egans Linie sind, sofort ent­las­sen wer­den und gegen Treue aus­ge­tauscht wer­den.
    Ganz ehr­lich, was braucht die Kir­che die­se ueber­flues­si­gen Schwatz­ver­samm­lun­gen gelang­weil­ter alter Maen­ner.
    Was zu klae­ren ist, kann man per E‑mail oder am Tele­fon erle­di­gen, an der Leh­re hat sich eigent­lich seit 2000 Jah­ren nichts geaen­dert und der ein­zi­ge real exi­stie­ren­de „Reform­stau“ ist, das das jueng­ste Gericht noch nicht statt­ge­fun­den hat.
    Aber auch da wird Chri­stus die Kir­che 1000 mal bes­ser fueh­ren als die­se Miet­lin­ge im Kir­chen­kos­tu­em.
    Und er gan­ze Besitz, auf dem die Her­ren so gross und breit sit­zen, gebt ihn end­lich weg, behal­tet die Kir­chen, fei­ert welt­weit end­lich wie­der eine ein­heit­li­che Lit­ur­gie mit stren­gen Vor­ga­ben fuer Prie­ster und Lai­en (Triden­ti­nisch) und betreibt mal etwas ganz exo­ti­sches, naem­lich SEELSORGE !
    Macht die Zuge­ho­e­rig­keit nciht von einer Steu­er abha­en­gig (Unfass­bar) son­dern vom vor­ge­leb­ten Glau­ben.
    Wer nicht will, ist nicht mehr Katho­lisch, wir sind kein Volks­be­glueckungs­heim, son­dern die Anha­en­ger des Soh­nes des Schoe­pfers die­ser Welt.
    Er und sei­ne Leh­re ste­hen ueber ALLEM was es sonst noch so an Glau­bens­rich­tun­gen gibt.
    Tole­ranz gege­nu­e­ber ande­ren Ja, aber die­se huen­di­sche Unter­wu­er­fig­keit (Habt uns doch alle lieb, wir sind auch nicht so!!!!!!!) NEIN NEIN drei­mals NEIN !
    HERR BITTE BITTE WIRF HIRN HERUNTER !

    • Kann ich nur zustim­men. Wie­so schau­en die Leu­te auf ihre Orts­bi­schö­fe in die­sen Ange­le­gen­hei­ten ? Die Hal­tung der Kir­che ist doch klar. Ber­go­glio sagt im Übri­gen nichts, er läßt sagen und das Gan­ze in die fal­sche rich­tung trei­ben. Die For­de­rung nach HIRN kann ich nur unter­strei­chen: Noch mehr Hirn.

  2. Es ist echt erschreckend das angeb­lich katho­li­sche Poli­ti­ker sich im Bezug auf die För­de­rung der „Him­mel­schrei­en­den Sün­de der Sodo­mie“ und der Zer­stö­rung des natür­li­chen Fami­li­en­bil­des auf den „Papst“ beru­fen kön­nen und die­ser nur auf Blind, Taub und Stumm stellt. Das Bischö­fe das gül­ti­ge Kir­chen­recht mit Unge­hor­sam bestra­fen, scheint ja seit dem VK II (Ver­nich­tungs Kon­zil) ja Pflicht zu sein um beför­dert und finan­zi­ell geför­dert zu wer­den.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

  3. Wer „zeit­ge­mäss“ den katho­li­schen Glau­ben ver­rät, soll­te lie­ber in sich gehen und nich recht­zei­tig umkeh­ren statt wei­ter der see­len­ver­der­ben­den Lüge das Wort zu so wie der bri­ti­sche Abge­ord­ne­te Greg Pope. Es ist eine wah­re Tra­gö­die, dass Beken­ner-Bischö­fe wie Bischof Phil­ip Egan von Ports­mouth heu­te eine klei­ne Min­der­heit dar­stel­len. Das ste­te sich an der Wand ent­lang schlei­chen der Mehr­heit der Bischö­fe, um ja nicht deut­li­che Stel­lung zur Leh­re der Kir­che bezie­hen zu müs­sen, ist uner­träg­lich.

