Ein Jahr Papst Franziskus — Ambivalentes Pontifikat zwischen Popularität und Schweigen

Vor einem Jahr Wahl von Papst Franziskus(Rom) Heu­te vor einem Jahr, am 13. März 2013 stieg am Abend wei­ßer Rauch aus der Six­ti­ni­schen Kapel­le auf. Das Kon­kla­ve, an dem 115 Kar­di­nä­le teil­nah­men, hat­te im fünf­ten Wahl­gang den Argen­ti­ni­er Jor­ge Mario Kar­di­nal Ber­go­glio aus dem Jesui­ten­or­den, den Erz­bi­schof von Bue­nos Aires zum neu­en Ober­haupt der Katho­li­schen Kir­che gewählt. Kar­di­nal Ber­go­glio nahm den Namen Fran­zis­kus an. Bei­de Umstän­de stell­ten bereits eine Sen­sa­ti­on dar. Der erste Euro­pä­er auf dem Papst­thron, der aber aus einem außer­eu­ro­päi­schen Land kommt. Der erste Papst aus Latein­ame­ri­ka, der erste Jesu­it auf dem Papst­thron und das erste Kir­chen­ober­haupt, das den Namen des gro­ßen mit­tel­al­ter­li­chen Hei­li­gen aus Assi­si wähl­te. In die­sem Rhyth­mus ging es dann Schlag auf Schlag wei­ter. Die­se Sei­te doku­men­tiert die Etap­pen die­ses Pon­ti­fi­kats. Auch die Tat­sa­che, daß Papst Fran­zis­kus nicht im fünf­ten, son­dern erst im sech­sten Wahl­gang gewählt wur­de. Der fünf­te Wahl­gang war nach­träg­lich annul­liert wor­den, weil sich mit 116 Stimm­zet­teln einer zuviel in der Urne befand. Wel­che Zwi­schen­bi­lanz kann nach einem Jahr die­ses Pon­ti­fi­kats gezo­gen wer­den?

Ambivalente Zwischenbilanz eines Pontifikats mit bedenklicher Schlagseite

Die Zwi­schen­bi­lanz fällt nach einem Jahr ambi­va­lent aus und ist mit einer gewis­sen Por­ti­on Schau­er ver­bun­den. Hier die beden­kens­wer­te­sten Ana­ly­sen des ver­gan­ge­nen Jah­res, die zur erneu­ten Lek­tü­re emp­foh­len wer­den:

Irritierendes Auftreten eines Jesuiten im intellektuellen Habitus eines mittelmäßigen Dorfpfarrers

Die gro­ßen Medi­en zele­brie­ren den Papst  seit sei­nem ersten Auf­tre­ten als „revo­lu­tio­nä­re“ Erschei­nung, der die Kir­che „ver­wand­le“. Dabei tritt er der Welt als Lehr­mei­ster mit dem intel­lek­tu­el­len Habi­tus eines mit­tel­mä­ßi­gen Dorf­pfar­rers gegen­über, was eini­ge Katho­li­ken noch mehr irri­tiert, weil man einem Jesui­ten eine sol­che Rol­le nicht recht abneh­men will. Die Popu­la­ri­tät des Pap­stes steht dabei in ziem­lich exakt umge­kehr­tem Ver­hält­nis zum Anse­hen der Katho­li­schen Kir­che. Die Sche­re tut sich noch wei­ter auf, wenn man die Fra­ge stellt, ob die pop­star-ähn­li­che Zele­brie­rung des argen­ti­ni­schen Pap­stes das reli­giö­se Leben der Katho­li­ken in die­sem Jahr geför­dert oder eine Bekeh­rung der Nicht-Katho­li­ken aus­ge­löst hat. Oder die Fra­ge, ob die Leh­re, die Jesus Chri­stus der Katho­li­schen Kir­che anver­trau­te, heu­te die Men­schen mehr und kla­rer erreicht. Man wird dem Resü­mee kaum wider­spre­chen kön­nen, daß sie wohl viel­mehr rela­ti­vier­ter bei den Men­schen ankommt. (Man den­ke an den berüch­tig­ten Satz zur Homo­se­xua­li­tät: „Wer bin ich , um zu urtei­len?“ auf dem Rück­flug von Rio; oder die „Abschaf­fung der Sün­de“ und die Postu­lie­rung des frei­en Gewis­sens als „Letzt­in­stanz“ über gut und böse im Scal­fa­ri-Inter­view.)

„Abschaffung der Sünde“ und „Letztinstanz“ freies Gewissen?

