Für 53 % der Engländerinnen beginnt Leben mit der Zeugung — Aber nur 6 % für Abtreibungsverbot

Ungeborenes Kind bedroht durch Abtreibung Englische Regierungsstudie offenbart Verbreitung utilitaristischen Denkens(Lon­don) Eine bri­ti­sche Regie­rungs­stu­die gibt Auf­schluß dar­über, wie ver­brei­tet uti­li­ta­ri­sti­sches Den­ken ist. Die Erhe­bung wur­de vom 25. bis 30. Janu­ar auf der Grund­la­ge von 4.400 Befrag­ten durch­ge­führt. Den Ergeb­nis­sen muß vor­aus­ge­schickt wer­den, daß der Auf­trag­ge­ber das Mini­ste­ri­um einer abtrei­bungs­be­für­wor­ten­den Regie­rung ist, was in der nicht ganz neu­tra­len Erhe­bung zum Aus­druck kommt.

Nach die­ser Regie­rungs­stu­die sind 44 Pro­zent der eng­li­schen Bevöl­ke­rung der Mei­nung, daß „der Zeit­punkt, zu dem das mensch­li­che Leben beginnt“ die Zeu­gung ist, aber nur sie­ben Pro­zent sind dafür, die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der durch Abtrei­bung zu ver­bie­ten.

Frauen weisen den größten Widerspruch auf

Einer­seits sind sich 53 Pro­zent der Frau­en bewußt, daß ein Men­schen­le­ben mit der Zeu­gung beginnt (wäh­rend das nur 35 Pro­zent der eng­li­schen Män­ner den­ken), aber unter den Frau­en spre­chen sich sogar nur sechs Pro­zent für ein gene­rel­les Abtrei­bungs­ver­bot aus (wäh­rend dies fast acht Pro­zent der Män­ner tun). Bei der Erhe­bung wur­de prä­zi­siert, daß mit „Abtrei­bung“ nicht „medi­zi­ni­sche Not­fäl­le“ gemeint sind, also die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der nach einer Ver­ge­wal­ti­gung oder bei Lebens­ge­fahr der Mut­ter.

Trotz Zeit­al­ter von Ultra­schall und 3D-Bil­dern sind im moder­nen Eng­land etwa 30 Pro­zent der Befrag­ten der Mei­nung, daß das Men­schen­le­ben „irgend­wann im Lau­fe der Schwan­ger­schaft“ beginnt, wäh­rend wei­te­re 17 Pro­zent sogar der Mei­nung sind, daß das Leben erst „mit der Geburt des Kin­des“ anfan­ge. 21 Pro­zent der Män­ner sind die­ser Mei­nung, nur 14 Pro­zent der Frau­en.

Je älter, desto besser informiert

Je älter, desto bes­ser sind die Befrag­ten über den wis­sen­schaft­lich gesi­cher­ten Lebens­be­ginn eines Men­schen infor­miert. 53 Pro­zent der über 60jährigen gaben an, daß ein Men­schen­le­ben mit der Zeu­gung beginnt. Trotz (oder wegen?) zahl­rei­cher Schul­se­xu­al­erzie­hungs- und Auf­klä­rungs­pro­gram­me der Regie­rung, sind nur 31 Pro­zent der jun­gen Erwach­se­nen zwi­schen 18 und 24 Jah­ren die­ser Mei­nung. Ein Beweis dafür, daß „Auf­klä­rung“ nicht unbe­dingt Infor­ma­ti­ons­ver­mitt­lung, son­dern Ideo­lo­gie­ver­brei­tung bedeu­ten kann. Jugend­li­che wer­den früh­zei­tig in der Schu­le sexua­li­siert, über die unter­schied­lich­sten Ver­hü­tungs­me­tho­den und die Mög­lich­keit der Abtrei­bung unter­rich­tet, aber nicht dar­über, wann das Leben eines Men­schen beginnt.

