Kirche sollte Eindruck vermeiden, nach der falschen Pfeife zu tanzen — Kritische Anmerkungen zur Treibjagd gegen kreuz.net

ein Kom­men­tar von Giu­sep­pe Nar­di

Die schmud­de­li­ge Hetz-Sei­te Kreuz.net ist nicht mehr erreich­bar. Für vie­le kein Ver­lust, auch nicht für mich, für den kreuz.net nie zum Lek­tü­re­pro­gramm gehör­te. Man muß­te die Sei­te ja schließ­lich nicht lesen. Kreuz.net selbst ist mir kei­ne Zei­le wert. Es scheint jedoch not­wen­dig, etwas tie­fer zu gehen und die Hin­ter­grün­de der Phan­tom­jagd mit skur­ri­len Zügen der ver­gan­ge­nen Wochen zu beleuch­ten und in einen grö­ße­ren Zusam­men­hang zu stel­len.

Kreuz.net war nie eine katho­lisch aner­kann­te Sei­te. Es hät­te genügt, wenn die Bischofs­kon­fe­renz dies klar­ge­stellt hät­te, um zu ver­deut­li­chen, daß man damit nichts zu tun hat­te. Im Inter­net darf bekannt­lich ja jeder mehr oder weni­ger schrei­ben, was er will, wie auch die zahl­rei­chen spöt­ti­schen, haß­er­füll­ten, got­tes­lä­ster­li­chen Inter­net­sei­ten zur Genü­ge unter Beweis stel­len. Nie­man­dem käme es aber in den Sinn, schon gar nicht der katho­li­schen Kir­che, gegen die­se zum Hala­li zu bla­sen.

Nun ist die denk­bar ungün­sti­ge Optik ent­stan­den, als wür­de Deutsch­lands Kir­che nach der Pfei­fe der Homo­se­xu­el­len­ver­bän­de tan­zen. Die­sen war kreuz.net wohl schon immer ein Dorn im Auge. Als die Sei­te schließ­lich noch das Dop­pel­le­ben des katho­li­schen Reli­gi­ons­leh­rers und Theo­lo­gen David Ber­ger auf­deck­te, fand sich eine selt­sa­me Alli­anz mit dem Bru­no Gmün­der Ver­lag zusam­men, um eine Treib­jagd gegen die Phan­tom­sei­te zu star­ten. Wer sich die Mühe macht, die Inter­net­sei­te des Bru­no Gmün­der Ver­lags zu besu­chen, braucht als Christ einen wirk­lich guten Magen, um soviel Absto­ßen­des zu ertra­gen.

Umso befremd­li­cher ist es, daß die deut­sche Bischofs­kon­fe­renz durch den Mund ihres Sekre­tärs sofort in das­sel­be Jagd­horn blies, als die Homo-Akti­vi­sten David Ber­ger und Bru­no Gmün­der dort vor­stel­lig wur­den und sich über die Schmud­del­sei­te empör­ten.

Im Gegen­satz zu ande­ren euro­päi­schen ist der deut­sche Sprach­raum Mei­ster des Distan­zie­rungs­kul­tes. Der katho­li­schen Kir­che nörd­lich der Alpen kann nur emp­foh­len wer­den, sorg­sam, sehr sorg­sam zu prü­fen, von wem sie sich distan­ziert und mit wem sie — und sei es auch nur indi­rekt — ins sel­be Boot steigt.

Die wegen kreuz.net wild­ge­wor­de­nen Homo­se­xu­el­len­ak­ti­vi­sten haben mit der katho­li­schen Kir­che und der katho­li­schen Glau­bens­wahr­heit nichts am Hut. Ihr Kampf gegen kreuz.net ist letzt­lich ein Kampf gegen die katho­li­sche Moral­leh­re. Dies nicht zu erken­nen, ist die bedenk­lich­ste Begleit­erschei­nung der jüng­sten Treib­jagd. Wer meint, daß die Jagd­ge­sell­schaft durch die erleg­te Tro­phäe mil­de gestimmt wer­den könn­te, macht die Rech­nung ohne den Wirt.