Der Jubel der Welt scheint sich dar­auf zu beschrän­ken, vom Papst den Ab- und Rück­bau der Katho­li­schen Kir­che zu erwar­ten. Das simp­le Gespräch mit „libe­ra­len“ Katho­li­ken oder Kir­chen­fer­nen erhellt, was sich hin­ter dem Jubel für Fran­zis­kus ver­birgt. Man erwar­tet sich von ihm, daß er die Kir­che „libe­ra­li­siert“, was im kon­kre­ten bedeu­tet, daß die Kir­che die Men­schen ein­fach in Ruhe las­sen soll­te (so schrei­ben es auch die Medi­en und so steht es de fac­to in den Ant­wor­ten der Bischofs­kon­fe­ren­zen des deut­schen Sprach­raums zum Fra­ge­bo­gen für die Bischofs­syn­ode). Die Kir­che soll­te zum Dienst­lei­stungs­un­ter­neh­men für beson­de­re Feste und Todes­fäl­le wer­den, sich anson­sten, mit mehr oder weni­ger Wohl­wol­len der Bevöl­ke­rung, mit die Rol­le einer Mega-Cari­tas begnü­gen. In die­sem Dienst­lei­stungs­un­ter­neh­men habe das Ver­hält­nis zwi­schen Kir­che und Men­schen eine Ein­bahn zu sein. Die Men­schen neh­men die Dien­ste der Kir­che bei Bedarf und Wunsch in Anspruch, anson­sten soll sich die Kir­che hüten, sich irgend­wo ein­zu­mi­schen. Jeden­falls nicht in die Din­ge, die nicht ohne­hin vom vor­herr­schen­den Zeit­geist geteilt wer­den und daher mehr­heits­fä­hig sind oder mehr­heits­fä­hig gemacht wer­den.

Das Schweigen als Wesensmerkmal eines Pontifikats

Das erklärt, war­um in die­sem Jahr unge­ahnt har­te Angrif­fe gegen die Katho­li­sche Kir­che geführt wur­den, doch der Papst davon aus­ge­klam­mert blieb. Die poli­tisch Mäch­ti­gen trach­ten die Kir­che ihren Inter­es­sen dienst­bar zu machen, für den Staat funk­tio­nal „nütz­lich“ zu machen, ob als Stüt­ze der Staats­macht oder als „Erzie­her“ zu einem bestimm­ten Ver­hal­ten oder einer neue land­wirt­schaft­li­chen Anbau­me­tho­de wie zur Zeit des Jose­phi­nis­mus.

Auch heu­te gibt es ver­gleich­ba­re Bestre­bun­gen, sich die Bedeu­tung der Katho­li­schen Kir­che mit ihren 1,3 Mil­li­ar­den Ange­hö­ri­gen und ihrem kapil­la­ren Netz über die gan­ze Erde, — eine Orga­ni­sa­ti­on, die nichts Ver­gleich­ba­res auf die­ser Welt kennt – dienst­bar zu machen. Dienst­bar meint heu­te­nicht mehr gekrön­te Häup­ter, aber den­noch absou­lu­ti­sti­sche Für­sten, näm­lich die Ent­schei­dungs­trä­ger in den inter­na­tio­na­len Insti­tu­tio­nen der Ver­ein­ten Natio­nen. Um genau­er zu sein, jene poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen und ideo­lo­gi­schen Grup­pen, die in der UNO den Ton ange­ben. Es ist ein Kul­tur­kampf unge­ahn­ten Aus­ma­ßes im Gan­ge, der sich seit den frü­hen 90er Jah­ren immer mehr zuspitzt. Die Amts­zei­ten der demo­kra­ti­schen US-Prä­si­den­ten, des Bap­ti­sten Bill Clin­ton und beson­ders des unde­fi­nier­ten Chri­sten Barack Oba­ma bedeu­te­ten beson­de­re Schü­be in die­se Rich­tung, die auch in der EU weit­ge­hend ton­an­ge­bend ist.

Wenn die Stär­ke­ver­hält­nis­se heu­te sind, wie sie sind, dann nicht zuletzt auch, weil in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten zu vie­le in der Katho­li­schen Kir­che ihre Auf­ga­ben nicht erfüllt oder sogar gemein­sa­me Sache mit den Kir­chen­geg­nern gemacht haben. Kei­ne Mut­ma­ßung, son­dern eine tau­send­fach beleg­ba­re histo­ri­sche und aktu­el­le Tat­sa­che. Eine Ent­wick­lung zu der die Ein­be­ru­fung des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils die Tore auf­ge­sto­ßen hat. Die Fra­ge ist dabei gar nicht ent­schei­dend, ob und inwie­weit die Doku­men­te des Kon­zils, also das Kon­zil im eigent­li­chen Sinn, Ver­ant­wor­tung dafür trägt. Die Kir­che erleb­te wie die Gesell­schaft ins­ge­samt die 68er Revo­lu­ti­on. Ein Umbruch, der die Welt ver­än­der­te und die Kir­che vor Her­aus­for­de­run­gen stellt, auf die sie nicht ange­mes­sen zu ant­wor­ten weiß, son­dern in Frak­ti­ons­kämp­fe zer­fal­len ist. In Frak­tio­nen von zuge­ge­ben ganz unter­schied­li­cher Grö­ße und vor allem unter­schied­li­chem Gewicht im offi­zi­el­len Kir­chen­ap­pa­rat einer­seits und im gläu­bi­gen Volk ande­rer­seits.

Die weiße Fahne der Kapitulation bereitgelegt?