    Bereits vor drei Jah­ren hat S.E. Bischof Samu­el J. Aqui­la von Far­go, einer der weni­gen Beken­ner­bi­schö­fe, ange­mahnt:
    -
    „Wenn Prie­ster und Bischö­fe zöger­ten, ihre Auto­ri­tät aus­zu­üben, kann der Vater der Lüge nach Herz und Ver­stand der Gläu­bi­gen grei­fen
    (.…)
    „Man muss ernst­haft fra­gen: wie oft und wie vie­le Jah­re kann ein katho­li­scher Poli­ti­ker für das soge­nann­te ‚Recht auf Abtrei­bung‘ stim­men … und trotz­dem die Hei­li­ge Kom­mu­ni­on emp­fan­gen
    (.…)
    Die Aus­übung der kirch­li­chen Auto­ri­tät stößt auf Hin­der­nis­se,
    weil die säku­la­re Kul­tur „den Men­schen zu Gott macht“ und jeg­li­che Auto­ri­tät unter­gräbt. Bischofe und Prie­ster sol­len sich Jesus Chri­stus zuwen­de, um zu ler­nen, wie sie ihre Lei­tung in der Kir­che aus­üben sol­len.
    Jesus hat die Men­schen „direkt“ dar­auf ange­spro­chen, dass sie sich bekeh­ren, dass sie ihre Art des Han­delns und Den­kens ändern.
    So viel Direkt­heit wirkt auf uns heu­te unbe­quem
    Es ist gut, über Jesu Spra­che nach­zu­den­ken, und die­se soll­te uns dazu her­aus­for­dern, nach­zu­schau­en, wie wir die Gläu­bi­gen kor­ri­gie­ren, ein­schließ­lich der Prie­ster und Bischö­fe,
    und wie wir die Wahr­heit beson­ders jenen sagen, die behaup­ten, sie stün­den zu Chri­stus und der Kir­che, die aber die Leh­re von Jesus und der Kir­che nicht akzep­tie­ren.
    (.…)
    Als Die­ner der Wahr­heit, als Die­ner Chri­sti, wer­den wir jene kor­ri­gie­ren, wel­che sün­di­gen.
    Denn dies ist für ihr eige­nes Wohl und für die Lie­be zu ande­ren. Auch wenn dies sogar zu unse­rer eige­nen Ableh­nung oder Ver­fol­gung füh­ren mag“
    -

    Am Bei­spiel der soge­nann­ten — nie­mals exi­stie­ren­den — Homo„ehe“ hat die Kir­che einen Ver­hal­tens Codex für katho­li­sche Par­la­men­ta­ri­er her­aus­ge­ge­ben. Der­sel­be Codex kann selbst­re­dend auch in Bezug auf den Mas­sen­mord an unge­bo­re­nen beseel­ten Kin­dern über­tra­gen wer­den. Nie­mand kann nur nach Gut­dün­ken „ein biss­chen katho­lisch“ sein wol­len und anson­sten das Neu­hei­den­tum zele­brie­ren wol­len.

    Aus­zü­ge aus:
    KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

    ERWÄGUNGEN ZU DEN ENTWÜRFEN
    EINER RECHTLICHEN ANERKENNUNG
    DER LEBENSGEMEINSCHAFTEN
    ZWISCHEN HOMOSEXUELLEN PERSONEN

    [….]
    4. Es gibt kei­ner­lei Fun­da­ment dafür, zwi­schen den homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten und dem Plan Got­tes über Ehe und Fami­lie Ana­lo­gien her­zu­stel­len, auch nicht in einem wei­te­ren Sinn. Die Ehe ist hei­lig, wäh­rend die homo­se­xu­el­len Bezie­hun­gen gegen das natür­li­che Sit­ten­ge­setz ver­sto­ßen. Denn bei den homo­se­xu­el­len Hand­lun­gen bleibt « die Wei­ter­ga­be des Lebens […] beim Geschlechts­akt aus­ge­schlos­sen. Sie ent­sprin­gen nicht einer wah­ren affek­ti­ven und geschlecht­li­chen Ergän­zungs­be­dürf­tig­keit. Sie sind in kei­nem Fall zu bil­li­gen ».(4)

