Blutiges Ägypten und die Aktualität der Regensburger Rede Benedikts XVI.

Geschundene Christen in Ägypten: Christusfresko nach einem Attentat(Rom) „Nie war ein Papst so deut­lich und mutig bei der Auf­deckung der gewalt­tä­ti­gen Wur­zeln des Islam als Bene­dikt XVI. Nicht vor ihm und auch nicht nach ihm.“ Der Vati­ka­nist San­dro Magi­ster nimmt die Islam-Ana­ly­se von Papst Bene­dikt XVI. in des­sen Regens­bur­ger Rede vom 12. Sep­tem­ber 2006 als Hilfs­mit­tel, um die blu­ti­gen Ereig­nis­se der ägyp­ti­schen Kri­se zu ver­ste­hen und emp­fiehlt die­se Les­art all­ge­mein. Dabei wur­de das katho­li­sche Kir­chen­ober­haupt für sei­ne Rede an der Uni­ver­si­tät von Regens­burg nicht nur von Isla­mi­sten ange­grif­fen, son­dern eben­so von west­li­chen Mul­ti­kul­tu­ra­li­sten und Rela­ti­vi­sten und nicht zuletzt auch kir­chen­in­tern hef­tig kri­ti­siert. Magi­ster macht dar­auf auf­merk­sam, daß Bene­dikt XVI. mit sei­ner Rede das genaue Gegen­teil des­sen getan habe, was ihm vor­ge­wor­fen wur­de. Er zer­stör­te nicht den „Dia­log“ mit dem Islam, wie vor allem kir­chen­in­ter­ne Kri­ti­ker behaup­te­ten,  son­dern brach­te erst dadurch, zumin­dest in beschei­de­nem Aus­maß, so etwas wie einen Dia­log zum Lau­fen. Wegen sei­ner kla­ren Hal­tung gegen­über dem Islam, habe es sich Bene­dikt XVI. zwei Mona­te nach sei­ner Rede erlau­ben kön­nen, sich in einer Moschee in Istan­bul zum stil­len Gebet zu sam­meln. Ande­re, gera­de auch eini­ge kir­chen­in­ter­ne Kri­ti­ker, hät­ten sich damit dem Ver­dacht des Syn­kre­tis­mus aus­ge­setzt. Bene­dikt XVI. lief die­se Gefahr nicht.

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In Kairo bekommt die Regensburger Rede neue Aktualität

von San­dro Magi­ster

In weni­gen Tagen wur­den Dut­zen­de von Kir­chen, Klö­stern und Wohn­häu­sern von Chri­sten in Ägyp­ten ange­grif­fen und in Brand gesteckt. Eine Tra­gö­die in der Tra­gö­die nach dem Staats­streich, der das Land am Nil in einen Bür­ger­krieg mit Hun­der­ten wenn nicht Tau­sen­den von Opfern gestürzt hat.

Als der Osser­va­to­re Roma­no am 18. August über die zahl­rei­chen inter­na­tio­na­len Appel­le berich­te­te, auf Gewalt zu ver­zich­ten und von Gewalt­tä­tig­kei­ten abzu­las­sen, konn­te er nicht einen ein­zi­gen Appell aus der isla­mi­schen Welt anfüh­ren.

Die­ses öffent­li­che Schwei­gen der geist­li­chen Füh­rer des Islam über­rascht nicht. Er beglei­tet viel­mehr fast jeden poli­ti­schen Gewalt­akt, der Mos­lems in die­ser oder jener Welt­ge­gend im Ein­satz sieht.

Es ist ein Schwei­gen, das sich nicht allein mit Oppor­tu­ni­täts­kal­kül erklä­ren oder mit der Angst vor Ver­gel­tung läßt. Auch nicht allein damit, daß heu­te in Ägyp­ten der Haupt­zu­sam­men­prall zwi­schen unter­schied­li­chen mos­le­mi­schen Grup­pen statt­fin­det, die alle über­zeugt sind, durch Gewalt die Vor­schrif­ten des Islam durch­zu­set­zen. Denn nicht nur die Mus­lim­brü­der des abge­setz­ten Staats­prä­si­den­ten Moham­med Mur­si betrach­ten den poli­ti­schen Kampf als Dschi­had, als hei­li­gen Krieg, son­dern auch ihr Gegen­spie­ler Gene­ral Abdel Fattah al-Sisi, der von Mur­si selbst an die Spit­ze der Streit­kräf­te gestellt wor­den war, weil er als der Isla­mi­stisch­ste unter allen Gene­rä­len galt.