Höhe­rer Aus­bil­dungs­grad scheint wenig mit wah­rer Bil­dung zu tun zu haben. 60 Pro­zent der Befrag­ten, die kei­nen for­ma­len Schul­ab­schluß besit­zen, es sind vor allem älte­re Befrag­te dar­un­ter, wis­sen, daß das Leben mit der Zeu­gung beginnt, aber nur 41 Pro­zent jener, die einen Uni­ver­si­täts­ab­schluß vor­wei­sen kön­nen.

Die Mei­nung, daß das Leben erst beginnt, wenn ein Kind gebo­ren wur­de, hat am mei­sten Anhän­ger in der Grup­pe jener, die sich als „reli­gi­ons­los“ bezeich­nen. 21 Pro­zent von ihnen ver­tre­ten die­se Mei­nung trotz Ultra­schall, Embryo­lo­gie und bio­lo­gisch Offen­sicht­li­chem. Nur drei Pro­zent der „Reli­gi­ons­lo­sen“ spricht sich für ein Abtrei­bungs­ver­bot aus. Nur 34 Pro­zent von ihnen wis­sen, daß das Leben mit der Zeu­gung beginnt.

Katholiken besser unterrichtet als Anglikaner

Unter den Befrag­ten, die sich als Angli­ka­ner bezeich­nen, sind 50 Pro­zent der Über­zeu­gung, daß das Leben mit der Zeu­gung beginnt, aber nur fünf Pro­zent wären den­noch für ein Abtrei­bungs­ver­bot.

Unter den Katho­li­ken (rund 350 der Befrag­ten) wuß­ten 60 Pro­zent, daß das Leben mit der Zeu­gung beginnt. Den­noch sind nur 14 Pro­zent für ein Abtrei­bungs­ver­bot.

Die Katho­li­ken wären zumin­dest für eine Redu­zie­rung der Frist, inner­halb derer am Beginn der Schwan­ger­schaft das unge­bo­re­ne Kind getö­tet wer­den darf. Auf die Fra­ge, ob sie für eine Ein­schrän­kung der Frist von der­zeit 24 Schwan­ger­schafts­wo­chen auf 12 bis 20 Schwan­ger­schafts­wo­chen wären, spra­chen sich 70 Pro­zent der Katho­li­ken dafür aus.

Wissenschaftsgläubige am lebensfeindlichsten

Schließ­lich wur­den die Teil­neh­mer der Erhe­bung befragt, wonach sie sich aus­rich­ten. Dabei gaben 900 an, sich ihrer Selbst­ein­schät­zung nach an der Wis­sen­schaft aus­zu­rich­ten. Von die­sen sind aber nur 31 Pro­zent der Mei­nung, daß das Leben mit der Zeu­gung beginnt, 42 Pro­zent, daß es irgend­wann wäh­rend der Geburt beginnt und 20 Pro­zent, daß dies erst mit dem Zeit­punkt der Geburt der Fall ist. Ledig­lich drei Pro­zent der „Wis­sen­schafts­gläu­bi­gen“ spra­chen sich für ein Abtrei­bungs­ver­bot aus.

Im Gegen­satz dazu sag­ten 66 Pro­zent von jenen, die anga­ben, sich in ihrem Leben „nach Gott“ aus­zu­rich­ten, daß das Leben mit der Zeu­gung beginnt und nur 10 Pro­zent, daß dies mit der Geburt geschieht. 19 Pro­zent sind für ein Abtrei­bungs­ver­bot.

Alphabetisierte Gesellschaft mit hohem Lebensstandard erliegt der Banalität des Bösen

„Die Ergeb­nis­se spie­geln die Wider­sprü­che einer alpha­be­ti­sier­ten Gesell­schaft mit hohem Lebens­stan­dard und Zugang zur Wis­sen­schaft wider, die aber von der Bana­li­tät des Bösen durch­drun­gen ist“, so Reli­gi­on en Liber­tad. Selbst Katho­li­ken sehen in einem sol­chen Mei­nungs­kli­ma nur ver­min­dert klar und noch mehr las­sen sich von uti­li­ta­ri­sti­schen Erwä­gun­gen kor­rum­pie­ren. Man weiß zwar, daß das unge­bo­re­ne Kind ab der Zeu­gung ganz Mensch ist, aber den­noch sind auch Katho­li­ken nicht für einen umfas­sen­den Schutz der Kin­der durch ein Abtrei­bungs­ver­bot, denn – man weiß ja nie – viel­leicht könn­te die Mög­lich­keit abzu­trei­ben, noch irgend­wann nütz­lich sein.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Reli­gi­on en Liber­tad