Es wäre ver­mes­sen zu behaup­ten, Papst Fran­zis­kus wer­de sich vor die­sen Kar­ren span­nen las­sen. Die Fra­ge bleibt offen und allein die­ser Umstand ist bereits sen­sa­tio­nell neu und besorg­nis­er­re­gend. Tat­sa­che ist, daß Fran­zis­kus gera­de­zu peni­bel dar­auf ach­tet, alles zu ver­mei­den, um sich gegen den Zeit­geist zu stel­len. Sei­ne Wor­te und sei­ne Gesten bewe­gen sich mit kal­ku­lier­ter Prä­zi­si­on immer im Rah­men des poli­tisch Kor­rek­ten. Wenn er aus­nahms­wei­se und erst nach ent­spre­chen­dem inner­kirch­li­chen Druck zu The­men Stel­lung nimmt, die die­sem Zeit­geist wider­spre­chen, wie das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der, tut er es höchst wider­wil­lig (man soll nicht „immer“ dar­über reden und „ver­ses­sen“ auf die­se The­men sein) und an mög­lichst unauf­fäl­li­ger Stel­le. Ver­laut­ba­run­gen, die mehr der Ruhig­stel­lung „kon­ser­va­ti­ver“ Kir­chen­krei­se gel­ten, was zumin­dest teil­wei­se durch­aus funk­tio­niert.

Weg in den Dhimmi-Status?

Auf­merk­sa­me Beob­ach­ter war­nen nach einem Jahr die­ses Pon­ti­fi­kats davor, daß die Katho­li­sche Kir­che unter ihrem amtie­ren­den Ober­haupt die Wei­ße Fah­ne zur Kapi­tu­la­ti­on his­sen und sich den vor­herr­schen­den welt­li­chen Kräf­ten unter­wer­fen könn­te. Das Bild der Wei­ßen Fah­ne, die im Vati­kan vor den Mäch­ti­gen die­ser Welt gehißt wer­den könn­te, stammt vom soeben ver­stor­be­nen Rechts­phi­lo­so­phen Mario Palma­ro. Anders aber ähn­lich for­mu­lier­te es zum sel­ben Anlaß der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster, der davor warnt, daß sich die Katho­li­sche Kir­che in den Sta­tus von Dhim­mis fügt. Er warnt davor, daß Papst Fran­zis­kus und jene Grup­pe von Kar­di­nä­len, die sei­ne Wahl als ent­schlos­se­ne Min­der­heit vor­be­rei­te­te und im Kon­kla­ve durch­setz­te, die Kir­che in jenen Zustand der Unter­wor­fen­heit gegen­über den Welt­mäch­ten zu füh­ren scheint, wie sie der Islam als ein­zi­gen scha­ria­kon­for­men Sta­tus für Chri­sten in einem isla­mi­schen Staat vor­sieht: den Sta­tus von Bür­gern zwei­ter Klas­se.

Die zerbrochene Allianz

Das unter Papst Johan­nes Paul II. lang­sam reor­ga­ni­sier­te „Lager“ kir­chen- und glau­bens­treu­er Katho­li­ken, das Bene­dikt XVI. um die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Sei­te erwei­ter­te, ist an der Fra­ge, wie mit die­sem uner­war­te­ten und in vie­lem befrem­den­den Pon­ti­fi­kat umzu­ge­hen, zer­bro­chen. Ein Teil hat sich kri­tik­los dem Jubel­chor ange­schlos­sen und muß dazu täg­lich neue Schat­ten­sprün­ge voll­zie­hen, um sich immer neu dem argen­ti­ni­schen Papst anzu­pas­sen, und muß sich dabei – viel­leicht ohne es zu bemer­ken oder zumin­dest bemer­ken zu wol­len — immer wei­ter vom eige­nen Aus­gangs­punkt ent­fer­nen. Ein ande­rer Teil fin­det sich wider Erwar­ten und gegen den eigent­li­chen Wil­len als Papst­kri­ti­ker wie­der. Eine Rol­le, die man jah­re­lang nur und vor allem pro­gres­si­ven Krei­sen zuschrieb. Der Unter­schied: Die pro­gres­si­ven Papst­kri­ti­ker zu Zei­ten Johan­nes Pauls II. und Bene­dikts XVI. schmoll­ten im deut­schen Sprach­raum zwar gegen Rom, doch ihr Schmoll­win­kel war dabei in der Regel der kir­chen­steu­er­ge­pol­ster­te Ses­sel einer Pro­fes­sur oder das wohl­do­tie­re Amts­zim­mer eines diö­ze­sa­nen Kir­chen­funk­tio­närs. Pri­vi­le­gi­en, von denen die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Papst­kri­ti­ker weit ent­fernt sind, was aller­dings um so mehr zur Authen­ti­zi­tät ihrer Kri­tik bei­trägt. Es gibt aber noch einen wei­te­ren Teil, der sich des­ori­en­tiert wirkt und sich zurück­zieht oder Zuflucht im Irra­tio­na­len sucht. Mensch­lich ver­ständ­lich, doch in der Sache unan­ge­mes­sen und wenig hilf­reich, weder für sie per­sön­lich noch für die Katho­li­sche Kir­che.

Strategie oder Strategielosigkeit?