    Homo­se­xu­el­le Bezie­hun­gen wer­den « in der Hei­li­gen Schrift als schwe­re Ver­ir­run­gen ver­ur­teil­t… (vgl. Röm 1,24–27; 1 Kor 6,10; 1 Tim 1,10). Die­ses Urteil der Hei­li­gen Schrift erlaubt zwar nicht den Schluss, dass alle, die an die­ser Ano­ma­lie lei­den, per­sön­lich dafür ver­ant­wort­lich sind, bezeugt aber, dass die homo­se­xu­el­len Hand­lun­gen in sich nicht in Ord­nung sind ».(5) Die­ses mora­li­sche Urteil, das man bei vie­len kirch­li­chen Schrift­stel­lern der ersten Jahrhunderte(6) fin­det, wur­de von der katho­li­schen Tra­di­ti­on ein­mü­tig ange­nom­men.
    6.[….]
    Wer­den homo­se­xu­el­le Lebens­ge­mein­schaf­ten recht­lich aner­kannt oder wer­den sie der Ehe gleich­ge­stellt, indem man ihnen die Rech­te gewährt, die der Ehe eigen sind, ist es gebo­ten, klar und deut­lich Ein­spruch zu erhe­ben. Man muss sich jed­we­der Art for­mel­ler Mit­wir­kung an der Pro­mul­ga­ti­on und Anwen­dung von so schwer­wie­gend unge­rech­ten Geset­zen und, soweit es mög­lich ist, auch von der mate­ri­el­len Mit­wir­kung auf der Ebe­ne der Anwen­dung ent­hal­ten. In die­ser Mate­rie kann jeder das Recht auf Ein­spruch aus Gewis­sens­grün­den gel­tend machen.
    [….]
    7.[….]
    Wie die Erfah­rung zeigt, schafft das Feh­len der geschlecht­li­chen Bipo­la­ri­tät Hin­der­nis­se für die nor­ma­le Ent­wick­lung der Kin­der, die even­tu­ell in sol­che Lebens­ge­mein­schaf­ten ein­ge­fügt wer­den. Ihnen fehlt die Erfah­rung der Mut­ter­schaft oder der Vater­schaft. Das Ein­fü­gen von Kin­dern in homo­se­xu­el­le Lebens­ge­mein­schaf­ten durch die Adop­ti­on bedeu­tet fak­tisch, die­sen Kin­dern Gewalt anzu­tun in dem Sinn, dass man ihren Zustand der Bedürf­tig­keit aus­nützt, um sie in ein Umfeld ein­zu­füh­ren,
    [….]
    10. Wenn alle Gläu­bi­gen ver­pflich­tet sind, gegen die recht­li­che Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten Ein­spruch zu erhe­ben, dann sind es die katho­li­schen Poli­ti­ker in beson­de­rer Wei­se, und zwar auf der Ebe­ne der Ver­ant­wor­tung, die ihnen eigen ist. Wenn sie mit Geset­zes­vor­la­gen zu Gun­sten homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten kon­fron­tiert wer­den, sind fol­gen­de ethi­sche Anwei­sun­gen zu beach­ten.

    Wird der gesetz­ge­ben­den Ver­samm­lung zum ersten Mal ein Geset­zes­ent­wurf zu Gun­sten der recht­li­chen Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten vor­ge­legt, hat der katho­li­sche Par­la­men­ta­ri­er die sitt­li­che Pflicht, klar und öffent­lich sei­nen Wider­spruch zu äußern und gegen den Geset­zes­ent­wurf zu votie­ren. Die eige­ne Stim­me einem für das Gemein­wohl der Gesell­schaft so schäd­li­chen Geset­zes­text zu geben, ist eine schwer­wie­gend unsitt­li­che Hand­lung.

    Wenn ein Gesetz zu Gun­sten homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten schon in Kraft ist, muss der katho­li­sche Par­la­men­ta­ri­er auf die ihm mög­li­che Art und Wei­se dage­gen Ein­spruch erhe­ben und sei­nen Wider­stand öffent­lich kund­tun: Es han­delt sich hier um die Pflicht, für die Wahr­heit Zeug­nis zu geben. Wenn es nicht mög­lich wäre, ein Gesetz die­ser Art voll­stän­dig auf­zu­he­ben, könn­te es ihm mit Beru­fung auf die in der Enzy­kli­ka Evan­ge­li­um vitae ent­hal­te­nen Anwei­sun­gen « gestat­tet sein, Geset­zes­vor­schlä­ge zu unter­stüt­zen, die die Scha­dens­be­gren­zung eines sol­chen Geset­zes zum Ziel haben und die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf das Gebiet der Kul­tur und der öffent­li­chen Moral ver­min­dern ». Vor­aus­set­zung dafür ist, dass sein « per­sön­li­cher abso­lu­ter Wider­stand » gegen sol­che Geset­ze « klar­ge­stellt und allen bekannt » ist und die Gefahr des Ärger­nis­ses ver­mie­den wird.(18) Dies bedeu­tet nicht, dass in die­ser Sache ein restrik­ti­ve­res Gesetz als ein gerech­tes oder wenig­stens annehm­ba­res Gesetz betrach­tet wer­den könn­te. Es geht viel­mehr um einen legi­ti­men und gebüh­ren­den Ver­such, ein unge­rech­tes Gesetz wenig­stens teil­wei­se auf­zu­he­ben, wenn die voll­stän­di­ge Auf­he­bung momen­tan nicht mög­lich ist.

