Bischof Overbecks Kirchendemontage – Daß Homo-Priester „Doppelleben führen müssen ist unzumutbar“

Bischof Overbeck von Essen: daß Homo-Priester "ein Doppelleben führen müssen, ist unzumutbar". (Essen) Ruhr­bi­schof Franz-Josef Over­beck will „Rea­li­tät“ bei Homo­se­xua­li­tät und Zöli­bat aner­ken­nen. Dies sagt der Bischof in einem heu­te, Diens­tag, in den Buch­han­del gelang­ten Sam­mel­band von Joa­chim Frank und Alfred Neven: Wie kurie­ren wir die Kir­che? Katho­lisch­sein im 21. Jahr­hun­dert (DuMont Ver­lag). Der Bischof meint damit die Aner­ken­nung von Unge­hor­sam und Sün­de. Bischof Over­beck schlägt eine revo­lu­tio­nä­re Seel­sor­ge im Namen der „Barm­her­zig­keit“ vor. Aller­dings meint Bischof Over­beck nicht mehr Jesu Barm­her­zig­keit (dir sind die Sün­den ver­ge­ben, geh und sün­di­ge nicht mehr), son­dern eine neue „Barm­her­zig­keit“ nach dem Mot­to: dir sind die Sün­den ver­ge­ben, geh und sün­di­ge ruhig wei­ter.

Des­halb will der Bischof von Essen kei­ne Prie­ster, die ein „Dop­pel­le­ben füh­ren müs­sen, weil sie homo­se­xu­ell sind oder das Zöli­bats­ver­spre­chen bre­chen“. Das sei „unzu­mut­bar“ für Prie­ster, denn die katho­li­sche Kir­che brau­che „glaub­wür­di­ge Prie­ster ohne ver­steck­tes Dop­pel­le­ben“. Auf die Idee, daß die Glaub­wür­dig­keit eines Prie­sters dar­in liegt, gar kein Dop­pel­le­ben zu haben, scheint der Bischof erst gar nicht zu kom­men. „Dop­pel­le­ben“ füh­ren­de Prie­ster schei­nen in der Diö­ze­se Essen, geht es zumin­dest nach Bischof Over­beck, nicht die Aus­nah­me, son­dern die Regel zu sein. Tat­säch­lich ein „unzu­mut­ba­rer“ Zustand.

Daß Bischof Over­beck vor Jah­ren, um genau zu sein 2010 im ARD, Homo­se­xua­li­tät als Sün­de bezeich­net hat, wie die West­deut­sche All­ge­mei­ne Zei­tung erin­nert, scheint ange­sichts sei­ner aktu­el­len Aus­sa­gen besten­falls ein Gerücht zu sein.

Bischof Over­beck gehe es nun „die Rea­li­tät anzu­er­ken­nen“. Man kön­ne daher bei den The­men Zöli­bat und homo­se­xu­el­le Prie­ster „nicht die Augen ver­schlie­ßen“. Wört­lich ver­kün­det der Bischof im Buch: „Ich weiß also sehr wohl, daß es Prie­ster gibt, die ihr Zöli­bats­ver­spre­chen nicht hal­ten, aber trotz­dem einen guten Dienst tun und von den Men­schen auch so akzep­tiert wer­den“. Die Argu­men­ta­ti­on ent­spricht ver­blüf­fend jener des Erz­bis­tums Frei­burg, mit der die wie­der­ver­hei­ra­tet Geschie­de­nen zur Kom­mu­ni­on zuge­las­sen wer­den sol­len.