Um jedoch die eigent­li­che Wur­zel für das Schwei­gen der mos­le­mi­schen Reli­gi­ons­füh­rer ange­sichts des isla­misch moti­vier­ten Gewalt­aus­bruchs zu ver­ste­hen, genügt es etwas sehr ein­fa­ches zu tun. Es genügt, den Ein­gangs­teil der berühm­ten Lec­tio zu lesen, die Bene­dikt XVI. am 12. Sep­tem­ber 2006 im Fest­saal der Uni­ver­si­tät Regens­burg gehal­ten hat.

Die Aggres­si­vi­tät, mit der Mos­lems und isla­mi­sche Grup­pie­run­gen auf die Vor­le­sung reagier­ten, waren die tra­gi­sche Bestä­ti­gung der Rich­tig­keit der von Papst Joseph Ratz­in­ger dar­ge­leg­ten The­se zur Rol­le der Gewalt im Islam. Dem­nach ist die Ver­bin­dung von Gewalt und Reli­gi­on im Islam ein unver­meid­li­ches Pro­dukt der schwa­chen Ver­bin­dung zwi­schen Glau­ben und Ver­nunft in der isla­mi­schen Glau­bens­leh­re.

Kein Papst vor Bene­dikt XVI. hat­te es je mit sol­cher Klar­sicht und mit sol­chem Mut gewagt, ein so ein­deu­ti­ges Urteil über den Islam aus­zu­spre­chen und mit sol­cher Klar­heit den Unter­schied zwi­schen Islam und Chri­sten­tum auf­zu­zei­gen.

Weil er dies gewagt hat­te, wur­de Bene­dikt XVI. in der katho­li­schen Kir­che viel kri­ti­siert. Er wur­de beschul­digt, den „Dia­log“ mit der isla­mi­schen Welt zer­stört zu haben.

In Wirk­lich­keit sam­mel­te sich Papst Ratz­in­ger zwei Mona­te nach Regens­burg in der Blau­en Moschee von Istan­bul zum stil­len Gebet. Die­se anson­sten unver­ständ­li­che Geste konn­te er sich lei­sten, gera­de weil er sei­ne Posi­ti­on zum Islam so ein­deu­tig geäu­ßert hat­te.

Gera­de durch die Regens­bur­ger Rede kam jener klei­ne Trieb eines christ­lich-isla­mi­schen Dia­logs auf, der in einem „Brief der 138 Gelehr­ten“ Aus­druck fand, den isla­mi­sche Ver­tre­ter ver­schie­de­ner Rich­tun­gen dem Papst schrie­ben.

Nicht nur das. Immer im Herbst 2006, wäh­rend sei­nes Besuchs in der Tür­kei, sag­te Bene­dikt XVI. der isla­mi­schen Welt, daß sie noch die Her­aus­for­de­rung vor sich habe, die das Chri­sten­tum bereits posi­tiv bestan­den hat, näm­lich die Annah­me der „wah­ren Errun­gen­schaf­ten“ der Auf­klä­rung, der Men­schen­rech­te und der Reli­gi­ons­frei­heit und deren Anwen­dung.

Auch dazu hat­te sich kein Papst vor Bene­dikt XVI. so weit vor­ge­wagt. Und auch nicht nach ihm. Jeden­falls bis heu­te.

Dem Bür­ger­krieg, der in Ägyp­ten auf­flammt, hat Papst Fran­zis­kus nach dem Ange­lus am Hoch­fest Maria Him­mel­fahrt fol­gen­de Wor­te gewid­met: „Es errei­chen uns lei­der schmerz­li­che Nach­rich­ten aus Ägyp­ten. Ich ver­si­che­re alle Opfer und ihre Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, alle Ver­letz­ten und Lei­den­den mei­nes Gebets. Beten wir gemein­sam für den Frie­den, den Dia­log, die Ver­söh­nung in jenem kost­ba­ren Land und auf der gan­zen Welt.“

Und drei Tage spä­ter folg­te eine Anspie­lung beim Ange­lus am Sonn­tag, den 18. August an:

„Das Evan­ge­li­um erlaubt nicht den Gebrauch von Gewalt, um den Glau­ben zu ver­brei­ten. Viel­mehr gilt das genaue Gegen­teil: die wah­re Kraft des Chri­sten ist die Kraft der Wahr­heit und der Lie­be, die dazu führt, auf jede Gewalt zu ver­zich­ten. Glau­ben und Gewalt sind unver­ein­bar.“

Aber keh­ren wir zum Ratz­in­ger des Jah­res 2006 zurück und zu jenen denk­wür­di­gen Wor­ten über den Islam, die auch auschlag­ge­bend sind, um die ägyp­ti­sche Tra­gö­die zu ver­ste­hen.

Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. vom 12. September 2006 — Auszug ((ohne Fußnoten, vollständige Rede siehe hier))

[…] All dies ist mir wie­der in den Sinn gekom­men, als ich kürz­lich den von Pro­fes­sor Theo­do­re Khou­ry (Mün­ster) her­aus­ge­ge­be­nen Teil des Dia­logs las, den der gelehr­te byzan­ti­ni­sche Kai­ser Manu­el II. Palaeo­lo­gos wohl 1391 im Win­ter­la­ger zu Anka­ra mit einem gebil­de­ten Per­ser über Chri­sten­tum und Islam und bei­der Wahr­heit führ­te. Der Kai­ser hat ver­mut­lich wäh­rend der Bela­ge­rung von Kon­stan­ti­no­pel zwi­schen 1394 und 1402 den Dia­log auf­ge­zeich­net; so ver­steht man auch, daß sei­ne eige­nen Aus­füh­run­gen sehr viel aus­führ­li­cher wie­der­ge­ge­ben sind, als die sei­nes per­si­schen Gesprächs­part­ners. Der Dia­log erstreckt sich über den gan­zen Bereich des von Bibel und Koran umschrie­be­nen Glau­bens­ge­fü­ges und kreist beson­ders um das Got­tes- und das Men­schen­bild, aber auch immer wie­der not­wen­di­ger­wei­se um das Ver­hält­nis der, wie man sag­te, „drei Geset­ze“ oder „drei Lebens­ord­nun­gen“: Altes Testa­ment – Neu­es Testa­ment – Koran. Jetzt, in die­ser Vor­le­sung möch­te ich dar­über nicht han­deln, nur einen – im Auf­bau des gan­zen Dia­logs eher mar­gi­na­len – Punkt berüh­ren, der mich im Zusam­men­hang des The­mas Glau­be und Ver­nunft fas­zi­niert hat und der mir als Aus­gangs­punkt für mei­ne Über­le­gun­gen zu die­sem The­ma dient.

In der von Pro­fes­sor Khou­ry her­aus­ge­ge­be­nen sieb­ten Gesprächs­run­de (διάλεξις – Kon­tro­ver­se) kommt der Kai­ser auf das The­ma des Djihād, des hei­li­gen Krie­ges zu spre­chen. Der Kai­ser wuß­te sicher, daß in Sure 2, 256 steht: Kein Zwang in Glau­bens­sa­chen – es ist wohl eine der frü­hen Suren aus der Zeit, wie uns ein Teil der Ken­ner sagt, in der Moham­med selbst noch macht­los und bedroht war. Aber der Kai­ser kann­te natür­lich auch die im Koran nie­der­ge­leg­ten – spä­ter ent­stan­de­nen – Bestim­mun­gen über den hei­li­gen Krieg. Ohne sich auf Ein­zel­hei­ten wie die unter­schied­li­che Behand­lung von „Schrift­be­sit­zern“ und „Ungläu­bi­gen“ ein­zu­las­sen, wen­det er sich in erstaun­lich schrof­fer, für uns unan­nehm­bar schrof­fer Form ganz ein­fach mit der zen­tra­len Fra­ge nach dem Ver­hält­nis von Reli­gi­on und Gewalt über­haupt an sei­nen Gesprächs­part­ner. Er sagt: „Zeig mir doch, was Moham­med Neu­es gebracht hat, und da wirst du nur Schlech­tes und Inhu­ma­nes fin­den wie dies, daß er vor­ge­schrie­ben hat, den Glau­ben, den er pre­dig­te, durch das Schwert zu ver­brei­ten“. Der Kai­ser begrün­det, nach­dem er so zuge­schla­gen hat, dann ein­ge­hend, war­um Glau­bens­ver­brei­tung durch Gewalt wider­sin­nig ist. Sie steht im Wider­spruch zum Wesen Got­tes und zum Wesen der See­le. „Gott hat kein Gefal­len am Blut“, sagt er, „und nicht ver­nunft­ge­mäß, nicht „σὺν λόγω“ zu han­deln, ist dem Wesen Got­tes zuwi­der. Der Glau­be ist Frucht der See­le, nicht des Kör­pers. Wer also jeman­den zum Glau­ben füh­ren will, braucht die Fähig­keit zur guten Rede und ein rech­tes Den­ken, nicht aber Gewalt und Dro­hung… Um eine ver­nünf­ti­ge See­le zu über­zeu­gen, braucht man nicht sei­nen Arm, nicht Schlag­werk­zeu­ge noch sonst eines der Mit­tel, durch die man jeman­den mit dem Tod bedro­hen kann…“.