    11. Nach der Leh­re der Kir­che kann die Ach­tung gegen­über homo­se­xu­el­len Per­so­nen in kei­ner Wei­se zur Bil­li­gung des homo­se­xu­el­len Ver­hal­tens oder zur recht­li­chen Aner­ken­nung der homo­se­xu­el­len Lebens­ge­mein­schaf­ten füh­ren. Das Gemein­wohl ver­langt, dass die Geset­ze die ehe­li­che Gemein­schaft als Fun­da­ment der Fami­lie, der Grund­zel­le der Gesell­schaft, aner­ken­nen, för­dern und schüt­zen. Die recht­li­che Aner­ken­nung homo­se­xu­el­ler Lebens­ge­mein­schaf­ten oder deren Gleich­set­zung mit der Ehe wür­de bedeu­ten, nicht nur ein abwe­gi­ges Ver­hal­ten zu bil­li­gen und zu einem Modell in der gegen­wär­ti­gen Gesell­schaft zu machen, son­dern auch grund­le­gen­de Wer­te zu ver­dun­keln, die zum gemein­sa­men Erbe der Mensch­heit gehö­ren. Die Kir­che kann nicht anders, als die­se Wer­te zu ver­tei­di­gen, für das Wohl der Men­schen und der gan­zen Gesell­schaft.

    Rom, am Sitz der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re, am 3. Juni 2003, dem Gedenk­tag der hei­li­gen Mär­ty­rer Karl Lwan­ga und Gefähr­ten.
    Joseph Card. Ratz­in­ger
    Prä­fekt
    Ange­lo Amato, S.D.B.
    Titu­lar­erz­bi­schof von Sila
    Sekre­tär
    -

    Schliess­lich noch ein Zitat von Papst Leo XIII.:

    -
    „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Wider­stand zur Pflicht, Gehor­sam aber Ver­bre­chen!“
    -

  4. Ein gutes Bei­spiel, wie Kol­lek­ti­vie­rung dazu führt, die rech­te Leh­re zu ver­las­sen. Nur der Ein­zel­ne kann in der Wahr­heit blei­ben, ein Kol­lek­tiv, selbst ein Kol­le­gi­um, neigt zur Irre­füh­rung. Es braucht drin­gend einen katho­li­schen Stir­ner, der für die­se Wahr­heit wie­der deut­lich ein­steht.

    Die Bischofs­kol­le­gi­en sind ja poli­tisch. Hir­ten wis­sen allei­ne, was zu tun und was zu spre­chen ist.

    Und es ist blo­ße kon­ser­va­ti­ve Lebens­hal­tung, wenn in der Kir­che zwar for­ma­le Abwei­chun­gen zur Exkom­mu­ni­ka­ti­on füh­ren (Leve­bf­re), nicht aber unüber­seh­ba­re inhalt­li­che Abzwei­gun­gen. Denn der Kon­ser­va­ti­ve weiß um die inhalt­li­che Unvoll­kom­men­heit des mensch­li­chen Daseins und sucht daher wenig­stens die Form zu wah­ren. So ehren­haft dies ist, der Katho­lik strebt vor allem nach inhalt­li­cher Ver­voll­komm­nung, auch wenn er for­mal ein­mal abwei­chen muß. Eine sol­che, katho­li­sche Erneue­rung der Kir­che tut not, nicht die einer Anbie­de­rung an das, was Irren­de in ihrem Fort­schritts­irr­glau­ben auf­grund rein chro­no­lo­gi­schem Neu­sein ver­göt­tern und was doch nur alter Kaf­fee neu auf­ge­brüht ist.

    Und ein wei­te­res Bei­spiel auch dafür, wie das Poli­ti­sche als sol­ches schon kor­rum­piert. Die Kir­che ist dazu beru­fen, das Heil und nicht Gewalt (Poli­tik) in die Welt zu brin­gen, zum Zei­chen der Lie­be Got­tes. Und doch habe ich kei­nen Zwei­fel, daß der Herr aller Gewal­ten die­se (poli­ti­schen) Gewalt­men­schen in deren Spra­che zum Ver­stum­men brin­gen wird. Um so mehr müs­sen die sich fürch­ten, die sich als Bischö­fe auf die Sei­te der Poli­tik schla­gen. Die Gerech­ten aber, die der Poli­tik (Gewalt) ent­sa­gen, ihrer ist das Him­mel­reich.

    Die „Homos“ sel­ber tun gut dar­an, die Sün­de und deren poli­ti­sche Für­spre­cher zu flie­hen, um des Him­mel­rei­ches wil­len. Die Töch­ter und Söh­ne Got­tes, die umkeh­ren und Gerech­tig­keit suchen, sie sind es, die Gott vor allen liebt und aus­zeich­net.

    Ver­trau­en wir nicht der Poli­tik und Gewalt, nicht der Mas­se und nicht dem Kol­lek­tiv, ver­trau­en wir Ihm allein, ver­trau­en wir alle dem Herrn, ver­trau­en wir Chri­stus, dem Erlö­ser in Ewig­keit.

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