Jene, die sich heu­te am lau­te­sten über kreuz.net empö­ren, wer­den mor­gen nicht mit der Wim­per zucken, mit den­sel­ben Metho­den und Paro­len samt Kopf­geld die­sel­be Treib­jagd gegen den Papst zu insze­nie­ren oder einen belie­bi­gen Bischof oder ein katho­li­sches Medi­um, wenn die­se es wagen soll­ten, die katho­li­sche Leh­re zur Sün­de der Homo­se­xua­li­tät in Erin­ne­rung zu rufen.

Die jüng­sten Ereig­nis­se las­sen ein gesell­schafts­po­li­ti­sches Pro­jekt erken­nen, in dem die Jagd zum Erle­gen von kreuz.net nur eine Etap­pe bei dem Ver­such dar­stellt, suk­zes­si­ve ein Homo-Dik­tat durch­zu­set­zen. Ein Mei­nungs­zwang, der gegen miß­lie­bi­ge Mei­nun­gen genau­so mit dem Straf­recht arbei­tet, wie mit sozia­ler und gesell­schaft­li­cher Äch­tung. Der schon seit län­ge­rem in die­sem Zusam­men­hang erzeug­te Druck auf die katho­li­sche Kir­che in Deutsch­land ist unüber­seh­bar. Erz­bi­schof Woel­ki von Ber­lin kann ein Lied davon sin­gen. Kaum im Amt wur­de er von den Medi­en bei jeder Gele­gen­heit nur zum Homo-The­ma befragt. Mit wel­chem Ziel? Die Kir­che zu einer Rich­tungs­än­de­rung zu zwin­gen. Die Kir­che soll, so die Absicht der zah­len­mä­ßig klei­nen Homo-Ver­bän­de und ihres aller­dings gro­ßen poli­ti­schen, media­len und gesell­schaft­li­chen Unter­stüt­zer­um­fel­des in die Knie gezwun­gen wer­den. Kreuz.net bot mit sei­ner untrag­ba­ren Art eine Steil­vor­la­ge für einen Fron­tal­an­griff. Das darf in der Kir­che aber nie­man­den dar­über hin­weg­täu­schen, daß die­ser Angriff nur vor­der­grün­dig die­ser Schmud­del­sei­te im Inter­net gilt, in Wirk­lich­keit aber die katho­li­sche Kir­che meint.

Auch ein Wort zu Pfar­rer Jolie, dem bis­her unge­rech­ter­wei­se ein­zi­gen Opfer der Treib­jagd. Er scheint der umstrit­te­nen Inter­net­sei­te, ohne jeden direk­ten Kon­takt, Mate­ri­al zuge­spielt zu haben, wie man dies bei jedem Medi­um tun kann. Offen­bar ging es um völ­lig harm­lo­se The­men. Er hat sich das fal­sche Medi­um aus­ge­sucht, bestimmt. Ein Ver­bre­chen ist das aller­dings noch lan­ge kei­nes. Den­noch wird an ihm nun ein Exem­pel sta­tu­iert. Unschwer erkenn­bar zwang ihn die Diö­ze­se zu einem öffent­li­chen Mea cul­pa. Obwohl das zustän­di­ge Ordi­na­ri­at groß­zü­gig erklär­te, er kön­ne aber im Pfarr­dienst blei­ben, warf man ihn dadurch ohne Not Kräf­ten zum Fraß vor, die wirk­lich nicht als Kir­chen­freun­de bezeich­net wer­den kön­nen. Sei­ne füh­ren­de Mit­ar­beit im wich­ti­gen Prie­ster­netz­werk muß­te er natür­lich auf­ge­ben und in den kom­men­den Jah­ren wird er sich wohl kaum mehr öffent­lich zu Wort mel­den. Den Rest erle­di­gen nun schon die anony­men Homo-Akti­vi­sten mit Bom­ben- und Mord­dro­hun­gen gegen ihn und die links­li­be­ra­le Pres­se, die wie eine Meu­te über ihn her­fal­len wird.

