Al Gore und die Ersatz-Messiasse – „Bis 2013 Nordpolgletscher völlig verschwunden.“ Doch sie wachsen


Erderwärmung: Al Gores Katastrophenvorhersage, die ihm den Friedensnobelpreis einbrachte, war (Gott sei Dank) ein Flop.von Andre­as Becker

(New York) Wer erin­nert sich noch an Al Gore, eine der vie­len moder­nen „Erlö­ser­ge­stal­ten“? Zumin­dest bis zum Auf­tre­ten von Barack Oba­ma. Auch Ersatz-„Messiasse“, die vom eigent­li­chen Glau­ben ablen­ken, weil sie in der lai­zi­sti­schen Zivil­ge­sell­schaft eine Art Reli­gi­ons­äqui­va­lent dar­stel­len, haben offen­sicht­lich ein Ablauf­da­tum. Inzwi­schen ist es stil­ler gewor­den um den ein­sti­gen Lieb­ling der Grü­nen, der links­li­be­ra­len Schicke­ria und der Feuil­le­to­ni­sten in Euro­pa. Nun aber kam der ulti­ma­ti­ve Flop: Es gab noch nie soviel Eis am Nord­pol, der laut Al Gore „bis 2013“ eigent­lich geschmol­zen sein soll­te. Ein Para­dig­ma als War­nung vor post­re­li­giö­sen Gurus.

En vogue kam Al Gore erst recht, als der demo­kra­ti­sche Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat vom Repu­bli­ka­ner Geor­ge W. Bush angeb­lich um das Prä­si­den­ten­amt „betro­gen“ wur­de und als Opfer einer immer­bö­sen Rech­ten sti­li­siert wer­den konn­te. Al Gore war der „Pro­phet“ des Umwelt­schut­zes und eines „sanf­ten“ Umgangs mit der Erde. Aller­dings eines ideo­lo­gisch ver­zerr­ten Umwelt­schut­zes, bei dem Ideo­lo­gie groß- und Umwelt­schutz klein­ge­schrie­ben wird. Man kennt das auch aus Europa.

Al Gore wur­de zum gefei­er­ten Unheils­bo­ten eines bevor­ste­hen­den Umwelt­kol­laps. Am 10. Dezem­ber 2007 wur­de ihm der Frie­dens­no­bel­preis ver­lie­hen. Nie­mand wuß­te so genau wofür, aber seit Barack Oba­mas Beeh­rung mit dem Frie­dens­no­bel­preis spielt das ohne­hin kaum mehr eine Rol­le. Vor einem gebannt lau­schen­den, schockier­ten Publi­kum ver­kün­de­te Al Gore in sei­ner Dan­kes­re­de eine pla­ne­ta­ri­sche Umwelt­ka­ta­stro­phe, soll­te, ja soll­te der Mensch nicht ein­grei­fen. Ach ja, nun kommt es doch wie­der in Erin­ne­rung. Der Frie­dens­no­bel­preis wur­de dem Vor­zei­ge­links­li­be­ra­len und dem Inter­go­vern­men­tal Panel on Cli­ma­te Change der Ver­ein­ten Natio­nen ver­lie­hen, weil sie „unbe­que­me Wahr­hei­ten“ über den Kli­ma­wan­del bekannt­mach­ten. Eben sol­che Kata­stro­phen­vor­her­sa­gen, wie Al Gore sie in Oslo machte.

„Ein­ge­grif­fen“ wird vom Men­schen seit Jah­ren. Das kostet die Steu­er­zah­ler Hun­der­te Mil­li­ar­den Euro. Bei einem Resul­tat, das von seriö­sen Wis­sen­schaft­lern mit Null bezif­fert wird, weil der Mensch das Welt­kli­ma gar nicht len­ken kön­ne. Ein Bin­sen­weis­heit, doch was glaubt man nicht alles fal­schen Mes­si­as­sen. Denn um Glau­ben, um Ersatz­glau­ben, geht es dabei. Nicht von unge­fähr kri­ti­sier­te der Vati­kan die Ver­lei­hung des Frie­dens­no­bel­prei­ses an den ehe­ma­li­gen US-Vizepräsidenten.

Und genau, da waren also die „unbe­que­men Wahr­hei­ten“, die Al Gore und der hoch besol­de­te UNO-Appa­rat des Welt­kli­ma­ra­tes pünkt­lich nach Wunsch behaup­te­ten. Und tat­säch­lich um „unbe­que­me Wahr­hei­ten“ han­delt es sich. Aller­dings für Al Gore und die UNO-Klimaforscher.

Die NASA-Satel­li­ten lie­fer­ten soeben die neue­sten Bil­der von den Glet­schern des Nord­pols. Die drei­sten Glet­scher wol­len und wol­len nicht schmel­zen. Wie die NASA-Auf­nah­men zei­gen, ist die Glet­scher­mas­se 2013 um 60 Pro­zent grö­ßer als im sel­ben Monat des Vor­jah­res. Na sowas!

Was aber hat­te Al Gore am 10. Dezem­ber vor einem ter­ro­ri­sier­ten Publi­kum vor­aus­ge­sagt? Bis 2013 wird der Nord­pol schmel­zen und „wahr­schein­lich völ­lig ver­schwun­den“ sein. Die Schmel­ze der Polar­kap­pen sei, so Al Gore, durch mensch­li­chen Ein­griff ver­ur­sacht. Die Glet­scher­schmel­ze wie­der­um füh­re zu einer Anhe­bung des Was­ser­spie­gels der Ozea­ne und damit zu „einem pla­ne­ta­ri­schen Not­stand und einer Bedro­hung für das Über­le­ben unse­rer Zivi­li­sa­ti­on“. Das Nobel­preis­ver­lei­hungs­pu­bli­kum applau­dier­te mit fre­ne­ti­schem Schauer.

Die Moral von der Geschicht? Man soll­te Ersatz-Mes­si­as­sen nicht trau­en. Nicht nur im Umwelt­schutz, son­dern auch in ihren gesell­schafts­po­li­ti­schen Expe­ri­men­ten ange­fan­gen bei ihrer Ver­tei­di­gung von Abtrei­bung, ihren Angrif­fen gegen Ehe und Fami­lie und neu­er­dings der Gen­der-Ideo­lo­gie. Die wah­re „Bedro­hung unse­rer Zivi­li­sa­ti­on“ kommt von ganz ande­rer Sei­te und die pseu­do­re­li­giö­sen Zivil-Gurus tra­gen wesent­li­chen Anteil daran.

Bild: Tem­pi