3 Kommentare

  1. In der Pas­si­on von Mat­thä­us, gestern vor­ge­le­sen, beklagt Chri­stus bei den schla­fen­den Apo­steln im Gar­ten Get­se­ma­neh „der Geist ist zwar wil­lig, aber das Fleisch ist schwach“!
    Von Gynä­ko­lo­gen wur­de mir aus Erfah­run­gen berich­tet, das jede Frau intui­tiv weiß, was los ist, näm­lich, egal in wel­cher Pha­se der Schwan­ger­schaft, es ist und bleibt eine Tötung unge­bo­re­nen Lebens.
    In den Wech­sel­jah­ren stel­len sich dann schwer­ste Depres­sio­nen über das Geta­ne ein, denn die Ver­bin­dung Lei­bes­frucht — Mut­ter, ist eine von der Natur (Gott) Gestif­te­te, auf die der Mensch kei­nen Ein­fuß hat !
    Aber wie gesagt, in jun­gen Jah­ren sind die­se Fol­gen nicht kon­kret, die öko­no­mi­schen Aspek­te wie­gen so schwer und die Hil­fe der Gesell­schaft (Cari­tas, Donum Vitae etc.) raten dann zur ein­fach­sten Lösung, der Abtrei­bung.
    Das ist schreck­lich!

  2. wenn ich rich­tig infor­miert bin, heißt uti­li­ta­ri­stisch den­ken, so zu den­ken und zu han­deln, daß mei­ne Hand­lung dem Woh­le aller dient, daß ich zumin­dest ver­su­che, sie so aus­zu­rich­ten. Wenn aber eine Frau sich zu Tötung ihres Kin­des im Mut­ter­leib ent­schließt, dann dient es doch wohl kaum dem Woh­le aller. Es scha­det
    — dem Kind, das kein Lebens­recht erhält son­dern unter Schmer­zen der Mut­ter und des Kin­des getö­tet wird
    — der Mut­ter, die in der Regel vie­le Jah­re, manch­mal ein Leben lang, an psy­chi­schen Stö­run­gen lei­det
    — der Gesell­schaft, d.h. dem eige­nen Volk, das bei einer sol­chen Pra­xis dem schlei­chen­den Unter­gang geweiht ist.
    Dies alles sind Fak­ten, die auch ein nicht reli­giö­ser Mensch akzep­tie­ren muß. Mit ande­ren Wor­ten, bei uns Katho­li­ken kom­men noch eini­ge Punk­te hin­zu.
    Lei­der trei­ben vie­le Frau­en ab, weil sie durch ihre Umge­bung total ver­un­si­chert wer­den und nicht mehr zu kla­rer, ruhi­ger Über­le­gung kom­men, bei der auch ihr inner­stes Emp­fin­den spre­chen kann.
    Glück­li­cher­wei­se gibt es inzwi­schen Berastungs­stel­len, wie pro femi­na, die das erkannt haben und wah­re Hil­fe lei­sten, auch prak­ti­sche Hil­fe, was oft­mals aus­schlag­ge­bend ist.
    Das ist ein Hoff­nungs­schim­mer.

  3. Ich den­ke Eng­land ist mit sol­chen Zah­len reif für eine König­stei­ner Erklä­rung. Das Gewis­sen und die per­sön­li­che Frei­heit der Frau wird über das 5. Gebot gestellt. Einen Wider­spruch zwi­schen „Leben beginnt mit Zeu­gung“ und „Gegen Abtrei­bungs­ver­bot“ gibt es eben nur aus katho­li­scher Sicht, nicht aber aus „kon­zils­ka­tho­li­scher“, evan­ge­li­scher oder angli­ka­ni­scher Sicht. Vgl. Reli­gi­ons­frei­heit des Kon­zils, wel­che das Gewis­sen und die per­sön­li­che Frei­heit des Men­schen schon über das 1. Gebot gestellt hat.

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