Es wäre ver­mes­sen, zu behaup­ten, Papst Fran­zis­kus wol­le die Kir­che tat­säch­lich in Zuge einer kla­ren Stra­te­gie in den Dhim­mi-Sta­tus füh­ren. Noch ver­mes­se­ner erscheint es aller­dings, zu behaup­ten, wie es ein pro­fes­sio­nel­ler Jubel­chor tut, daß Papst Fran­zis­kus die­ser Kir­che Segen bringt. Wenn er dies tut, dann ist er jeden­falls noch nicht erkenn­bar. Über­haupt scheint unklar, ob der Papst über­haupt einer bestimm­ten Stra­te­gie folgt oder sein Han­deln situa­ti­ons­be­ding­te Stra­te­gie­lo­sig­keit ist. Was zum abschlie­ßen­den Gedan­ken die­ser Zwi­schen­bi­lanz ver­lei­tet, näm­lich der Annah­me, daß nach zwölf Mona­ten die­ses Pon­ti­fi­kats nicht mehr aus­ge­schlos­sen wer­den kann, daß der Jesu­it auf dem Papst­thron mit dem Auf­tre­ten eines argen­ti­ni­schen Dorf­pfar­rers sein Pon­ti­fi­kat irgend­wann been­den könn­te, ohne daß die Fra­ge wirk­lich beant­wort­bar wäre, wel­che Linie er eigent­lich ver­folg­te. Einer Sache kann und will jeder gläu­bi­ge Katho­lik Papst Fran­zis­kus zum ersten Jah­res­tag sei­ner Wahl ver­si­chern: des Gebets für ihn.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: CR

20 Kommentare

  1. Sehr aus­ge­wo­ge­ner Kom­men­tar. Gra­tu­la­ti­on.

    Nur eines wür­de ich wirk­lich anders sehen, näm­lich das, was in die­ser Pas­sa­ge ange­schnit­ten ist:

    „Die Fra­ge ist dabei gar nicht ent­schei­dend, ob und inwie­weit die Doku­men­te des Kon­zils, also das Kon­zil im eigent­li­chen Sinn, Ver­ant­wor­tung dafür trägt. Die Kir­che erleb­te wie die Gesell­schaft ins­ge­samt die 68er Revo­lu­ti­on.“

    Mei­ner Situa­ti­ons­ana­ly­se nach konn­te die 68er Revo­lu­ti­on über­haupt erst so lawi­nen­ar­ti­gen Erfolg haben, weil das Kon­zil selbst die Mau­ern ein­ge­ris­sen hat­te. Es war erst die de fac­to Rela­ti­vie­rung des Glau­bens und der Moral, die Besei­ti­gung des „katéchon“ in gewis­sem Sinn, daß „68“ so stark wir­ken konn­te.

    Es wäre jetzt also abso­lut dring­lich, das Kon­zil ehe­bal­digst radi­kal zu dele­gi­ti­mie­ren und die vol­le Wahr­heit über Fati­ma inkl. das III. Geheim­nis auf den Tisch zu legen.

    • Man kann das auch so sehen: Wäh­rend unter JPII noch — zumin­dest offi­zi­ell — die Treue zum Buch­sta­ben des Vat2 galt und BXVI ver­such­te, das Vat2 in Über­ein­stim­mung mit der Tra­di­ti­on zu inter­pre­tie­ren und umzu­set­zen, schert sich Ber­go­glio prak­tisch um gar nichts, son­dern nur dar­um, was er selbst will. Dar­in ist er kla­rer­wei­se ein Frücht­chen von Vat2. Kon­se­quen­ter­wei­se bedeu­tet dies aller­dings Demon­ta­ge der gesam­ten kirch­li­chen Auto­ri­tät, nicht nur des Papstums, son­dern logi­scher­wei­se auch des Vat2. Auch wenn Ber­go­glio und sei­ne Leu­te wie Kas­per das kaum zuge­ben wer­den. Es geht ja ziem­lich deut­lich um das „per­ma­nen­te Kon­zil“ Mar­ti­nis und der radi­kal­sten Moder­ni­sten. Viel­leicht mer­ken sie, min­de­stens zum Teil, gar nicht, dass sie sich damit auch selbst abschaf­fen.

    • „Mei­ner Situa­ti­ons­ana­ly­se nach konn­te die 68er Revo­lu­ti­on über­haupt erst so lawi­nen­ar­ti­gen Erfolg haben, weil das Kon­zil selbst die Mau­ern ein­ge­ris­sen hat­te.“
      Ja natür­lich. Ich glau­be in sei­nem Buch „Salz der Erde“ hat Kar­di­nal Ratz­in­ger geschrie­ben. „Das Kon­zil hat die 68er befeu­ert“. Wer damals in die­ser Zeit als jun­ger Mensch gelebt und sei­nen Glau­ben nicht ver­lo­ren hat weiß heu­te das die Eröff­nungs­re­de von Johan­nes XXIII der blan­ke Unsinn ist.
      Per Mari­am ad Chri­stum.