Der Sam­mel­band mit Wort­mel­dun­gen „enga­gier­ter Katho­li­ken“, zu denen offen­bar auch Bischof Over­beck gehört, wür­de tref­fen­der lau­ten: „Wie kurie­ren wir die Kir­che zu Tode?“ Over­beck, der in Dog­ma­tik pro­mo­vier­te, scheint weder in die­ser noch in ande­ren theo­lo­gi­schen Dis­zi­pli­nen sat­tel­fest zu sein. Die gefal­le­ne Rea­li­tät der Welt soll nicht durch das erlö­sen­de Opfer Jesu Chri­sti wie­der auf­ge­rich­tet und empor­ge­ho­ben wer­den, son­dern ihrem Schick­sal im Sün­den­sumpf über­las­sen blei­ben. Ein Blick in die Kir­chen­ge­schich­te wür­de dem Bischof hel­fen, zu sehen, daß es ganz ande­re, glau­bens­kon­for­me Lösun­gen gibt.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Bis­tum Essen

23 Kommentare

  1. Es ist wirk­lich infam. Kaum weht ein ver­meint­lich lau­war­mes Lüft­chen aus Rom, las­sen alle Pseudo­hir­ten ihre Mas­ken fal­len und stür­zen sich wie Wehr­wöl­fe auf das, was bis­lang unum­stöß­li­che, iden­ti­täts­stif­ten­de Leh­re der Kir­che war, um es vor den Augen der erstaun­ten Welt öffent­lich zu zer­rei­ßen. Hier zer­stört sich eine Glau­bens­ge­mein­schaft in win­des­ei­le selbst. Und es wird eines deut­lich, Hir­ten und Prie­ster, die treu zur katho­li­schen Leh­re ste­hen, sind kaum mehr zu fin­den. Jahr­zehn­te­lang wur­den von einem inner­kirch­li­chen Moder­ni­sten­netz­werk, das bis in die Kon­gre­ga­tio­nen in Rom reich­te, nur die Kan­di­da­ten in ent­schei­den­de Ämter vor­ge­las­sen, die die­sem Moder­nis­mus offen oder heim­lich hul­dig­ten. Die­je­ni­gen, die unschick­li­cher­wei­se den­noch durch die engen Maschen die­ses Netz­wer­kes schlüpf­ten, wie im deut­schen Sprach­raum etwa Krenn, Gro­er, Dyba, Mixa, Huon­der oder jüngst Tebartz, wer­den, um sich ihrer zu ent­le­di­gen, öffent­lich an den Pran­ger gestellt und mensch­lich rui­niert. Die­ser Mann in Rom nun ent­facht einen Flä­chen­brand, der in sei­ner Dimen­si­on nur mit dem der Luther­schen Refor­ma­ti­on ver­gleich­bar ist. Es sind übri­gens die­sel­ben Mecha­nis­men, die hier ablau­fen, mit dem Unter­schied, dass dies­mal der zün­den­de Fun­ke der Revol­te gegen den wah­ren Glau­ben vom Mann in Rom selbst aus­ge­löst und nichts zur Ein­däm­mung getan wird. Inso­fern muss sich in Zukunft erst wei­sen, ob, wie und wo die wah­re Kir­che Jesu Chri­sti fort­be­steht.

  2. Die­se Sen­dung 2010 habe ich selbst gese­hen. Ich habe sie außer­dem auf einer DVD. Damals setz­te sich Over­beck bei Anne Will mit Rosa von Praun­heim aus­ein­an­der. Er sag­te zu dem beken­nen­den homo­se­xu­el­len Fil­me­ma­cher, Homo­se­xua­li­tät sei Sün­de, und er, Rosa von P. wis­se das ganz genau. Natür­lich erhob sich damals eine Art Tumult in der Sen­dung.

    Es ist ein­fach nur erbärm­lich, wenn man nun sehen muss, wie der Herr Bischof umknickt.
    Was sind das nur für fei­ge Ker­le! Oder haben sie alle Agst, dass der mäch­ti­ge C8-Marx sie absä­gen könn­te, wie er sei­ner­zeit Bischof Mixa abge­sägt und dem Gespött der Nati­on preis­ge­ge­ben hat inklu­si­ve Ver­leum­dung?

    Und noch etwas: was heißt hier ein Dop­pel­le­ben sei nicht zumut­bar? Wenn ich schon die Homo-Sün­de glau­be, erlau­ben zu müs­sen, um ein Dop­pel­le­ben zu ver­mei­den, wie­viel mehr müss­te mit der Argu­men­ta­ti­on einem Prie­ster mit heim­li­cher Freun­din ein Dop­pel­le­ben erspart blei­ben?
    Offen­bar darf uns Nach­fol­ge Chri­sti nichts, aber auch gar nichts mehr zumu­ten. Lie­ber kastei­en wir uns für sport­li­che oder öko­no­mi­sche Höchst­lei­stun­gen!

    Das tut alles bloß noch weh … aber beäng­sti­gend ist es auch…

  3. Sind denn die Bischö­fe alle am Über­schnap­pen?
    So stu­diert und gelehrt, so hoch geweiht, und doch bar der Ver­nunft und Fröm­mig­keit?
    Lie­ber Him­mel, wohin soll soviel Irr­sinn noch füh­ren?!

  4. Die­ses Buch gehört zu Recht auf den Index. Es gibt lei­der Homo­se­xua­li­tät, Bre­chen des Zöli­bats­ver­spre­chen, Bre­chen des Ehe­ver­spre­chens, weil der Mensch als gefal­le­ner Mensch in einer gefal­le­nen Welt lebt und sich vom Teu­fel zur Sün­de ver­füh­ren lässt. Dies kann nicht „aner­kannt“ son­dern nur erlit­ten wer­den. Der Bischof von Essen will kei­ne Prie­ster, die als Homo­se­xu­el­le und Zöli­bats­ver­spre­chens­bre­cher leben möch­ten. Das ist sehr rich­tig, das möch­te auch kein gläu­bi­ger Katho­lik. Der Bischof möch­te nicht die Augen ver­schlie­ßen. Das darf er auch nicht, als Hir­te muss er ver­su­chen, alle Scha­fe zur Barm­her­zig­keit Jesu in einer gül­ti­gen Hei­li­gen Beich­te, zu füh­ren. Eine gül­ti­ge Beich­te schließt immer das Ver­spre­chen an Jesus ein, sehr ernst­haft zu ver­su­chen, die Sün­de zu mei­den und vor­aus­schau­end alle Gele­gen­hei­ten dazu zu ver­mei­den. Es ist allein Illu­si­on zu mei­nen, dass Homo­se­xu­el­le und Zöli­bats­ver­spre­chens­bre­cher einen „guten Dienst“ tun. Kein Mensch muss katho­lisch sein. Weil dies eine Lie­bes­ent­schei­dung ist, kann sie nur frei­wil­lig sein. Wir Gläu­bi­ge haben ein Recht auf katho­li­sche Prie­ster, die mit vom Herrn in einer gül­ti­gen Beich­te gerei­nig­ten Her­zen an den Altar tre­ten und auf katho­li­sche Bischö­fe, die eben­falls mit vom Herrn in einer gül­ti­gen Beich­te gerei­nig­ten Her­zen ihre Hir­ten­sor­ge aus­üben. Alle ande­ren wären Miet­lin­ge.
    Gelobt sei Jesus Chri­stus

  5. Kapie­re das über­haupt nicht, wenn der Prie­ster das mit dem Zöli­bat nicht gebacken kriegt, muss er halt umschu­len.
    Wo ist das Pro­blem?
    Wenn ein Bäcker eine Mehl­staub­all­er­gie kriegt kann er ja auch nicht ver­lan­gen, dass die Bäcke­rei, wo er ange­stellt ist, sich in eine Metz­ge­rei ver­wan­delt.

  6. Ich ver­ste­he die­ses gan­ze Thea­ter um die sexu­el­le Ori­en­tie­rung über­haupt nicht. Da der Kle­rus sowie­so keusch leben muß, spielt doch die sexu­el­le Ori­en­tie­rung gar kei­ne Rol­le. Alles ande­re ist so und so eine schwe­re Sün­de.

