Patriarch von Jerusalem: „Lage der Christen im Heiligen Land und im Nahen Osten hat sich verschlechtert“

Jerusalem heilige Stadt der Christenheit(Jeru­sa­lem) Der Latei­ni­sche Patri­arch von Jeru­sa­lem, Fouad Bou­tros Twal beklagt die Zunah­me von Van­da­len­ak­ten gegen Kir­chen und Klö­ster sowohl durch Mos­lems als auch durch Juden. „In der Ver­gan­gen­heit sag­te ich, wir in Jeru­sa­lem sind die Kir­che von Kal­va­ria, inzwi­schen aber ist der gan­ze Nahe Osten eine Kir­che von Kal­va­ria.“ Mit die­sen Wor­ten umriß der Patri­arch in einem Inter­view mit Radio Vati­kan die sich ver­schlech­tern­de Situa­ti­on der Chri­sten im Nahen Osten.

Angriffe durch fanatische Moslems und Juden, doch Behörden unternehmen nichts

„Wir haben die Vor­fäl­le stets bei den israe­li­schen Behör­den zur Anzei­ge gebracht und betont, wie wich­tig die För­de­rung einer guten Erzie­hung ist. Ich fra­ge mich näm­lich, wie­so die­se Men­schen erzo­gen wur­den, den Näch­sten zu has­sen. Es ist eine Fra­ge der Erzie­hung der Kin­der in den Schu­len. Es stimmt, daß auch die israe­li­schen Behör­den die Angrif­fe ver­ur­teilt haben, den Wor­ten sind aber kei­ne Taten gefolgt und die Täter wur­den nicht gestellt.“

Besorg­nis­er­re­gend sei auch die Situa­ti­on der Chri­sten in Syri­en, so der Patri­arch: „Wir kön­nen Syri­en nicht ver­ges­sen. Wir kön­nen nicht unse­re christ­li­chen Brü­der ver­ges­sen, die dort leben und kön­nen daher nicht schwei­gen.“ Der Patri­arch erin­ner­te dar­an, daß „Jor­da­ni­en das ein­zi­ge Land ist, in dem Sta­bi­li­tät herrscht und das christ­li­che und nicht-christ­li­che Flücht­lin­ge auf­nimmt. Das gilt für vie­le ira­ki­sche und syri­sche Chri­sten. Es gilt aber auch für vie­le ägyp­ti­sche Chri­sten, die auf der Suche nach Arbeit in das Land kom­men. Sie alle kom­men zu uns nach Jor­da­ni­en.“

Neujahrsappell: „Glauben vertiefen, um auszuharren und mit Freude Zeugnis zu geben“

Der Latei­ni­sche Patri­arch rich­te­te einen Neu­jahrs­ap­pell an die Chri­sten des Nahen Ostens „im Glau­ben zu wach­sen, um aus­zu­har­ren und den Schwie­rig­kei­ten stand­zu­hal­ten und wei­ter­hin mit Freu­de Zeug­nis für Chri­stus zu geben“.

Vom 5. bis 10. Janu­ar wer­den sich Bischö­fe aus ganz Euro­pa und Nord­ame­ri­ka im Hei­li­gen Land auf­hal­ten. Am kom­men­den Sams­tag und Sonn­tag wer­den sie die aus Syri­en geflo­he­nen Chri­sten in den Lagern in Jor­da­ni­en besu­chen.

Europäische und nordamerikanische Bischöfe besuchen Heiliges Land

Anlaß ist das 13. Tref­fen das die west­li­chen Bischofs­kon­fe­ren­zen gemein­sam mit der Ver­samm­lung der katho­li­schen Bischö­fe des Hei­li­gen Lan­des zur För­de­rung des Hei­li­gen Lan­des orga­ni­siert haben. Aus­ge­rich­tet wird das Tref­fen von der Bischofs­kon­fe­renz von Eng­land und Wales. Besuchs­etap­pen sind Beth­le­hem, Jor­da­ni­en und Jeru­sa­lem. Der Latei­ni­sche Patri­arch und der Apo­sto­li­sche Nun­ti­us, Msgr. Giu­sep­pe Laz­z­a­rot­to, wer­den die Bischö­fe über die aktu­el­le Lage im Hei­li­gen Land infor­mie­ren. Die euro­päi­schen und nord­ame­ri­ka­ni­schen Bischö­fe wol­len durch ihren Besuch die Chri­sten ihrer Län­der anre­gen, die christ­li­chen Gemein­schaf­ten im Hei­li­gen Land und im Nahen Osten nicht zu ver­ges­sen und den Chri­sten dort zei­gen, „daß sie von ihren Brü­dern und Schwe­stern in ande­ren Tei­len der Erde nicht ver­ges­sen sind“.

Text: Asianews/Giuseppe Nar­di
Bild: Asia­news

1 Kommentar

  1. Aus Sicht der Juden sind die Chri­sten ja die jün­ge­ren Brü­der. Die gegen­wär­ti­ge Ent­wick­lung hat die Ten­denz, daß ver­mehrt Chri­sten eben­so wie Juden Ziel­schei­be mus­li­mi­scher Into­le­ranz und Gewalt wer­den. Man sitzt im glei­chen, wenn nicht sogar im sel­ben Boot. Hier stellt sich die Fra­ge, war ER Wan­der­pre­di­ger oder der vor­aus­ge­sag­te Mes­si­as? Nicht weni­ge Juden erken­nen mit mehr oder weni­ger Kon­se­quenz den christ­li­chen Mes­si­as an. In Deutsch­land wird nun vom Zen­tral­rat der Juden der Ver­such der Deut­schen, sich auf die eige­ne Kul­tur, auf deut­sche Leit­kul­tur zu besin­nen, unter­drückt. Dies hat histo­ri­sche Grün­de, aber irgend­wann stellt sich die Fra­ge: „Was habt Ihr für die Einig­keit mei­ner Kir­che getan?“ Habt Ihr etwa sogar die Christ­li­che Kul­tur ver­hin­dert? So kann ein kon­se­quen­ter Christ auch trau­rig über das Bild des Juden­tums in Deutsch­land sein. Denn die älte­ren Brü­der im Glau­ben lei­den eben­so unter einer auf­ge­stülp­ten Gott­lo­sig­keit, wie die Chri­sten in Deutsch­land.

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