Das Aus von kreuz.net ist kein Ver­lust, viel­mehr ein Nut­zen für die Kir­che, deren Posi­tio­nen dort viel­fach nur in einer häß­li­chen Ver­zer­rung vor­ka­men. Der Abschuß von Pfar­rer Jolie aber ist ein gro­ßer Ver­lust für die katho­li­sche Kir­che in Deutsch­land. Eine tra­gi­sche und bedau­er­li­che Ent­wick­lung, die in kei­nem Ver­hält­nis zu dem steht, was die­ser Strei­ter Got­tes getan hat.

Auch hier bleibt ein bit­te­rer Ein­druck, daß die Kir­che nicht zu den Ihren steht, son­dern sie dem Zeit­geist vor­wirft, wenn die­ser dies for­dert.

Die Freu­de, die eini­ge katho­li­sche Medi­en- und Kir­chen­ver­tre­ter nun über das Aus von kreuz.net an den Tag legen, hat des­halb etwas von einer gespen­sti­schen Nai­vi­tät an sich. Der Wunsch einer vom domi­nan­ten Zeit­geist immer stär­ker mar­gi­na­li­sier­ten Posi­ti­on, und das ist unse­re katho­li­sche Glau­bens­über­zeu­gung, ein­mal auch zur „Mehr­heit“ gehö­ren zu wol­len, ist mensch­lich ver­ständ­lich. Nun nach dem Mot­to „Seht her ihr Libe­ra­len, Athe­isten, Agno­sti­ker, Gleich­gül­ti­gen, Homos, wir sind auch gegen kreuz.net“ zu rufen, heißt, sich vom Nicht-Katho­li­schen-Zeit­geist das Han­deln und die Mei­nung dik­tie­ren zu las­sen und des­sen Spiel zu för­dern.

Und was fällt am Ende auf? Daß es bei all dem doch recht über­zo­ge­nen Wir­bel und bedenk­li­chen Köp­fe­rol­len zwar stän­dig um die Homo­se­xua­li­tät geht, aber medi­al so gut wie nie die katho­li­sche Posi­ti­on zur Homo­se­xua­li­tät durch­dringt und offen­bar sich die deut­schen Ober­hir­ten auch kaum bemü­hen, die­ser wirk­lich Gehör zu ver­schaf­fen. Dabei scheint die­ses The­ma ja gera­de eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung unse­rer Zeit zu sein.

31 Kommentare

  1. Dan­ke Giu­sep­pe Nar­di herz­lich für die­sen genia­len Arti­kel.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

  2. Die deut­sche Ober­hir­ten sol­len beim The­ma Homo­se­xua­li­tät die katho­li­sche Leh­re in der Öffent­lich­keit bezeu­gen? Das wer­den sie gewiß nicht tun, solan­ge ihr Bröt­chen­ge­ber der Staat ist.
    Und die­se labi­le und lau­war­me Hal­tung vie­ler deut­scher Bischö­fe war gewiß mit ein Grund, dass sich (ver­irr­te und ver­wirr­te) Leu­te bemü­ßigt fühl­ten, im Inter­net Kan­te zu zei­gen, so wie sie es ver­ste­hen. Die­se unsäg­li­che Inter­net-Sei­te war eine Frucht des lin­ken lais­sez-fai­re-Füh­rungs­stil deut­scher Bischö­fe. Zeit zum Nach­den­ken für alle ist jetzt ange­sagt.

  3. Ein aus­ge­zeich­ne­ter Kom­men­tar!! Die­sen soll­ten alle Bischö­fe in Deutsch­land mal lesen…

    Gott seg­ne Sie!