Der ent­schei­den­de Satz in die­ser Argu­men­ta­ti­on gegen Bekeh­rung durch Gewalt lau­tet: Nicht ver­nunft­ge­mäß han­deln ist dem Wesen Got­tes zuwi­der. Der Her­aus­ge­ber, Theo­do­re Khou­ry, kom­men­tiert dazu: Für den Kai­ser als einen in grie­chi­scher Phi­lo­so­phie auf­ge­wach­se­nen Byzan­ti­ner ist die­ser Satz evi­dent. Für die mos­le­mi­sche Leh­re hin­ge­gen ist Gott abso­lut tran­szen­dent. Sein Wil­le ist an kei­ne unse­rer Kate­go­rien gebun­den und sei es die der Ver­nünf­tig­keit. Khou­ry zitiert dazu eine Arbeit des bekann­ten fran­zö­si­schen Isla­mo­lo­gen R. Arnal­dez, der dar­auf hin­weist, daß Ibn Hazm so weit gehe zu erklä­ren, daß Gott auch nicht durch sein eige­nes Wort gehal­ten sei und daß nichts ihn dazu ver­pflich­te, uns die Wahr­heit zu offen­ba­ren. Wenn er es woll­te, müs­se der Mensch auch Göt­zen­dienst trei­ben.

An die­ser Stel­le tut sich ein Schei­de­weg im Ver­ständ­nis Got­tes und so in der kon­kre­ten Ver­wirk­li­chung von Reli­gi­on auf, der uns heu­te ganz unmit­tel­bar her­aus­for­dert. Ist es nur grie­chisch zu glau­ben, daß ver­nunft­wid­rig zu han­deln dem Wesen Got­tes zuwi­der ist, oder gilt das immer und in sich selbst? Ich den­ke, daß an die­ser Stel­le der tie­fe Ein­klang zwi­schen dem, was im besten Sinn grie­chisch ist, und dem auf der Bibel grün­den­den Got­tes­glau­ben sicht­bar wird. Den ersten Vers der Gene­sis, den ersten Vers der Hei­li­gen Schrift über­haupt abwan­delnd, hat Johan­nes den Pro­log sei­nes Evan­ge­li­ums mit dem Wort eröff­net: Im Anfang war der Logos. Dies ist genau das Wort, das der Kai­ser gebraucht: Gott han­delt „σὺν λόγω“, mit Logos. Logos ist Ver­nunft und Wort zugleich – eine Ver­nunft, die schöp­fe­risch ist und sich mit­tei­len kann, aber eben als Ver­nunft. Johan­nes hat uns damit das abschlie­ßen­de Wort des bibli­schen Got­tes­be­griffs geschenkt, in dem alle die oft müh­sa­men und ver­schlun­ge­nen Wege des bibli­schen Glau­bens an ihr Ziel kom­men und ihre Syn­the­se fin­den. Im Anfang war der Logos, und der Logos ist Gott, so sagt uns der Evan­ge­list. Das Zusam­men­tref­fen der bibli­schen Bot­schaft und des grie­chi­schen Den­kens war kein Zufall. Die Visi­on des hei­li­gen Pau­lus, dem sich die Wege in Asi­en ver­schlos­sen und der näch­tens in einem Gesicht einen Maze­do­ni­er sah und ihn rufen hör­te: Komm her­über und hilf uns (Apg 16, 6 – 10) – die­se Visi­on darf als Ver­dich­tung des von innen her nöti­gen Auf­ein­an­der­zu­ge­hens zwi­schen bibli­schem Glau­ben und grie­chi­schem Fra­gen gedeu­tet wer­den. […]

Anmerkungen Benedikts XVI. nach der Rückkehr von seinem Pastoralbesuch in der Türkei ((Weihnachtsansprache an die Römische Kurie vom 22. Dezember 2006, vollständiger Text))