  7. Wie gut, daß es noch Bischö­fe wie Bischof Atha­na­si­us Schnei­der gibt:

    https://katholisches.info/2013/10/07/bischof-athanasius-schneider-mehrdeutigkeiten-in-konzilsdokumenten-korrigieren-interview-auf-churchmilitant-tv/

    Der deut­sche Epi­sko­pat wird aller­dings spä­te­stens nach dem Ende der Amts­zeit von Kar­di­nal Meis­ner und der Demon­ta­ge von Bischof Tebartz-van Elst kom­plett vor die Hun­de gehen… Mit die­sen Papp­ka­me­ra­den ist kein Blu­men­topf mehr zu gewin­nen…

      • Micha­el, das dür­fen Sie nie tun, denn es ist und bleibt die ein­zig wah­re Kir­che Chri­sti, egal wie wüst es der mensch­li­che Fak­tor in ihr treibt.
        Schon damals bei der blu­ti­gen Kreu­zi­gung sind haupt­säch­lich die Män­ner weg­ge­lau­fen. Jetzt sehen wir eben die unblu­ti­ge Kreu­zi­gung des mysti­schen Lei­bes Chri­sti, der die Kir­che ist.
        Neh­men Sie sich ein Bei­spiel an der Mut­ter­got­tes und am hl. Apo­stel Johan­nes und blei­ben Sie am Kreuz ste­hen und beten Sie, dass Gott Ihnen die Gna­de der Beharr­lich­keit bis zum Ende schenkt,
        Irgend­wann macht Gott dem ein Ende und die Kir­che steht wie­der auf. Oder es kommt das jüng­ste Gericht.
        Außer­halb der Katho­li­schen Kir­che gibt es kein Heil, den­ken Sie immer an die­ses Dog­ma.

        • Und was ist, wenn der Satan in der Kir­che regiert?
          Im übri­gen, wenn ich aus dem Ver­wal­tungs­ap­pa­rat aus­tre­te, dann noch lan­ge nicht aus der wah­ren katho­li­schen Kir­che.

  8. Wann neh­men denn die­se Bischö­fe end­lich zur Kennt­nis das Homo­se­xua­li­tät eine Sün­de ist
    die mit Ursa­che für die Stra­fe über Sodóm und Gomor­rha war.
    Außer­dem ist belegt das Homo­se­xua­li­tät nicht ange­bo­ren son­dern ein heil­ba­rer Zustand ist unter dem die aller­mei­sten Betrof­fe­nen lei­den, ja krank wer­den und füh­zei­tig ster­ben oder Selbst­mord bege­hen.. Denen aber Hil­fe von Sei­ten der Hom­o­ak­ti­vi­sten und ihrer Poli­tik, wel­che im Inter­es­se gro­ßer Finanz­krei­se und Wirt­schafts­mäch­te ist, ver­wei­gert wird.
    Die kath. Kir­che ist auf­ge­ru­fen die­sen Men­schen zu hel­fen. Auch ihren eige­nen Prie­stern, soll­te es sie denn geben.

  9. Kommt jetzt zusätz­lich zur Sozi­al­de­mo­kra­ti­sie­rung auch noch die Dar­kroo­mi­sie­rung der Kir­che? Ist das dann noch die Kir­che Got­tes?

  10. Aus dem Roman Winds­wept Hou­se (80% Wahr­heits­ge­halt laut Mala­chi Mar­tin) weiß man, dass zwi­schen den Homo­netz­wer­ken und den Sata­ni­sten­netz­wer­ken im Kle­rus enge Ver­bin­dun­gen bestehen.

  11. Das kann man wirk­lich als eine klei­ne „Iro­nie der Geschich­te“ bezeich­nen. Der oben beschrie­be­ne Auf­tritt von Bischof Over­beck in der ARD am 11.4.2010 war für David Ber­ger — zumin­dest nach des­sen eige­nem Bekun­den — der Anlaß,seine Hal­tung völ­lig umzu­keh­ren und die (vor allem tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Kräf­te in der) Kir­che zu bekämp­fen:
    http://www.fr-online.de/lesetipps/homosexualitaet-in-der-kirche–ich-darf-nicht-laenger-schweigen‑,1473590,2688146.html

  12. Ich glau­be der gute Bischof hat ein Ver­ständ­nis über das Prie­ster­tum, was abso­lut nicht Katho­lisch ist.
    Er soll­te sich prü­fen was an ihm selbst noch katho­lisch ist und dann schnell­stens kon­ver­tie­ren.
    Er redet der Häre­sie und dem Schis­ma ganz offen das Wort.
    Unsäg­lich !

  13. S.E. Erz­bi­schof Wolf­gang Haas in derb­Fa­sten­pre­digt 2010.
    Aus­zug:

    -
    PRIESTER AUF EWIG

    Lie­be Brü­der und Schwe­stern im Herrn!

    „Lasst eine Pfarr­ge­mein­de etwa zwan­zig Jah­re ohne Priester,und sie wird die ver­nunft­lo­sen Tie­re anbeten.“1 Der sich so dra­stisch aus­drückt, ist ein Hei­li­ger, den uns Papst Bene­dikt XVI. in die­sem Prie­ster-Jahr als leuch­ten­des Bei­spiel und nach­ah­mens­wer­tes Vor­bild eines Seel­sor­gers vor Augen stellt. Es ist der hei­li­ge Pfar­rer von Ars, der uns unge­schminkt die Wahr­heit über den katho­li­schen Prie­ster und des­sen Bedeu­tung für das Leben der Kir­che vor­trägt:

    „Wenn man die Reli­gi­on ver­nich­ten will, beginnt man damit, die Prie­ster anzu­grei­fen; denn dort, wo kein Prie­ster mehr ist, gibt es auch kein Opfer mehr; und dort, wo es kein Opfer mehr gibt, ist auch kei­ne Reli­gi­on mehr da.“

    Was der vor­bild­li­che Patron der Prie­ster, der vor 150 Jah­ren nach ausser­ge­wöhn­lich segens­rei­chem pasto­ra­lem Wir­ken starb, unmiss­ver­ständ­lich zum Aus­druck brach­te, hat an Aktua­li­tät nichts ver­lo­ren.

    Die ver­nunft­lo­sen Tie­re:
    das sind die Göt­zen. Es sind die
    Göt­zen auch unse­rer Zeit:
    der Mam­mon,
    der Luxus­mo­loch,
    der Kör­per­kult,
    der Schnel­lig­keits­rausch,
    der Ero­tik­markt,
    der Sexua­li­täts­wahn,
    der Selbst­ver­wirk­li­chungs­drang,
    der Macht­hun­ger,
    der Süch­tedä­mon und vie­les ande­re mehr.

    Und auch heu­te greift man den Prie­ster an, wenn er sich
    dies­be­züg­lich als Mah­ner zeigt. Wenn über­haupt noch, will man höch­stens einen, der kom­pro­miss­haft mit­spielt oder schwei­gend dar­über hin­weg­sieht.
    Fast welt­weit ist heu­te eine
    Kam­pa­gne im Gang, um die ein­zig­ar­ti­ge Wür­de und Schön­heit des katho­li­schen Prie­ster­tums zu beschmut­zen, zu schä­di­gen oder gar zu zer­stö­ren.
    [.…]
    Die Prie­ster dür­fen der Lie­be zu Jesus Chri­stus nichts vor­zie­hen.
    Ver­wan­delt durch die hei­li­ge Wei­he, ist der Prie­ster als Freund Jesu mit sei­nem Herrn innig ver­traut, der sich selbst sei­nem Jün­ger anver­traut hat.
    Chri­stus ver­traut dem Prie­ster in der Eucha­ri­stie sei­nen Leib und sein Blut an.
    Wenn der Prie­ster bei der hei­li­gen Mes­se das Brot in den hei­li­gen Leib des Herrn und den Wein in des­sen kost­ba­res Blut ver­wan­delt, dann han­delt Chri­stus durch ihn, dem er die Wand­lungs­ge­walt gege­ben hat.
    Schon allein die­ses gro­sse Geheim­nis for­dert vom Prie­ster, dass er in Tat und Wahr­heit ganz mit Jesus eins wird, und zwar durch sei­ne sicht­ba­re Lebens­wei­se und sei­nen kon­kre­ten Lebens­stil.
    Er muss das wol­len und nur das wol­len, was Chri­stus will. Er darf nicht wol­len, was Chri­stus nicht will.
    Das ist — schlicht und ein­fach aus­ge­drückt — das Pro­gramm für die Hei­lig­keit des Prie­sters, wie es die hei­li­gen und hei­lig­mä­ssi­gen Prie­ster der Kir­che gelebt haben und so voll­endet in den Him­mel ein­ge­hen durf­ten.
    Prie­ster auf ewig — ver­wan­delt und voll­endet, das heisst: als Prie­ster hei­lig leben und hei­lig ster­ben.
    [.…]
    Der Zöli­bat, also die Ehe­lo­sig­keit des Prie­sters um des Him­mel­rei­ches wil­len,
    ist eine unver­zicht­ba­re Gna­den­ga­be für das Leben der Kir­che.
    Er ist dem katho­li­schen Prie­ster­stand wahr­haft ange­mes­sen und von der Kir­che als Geschenk des Hei­li­gen Gei­stes stets hoch­ge­hal­ten wor­den.
    Dies wird auch wei­ter­hin so sein und blei­ben.
    Der Zöli­bat ist näm­lich ein unver­kenn­ba­res Zei­chen für die Ganz­hin­ga­be an den gött­li­chen Hei­land und sei­ne Kir­che.
    Er ist von schön­stem und tief­stem Sinn, wenn wir wirk­lich an das ewi­ge Leben glau­ben:
    an den Him­mel, wo — wie Jesus selbst sagt — nicht mehr gehei­ra­tet wird.
    Die Ehe gehört der zeit­li­chen Ord­nung an; das zöli­ba­tä­re Prie­ster­tum ver­weist
    ein­deu­tig auf die ewi­ge Voll­endung im Him­mel.
    Die freud­voll und kon­se­quent geleb­te Ehe­lo­sig­keit des Prie­sters ist das aus­drucks­star­ke Zei­chen des Prie­sters auf ewig, der ver­wan­delt ist und voll­endet sein will für den, der ihn beru­fen und erwählt, geweiht und gesandt hat.

    Der Prie­ster erlernt die Inner­lich­keit sei­ner Beru­fung und Erwäh­lung, sei­ner Wei­he und Sen­dung, sei­ner Ver­wand­lung und Voll­endung am besten in der Schu­le Mari­as.
    Er hört bei ihr das freie und zugleich gehor­sa­me Ja zu ihrer Beru­fung und Erwäh­lung.
    Auch der Prie­ster soll kei­ne ande­re Ant­wort auf sei­ne Beru­fung und Erwäh­lung geben;
    er soll mit einem maria­ni­schen Her­zen spre­chen: Sie­he, ich bin ein Die­ner des Herrn.
    Er stellt sei­ne Wei­he und Sen­dung unter den Schutz der Got­tes­mut­ter.
    Maria, die himm­li­sche Mut­ter der Priester,ist unter dem Kreuz mit dem Opfer ihres gött­li­chen Soh­nes ganz eins gewor­den.
    Der Prie­ster ist durch Wei­he und Sen­dung ganz mit dem ewi­gen Hohen­prie­ster Jesus Chri­stus ver­eint.
    Maria, voll der Gna­de, ist die voll­kom­men Ver­wan­del­te, also die ganz Rei­ne und die ganz Hei­li­ge, die ganz Gott Wohl­ge­fäl­li­ge und die ganz Voll­ende­te.
    Mit Leib und See­le in den Him­mel auf­ge­nom­men, ist sie als Mut­ter der Prie­ster gera­de denen nahe, deren Leben ein ein­zi­ger Hin­weis auf die himm­li­sche Voll­endung sein will.

    -

    Ein sehr schö­nes Gebet der hei­li­gen The­re­sia von Lisieux, heu­te dring­li­cher denn je,
    für die Bewah­rung der Kost­bar­keit der GOTT gege­be­ne­nen prie­ster­li­chen Wür­de:
    -
    „Jesus Chri­stus, ewi­ger Hoher­prie­ster,
    bewah­re dei­ne Prie­ster im Schut­ze Dei­nes hei­li­gen Her­zens, wo ihnen nie­mand scha­den kann.
    Bewah­re unbe­fleckt ihre gesalb­ten Hän­de, die täg­lich Dei­nen hei­li­gen Lieb berüh­ren.
    Bewah­re rein die Lip­pen, die gerö­tet sind von Dei­nem kost­ba­ren Blu­te.
    Bewah­re rein und unir­disch ihr Herz, das gesie­gelt ist mit dem erha­ben­den Zei­chen Dei­nes glor­rei­chen Prie­ster­tums.
    Lass sie wach­sen in der Lie­be und Treue zu Dir und schüt­ze sie vor der Ansteckung der Welt.
    Gib ihnen mit der Wand­lungs­kraft über Brot und Wein auch die Wand­lungs­krft über die Her­zen.
    Seg­ne ihre Arbeit mit reich­li­cher Frucht und schen­ke ihnen der­einst die Kro­ne des ewi­gen Lebens.
    Amen.“
    -

      • sol­che Bei­trä­ge sind wirk­lich furcht­bar. Das letz­te Gebet haben wir eine lan­ge Zeit über an jedem Sonn­tag in unse­rer Kapel­le gebe­tet.

    • Dan­ke defen­dor für die­sen sehr guten Bei­trag; viel­leicht gehen den Ver­ant­wort­li­chen der Kir­che irgend­ein­mal die Augen auf.

    • @defendor.Sorry.Aber soll­te es nicht rich­ti­ger heissen,was der hei­li­ge Par­rer von Ars mein­te und aussprach:Lass t eine Pfarr­ge­mein­de 20 Jah­re lang ohne Priester,und sie wird animalisch=unter dem Tier? Aber sogar Tie­re sind ver­nünf­ti­ger in gewis­sen Ver­hal­ten als der Mensch es ist ‚z.B.Tiere paa­ren sich nicht aus puren Lustgründen.Denken wir nur an die Bienen,Ameisen,ect,Intelligenz .…Nein.Die gröss­ten Schwei­ne sind die Menschen.Sie bege­hen und begin­gen Brudermord,Kriege,Umweklzzerstörung.Wie anma­ssend und erbärn­lich ist doch die mensch­li­che Krea­tur-abge­se­hen von Ausnahmen.Der Mensch steht über dem Tier?

  14. Viel­leicht ist es ja off topic (oder hab ich nur nicht genau genug hin­ge­schaut?), aber ich ver­mis­se einen Arti­kel zu dem skan­da­lö­sen Mob­bing gegen den treu-katho­li­schen Bischof Tebartz-van Elst von Lim­burg.

  15. Ich sehe — lei­der, hof­fe mich aber zu täu­schen — hin­ter den jet­zi­gen Äuße­run­gen des frü­her als „kon­ser­va­tiv“ agie­ren­den Bischofs Over­beck das Män­tel­chen eines Kar­rie­ri­sten, der unter dem jet­zi­gen „pro­gres­siv-demü­ti­gen“ Papst eben die­ses in den „barm­her­zi­gen“ Wind hängt.

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