  4. Der Maul­korb für Hw. Jolie und das Prie­ster­netz­werk wird eini­gen Prä­la­ten der Kir­che gar nicht unge­le­gen kom­men, hat­te man doch mit die­sen „fre­chen“ Kle­ri­kern, die das skan­da­lö­se Vor­ha­ben einer flä­chen­decken­den Her­aus­ga­be von dem Daten­schutz unter­lie­gen­den Per­so­nal­ak­ten der Geist­lich­keit an ein pri­va­tes, soge­nann­tes „Kri­mi­no­lo­gi­sches For­schungs­in­sti­tut“ bis­lang zu ver­hin­dern wuss­ten, noch eine Rech­nung offen. Die Ver­su­chung ist gross, die von bestimm­ten Krei­sen auf­ge­heiz­te Atmo­sphä­re rund um kreuz.net zu nut­zen, um miss­lie­bi­ge Stim­men zum Ver­stum­men zu brin­gen. Aber wie der wohl­tu­end klar­sich­ti­ge Kom­men­tar ganz rich­tig aus­führt: wer heu­te undif­fe­ren­ziert mit den Fal­schen „cru­ci­fi­ge“ ruft, kann mor­gen schon selbst an deren Pran­ger ste­hen.

  5. Der wirk­lich bedau­erns­wer­te Pfar­rer Jolie! Für vie­le wäre es jetzt gewiss sehr schön, wenn man ihn als Bau­ern­op­fer prä­sen­tie­ren könn­te und dann wie­der Schwamm über die Sache.
    Ich hat­te und habe auch Kon­tak­te zur kreuz.net-Redaktion. Ich habe auch Bei­trä­ge auf kreuz.net lan­ciert. Ich bin auch römisch-katho­li­scher Theo­lo­ge.
    Es kann und darf nicht sein, dass die ver­fas­sungs­recht­lich garan­tier­te Mei­nungs­frei­heit in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land von bestimm­ten Lob­bys nach Lust und Lau­ne außer Kraft gesetzt wird. Homo­pho­ber, Aus­län­der­feind, Frau­en­feind — das reicht in Deutsch­land bereits aus, um Men­schen zu erle­di­gen und dies seit neue­stem auch mit dem Segen deut­scher Bischö­fe. Wer gegen Moschee­bau­ten, gegen die Gleich­stel­lung Homo­se­xu­el­ler oder gegen das Ende der Fami­lie durch Aus­bau Krip­pen­plät­ze öffent­lich das Wort ergreift, dem ent­zie­hen die poli­ti­sche Klas­se und die Medi­en­ver­tre­ter schlei­chend sämt­li­che bür­ger­li­chen Ehren­rech­te und die Hier­ar­chie der Kir­che hilft, zu voll­strecken!

  6. Auch mei­ner­seits ein herz­li­ches Dan­ke­schön

    an Giu­sep­pe Nar­di für das Ver­fas­sen des aus­ge­zeich­ne­ten Arti­kels
    und an katholisches.info für die Wie­der­ga­be die­ses Arti­kels.

  7. Das bis­her Beste, was ich über die­se Ange­le­gen­heit gele­sen habe.
    Dan­ke dem Autor!
    Zen­sur umgibt uns, sie wird aus­ge­übt von der Wir­schafts­welt, der Poli­tik, den Medi­en, der ein­fluß­rei­chen Eli­te.
    Nun gibt es kreuz.net nicht mehr. Inhalt­lich ist es nicht scha­de dar­um.
    Die­ses Por­tal hat der katho­li­schen Kir­che immens gescha­det.
    Es hat das Sym­bol des Kreu­zes, das für Mar­ter, Elend und Tod steht, aber auch für die Lie­be und Hin­ga­be unse­res Herrn, für ihre eige­nen Inter­es­sen miß­braucht. Das ist schlimm!
    Wo aber bleibt der Ruf nach Mäßi­gung oder gar Zen­sur für die lin­ken, extrem kir­chen­feind­li­chen Foren?
    Es gibt deren genug! