Kardinal Kasper: Vom „Mißbrauch der Sakramente“ und der „Absurdität“ keine Frauen in Spitzenpositionen zu haben

Papst Benedikt XVI. und Kardinal Kasper (Hintergrund), die beiden theologischen Gegenspieler. Ratzinger wurde Papst, ist am Ende aber dennoch Kasper der lachende Sieger?(Rom) Kar­di­nal Wal­ter Kas­per ist durch sei­ne von Papst Fran­zis­kus gewoll­te Rede vor dem Kar­di­nals­kol­le­gi­um zu den wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen in den Mit­tel­punkt der Auf­merk­sam­keit gerückt. Nun sprach sich der Kar­di­nal in einem Inter­view mit der ita­lie­ni­schen katho­li­schen Tages­zei­tung Avve­ni­re dafür aus, die Lei­tung von Päpst­li­chen Räten Frau­en zu über­tra­gen: „An der Kurie gibt es zu vie­le Bischö­fe“, so der Kar­di­nal, der damit den Weg eines „Umbaus“ der Kir­che mit gesi­cher­tem Applaus fort­setzt. Ist Kar­di­nal Wal­ter Kas­per der Stich­wort­ge­ber für Papst Fran­zis­kus oder eines der Sprach­roh­re von Papst Fran­zis­kus für neue Ideen? Kas­per, der sich vor den Kar­di­nä­len ver­bal zur Unauf­lös­lich­keit des Ehe­sa­kra­ments bekann­te, gleich­zei­tig aber fak­tisch des­sen Auf­wei­chung anreg­te, sorgt sich im Avve­ni­re-Inter­view um den „Miß­brauch der Sakra­men­te“, weil Bischö­fe an der Römi­schen Kurie Ver­wal­tungs­auf­ga­ben wahr­neh­men. Dem Kar­di­nal scheint zum Stich­wort Miß­brauch der Sakra­men­te sonst nichts einzufallen. 

Die „Rolle der Frau“ und die „synodale Dynamik“ der Kirche unter Papst Franziskus

„Die Rol­le der Frau­en in der Kir­che ist zu über­den­ken und in die Per­spek­ti­ve der syn­oda­len Dyna­mik und der mis­sio­na­ri­schen Aus­rich­tung zu inte­grie­ren, die vom Papst gege­ben wur­de“, so der deut­sche Kar­di­nal. Die Frau­en könn­ten füh­ren­de Posi­tio­nen in den Päpst­li­chen Räten und der künf­ti­gen Kon­gre­ga­ti­on für die Lai­en ein­neh­men. An der Römi­schen Kurie gebe es zu vie­le Bischö­fe. Um das Phä­no­men des Kar­rie­ris­mus ein­zu­däm­men, könn­ten, so die Anre­gung Kas­pers, zeit­lich begrenz­te Auf­trä­ge erteilt wer­den und Prie­ster beru­fen wer­den, die Erfah­rung in der Seel­sor­ge mitbringen.

„Bis­her haben die Frau­en bei den Syn­oden nur als Zuhö­re­rin­nen und in Posi­tio­nen von gerin­ger Bedeu­tung teil­ge­nom­men. Es gibt immer zwei oder drei Höre­rin­nen, die am Ende der Arbei­ten Stel­lung neh­men, wenn alle ande­ren bereits gespro­chen haben. Ich fra­ge mich: wie kann man zwei Syn­oden zur Fami­lie vor­be­rei­ten, ohne in pri­mis auch die Frau­en ein­zu­be­zie­hen? Ohne die Frau­en exi­stiert die Fami­lie gar nicht. Es ist sinn­wid­rig über die Fami­lie zu spre­chen, ohne sie anzu­hö­ren. Ich glau­be, daß sie schon jetzt in der Vor­be­rei­tungs­pha­se geru­fen und ange­hört wer­den sollen.“

„Die Kirche ist ohne die Frauen ein verstümmelter Körper“

Und wei­ter: „Ich den­ke, daß die Frau­en auf allen Ebe­nen prä­sent sein soll­ten, auch an ver­ant­wort­li­chen Posi­tio­nen. Der Bei­trag des Reich­tums und der intui­ti­ven Fähig­keit des weib­li­chen Geni­us sind unver­zicht­bar. Die Kir­che ist ohne die Frau­en ein ver­stüm­mel­ter Kör­per. Vie­le sind heu­te aktiv in den kirch­li­chen Gre­mi­en ein­ge­setzt. Kön­nen wir uns heu­te gemein­schaft­li­che, kari­ta­ti­ve oder kul­tu­rel­le Struk­tu­ren ohne weib­li­chen Prä­senz vor­stel­len? Ohne sie wür­den die Pfar­rei­en noch mor­gen zusper­ren. In der Rea­li­tät und der vom Papst vor­her­ge­sag­ten Kir­che, die „hin­aus­geht“, sind die Frau­en bereits vor­ne und an den Fronten.“

Kas­per sag­te im Inter­view Papst Fran­zis­kus zitie­rend, daß „in der Kir­che die Auto­ri­tät der Wei­he­äm­ter und der Bischö­fe kei­ne Herr­schaft, son­dern immer Dienst am Volk Got­tes ist und von der Voll­macht her­rührt, das Sakra­ment der Eucha­ri­stie zu ver­wal­ten. Die Aus­übung der mit dem Wei­he­amt ver­bun­de­nen Auto­ri­tät im Sin­ne von Macht zu ver­ste­hen, ist Kle­ri­ka­lis­mus. Das zeigt sich auch in der gerin­gen Bereit­schaft vie­ler Prie­ster und Bischö­fe, den Lai­en die Kon­trol­le von Ent­schei­dungs­funk­tio­nen zu über­las­sen, die kein Wei­he­amt vor­aus­set­zen. In Evan­ge­lii gau­di­um fragt sich der Papst, ob es wirk­lich not­wen­dig ist, daß der Prie­ster an der Spit­ze von allem steht. Das führt zu einer kle­ri­ka­len Unbe­weg­lich­keit, die manch­mal Angst zu haben scheint, den Frau­en Raum zu geben, und damit auch, ihnen Raum zuzu­er­ken­nen, wo wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen getrof­fen werden“.

