Ägyptens Staatspräsident Mursi unter Arrest – Militär setzt Neuwahlen an – Kopten hoffen


(Kai­ro) Staats­prä­si­dent Moha­med Mur­si von der Mus­lim­bru­der­schaft befin­det sich unter Haus­ar­rest. Nach Ablauf des Ulti­ma­tums setz­te das Mili­tär gestern abend die von der Mus­lim­bru­der­schaft durch­ge­setz­te Ver­fas­sung außer Kraft. Zunächst wur­de über den Staats­prä­si­den­ten und wei­te­re füh­ren­de Mus­lim­brü­der eine Aus­rei­se­ver­bot ver­hängt. Kurz dar­auf wur­de Mur­si nach einem Jahr Amts­zeit abge­setzt. Das Amt des Staats­prä­si­den­ten nimmt bis zu den Neu­wah­len vor­über­ge­hend der Vor­sit­zen­de des Ver­fas­sungs­ge­richts­ho­fes Adly Mah­moud Man­sour wahr. Die Chri­sten des Lan­des zei­gen sich erfreut über das Ende der Herr­schaft der Mus­lim­bru­der­schaft und hof­fen auf eine poli­ti­sche Wen­de, die dem Land eine Ver­fas­sung „für alle Ägyp­ter“ gibt und den Sta­tus von Bür­gern zwei­ter Klas­se der Chri­sten been­det. Wie die ent­mach­te­te Mus­lim­bru­der­schaft und unab­hän­gig von die­ser die noch radi­ka­le­ren Sala­fi­sten auf den Staats­streich des Mili­tärs reagie­ren ist noch völ­lig unklar. Bei­de Grup­pen hat­ten bei den ver­gan­ge­nen Wah­len eine Zwei­drit­tel­mehr­heit im Land erreicht. Die Lage bleibt unüber­sicht­lich und instabil.