      • Das VK II war ja doch nur eine Zwi­schen­stu­fe der Fein­de Got­tes unse­res Herrn und sei­ner Kir­che. Denn schon lan­ge vor die­sen haben Wöl­fe im Schafs­pelz ihr anti­ka­tho­li­sches Gedan­ken­gut in die Kir­che ein­ge­bracht, und das ohne dass die­se mit ern­sten Sank­tio­nen von Sei­ten der kirch­li­chen Obrig­keit zu rech­nen hat­ten. Allei­ne die Namen der Peri­ti http://de.wikipedia.org/wiki/Zweites_Vatikanisches_Konzil#Periti lässt einen Gläu­bi­gen Katho­li­ken die Nacken­haa­re zu Ber­ge ste­hen, (aber natür­lich nicht alle Namen)

        Aber den­noch gebe ich den ehren­wer­ten Wolf­ram Schrems Recht, die Tex­te des VK II müss­ten so rasch als mög­lich von all den Irr­tü­mern befreit wer­den, wel­ches in die­sen zu fin­den sind, und sei­en es nur ein­zel­ne Wör­ter (um noch zu ret­ten was zu ret­ten ist) . Anson­sten soll­ten die gesam­ten Tex­te so schnell als mög­lich ver­wor­fen wer­den.

        • Das VK II hat die ande­ren Reli­gio­nen hoch geho­ben und gleich­zei­tig die hei­li­ge Kir­che run­ter­ge­fah­ren. Nicht nur Katho­li­ken haben Osho danach als den Weg der Weis­heit ange­nom­men. Wie vie­le Chri­sten haben danach die Weis­heit der fern­öst­li­chen Reli­gio­nen gesucht und sind umge­kom­men. Ich betrach­te das Kon­zil kei­nes­wegs als einen Betriebs­un­fall. Für mich ist es ein lan­ger geplan­ter Angriff auf Chri­stus und sei­ne Kir­che.
          Per Mari­am ad Chri­stum.

  2. @ Wolf­ram Schrems
    Sehe es ähn­lich wie Sie, die Bischö­fe stel­len sich heu­te ger­ne als Getrie­be­ne der Moder­ne hin (Dau­er­te­nor „Wir kön­nen nicht mehr zurück“), wo doch die Kir­che als eigent­li­che Her­rin der Zeit ein­ge­setzt wur­de. Es ist halt beque­mer, sich vom Zeit­geist füt­tern zu las­sen und dann das eige­ne Ver­sa­gen weit von sich zu wei­sen, statt prä­sent und ver­ant­wort­lich das Dasein zu gestal­ten.

    Zum jet­zi­gen Pon­ti­fi­kat habe ich für mich nach die­sem Jahr fest­ge­stellt, dass ich in einer Fasten­pha­se bin. Ich kann mit die­ser latein­ame­ri­ka­ni­schen Kul­tur und Lebens­wei­se, wie sie auch Papst Fran­zis­kus ver­kör­pert, nur sehr wenig anfan­gen. Ich habe mich schon frü­her dar­um bemüht, habe ver­sucht, Lite­ra­tur von dort zu lesen, aber es ging ein­fach nicht. Um es auf den Punkt zu brin­gen, die Art lang­weilt mich. Zu vie­le Wor­te, zu viel Pathos, zu vie­le Gei­ster, zu vie­le Dro­gen, zu vie­le Trä­nen, zu vie­le Träu­me, zu wenig Sinn dahin­ter. Ich wer­de daher die­ses Pon­ti­fi­kat nut­zen, um mich mehr mit Büchern zu beschäf­ti­gen, die mir geist­li­che Nah­rung bie­ten. Schön wäre es daher, wenn ich auch auf die­sem Nach­rich­ten­por­tal gele­gent­lich pas­sen­de Buch­emp­feh­lun­gen bekä­me, viel­leicht geht es ja ande­ren auch ähn­lich wie mir. Dan­ken möch­te ich auch an die­ser Stel­le für die anre­gen­den und inter­es­san­ten Tex­te und Bei­trä­ge von ita­lie­ni­schen Autoren. Ich fin­de hier oft berei­chern­de Sicht­wei­sen.

    • Lie­ber Herr Schrems! ES gibt ein gutes Buch vom Domi­nus-Ver­lag. Es ist das Med­jug­or­je-kri­ti­sche Buch „Eine Rei­se nach Med­jug­or­je“.

      Lie­be Grü­sse Mat­thi­as Lutz

  3. @ Wolf­ram Schrems
    Beim Lesen Ihres Kom­men­tars stel­len sich mir zwei Fra­gen, die Sie natür­lich nicht zu beant­wor­ten brau­chen. Sie kön­nen dann ein­fach ste­hen blei­ben:
    1. Wer soll „das Kon­zil ehe­bal­digst radi­kal dele­gi­ti­mie­ren? Es müss­te wich­ti­ge Kar­di­nä­le, Bischö­fe, Theo­lo­gen geben, die das als not­wen­dig anse­hen. Doch auch Bene­dikt XVI. war nie bereit, die Doku­men­te des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils auch nur anzu­ta­sten, sie frei­zu­ge­ben zu einem Ver­gleich mit dem über­lie­fer­ten Glau­ben. Wer also soll es tun?
    2. Liegt das 3. Geheim­nis von Fati­ma nicht bereits auf dem Tisch? Es mit dem Atten­tat von Johan­nes Paul II. in Ver­bin­dung zu brin­gen, fin­de ich reich­lich absurd. Soll der Rest oder das, was noch geheim gehal­ten wird, die Glau­bens- und Kir­chen­kri­se been­den?

    • Kar­di­nal Otta­via­ni, der offen­bar das 3. Geheim­nis kann­te, hat den kur­zen Text offen­bar in ein län­ge­res Schrei­ben ein­ge­ar­bei­tet, so hat es zumin­dest Don Lui­gi Vil­la bestä­tigt der vie­le Jah­re unter dem Kar­di­nal tätig war. s. Chie­sa viva

      „A gre­at cha­sti­se­ment will fall on the enti­re human race; not today as yet, not tomor­row, but in the second half of the Twen­tieth Cen­tu­ry.
      No lon­ger does order reign any­whe­re and Satan will reign over the hig­hest places direc­ting the cour­se of events. He (Satan) real­ly will suc­ce­ed in infil­tra­ting to the top of the Church.
      Also for the Church a time of Her grea­test tri­als will come. Car­di­nals will oppo­se Car­di­nals; Bishops will oppo­se Bishops and Satan will march amid their ranks, and in Rome the­re will be chan­ges.
      What is rot­ten will fall, and what will fall will never rise again.
      The Church will be dar­ken­ed and the world der­an­ged by ter­ror.
      A gre­at war will break out wit­hin the second half of the Twen­tieth Cen­tu­ry. Fire and smo­ke will fall from Hea­ven, the water of the oce­ans will beco­me vapors and the foam will rise up and floo­ding and sin­king ever­ything. Mil­li­ons and mil­li­ons of peop­le will die by the hour and the sur­vi­vors will envy the dead.
      Death will reign ever­y­whe­re for the errors com­mit­ted by the foo­lish and by the par­tis­ans of Satan, who, then and only then, will reign over the world.
      At last, tho­se who will sur­vi­ve all of the­se events will once more pro­c­laim God and His Glo­ry and ser­ve Him like befo­re, when the world was not so cor­rup­ted.“

      Danach wird es Satan gelin­gen die Spit­ze der Kir­che zu infil­trie­ren.
      Auch für die Kir­che wird eine Zeit Ihrer größ­ten Prü­fung kom­men.
      Kar­di­nä­le wer­den sich Kar­di­nä­len ent­ge­gen­stel­len, Bischö­fe gegen Bischö­fe und Satan mar­schiert mit­ten­drin und es wird in Rom Ver­än­de­run­gen geben.
      Was ver­rot­tet ist wird fal­len und was fal­len wir wird nie wie­der auf­ste­hen.
      Die Kir­che wird sich ver­dun­keln und die Welt durch Ter­ror ver­stört.

      Ein Rat des Apo­stels Pau­lus lau­tet: wer steht der fal­le nicht.

    • @Zeitlos
      Ad 1: WIE man das genau machen soll, kann ich auch nicht sagen. DASS es gesche­hen muß, ist mir aber klar, da sich das Gift der zwei­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen am II. Vat. wei­ter ver­brei­tet. Papst Bene­dikt hat es nicht gemacht — also muß es ein Nach­fol­ger im Amt tun.

      Ad 2: Der Papst und die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on müs­sen die Erklä­rung von 2000 revi­die­ren. Rich­tig: Die Ver­bin­dung mit dem Atten­tat vom 13.05.81 ist absurd. Es muß end­lich auf den Tisch, was auf den Satz „In Por­tu­gal wird das Dog­ma des Glau­bens immer bewahrt blei­ben“ folgt (das berühm­te „etc.“).
      Ich den­ke, die Ver­öf­fent­li­chung wird die letz­ten fünf Jahr­zehn­te der Kir­chen­ge­schich­te in neu­em Licht daste­hen las­sen und somit Gläu­bi­gen wie auch (noch) Nicht-Gläu­bi­gen gro­ßen spi­ri­tu­el­len Pro­fit brin­gen.

  4. Muss man die­sen schwar­zen Tag noch erin­nern, an dem Ber­go­glio gewählt wur­de. Was da in den ihn wäh­len­den Kar­di­nä­len vor­ge­gan­gen sein muss, wis­sen wir bes­ser nicht. Man nimmt es zur Kennt­nis, bleibt aber katho­lisch.

    • Da gebe ich Ihnen ver­ehr­ter @Ralph in jedem Wort Recht. Ich neh­me es für mich aber in gelas­se­ner Hei­ter­keit. Zwei­fach der Grund: 1. Ich ken­ne nicht die uner­gründ­li­chen gehei­men Rat­schlüss­se Got­tes — für mich ein fas­zi­nie­ren­des Myste­ri­um. 2. Ist das jetz­ti­ge Pon­ti­fi­kat für mich akti­ve Ster­be­hil­fe, da es mir wich­ti­ge, wesent­li­che Din­ge (in Leh­re, Pasto­ral und im hohen­prie­ster­li­chen Wir­ken) vor­ent­hält bzw. wege­nom­men hat und mir den Blick auf die ewi­ge himm­li­sche Lit­ur­gie, die Anbe­tung des Ein­d­rei­fal­ti­gen Got­tes schärft, mei­ne Sehn­sucht nach der Gemein­schaft aller Ver­herr­lich­ten erhebt, mich den tri­via­len und bana­len kirch­li­chen Umtrie­ben ent­reisst und mich so mit unsag­ba­rer Freu­de auf die­se gro­sse Stun­de erfüllt.
      Ihnen aber lie­ber @ Ralph wün­sche ich noch viel gna­den­haf­te Zeit mit ihrem feu sacré und Ihrem ent­schlos­se­nen Suchen — da wer­den Sie immer wie­der beglückt wer­den — von oben her.

    • Stim­me voll zu. Das war vor einem Jahr der schwär­ze­ste Tag seit lan­gem. Und was uns erwar­ten wür­de, war nach der Sperr­holz­ki­ste am tag danach völ­lig klar. Ich kann es mir auch nur so erklä­ren, dass man die­sen Ber­go­glio schon lan­ge vor­be­rei­tet hat­te. Und trotz der lan­gen Sedis­va­kanz hat man wohl gan­ze Arbeit gelei­stet. Selbst wenn ich nur die tra­di­tio­nel­len bis sehr tra­di­tio­nel­len Kar­di­nä­le abzie­he, hät­te Ber­go­glio sämt­li­che kon­ser­va­ti­ve Wäh­ler für eine Mehr­heit auf sei­ne Sei­te zie­hen müs­sen. Und das wäre mit Sicher­heit nicht gelun­gen, wenn er offen gesagt hät­te, dass er die Kir­che zer­trüm­mern möch­te.

  5. Bene­dikt XVI war ein Zau­de­rer und Zöge­rer und ist unterm 2. Vati­ka­num zu Ehren gelangt. Das besagt doch schon alles. Nur die, die die Gefah­ren des 2. Vati­ka­nums sahen und warn­ten, sind zur Wie­der­her­stel­lung der glau­ben­den Kir­che beru­fen.

    • Oder noch bes­ser: Gute Nacht, Herr Ber­go­glio. Sind Sie nicht stolz, dass sie das Licht des Glau­bens aus­schal­ten?

      • Treu nach dem Mot­to, der „Letz­te“ (wie man das auch inter­pre­tie­ren will) macht das Licht aus.

  6. An die­sem Arti­kel berührt mich am mei­sten die Beschrei­bung der „zer­bo­che­nen Alli­anz“ im Lager der Rom­treu­en. Ja, es ist wahr, das „Lager“ derer, die zumin­dest in ihrer Inten­ti­on noch glau­bens­treu sein woll­ten, ist zer­trüm­mert wor­den.
    Nun rotie­ren wir wie Meteo­ren­split­ter im All und haben Mühe, nicht in die Anzie­hungs­kraft frem­der Gestir­ne zu gera­ten.
    Je nach Ver­an­la­gung drif­ten wir in den Zynis­mus, in Zer­buch ehe­ma­li­ger Gelöb­nis­se (Prie­ster­lai­sie­run­gen, Zöli­bats- und Ehe­bruch, Auf­kün­di­gen des prin­zi­pi­el­len Gehor­sams gegen­über der Leh­re), in den Sedis­va­kan­tis­mus, der sich erhebt über die Situa­ti­on und selbst zum Maß der Din­ge macht, oder aber zur vor­der­grün­di­gen Papst­treue, die aber dahin­ter eigen­mäch­ti­ge Leh­ren ver­steckt, in die Ver­zweif­lung und Depres­si­on oder aber in halt­lo­ses Schwär­mer­tum cha­ris­ma­ti­scher oder erschei­nungs­süch­ti­ger Natur ab.
    Wo ist in die­sem Cha­os noch der rech­te Weg?
    Wor­an ori­en­tiert sich der nor­ma­le Prie­ster, der über sich nur noch wöl­fi­sche Hir­ten hat, die zwar recht­mä­ßig sind, aber ihr Amt nicht aus­üben, wie sie es soll­ten?

    Eines aber erscheint mir klar: in der Zukunft sind alle die­je­ni­gen, gleich ob Prie­ster oder Laie, Mann oder Frau, die eine hohe intel­lek­tu­el­le Kraft (und auch eine ordent­li­che hand­werk­li­che Schu­lung durch­lau­fen haben!) UND die Bereit­schaft zur vol­len Hin­ga­be haben, auf­ge­ru­fen, alles, was sie haben, in die Wag­scha­le zu wer­fen, um der Situa­ti­on gei­stig zu begeg­nen. Es geht mehr denn je um die Gabe der Unter­schei­dung der Gei­ster und auch die gemes­se­ne, lehr­treue und ver­nünf­ti­ge und aus­ge­wo­ge­ne Ana­ly­se der Lage, an der sich dann der „Rest“ der zer­stör­ten Kir­che ori­en­tie­ren kann. Mir scheint auch klar, dass die­se gei­sti­ge Ori­en­tie­rung an der Imma­cu­la­ta gesche­hen muss, denn nur sie hat­te von allen Men­schen ein wirk­lich rei­nes Herz und damit auch eine rei­ne Intel­li­genz und eine gerei­nig­te Ver­nunft. Sie ist in Fati­ma erschie­nen und hat damit einen star­ken und wesent­li­chen Impuls gesetzt, den trotz aller Bos­heit und Ver­wir­rung doch alle, vor- und nach­kon­zi­lia­re Orts­bi­schö­fe und Päp­ste, aner­ken­nen muss­ten — so hat Gott es gewollt. Sie wuss­ten und bestä­tig­ten, dass Fati­ma über­na­tür­lich ist und ein Appell an die gan­ze Kir­che und Mensch­heit, und haben doch wider bes­se­res Wis­sen nicht gehorcht.