Laien und Frauen an die Spitze Päpstlicher Räte und vatikanischer Gremien

Nicht alle Ent­schei­dungs­po­si­tio­nen in der Kir­che wür­den ein Wei­he­amt vor­aus­set­zen, so der Kar­di­nal. „Die­se kön­nen daher Lai­en und damit auch Frau­en anver­traut wer­den. Wenn das nicht geschieht, kann man die­sen Aus­schluß der Frau­en aus den Ent­schei­dungs­pro­zes­sen der Kir­che nicht rechtfertigen“.

Als Bei­spiel für Gre­mi­en, in denen Frau­en auch die höch­sten Ämter beklei­den könn­ten, nann­te Kas­per „die Päpst­li­chen Räte zum Bei­spiel. In den Räten für die Fami­lie, die Lai­en, wo die Frau­en bereits die Hälf­te der Mit­glie­der stel­len, die Kul­tur, die sozia­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel, die För­de­rung der Neue­van­ge­li­sie­rung, um nur eini­ge zu nen­nen. Der­zeit fin­den wir dort kei­ne Frau in füh­ren­der Posi­ti­on. Das ist absurd. In den Räten und in ande­ren vati­ka­ni­schen Orga­nis­men könn­te die Auto­ri­tät bei vol­ler Ver­ant­wort­lich­keit von Frau­en auch auf den höch­sten Ebe­nen aus­ge­übt wer­den.“ Das gel­te auch, so Kas­per, für die Ver­wal­tung, die wirt­schaft­li­chen Ange­le­gen­hei­ten und die Gerichtshöfe.

Frauen als „Untersekretäre“ der römischen Kongregationen

Die Kon­gre­ga­ti­on der Kurie wür­den sich in ihrer Auto­ri­tät von den Räten und ande­ren Gre­mi­en unter­schei­den, den­noch kön­ne auch dort „eine Frau bei den Ent­schei­dun­gen immer anwe­send sein und die Auf­ga­be eines Unter­se­kre­tärs bestens erfül­len. Ich bin daher über­zeugt, daß man auch mit den gel­ten­den kir­chen­recht­li­chen Bestim­mun­gen in den Kon­gre­ga­tio­nen etwas machen kann, indem man die ver­schie­de­nen Mög­lich­kei­ten prüft“. Bei den Kon­gre­ga­tio­nen nann­te der Kar­di­nal beson­ders die Bil­dungs­kon­gre­ga­ti­on. Füh­rungs­po­si­tio­nen schloß der Kar­di­nal „aus nahe­lie­gen­den Grün­den“ für die Kon­gre­ga­tio­nen für die Bischö­fe und den Kle­rus aus. „Aber auch in der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on, zum Bei­spiel, gibt es eine Theo­lo­gen­ver­samm­lung, die alle Sit­zun­gen vor­be­rei­tet und in der heu­te Frau­en noch völ­lig feh­len. Dabei haben wir vie­le Theo­lo­gin­nen, die auch Dozen­tin­nen an den päpst­li­chen Uni­ver­si­tä­ten sind. Ein Bei­trag von ihnen wäre wün­schens­wert. Das gilt umso mehr für die Ordens­kon­gre­ga­ti­on: 80 Pro­zent der geweih­ten Men­schen sind weiblich.“

Frauen als „Heilmittel“ gegen „schreckliches Laster des Klerikalismus und Karrierismus“

Die Kri­te­ri­en für die Aus­wahl weib­li­cher Füh­rungs­kräf­te „soll­te sich auf Kom­pe­tenz und Dienst­geist stüt­zen. Natür­lich kön­nen auch Frau­en wie die Män­ner vom Drang Kar­rie­re zu machen, gelei­tet wer­den. Es gibt eini­ge, die die­ses Pro­blem haben, aber vie­le ande­re nicht. Es ist daher nötig, mit Unter­schei­dungs­ga­be die rich­ti­gen Per­so­nen aus­zu­wäh­len.“ Als posi­ti­ves Bei­spiel nann­te der Kar­di­nal Mary Ann Glen­don, Pro­fes­so­rin in Har­vard, der der Hei­li­ge Stuhl „die wich­ti­ge Auf­ga­be anver­traut hat, ihn bei den UNO-Kon­fe­ren­zen zu ver­tre­ten, wo sie einen exzel­len­ten, von allen aner­kann­ten Dienst gelei­stet hat. Ich den­ke, eine gewis­se Anzahl sol­cher Frau­en könn­te den Kle­ri­ka­lis­mus und den Kar­rie­ris­mus an der Kurie, die ein schreck­li­ches Laster sind, heilen.“

Bischöfe in der Verwaltung ein „Mißbrauch der Sakramente“

Gegen den „kuria­len Kar­rie­ris­mus“ könn­te sich Kas­per auch „Beauf­tra­gun­gen auf Zeit“ vor­stel­len: „Zum Bei­spiel für fünf Jah­re“. Am Ende die­ser Peri­ode könn­ten eini­ge blei­ben, wäh­rend alle ande­ren wie­der in ihre Diö­ze­sen zurück­ge­schickt wer­den, „um ihre Erfah­rung in die Orts­kir­chen zu brin­gen“. Zudem denkt der Kar­di­nal an den Ein­satz von Prie­stern, die seel­sorg­li­che Erfah­run­gen auf­wei­sen können.

Schließ­lich stell­te der Kar­di­nal die Fra­ge, ob es not­wen­dig sei, daß „alle Sekre­tä­re der vati­ka­ni­schen Dikaste­ri­en Bischö­fe sein müs­sen“. An der Kurie „gibt es heu­te eine hohe Kon­zen­tra­ti­on von Bischö­fen. Vie­le üben Funk­tio­nen von Büro­kra­ten aus und das ist nicht gut. Der Bischof ist ein Hir­te. Die Bischofs­wei­he ist kein Ehren­ti­tel, er ist ein Sakra­ment, er betrifft die sakra­men­ta­le Struk­tur der Kir­che. War­um ist es also not­wen­dig, daß ein Bischof büro­kra­ti­sche Funk­tio­nen aus­übt? Hier ris­kiert man, mei­nes Erach­tens, einen Miß­brauch der Sakramente.“

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Vigna del Signore

28 Kommentare

  1. Der Herr Kar­di­nal sollt ein­mal sei­ne Bril­le erneu­ern. Was K. Kas­pers hier vor­schlägt, gleicht einem pro­pa­gan­di­sti­schen Feld­zug für die erste Etap­pe zu einer Dik­ta­tur des Matri­ar­chats. Ein sol­che neue Kir­che kann man nur zum Teu­fel wünschen!

    • aber ganz sicher-wer soll­te denn nach des­sen ver­blen­de­ter Mei­nung da dran­kom­men-etwa Papes­sa Stam­pa-wie die­se Per­son von ita­lie­ni­schen Blät­tern bezeich­net wurde???
      quod aver­terit omni­po­tens et miser­i­cors deus in sua sapi­en­ti gubernatione,qui sit bene­dic­tus et super­ex­alta­tus in sae­cu­la saeculorum.amen..

  2. Kar­di­nal Kas­per möge doch bit­te end­lich in Ren­te gehen, viel­leicht fin­det die loka­le Frei­mau­rer­zen­tra­le ein net­tes Plätz­chen für ihn, am besten irgend­wo am Ende der Welt.

    • Ja, einen Posten bei den (Frei)maurern an der Mör­tel­misch­ma­schi­ne als „Inten­siv­mi­scher“!

  3. Ja das sind alles welt­li­che Betrach­tun­gen einer Kir­che auf die Welt hin aus­ge­rich­tet. Dem Zeit­geist ver­pflich­tet. Nicht die Kir­che die Gott dient und die Her­de durch die Welt zu Gott führt. Sie rettet.
    Alles passt zur Frei­mau­rer­kir­che, wel­che einen belie­bi­gen Gott­be­griff hat der allei­ne dem Zwecke dient die Men­schen über die Glau­bens­sehn­sucht die allen inne­wohnt irdisch gefü­gig zu machen.
    Bald wir es hei­ßen: „Jesus ist eine Gali­ons­fi­gur, ein Pro­phet, gesandt, um den Men­schen die Wahr­heit zu lehren.“

  4. Wir haben Unru­hen genug in unse­re Kir­che seit die Frau­en hier Ein­zug gehal­ten haben. Ich ken­ne eine Pfar­rei in mei­ner Nähe, wo eine Pasto­ral­as­si­sten­tin den pol­ni­schen Aus­hilfs­pfar­rer so fer­tig gemacht hat, dass er die Pfar­rei ver­las­sen hat. Sie bestand z.B. dar­auf, an bestimm­ten Tagen ande­re Peri­ko­pen zu neh­men als die für die­sen Tag vor­ge­schrie­be­nen. Wir haben Frau­en mehr als genug, dass soll­ten gewis­se Bischö­fe und Kar­di­nä­le ein­mal einsehen!

  5. Ja, es wäre wirk­lich eine Kata­stro­phe, wenn die Frau­en, die die kath. Kir­che am Leben erhal­ten, in Füh­rungs­po­si­tio­nen gelan­gen und die armen Män­ner von denen verdrängen.

    Die armen Frei­mau­rer dafür ver­ant­wort­lich machen, zeigt, dass die hier Schrei­ben­den wenig Ahnung haben — denn in den Frei­mau­rer­lo­gen sind Frau­en nicht zuge­las­sen. Inso­fern sind sie der röm.-kath. Kir­che sehr ähn­lich, nur dass in der röm.-kath. Kir­che lang­sam die Fron­ten zu bre­chen scheinen.

    Was seid ihr doch klein­gläu­big! Mari­en­ver­eh­rung — aber Respekt­lo­sig­keit gegen­über Frau­en. Ja Respekt­lo­sig­keit, denn ihr traut ihnen nicht zu, in der Kir­che ver­ant­wor­tungs­voll mit­zu­ar­bei­ten. Viel mehr als Putz­dien­ste dür­fen sie ja nach eurer Auf­fas­sung nicht machen.

    • So ein Blödsinn!
      Hat Hil­de­gard von Bin­gen „nur“ Putz­dien­ste gemacht? Edith Stein? Katha­ri­na von Sie­na? The­re­sa von Avi­la? Oder gar die aller­se­lig­ste Jung­frau und Got­tes­mut­ter Maria?
      Und im übri­gen — es scha­det nie­man­dem, weder Mann noch Frau, auch mal „nie­de­re“ Dien­ste zu machen! Haben Sie etwas gegen Jean­ne Fran­ce de Chan­tal? Gegen den Hl. Vin­c­entz von Paul, die unge­zähl­ten Mön­che und Non­nen, die Kran­ke und Ster­ben­de gepflegt haben? Mut­ter The­re­sa? Die hat­ten alle auch Putz­lap­pen in der Hand. Stin­ken­de Ver­bän­de, ver­spuck­te Laken und ver­blu­te­te Win­deln und Pflaster!
      Wes­sen erin­nert sich die Kir­che? Irgend­wel­cher ämter­herr­li­cher Stu­ben­hocker, oder derer, die SEINEM Ruf folg­ten, mit allen Kon­se­quen­zen? Wel­che Päp­ste blie­ben in Erin­ne­rung? Ja, eben — die die auch den Putz­lap­pen in die Hand nah­men oder bereit waren, für die Kir­che zu sterben.

      Wenn Sie sich die Mühe machen, die Basics der Kir­chen­ge­schich­te ken­nen­zu­ler­nen, wird Ihnen nicht ent­ge­hen, dass Frau­en von Anfang an eine wich­ti­ge und vor allem ganz eigen­stän­di­ge Rol­le ein­nah­men. Mit der Jung­frau Maria fing es an, aber auch die Tat­sa­che, dass der Auf­er­stan­de­ne sich zuerst einer Frau offen­bar­te, spricht für sich, dass sie den Auf­trag erhielt, die­se Bot­schaft zu bezeu­gen und den Apo­steln mit­zu­tei­len. Den­ken Sie mal drü­ber nach — Frau­en erhal­ten min­de­stens so oft wie Män­ner einen sol­chen Ruf, aller­dings eben nicht in Form eines for­mel­len Amtes, son­dern eines infor­mel­len Amtes (von einer Ordens­be­ru­fung mal abge­se­hen). Aber nir­gends steht, dass das for­mel­le Amt „mehr wert ist“ als das infor­mel­le Amt.
      Hat auch nie einer behauptet.
      Es steht jedem frei, hei­lig wer­den zu wollen.

      • Tres bien.
        Mann und Frau sind sehr ver­schie­den, viel mehr als man glaubt. Ich bin nun ein Mann (und ein über­zeug­ter, kei­nes­wegs ein über­zo­ge­ner) und bin froh, daß Sie dar­auf hin­wei­sen, daß das Geschlecht nichts aus­macht ein hei­li­ges und vor­bild­li­ches Leben zu füh­ren. Dane­ben gibt es Beru­fun­gen, die nur als Mann oder Frau mög­lich sind.
        Doch hat Chri­stus selbst, bei allen gege­be­nen Gna­den und Mög­lich­kei­ten, Män­ner aus­ge­wählt. Und ich bin fest davon über­zeugt, daß dies allein gut war und ist.

        • In der Kom­ple­men­ta­ri­tät der Geschlech­ter drückt sich ja die Hei­li­ge Drei­fal­tig­keit selbst aus. Und so, wie die DREI doch eines sind und jede gött­li­che Per­son zu 100% eines Wesens mit den ande­ren ist, so kann man das auch für die Men­schen sagen: Mann und Frau sind eines Wesens, aber doch unter­schied­li­cher Cha­ris­men und Auf­ga­ben. Adam sagt als erstes über Eva: sie ist von mei­ner Art, von mei­nem Fleisch, aus mei­ner Sub­stanz. Und als zwei­tes nennt er sie spä­ter Eva, weil sie ein Cha­ris­ma hat, das er nicht hat: sie ist Mut­ter, in ihr sind die ande­ren ver­bor­gen. Und ohne sie kann er nicht frucht­bar wer­den. Das in der Frau und der Mut­ter­schaft eine ganz beson­de­re Auf­ga­be steckt, die kei­nem Mann zukommt, zeigt auch das Pro­tevan­ge­li­um: Gott setzt Feind­schaft zwi­schen der Frau und dem Satan. Es ist SIE, die mit ihrem Nach­kom­men in Her­zens­ein­heit die Schlan­ge zer­tre­ten wird… Das ist doch ein wun­der­ba­res Amt!
          Die weib­li­che und männ­li­che Sen­dung ist nicht spie­gel­sym­me­trisch auf­ge­baut. Es ist eine asym­me­tri­sche Anla­ge: Jesus kommt als Mann ins Fleisch und Män­ner kön­nen IHN dar­um auch — weil ER es ihnen so gibt — for­mell und in per­so­na Chri­sti ver­ge­gen­wär­ti­gen. Aber ER konn­te durch Sei­nen eige­nen Wunsch nur durch das „Fiat“ der Frau in die­ses Leben als Mann inkarnieren.
          In die­ser Kon­stel­la­ti­on ist alles ange­legt. Das gan­ze Leben und die Heils­ge­schich­te. Am „Fiat“ der Frau hängt fast alles. Und es ist eine wah­re Kata­stro­phe für die Kir­che, dass die Frau die­ses „Fiat“ heu­te ver­wei­gert. So wird auch aus dem for­mel­len Prie­ster­tum nichts mehr. Und die Män­ner wer­den durch sol­che Müt­ter eben­falls zur Ver­wei­ge­rung und in die Schwä­chung ihres Wesens getrie­ben. Durch den Weg­fall des weib­li­chen Cha­ris­mas stirbt die Kir­che förm­lich ab. Und das Tra­gi­sche ist, dass die Frau­en nicht erken­nen, dass ihr prie­ster­lich-müt­ter­li­ches Cha­ris­ma dem der for­mel­len Prie­ster vor­ge­la­gert ist, dass also ihre Ver­wei­ge­rung dem Amtsprie­ster­tum den Boden ent­zieht und damit der Kir­che… Man könn­te heu­len und schrei­en vor Verzweiflung.
          Die Päp­ste und Bischö­fe wol­len aber tat­säch­lich mehr­heit­lich auch seit Jahr­zehn­ten nicht mehr auf sol­che Frau­en hören und haben die Mut­ter­got­tes von Fati­ma bei­sei­te gescho­ben und zum Schwei­gen ver­ur­teilt. Auch das ist eine tra­gi­sche Tatsache…

          • sag ich ja!
            Ich ver­gleich das immer mit einer Hand.
            Was die Hand aus­macht, ihre Fer­tig­kei­ten ist die Stel­lung das Daumens.
            Wenn man nun den Dau­men eman­zi­pie­ren woll­te und in eine Rei­he mit den ande­ren Fin­gern stel­len wür­de, könn­te man noch nicht mal mehr ein Brot schmieren.
            Im Reich Got­tes herrscht Ord­nung udn Ord­nung bedeu­tet,. dass alles und jedes und jeder sei­nen ihm gemä­ßen Platz hat.
            Ich den­ke in spä­te­stens 15 Jah­ren, wenn die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung alt gewor­den ist, wer­den vie­len die Augen aufgehen.

    • Allein die Tat­sa­che, daß Sie von „Füh­rungs­po­si­tio­nen“ für Frau­en in der Kir­che spre­chen, zeigt, wie ver­quer und unka­tho­lisch Ihr Den­ken ist.
      Eine katho­li­sche Frau fin­det ihre Erfül­lung in Ihrer Familie.
      Gott hat Ehe und Fami­lie bzw. die Mut­ter­schaft der Frau von Anbe­ginn gesegnet!
      Welch bedeu­ten­de und gro­ße Auf­ga­be wur­de der Frau über­tra­gen! Die­se impli­ziert eine fol­gen­schwe­re Ver­ant­wor­tung! Ein behag­li­ches, christ­li­ches Heim zu schaf­fen, die Kin­der zu guten, treu­en und muti­gen Katho­li­ken zu erzie­hen und immer für sie dazu­sein, hat erste Prio­ri­tät. Ist Ihnen das nicht Her­aus­for­de­rung und „Füh­rungs­po­si­ti­on“ genug?
      Und: Putz­ar­bei­ten soll­te man mit Freu­de ver­rich­ten, und zur grö­ße­ren Ehre Got­tes, der hlgst. Her­zen Jesu und Mari­ens und zur Bekeh­rung der Sün­der aufopfern!

      • So ein­sei­tig und abso­lut, wie Sie es for­mu­lie­ren, stimmt es nicht und wur­de weder von der Kir­che je so pro­pa­giert noch fin­det es sich so in der Hl. Schrift, was das här­te­ste Kri­te­ri­um ist: eine katho­li­sche Frau fin­det da ihre Erfül­lung, wo ER sie hin­stellt. Das ist die ein­zig rich­ti­ge For­mu­lie­rung. Mei­stens (!) ist das die Ehe und Fami­lie. Oft aber auch nicht oder nicht aus­schließ­lich. Sehen Sie die Ordens­frau­en oder auch die­je­ni­gen, die erst Fami­li­en hat­ten, danach noch Ordens­be­ru­fun­gen und dar­in dann wie­der­um spe­zi­el­le Auf­ga­ben. Es ist bevor­zug­tes Cha­ris­ma der Frau, Mut­ter zu sein, und das ist wirk­lich ein voll­um­fäng­li­ches Cha­ris­ma — aller­dings nicht beschränkt auf die Ehe. Das Cha­ris­ma hat auch eine Ordens­frau oder eine Frau, die ver­hei­ra­tet, aber kin­der­los ist.
        Schon das AT zeigt uns eine Viel­falt an weib­li­chen Sen­dun­gen, die Gott selbst ein­ge­setzt hat (Ruth, Ester, Judith, Sara, Rahab etc. etc.). Auch im NT setzt sich die­se Viel­falt fort, gip­felt aber in einer fast unvor­stell­ba­ren Wür­di­gung in der Jung­frau und Got­tes­mut­ter auf, die jedoch auch nicht „nur“ Mut­ter im heid­ni­schen Sin­ne, son­dern Mut­ter in einem gei­sti­gen Sin­ne war und ist. Sie ist Ori­en­tie­rung für jede Frau, egal in wel­chem Stand, im übri­gen auch für Männer.
        Das dane­ben der for­mel­le Apo­stel eine ganz beson­de­re Funk­ti­on hat, näm­lich die der Stell­ver­tre­tung Chri­sti in sakra­men­ta­ler Hin­sicht, also der objek­ti­ven Gegen­wart und Leh­re, ist wie­der­um ein ganz ande­res Cha­ris­ma. Es ist eine tie­fe Fra­ge, die nicht mal kurz und rigi­de beant­wor­tet wer­den kann, war­um Jesus als Mann ins Fleisch kam und daher auch von einem Mann in per­so­na Chri­sti ver­ge­gen­wär­tigt wird. Die gan­ze Schöp­fungs­ge­schich­te, der Sün­den­fall und die Heils­ge­schich­te machen das erst verständlich.
        Kein leich­tes Ter­rain also. Und es ist ärger­lich, wenn Män­ner Frau­en mal kurz mit ein paar Zurück­wei­sun­gen abspei­sen, was oft genug gesche­hen ist und geschieht — aller­dings nicht durch das Lehr­amt, son­dern durch selbst­er­nann­te Lai­en­män­ner in aller Regel.
        Den­noch liegt — und alle Frau­en mögen das in Ruhe und Ver­nunft über­den­ken — das weib­li­che Cha­ris­ma nicht in einer Ver­ein­sei­ti­gung der Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten und Bega­bun­gen, son­dern in den von Gott gesetz­ten Auf­ga­ben, die Er im Sin­ne hat­te, als er Frau­en und Män­ner — bei­de — als Sein Abbild schuf. Bei­de drücken etwas von Sei­nem Wesen aus — wenn sie die ihnen gesetz­te Auf­ga­be als Mann oder Frau zu erfül­len gewillt sind.
        Dar­um geht es!
        Gera­de in der Kir­che wur­den jedoch Frau­en von Anfang an im Glau­ben als eigen­stän­dig ange­se­hen und ins­be­son­de­re ein ehe­lo­ser Stand geför­dert und geehrt.
        Um„Machtpositionen“ dage­gen kann es in der Kir­che nie­mals, nie­mals, nie­mals gehen — weder für Män­ner noch für Frauen.
        Wir haben einen Herrn, vor dem sich jedes Knie beu­gen muss. Wer IHN liebt, wird nie­mals einem ande­ren gegen­über Macht aus­spie­len, son­dern ein­zig und allein dem Herrn die­nen wollen.

        • Lie­be Zeit­schnur, was Ordens­frau­en und kin­der­lo­se Frau­en betrifft haben Sie natür­lich recht. Habe das bewusst ver­nach­läs­sigt, denn es schien mir bei Mim nicht der Punkt zu sein. Ich mei­ne da eher die „Emma“, wie Ralph es tref­fend sagt, herauszuhören.

    • Ja, natür­lich. Nur die Regeln bit­te beach­ten und das Forum nicht mit Anti-katho­li­scher Het­ze und per­sön­li­chen Angrif­fen fluten.

  6. Wenn einer ein­mal ange­fan­gen hat, so zu reden, daß er Bei­fall von den Mas­sen bekommt — den Medi­en und den Frau­en­ver­bän­den — dann ist es so, als ob er Blut geleckt hat. Er kann nicht mehr zurück. Er sonnt sich im Applaus und will immer mehr. Er wird immer das sagen, was ankommt in der jewei­li­gen Zeit. 

    So kommt mir das vor bei Bischö­fen wir Kard. Kas­per. Inhalt­lich ist es nicht mehr nach­zu­voll­zie­hen. War­um sol­len Frau­en im Beruf ste­hen statt Kin­der zu erzie­hen und den Haus­halt füh­ren? Bis­her war die kath. Kir­che die letz­te Instanz, die Fami­lie und Ehe noch geschätzt hat. Das ist nach Kas­per alles nicht mehr wich­tig? Frau­en in die Poli­tik, in die Chef­eta­gen, in die Fabrik. Wie in der DDR. Dan­ke Herr Kar­di­nal. Wenn Ihre Mut­ter schon so gedacht hät­te, wo wären Sie dann heute?

  7. @Rebekka; Sie schrei­ben es ganz rich­tig; die Lai­en-Dik­ta­tur — meist Pasto­ral­as­si­sten­ten bzw. Pasto­ral­as­si­sten­tin­nen — wütet heu­te bereits man­cher­orts unge­hin­dert gegen die Prie­ster. Dazu die Gedan­ken von Hw Chri­sti­an Sie­be­rer: Zunächst über die „moder­ne Priesterausbildung“:
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    „Ganz wich­tig sind in die­sem Zusam­men­hang auch Psy­cho-Tan­ten und Onkels mit einem gewal­ti­gen Arse­nal an Tän­zen, Räu­cher­stäb­chen und Eigen­bau­lit­ur­gien. Händ­chen­hal­tend bewe­gen wir uns nun im Kreis, spü­ren ganz tief in uns hin­ein, las­sen den Taber­na­kel ein­fach mal Taber­na­kel sein und wen­den uns lie­ber den bun­ten Tüchern, Glas­per­len und Klang­scha­len in unse­rer Mit­te zu, die uns vom Zeit­al­ter des abso­lu­ten Rela­ti­vis­mus kün­den. Das Tran­szen­den­te ist so viel­fäl­tig und bunt, also kann ruhig auch ein­mal der Mensch ins Zen­trum gerückt wer­den, ein­ge­rahmt von den froh­locken­den Rufen der Göt­ter, die im auf­er­stan­de­nen Pan­the­on mal wie­der so rich­tig Par­ty machen. 

    Wie geht es dir damit, sag, was macht das mit dir? Das darf jetzt so ste­hen blei­ben, dass du dir denkst, du bist im fal­schen Film. Don Camil­lo ist hier längst nicht mehr gefragt, bei uns spielt es eher Han­go­ver oder Idiocracy.

    Nun, das alles hat sicher auch mal was Gutes, zum Bei­spiel spart der Semi­na­rist durch sol­che Aus-Fort-und Vor­bei­bil­dung eini­ges an Kosten für Schlaf­pul­ver oder Brechreizgloboli.

    Wer das alles noch nicht so rich­tig ver­stan­den hat oder tief­gei­stig Erwor­be­nes wei­ter ver­dich­ten möch­te, der erhält dann auch noch hoch­wich­ti­ge Lese­tipps, bevor­zugt von femi­ni­sti­schen Theo­lo­gIn­nen („Gott, mei­ne Freun­din” „Chri­sta statt Chri­stu­s” „Die Apo­stelin Juni­a­s” und ähn­li­che Highlights).

    Der Kon­takt mit ande­ren zukünf­ti­gen Berufs­chri­sten (Pasto­ral­as­si­sten­ten, Pastoralassistentinnen,…) in der Aus­bil­dung dient oft dazu, dem Semi­na­ri­sten klar zu machen, dass er nichts Bes­se­res, nichts Beson­de­res ist. Nur wird dabei lei­der meist über­se­hen, dass die von ihm ange­streb­te Auf­ga­be sehr wohl ein­zig­ar­tig und uner­setz­bar ist.“
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    Hw Sie­be­rer wei­ter über lai­en­dik­tier­te Machen­schaf­ten in den Pfarreien:
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    [.…]
    „Jahr­zehn­te­lang waren die­se Men­schen nicht mehr beich­ten, sie lesen nicht in der Hei­li­gen Schrift, sie inter­es­sie­ren sich nicht für die Leh­re der Kir­che, sie emp­fan­gen Sonn­tag für Sonn­tag unwür­dig die hei­li­ge Kommunion,… aber sie mei­nen ganz genau zu wis­sen, wie eine Pfar­re und ein Pfar­rer zu sein haben.

    Sie ken­nen Jesus Chri­stus oft nur als histo­ri­sche Per­sön­lich­keit, als Weis­heits­leh­rer, als net­ten Bru­der. Sie haben nahe­zu über­haupt kein Ver­ständ­nis für ihre Sünd­haf­tig­keit und ihre Erlö­sungs­be­dürf­tig­keit. Wich­tig sind Pfarr­café, Yoga­run­de, Floh­markt, Tur­nen und Thea­ter, Arti­sten, Tie­re, Attrak­tio­nen, modern und mün­dig sein, die längst fäl­li­gen Refor­men vor­an­brin­gen, poli­ti­sche Kor­rekt­heit, Tole­ranz bis zur Häre­sie, mit einem Wort: die NEUE Kirche.

    Dies heißt auch Sor­ge um die Schre­ber­gar­ten-Pfar­re, Negie­ren jeg­li­chen Auf­bruchs, Kampf um die eige­nen Macht­be­rei­che, Man­gel an Umkehr­be­reit­schaft, Dik­ta­tur des Rela­ti­vis­mus, Nost­al­gie (frü­her war alles wun­der­bar), Ver­wei­ge­rung einer geist­li­chen Erneue­rung, Macht­gier, Funk­tio­närs­geh­a­be, Mis­si­on höch­stens als Mitgliederwerbung,…

    Oft gibt es auch ein gro­bes Miss­ver­ständ­nis über die Funk­ti­on des Pfarr­ge­mein­de­rats. Frü­her hat der ent­schei­dungs­schwa­che Pfar­rer alles auf den PGR abge­scho­ben. Das „bera­ten­de Stimm­rech­t” haben alle jahr­zehn­te­lang als „beschlie­ßen­des Stimm­rech­t” erlebt. Dies war auch eine Haupt­mo­ti­va­ti­on, als Pfarr­ge­mein­de­rat zu kan­di­die­ren, plötz­lich und uner­war­tet tritt also ein mas­si­ver Macht­ver­lust ein.

    Bringt die Mensch­lich­keits­keu­le noch nicht die gewünsch­ten Ergeb­nis­se, wird sehr schnell die „Har­mo­nie­keu­le” zum Ein­satz gebracht: 

    In ver­klär­ter Nost­al­gie haben die Betrof­fe­nen ver­ges­sen, dass im Lauf der letz­ten Jahr­zehn­te unzäh­li­ge Men­schen die Pfar­re ver­las­sen haben oder die Mit­ar­beit mit ihnen been­det wurde. 

    Die sich ihre Macht­po­si­ti­on erkämpft haben, sind erprob­te Strei­ter. Mit bil­lig­sten Metho­den wird hier Stim­mung gemacht, gejam­mert, geheu­chelt, alles unter dem Mot­to: „Wann ist end­lich wie­der Frieden?”, obwohl es die­sen „Frie­den” meist nur auf Kosten der geäch­te­ten „Papst­an­be­ter” und des völ­lig ein­ge­schüch­ter­ten Pfar­rers gab.
    Die selbst­ge­bau­te Kir­chen-Welt bricht zusam­men, und dies wird als Zusam­men­bruch der gesam­ten Pfar­re präsentiert.

    Wenn alle pfarrin­ter­nen Aktio­nen, Mani­pu­la­tio­nen, Stim­mungs­ka­no­nen und Empö­rungs­ze­le­bra­tio­nen nicht zur Wie­der­her­stel­lung der guten alten Eigen­bau­kir­che geführt haben, kommt als näch­ster Schritt im Ritu­al die all­seits belieb­te Beschwer­de beim Bischof.

    Betrach­ten wir bei die­sem sehr wich­ti­gen Punkt zunächst ein­mal eini­ge all­ge­mei­ne Vor­aus­set­zun­gen, die in fast jedem Fall gege­ben sind: Der Laie beschwert sich immer zuerst, der Pfar­rer ist von Anfang in der Defensive. 

    Der Laie kann de fac­to tun und las­sen, was er will, denn wel­che Kon­se­quen­zen hat er vom Bischof zu fürch­ten? Wann wur­de jemals ein Pfarr­ge­mein­de­rat ver­setzt oder abgesetzt?

    Der Pfar­rer ist immer reich­lich spät dran, hin­ter sei­nem Rücken lau­fen die Kam­pa­gnen und Zusam­men­schlüs­se schon sehr lan­ge, bevor er reagie­ren kann.
    Soll der Pfar­rer nun die meist gro­ße Men­ge der Schwei­gen­den oder Unin­for­mier­ten mobi­li­sie­ren und so noch mehr Unru­he und Par­tei­ung riskieren?

    Der Pfar­rer ist also zwangs­läu­fig in mas­si­ver Unter­zahl. Der Pfar­rer ist immer der Neue gegen die Eta­blier­ten. Jeder Hin­weis auf die guten Früch­te sei­ner Arbeit in der Pfar­re kann ihm als Eigen­lob aus­ge­legt werden.

    Der Pfar­rer ist zuletzt immer der selt­sa­me Kauz, schließ­lich lebt er ja unver­krampft zöli­ba­tär und ist auch sonst ganz anders als die Prie­ster der glor­rei­chen fru­strier­ten Konzilsgeneration.

    Hier ern­tet er auch die Früch­te der end­lo­sen Dia­log­pro­zes­se und Kir­chen-Fan­ta­sier­ei­sen man­cher Lai­en mit man­chen Bischö­fen. Deren ver­meint­li­che Tole­ranz wird ihm zum Kreuz, da es ja schein­bar auch ganz anders ginge.

    Der Pfar­rer ist der Dik­ta­tor, die Jun­ta der Funk­tio­nä­re hin­ge­gen ist Aus­druck der geschwi­ster­li­chen Kir­che. Der Pfar­rer steht im Gene­ral­ver­dacht sei­ner Vor­ge­setz­ten „mensch­li­che Defi­zi­te” zu haben, die Lai­en ste­hen im Gene­ral­ver­dacht der Menschlichkeit.

    Der Pfar­rer muss immer davon aus­ge­hen, dass sei­ne Vor­ge­setz­ten den auf sie aus­ge­üb­ten Druck am lieb­sten direkt wei­ter­lei­ten und damit den Druck auf ihn noch erhö­hen. Schraub­stock nennt sich die­ses net­te klei­ne Spiel­chen: Der Druck von unten wird in geschwi­ster­li­cher Wei­se durch den Druck von oben ergänzt.“
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  8. Emi­nenz Kas­per wur­de 1989 Nach­fol­ger von Bischof Moser im Bis­tum Rot­ten­burg. Im Früh­jahr 1977 hat­ten 180!!! Prie­ster der Diö­ze­se Rot­ten­burg ein Rund­schrei­ben an ihre „Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen“ in der Würt­tem­ber­gi­schen evang. Lan­des­kir­che geschrie­ben. Sie ver­stie­gen sich dort zu aben­teu­er­li­chen Fest­stel­lun­gen, Zitat: „Wir aner­ken­nen Sie als Vor­ste­he­rin­nen oder Vor­ste­her ihrer Gemein­den und deren Got­tes­dien­ste und sehen in Ihnen Amts­trä­ger glei­cher Voll­macht und glei­cher Verantwortung‑…“ Ob Emi­nenz Kas­per bei der Abfas­sung die­ses Schrei­bens betei­ligt war, möch­te ich hier nicht behaup­ten, es ent­spricht aber sei­ner Gei­stes­hal­tung, daher sind natür­lich für ihn Frau­en in der Hier­ar­chie kein Problem.

  9. Kas­per pole­mi­siert gegen den Kle­ri­ka­lis­mus, aber er denkt ja wohl offen­sicht­lich total ämter­hier­ar­chisch und irdisch hin­sicht­lich der kirch­li­chen Ämter.

    Eine Kir­che ohne die Frau­en wäre tat­säch­lich verstümmelt.
    Ich bin eine Frau.
    Und ich las­se mir von einem sol­chen theo­lo­gi­schen Hans­wurst in Kar­di­nals­ha­bit nicht ein­re­den, ich sei in der Kir­che nicht prä­sent als Frau.
    Mit der nach dem Kon­zil lei­der bestrit­te­nen Auto­ri­tät der Got­tes­mut­ter Maria habe ich das weib­li­che Leit­bild höch­sten Ran­ges. Die Kir­chen­ge­schich­te wim­melt gera­de­zu von Frau­en in ver­ant­wort­li­chen Posi­tio­nen. Die­se Posi­tio­nen hat aber alle der Herr bestimmt. Oder will Kas­per behaup­ten, Katha­ria von Sie­na hät­te kei­ne ver­ant­wort­li­che Posi­ti­on gehabt? Oder will er die gro­ße Ver­ant­wor­tung und Voll­macht der Müt­ter etwa bestrei­ten und ihnen ein­re­den, das sei nichts wert, nur ein Anteil an einem büro­kra­ti­schen Amts­schim­mel sei etwas?
    Weiß er nicht, dass es Gott ist, der allei­ne bestimmt, wer wo was in der Kir­che sein soll und sein wird? Dass einer Bischof oder Kar­di­nal ist, ist nichts, wenn er es nicht abso­lut gehor­sam und die­nend aus­füllt — sonst ist es näm­lich nur Kle­ri­ka­lis­mus und Machtmissbrauch.
    Gott sen­det. Er sen­det in for­mel­len Ämtern und er sen­det in infor­mel­len Ämtern. Jeder Gläu­bi­ge hat ein sol­ches Amt. Ist er oder sie gehor­sam, hat er hohe Ver­ant­wor­tung und dient der Kirche.
    All ihr hei­li­gen Frau­en der Kir­chen­ge­schich­te, all Ihr, die man gar nicht mehr zäh­len kann, die die Kir­che zur Ehre der Altä­re erho­ben hat, vor allem Du, aller­lieb­ste und schön­ste Mut­ter­got­tes, hei­li­ge Maria, bit­tet für uns! Jede Frau, die sich IHM hin­gibt, wird von IHM erho­ben aus dem Staub. Aber das soll­te nicht das Motiv der Hin­ga­be sein.
    Aus Kas­pers Wor­ten spricht ein dämo­ni­scher Hoch­mut — als ob die Kir­che von einem Vor­stand und Ver­wal­tungs­rat mit lau­ter Platz­hir­schen gelei­tet wür­de… aber seit dem Kon­zil ist das tat­säch­lich fast flä­chen­deckend so. Geist­li­che Nul­len, die ihre Wei­he mit Füßen tre­ten, haben kei­ner­lei Auto­ri­tät mehr. Dafür tre­ten sie umso auto­ri­tä­rer und ver­lo­ge­ner auf und zer­stö­ren den Glauben.
    Es ist ohne­hin eine gro­ße Bela­stung, dass Frau­en die­sem Zer­stö­rungs­werk durch die geweih­ten Män­ner seit Jahr­zehn­ten brav und dumm zuarbeiten.

  10. Soll­te die Kir­che in der­ar­ti­gen „Fra­gen“ nicht mit einer Stim­me spre­chen. Bald wird noch über die Tri­ni­tät vom Pfarr­ge­mein­de­rat mit min­de­stens 2/3 Frau­en ent­schie­den. Jeder Bischof meint hier, zu e3igenständigen Aus­sa­gen befugt zu sein. Man stel­le sich vor, jeder Abtei­lungs­lei­ter eines Unter­neh­mens wür­de sich öffent­lich zur Geschäfts­po­li­tik äußern. Unglaub­lich, was sich hier Nach­ran­gi­ge erlau­ben. Lei­der ist die­se Erschei­nung nicht erst unter Fran­zis­kus aufgetreten.

  11. Mei­ner Ansicht nach ist unser Pro­blem, dass alle bestim­men und kom­man­die­ren und viel Geld dabei ver­die­nen wol­len, (was die Haupt­mo­ti­va­ti­on sein dürfte).
    Jedoch sagt Jesus der Chri­stus das anders:
    Wer unter euch der erste sein will, der soll der Die­ner aller sein!

    Und ist nicht das Pro­blem Gemein­de­auf, Gemein­de­ab ab, dass eben genau kei­ner Geschirr­spü­len und sich um die Blu­men küm­mern will.
    Genau dadurch dass die Frau­en aus der Innen­welt ver­trie­ben wer­den, ist doch alles nur noch hohl und leer geworden!
    Kuchen fürs Gemein­de­fest „Cop­pen­rad und Wie­se“ bzw Back­mi­schung, oder als höch­stes der Gefüh­le Moh­ren­kopf­tor­te, eben weil ja, wie aus­ge­führt alle nur bestim­men und orga­ni­sie­ren wol­len und müssen.

    Wer war das noch, der als erstes sein „non ser­vi­am!“ gesagt hat???

    • Gut kom­men­tiert. Non ser­vi­am, es steht im kras­sen Gegen­satz zum Fiat Mari­ens, wel­che als leuch­ten­des Vor­bild jeder frau­li­chen Bereit­schaft steht, das zu tun, was der Herr vor­ge­se­hen hat. Wie weit ent­fernt ist die moder­ne Frau von die­sem Vor­bild. Sie wur­de ent­wür­digt, sie wur­de zum Arbeits­tier degra­diert, sie wur­de im Namen der Eman­zi­pa­ti­on ent­frau­licht und so steht sie heu­te da- allein, miss­han­delt, so oft psy­chisch voll­kom­men Ver­wahr­lost und halt­los- ohne Ori­en­tie­rung. Und die­ses Wesen, was weder Frau noch Mann genannt wer­den kann, soll die näch­ste Genera­ti­on her­an­bil­den? Mitnichten…

      • Maria ist übri­gens das leuch­ten­de Bei­spiel jedes Gläu­bi­gen mit ihrem Fiat. Wer groß sein will, soll der Die­ner aller sein, sag­te Jesus. Das ist nicht nur frau­li­che Hal­tung, son­dern auch männ­li­che. Jesus hat gesagt, er sei nicht gekom­men, um sich bedie­nen zu las­sen, son­dern um zu die­nen. Er ist DAS Vor­bild für den katho­li­schen Prie­ster und über­haupt die Män­ner. Dar­aus folgt, dass kein Amt grö­ße­re Dienst­be­reit­schaft abver­langt als das Papst­amt. Gleich gefolgt von Bischö­fen bzw. Kar­di­nä­len. Kas­per scheint davon noch nie gehört zu haben.

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