[…] Bei einem ver­stärkt zu füh­ren­den Dia­log mit dem Islam wer­den wir vor Augen hal­ten müs­sen, daß die isla­mi­sche Welt heu­te mit gro­ßer Dring­lich­keit sich vor einer ganz ähn­li­chen Auf­ga­be fin­det, wie sie den Chri­sten seit der Auf­klä­rung auf­er­legt ist und vom II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil als Frucht eines lan­gen Rin­gens für die katho­li­sche Kir­che zu kon­kre­ten Lösun­gen geführt wur­de. Es geht um die Stel­lung der Gemein­schaft der Glau­ben­den ange­sichts der Ein­sich­ten und For­de­run­gen, die in der Auf­klä­rung gewach­sen sind. Einer­seits gilt es, einer Dik­ta­tur der posi­ti­vi­sti­schen Ver­nunft zu wider­spre­chen, die Gott aus dem Leben der Gemein­schaft und aus den öffent­li­chen Ord­nun­gen aus­schließt und dabei den Men­schen sei­ner Maß­stä­be beraubt. Ande­rer­seits müs­sen die wah­ren Errun­gen­schaf­ten der Auf­klä­rung, die Men­schen­rech­te und dabei beson­ders die Frei­heit des Glau­bens und sei­ner Aus­übung als wesent­li­che Ele­men­te gera­de auch für die Authen­ti­zi­tät der Reli­gi­on auf­ge­nom­men wer­den. Wie es in der christ­li­chen Gemein­schaft ein lan­ges Rin­gen um den rech­ten Stand­ort des Glau­bens die­sen Ein­sich­ten gegen­über gab, das frei­lich nie ganz zu Ende ist, so steht auch die isla­mi­sche Welt mit ihrer eige­nen Über­lie­fe­rung vor der gro­ßen Auf­ga­be, hier die ange­mes­se­nen Lösun­gen zu fin­den. Inhalt des Dia­logs von Chri­sten und Mus­li­men wird es in die­sem Augen­blick vor allem sein müs­sen, sich in die­sem Mühen zu begeg­nen und die rech­ten Lösun­gen zu fin­den. Die Gott­ver­ges­sen­heit des Westens dient heu­te gewis­sen Kräf­ten in der isla­mi­schen Welt als Vor­wand, Gewalt als Teil der Reli­gi­on zu pro­pa­gie­ren. Wir Chri­sten wis­sen uns soli­da­risch mit all denen, die gera­de von ihrer reli­giö­sen Über­zeu­gung als Mus­li­me her gegen die Gewalt und für das Mit­ein­an­der von Glau­be und Ver­nunft, von Reli­gi­on und Frei­heit ein­tre­ten. […]

 

 

Text: Paix Liturgique/Giuseppe Nar­di
Bild: Una Fides

11 Kommentare

  1. Die Wor­te Bene­dikts sind von einer sol­chen Klar­heit und Schär­fe des Gei­stes sie sind wahr und gerecht.Seine Taten voll Demut und Beschei­den­heit bele­gen dies allen offenbar,welche sie wahr­neh­men wollten.Wie viel Unrecht gera­de von der Welt­pres­se-den Repor­tern des Teu­fels durch Verzerrung,aus Kon­text her­aus­ge­ris­sen ihm zuge­fügt wur­de geht auf kei­ne Kuh­haut.
    Heu­te am Fest des hei­li­gen Bern­hard von Clairveau,der als letz­ter Kir­chen­va­ter gilt möch­te ich die­sem freu­dig zurufen;du hast eine wür­di­gen Nach­fol­ger gefun­den-Bede­dikt XVI,juble mit mir!

  2. Dem Islam ist die Gewalt lei­der imma­nent; sie wird ja vom Koran, dem Wort Allahs, direkt ver­langt. Da braucht es kei­nen wei­te­ren „Vor­wand“. Dem Islam kann lei­der nur mit Macht wider­stan­den wer­den.

    • Der Islam war seit etwa 1800 nicht nur in der Defen­si­ve und im Däm­mer­schlaf, erst im Zusam­men­hang mit dem Israel­kon­flikt wur­de die­ser wie­der aktiv, und lern­te nach äußerst bit­te­ren Nie­der­la­gen dann schwer­fäl­lig dazu.