    @ Wolf­ram Schrems @ zeit­los:

    Die schie­fe Ebe­ne, auf der wir gera­de schwin­den, wird kaum so ein­fach „geho­ben“ wer­den kön­nen. Wir wis­sen, ohne das drit­te Geheim­nis recht­zei­tig und voll­stän­dig erfah­ren zu haben, was höchts­wahr­schein­lich dar­in beschlos­sen ist. Sr. Lucia hat es ja in ihren wei­te­ren Äuße­run­gen klar gesagt: Apo­ka­lyp­se 12/13.
    Es kommt nun dar­auf an, das Ohr zu schär­fen für die stell­ver­tre­ten­de Füh­rung durch die Imma­cu­la­ta, die immer schon hin­ter dem Papst­tum als Stüt­ze stand, nun aber, durch die Annul­lie­rung die­ses „Fel­sen“ durch die Fel­sen selbst, sicht­bar wird — für die, die dem wah­ren Glau­ben noch fol­gen wol­len.
    Ich den­ke, so wird auch das Bild von der ster­nen­um­klei­de­ten Frau schlüs­sig ver­steh­bar

    • Beson­ders arm dran sind die paar Prie­ster, die treu und brav die katho­li­sche Leh­re ver­tei­di­gen und jetzt täg­lich sehen müs­sen, dass nicht nur der übli­che Orts­ober­hir­te, son­dern auch der in Rom tag­täg­lich alles in Fra­ge stellt. Inne­re Emi­gra­ti­on oder Pen­sio­nie­rung sind zwei der weni­gen Aus­we­ge, die sich viel­leicht noch bie­ten.

      • Aller­dings haben die­se Prie­ster das Pro­blem schon lan­ge! Ich lese gera­de Wolf­gang Schü­lers Werk über Pfar­rer Hans Milch…
        Inter­es­sant ist in die­sem Werk, dass Schü­ler das Pro­blem nicht in aller erster Linie in der Lit­ur­gie sieht. Der Fehl­schluss, man müs­se nur die Lit­ur­gie wie­der „rich­tig“ zele­brie­ren, dann täte sich der Rest von selbst, ist sei­ner Ansicht nach wohl falsch. Vie­le die­ser „treu­en und bra­ven“ Prie­ster den­ken dies ja. Sie dch­ten bis­lang, es han­del­te sich in der Kir­che um eine Auto­ri­täts­kri­se i.d.S., dass die unte­ren Char­gen sich gegen den armen Papst und die rech­ten Bischö­fe wider­setz­ten. Die­se Mei­nung hat­te ich auch mal, muss­te aber erken­nen, dass sie kurz­sich­tig war. Die Auto­ri­täts­kri­se besteht dar­in, dass die Hir­ten ihre Auto­ri­tät zur Zer­stö­rung der Kir­che miss­braucht haben und miss­brau­chen und es man­chen Char­gen unten damit gar nicht schnell genug gehen konn­te. Nun aber wird alles ganz schnell gehen — wir sehen es ja!
        Er meint, dass der Gene­ral­feh­ler das ver­än­der­te Selbst­ver­ständ­nis der Kir­che seit dem Kon­zil ist. Die lit­ur­gi­schen Ände­run­gen sind nur logi­sche Fol­ge­run­gen aus die­sem ver­än­der­ten Selbst­ver­ständ­nis.
        In der Tat haben Paul VI., JP II und auch Bene­dikt haar­sträu­ben­de Ver­ren­kun­gen voll­zo­gen, um die fal­schen Leh­ren des Kon­zils irgend­wie zu stüt­zen und sogar noch wei­ter­zu­zeich­nen.
        Ich habe Tex­te aus den 70er Jah­ren gele­sen, in denen Prie­ster schon die­sel­ben Kla­gen for­mu­liert haben wie heu­te. Aber man konn­te sich immer noch an dem oder jenem Bischof fest­hal­ten, an man­chen, v.a. im sitt­li­chen Bereich festen Hal­tun­gen der Päp­ste (z.B. huma­nae vitae, mulie­ris digni­tatem etc.)
        F. ist gewis­ser­ma­ßen die Fie­ber­kri­se der kon­zi­lia­ren Krank­heit der Kir­che. Er ist die Gestalt, an der sich sämt­li­che Eiter­beu­len und Defor­ma­tio­nen wie in einem ein­zi­gen Kon­zen­tra­ti­ons­akt nach außen trei­ben. Er ist der letz­te Papst die­ser Sor­te. Nach ihm gibt es ent­we­der kei­nen Papst im ursprüng­li­chen Sinn mehr oder der Kri­se folgt die Rekon­va­les­zenz. Oder der Herr kommt bald wie­der. Auch das soll­te man mit beden­ken. Irgend­wann könn­te die­ser Tag auch ein­mal kom­men. Es fehlt nur noch die Erschei­nung des Wider­christs. Alle ande­ren Bedin­gun­gen schei­nen erfüllt.

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