Taxifahrer mit englischer Fahne: Staat beschuldigt ihn Minderheiten zu diskriminieren

Englische Fahne: diskriminierend, weil sie das Kreuz zeigt.(Lon­don) Der Distrikts­rat beschul­digt Denis Said, das Gleich­heits­ge­setz ver­letzt zu haben. Dabei füh­len sich sei­ne aus­län­di­schen Kun­den gar nicht „belei­digt“: „Das ver­rück­te Eng­land!“ Der Taxi­fah­rer ris­kiert sei­ne Zulas­sung zu ver­lie­ren. Er hat es näm­lich gewagt, auf sei­nem Taxi einen Auf­kle­ber in der Grö­ße von 10 x 15 Zen­ti­me­tern anzu­brin­gen, auf dem die eng­li­sche Fah­ne mit der Auf­schrift „Local Dri­ver“ zu sehen ist. Die Dis­kri­mi­nie­rung lie­ge in der Auf­schrift und vor allem im Kreuz, denn die eng­li­sche Fah­ne zeigt das Georgs­kreuz, rotes Kreuz auf wei­ßem Grund.

Der 56 Jah­re alte Denis Said fährt seit 16 Jah­ren Taxi in New­ton Abbot, einer Stadt der Graf­schaft Devon. Nun wur­de er von der Stadt­ver­wal­tung wegen Dis­kri­mi­nie­rung ange­zeigt: „Im kon­kre­ten Fall könn­ten die eng­li­sche Fah­ne und die Auf­schrift ‚Local Dri­ver‘ jene in ihrem All­tags­le­ben benach­tei­li­gen, die sich mit kei­nem der bei­den Ele­men­te iden­ti­fi­zie­ren“. Die­ser haar­sträu­ben­de Satz stammt vom Distrikts­rat von Teig­n­bridge in Devon, der zudem erklär­te: „Wir wol­len allen gerech­te Dienst­lei­stun­gen garan­tie­ren, indem wir den Equa­li­ty Act von 2010 anwen­den, um alle Kul­tu­ren in unse­rer Gesell­schaft zu schüt­zen.“

Ein umstrittenes Gesetz

Said hät­te, laut öffent­li­cher Ver­wal­tung, den Equa­li­ty Act ver­letzt, der seit 2010 alle staat­li­chen, poli­ti­schen, reli­giö­sen oder iden­ti­tä­ren Sym­bo­le äch­tet. Wegen die­ses Geset­zes wur­den bereits Ange­stell­te aus dem öffent­li­chen Dienst ent­las­sen, weil sie ein Kreuz um den Hals tru­gen. Eben­so wur­den katho­li­sche Adop­ti­ons­ver­mitt­lungs­agen­tu­ren zuge­sperrt, weil sie sich wei­ger­ten, Kin­der an Homo­se­xu­el­le zu ver­mit­teln.

Ein Gesetz, das zum Schutz von Min­der­hei­ten vor Dis­kri­mi­nie­rung die­nen soll­te, dis­kri­mi­niert in Wirk­lich­keit jede Iden­ti­tät ange­fan­gen bei der ein­hei­mi­schen eng­li­schen Iden­ti­tät. Laut Equa­li­ty Act 2010 darf man über­all auf der Welt Eng­län­der sein, aber nicht mehr Eng­län­der in Eng­land. Eine natio­na­le, ein­hei­mi­sche Kul­tur oder auch nur eine Leit­kul­tur wird vom Gesetz expli­zit unter Stra­fe gestellt.

Die Behör­den haben ent­spre­chend fest­ge­legt: Soll­te Denis Said die eng­li­sche Fah­ne nicht von sei­nem Auto ent­fer­nen, wird ihm im kom­men­den Febru­ar die Lizenz für sein Taxi­un­ter­neh­men nicht mehr ver­län­gert. Dem eng­li­schen Taxi­len­ker nütz­te es nichts, daß er ver­si­cher­te, nie von irgend­wem eine Bean­stan­dung gehört zu haben. Der Ent­zug der Lizenz wäre für ihn exi­stenz­ver­nich­tend, da es Saids ein­zi­ge Ein­nah­me­quel­le ist.

Politischer Kurzschluß oder gezielte Identitätsvernichtung?

In sei­ner Ein­ga­be gegen den Ent­scheid mach­te Said gel­tend, daß im Zei­gen der eng­li­schen Fah­ne nichts Belei­di­gen­des sei: „Der Stadt­rat unter­stellt, daß ich Ras­sist sei, nur weil ich die Fah­ne mei­nes Lan­des zei­ge. Das stimmt ein­fach nicht. Ich bin Eng­län­der und ich bin ein Fah­rer aus der Gegend hier, was bei einem Taxi­un­ter­neh­men ja schließ­lich etwas aus­sagt, oder? Wo liegt das Pro­blem? Ich dis­kri­mi­nie­re doch nie­man­den, der in mein Auto steigt, son­dern fah­re ihn dort­hin, wo er eben hin will.“

In der Gegend habe er zudem nicht ein­mal vie­le aus­län­di­sche Fahr­gä­ste. Seit dem Ent­scheid fragt er sei­ne aus­län­di­sche Fahr­gä­ste aller­dings, ob sie sich durch die eng­li­sche Fah­ne und den Hin­weis „Local Dri­ver“ belei­digt oder ange­grif­fen füh­len wür­den. „Kei­ner fühl­te sich auch nur irgend­wie belei­digt. Die stau­nen regel­recht über mei­ne Fra­ge. Einer ant­wor­te­te mir sogar: ‚Dein Land ist ver­rückt gewor­den.‘ “

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Wiki­com­mons

3 Kommentare

  1. Das ist doch Real­sa­ti­re!
    Übri­gens haben auch mir schon vor 20 Jah­ren ein­ge­wan­der­te Per­so­nen, ein Ira­ner und ein Afgha­ne gesagt, wir sei­en meschug­ge — sie füh­len sich durch die­ses vor­ge­scho­be­ne Tole­ranz­ge­tue nicht etwas ver­si­chert, dass sie hier eine neue Hei­mat fin­den, son­dern ver­un­si­chert, weil ein Staat, der kei­ner­lei ethi­sche Maß­stä­be habe, son­dern Gut und Böse gleich­be­rech­ti­gen will, im Zwei­fels­fall auch den Aus­län­der wie­der opfert, sobald es einen neu­en sur­rea­len Grund gibt, sich als Gut­mensch zu pro­fi­lie­ren.
    Und wir haben die Zustän­de ja schon: Isla­mi­sten schlimm­ster Sor­te erhal­ten hier Asyl und schi­ka­nie­ren hier die­je­ni­gen, die vor dem Isla­mis­mus geflo­hen sind und unser Staat ver­wei­gert es den letz­te­ren, sie aus­rei­chend zu schüt­zen — um erste­re und den wun­der­ba­ren Islam nicht zu dis­kri­mi­nie­ren. Da hät­te man auch im Iran oder in Afgha­ni­stan blei­ben kön­nen…

  2. Wir leben in einer welt­wei­ten Sata­no­kra­tie, was der kon­se­quen­te End­punkt der Ent­christ­li­chung der Gesell­schaft ist. Satan ist bei all sei­ner Intel­li­genz irr­sin­nig. In der Apo­ka­lyp­se wird der Irr­sinn einer gott­lo­sen Gesell­schaft bis zum Äußer­sten gestei­gert –bis der Herr selbst dem ein Ende berei­tet und das Böse und die bis zum Schluss reue­los Bösen vom Ange­sicht der Erde ver­tilgt. Soll­te jetzt der Beginn der Trüb­sal sein, ist in spä­te­stens sie­ben Jah­ren der böse Spuk vor­bei, aber durch schwe­re Lei­den hin­durch.

  3. Kon­se­quen­ter­wei­se gehört dann auch die eng­li­sche Fuss­ball­mann­schaft abge­schafft!

    War­um geschieht dies nicht? Ach ja, der Mam­mon „Geld“ spielt da die Haupt­rol­le.

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