  3. Hät­te man die Hal­tung der Kir­che gegen­über Isra­el bei­be­hal­ten wie sie Pius XII. und sogar noch Johan­nes XXIII. und sogar auch noch Paul VI. ein­ge­nom­men haben, dann hät­te man heu­te die­se Pro­ble­me so nicht. Außer­dem, Papst Bene­dikt brauch­te kei­nen Mut für die­se Rede, er konn­te sich des ame­ri­ka­ni­schen, mer­ke­lisch- deut­schen und israe­lisch- jüdi­schen Bei­fal­les sicher sein, und ich bin davon über­zeugt, dass er von Anfang an dar­auf schiel­te und abziel­te, und er war sich des Umstan­des schein­bar nicht bewusst was er mit alle­dem ins Rol­len brach­te.

  4. Der „fried­lie­ben­de Islam“ ?!; die­se Irr­leh­re kennt Gewalt­auf­ru­fe noch und noch; O‑Ton aus dem „Koran“:
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    2:191 
    „Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und ver­treibt sie, von wo sie euch ver­trie­ben haben; denn die Ver­füh­rung zum Unglau­ben ist schlim­mer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der hei­li­gen Moschee, bis sie dort gegen euch kämp­fen. Wenn sie aber gegen euch kämp­fen, dann tötet sie. Sol­cher­art ist der Lohn der Ungläu­bi­gen.“
    4:74 
    „Lasst also für Allahs Sache die­je­ni­gen kämp­fen, die das irdi­sche Leben um den Preis des jen­sei­ti­gen Lebens ver­kau­fen. Und wer für Allahs Sache kämpft, als­dann getö­tet wird oder siegt, dem wer­den Wir einen gewal­ti­gen Lohn geben.“
    8:39
    „Und kämpft gegen sie, damit kei­ne Ver­füh­rung mehr statt­fin­den kann und kämpft, bis sämt­li­che Ver­eh­rung auf Allah allein gerich­tet ist. Ste­hen sie jedoch vom Unglau­ben ab, dann, wahr­lich, sieht Allah sehr wohl, was sie tun.“
    3:157 
    „Und wahr­lich, wenn ihr auf dem Wege Allahs erschla­gen wer­det oder sterbt, wahr­lich, Allahs Ver­ge­bung und Barm­her­zig­keit ist bes­ser als das, was ihr zusam­men­scharrt. Und wenn ihr sterbt oder erschla­gen wer­det, wer­det ihr vor Allah ver­sam­melt.“
    47:34 
    „Wahr­lich jene, die ungläu­big sind und die sich von Allahs Weg abwen­den und dann als Ungläu­bi­ge ster­ben — ihnen wird Allah gewiss nicht ver­zei­hen So las­set im Kampf nicht nach und ruft nicht zum Waf­fen­still­stand auf, wo ihr doch die Ober­hand habt. Und Allah ist mit euch, und Er wird euch eure Taten nicht schmä­lern.“

    Die ange­streb­te Welt­herr­schaft:
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    9:29 
    „Kämpft gegen die­je­ni­gen, die nicht an Allah und an den Jüng­sten Tag glau­ben, und die das nicht für ver­bo­ten erklä­ren, was Allah und Sein Gesand­ter für ver­bo­ten erklärt haben, und die nicht dem wah­ren Glau­ben fol­gen — von denen, die die Schrift erhal­ten haben, bis sie eigen­hän­dig den Tri­but in vol­ler Unter­wer­fung ent­rich­ten.“
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    Die Metho­den: (Aus­wahl)
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    4:56 
    „Die­je­ni­gen, die nicht an Unse­re Zei­chen glau­ben, die wer­den Wir im Feu­er bren­nen las­sen: Sooft ihre Haut ver­brannt ist, geben Wir ihnen eine ande­re Haut, damit sie die Stra­fe kosten. Wahr­lich, Allah ist All­mäch­tig, All­wei­se.“

    5:33 
    „Der Lohn derer, die gegen Allah und Sei­nen Gesand­ten Krieg füh­ren und Ver­der­ben im Lan­de zu erre­gen trach­ten, soll sein, dass sie getö­tet oder gekreu­zigt wer­den oder dass ihnen Hän­de und Füße wech­sel­wei­se abge­schla­gen wer­den oder dass sie aus dem Lan­de ver­trie­ben wer­den. Das wird für sie eine Schmach in die­ser Welt sein, und im Jen­seits wird ihnen eine schwe­re Stra­fe zuteil.“

    Die Leug­nung der Ewi­gen Wahr­heit Jesus Chri­stus inkl. Straf­an­dro­hung bei Zuwi­der­hand­lung:
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    4:171 
    „O Leu­te der Schrift, über­treibt nicht in eurem Glau­ben und sagt von Allah nichts als die Wahr­heit. Wahr­lich, der Mes­si­as, Jesus, Sohn der Maria, ist nur der Gesand­te Allahs und Sein Wort, das Er Maria ent­bo­ten hat, und von Sei­nem Geist. Dar­um glaubt an Allah und Sei­ne Gesand­ten, und sagt nicht: „Drei.“ Las­set davon ab — das ist bes­ser für euch. Allah ist nur ein ein­zi­ger Gott. Es liegt Sei­ner Herr­lich­keit fern, Ihm ein Kind zuzu­schrei­ben. Sein ist, was in den Him­meln und was auf Erden ist; und Allah genügt als Anwalt.“
    5:17 
    „Wahr­lich, ungläu­big sind die­je­ni­gen, die sagen: „Allah ist der Mes­si­as, der Sohn der Maria.“ Sprich: „Wer ver­moch­te wohl etwas gegen Allah, wenn Er den Mes­si­as, den Sohn der Maria, sei­ne Mut­ter und jene, die alle­samt auf der Erde sind, ver­nich­ten will?“ Allahs ist das König­reich der Him­mel und der Erde und des­sen, was zwi­schen bei­den ist. Er erschafft, was Er will; und Allah hat Macht über alle Din­ge.“
    5:73 
    „Wahr­lich, ungläu­big sind die­je­ni­gen, die sagen: „Allah ist der Drit­te von drei­en“; und es ist kein Gott da außer einem Ein­zi­gen Gott. Und wenn sie nicht von dem, was sie sagen, Abstand neh­men, wahr­lich, so wird die­je­ni­gen unter ihnen, die ungläu­big blei­ben, eine schmerz­li­che Stra­fe erei­len.
    4:47 
    „O ihr, denen die Schrift gege­ben wur­de, glaubt an das, was Wir her­ab­ge­sandt haben und wel­ches das bestä­tigt, was euch schon vor­liegt, bevor Wir man­che Gesich­ter ver­nich­ten und sie auf ihre Rücken wer­fen oder sie ver­flu­chen, wie Wir die Sab­bat­leu­te ver­fluch­ten. Und Allahs Befehl wird mit Sicher­heit aus­ge­führt.“

    Schliess­lich der tür­ki­sche Mini­ster­prä­si­dent Erdogan: Deut­li­cher geht es wohl nicht mehr:
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    „Die Demo­kra­tie ist nur der Zug, auf den wir auf­stei­gen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unse­re Kaser­nen, die Mina­ret­te unse­re Bajo­net­te, die Kup­peln unse­re Hel­me und die Gläu­bi­gen unse­re Sol­da­ten.“

    • Und was bezwecken Sie jetzt mit Ihrer Aus­sa­ge, sol­len wir an dem Kreuz­zug teil­neh­men zu dem Geor­ge Bush auf­ge­ru­fen hat? Übri­gens viel bes­ser haben sich die christ­li­chen Angli­ka­ner und Pro­te­stan­ten aus Groß­bri­tan­ni­en und den USA in Nah­ost in den letz­ten 200 Jah­ren auch nicht benom­men, sie haben nur diplo­ma­ti­scher for­mu­liert.

      • Nun, er zeigt auf dass der Islam zum Mas­sen­mord an Ungläu­bi­gen auf­ruft. Dass ist etwas was das Chri­sten­tum nicht tut.

        Geor­ge Bush kann kei­nen Kreuz­zug auf­ru­fen, dass kann nur der Papst.

        Sie soll­ten ein­fach mal die Rea­li­tät wahr­neh­men und nicht ver­nunft­los her­um­gei­stern wie die ande­ren.

  5. Ja was nun, wird Gewalt im Islam als Vor­wand benutzt oder ist Gewalt im Islam ein gerecht­fer­tig­tes Mit­tel zum Errei­chen eines Ziels?

    Der Koran, die Lebens- und Ver­hal­tens­wei­se des Moham­med und die aktu­el­le Lebens­si­tuai­on der Chri­sten und Mos­lems bezeu­gen dass der Islam gewalt­tä­tig ist. Auch die Dis­kus­si­on des Byzan­ti­ni­schen Kai­sers tut es.

    Ich wäre froh wenn die Kir­che mal end­lich auf­wacht.

    • Nicht nur die Kir­che muss auf­wa­chen son­dern auch unser libe­ra­ler, deka­den­ter, alles klein und schön­re­den­der Staats­ap­pa­rat!

      Doch das wird nicht gesche­hen !
      Die Medi­en sind dage­gen.

      Man wird erst auf­wa­chen, wenn wir alle „Allah u akhbar“ rufen und man plötz­lich einen Art „Erdogahn“ als Kanz­ler haben. Wenn die Frau­en ver­schlei­ert gehen müs­sen und es mit ihrer Eman­zi­pa­ti­on, die sie so sehr ins Feld füh­ren vor­bei ist.

      Doch dann ist es zu spät .… Des­il­lu­sio­niert .… zu spät … PECH

  6. Das Erstaun­li­che ist, dass der Defi­ni­ti­on Allah´s durch Bene­dikt von den Mus­li­men nicht wider­spro­chen wur­de. Immer­hin sag­te er: Sein (Allah´s) Wil­le ist an kei­ne unse­rer Kate­go­rien
    gebun­den.… und dass er auch nicht an sein eigens Wort gebun­den sei und ihn nichts dazu ver­pfli­che­te uns die Wahr­heit zu offen­ba­ren. Nach unse­rem Ver­ständ­nis ent­spricht die Beschrei­bung Allah´s weder einem voll­kom­me­nen Gott noch einem barm­her­zi­gen oder gar güti­gen Gott. Er will auch nicht, dass wir alle zur Erkennt­nis der Wahr­heit kom­men. Allah hat also mit unse­rem drei­ei­n­i­gen Gott gar nichts zu tuen und nach den ihm von Bene­dikt zuge­schrie­be­nen Eigen­schaf­ten ist er allen­fals als all­mäch­ti­ger Dik­ta­tor und nicht als Gott zu bezeich­nen. Jeder Ver­gleich zwi­schen Allah und unse­rem drei­fal­ti­gen Gott ist eine Belei­di­gung Got­tes. Wenn Fran­zis­kus die Mus­li­me die Mus­li­me als Ver­tre­ter einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft begrüß­te, „die den ein­zi­gen, barm­her­zi­gen Gott ver­eh­ren“, ahnen wir,
    wie er den inter­re­li­giö­sen Dia­log betrei­ben wird und wie­viel Katho­li­sches er in Zukunft opfern wird. Als Kar­di­nal hat übri­gens Fran­zis­kus die Regens­bur­ger Rede aktiv mit Hil­fe der argen­ti­ni­schen Pres­se mit den Wor­ten bekämpft. „Papst Bene­dikts Aus­sa­ge ent­spricht wider­spie­gelt nicht mei­ne eigen Meinung“.…und wei­ter „Die­se State­ments wer­den dazu die­nen, innert 20 Sekun­den die sorg­fäl­ti­ge Auf­bau­ar­beit einer Bezie­hung mit dem Islam, die Papst JP II über die letz­ten 20 Jah­re bewerk­stel­ligt hat, zu ver­nich­ten.“

    Dan­ke Herrn Magi­ster für die Wür­di­gung die­ser groß­ar­ti­gen Rede von Papst Bene­dikt XVI.

  7. Der Hin­weis dar­auf, dass ohne die ver­nunft­ge­mä­ße Got­tes­be­zie­hung (wel­che nur in der wah­ren Offen­ba­rung Got­tes mög­lich ist — auch das soll­te immer mit­be­dacht wer­den!) auch „Reli­gi­on“ nur in die Unmo­ral und zur Gewalt­tä­tig­keit führt, war rich­tig und wich­tig und hat Dia­log nicht ver­hin­dert, son­dern erst mög­lich und not­wen­dig gemacht!

    Inso­fern war die Regens­bur­ger Rede sicher bedeu­tend, selbst wenn sich Bene­dikt hin­ter­her von „falsch ver­stan­de­nen Zita­ten“ distan­ziert hat.

    Bedenk­lich aber wird es, wenn so gespro­chen wird, als müss­ten sich die Men­schen zur „Auf­klä­rung“ (die ohne Chri­sten­tum gar nicht mög­lich gewe­sen wäre!), nicht aber zu Jesus Chri­stus bekeh­ren! Kann und darf ein Papst so reden?

    Ein bloß „auf­ge­klär­ter“ Islam kann genau­so­we­nig Heil bewir­ken, wie unse­re moder­ne „auf­ge­klär­te“ Zivi­li­sa­ti­on, die ohne Jesus Chri­stus und Sei­ne Lie­be immer mehr in Unmo­ral, Bru­ta­li­tät, Into­le­ranz, Will­kür, Sinn­lee­re… kurz gesagt: in die Fin­ster­nis der Mäch­te der Lüge und des Todes fällt!

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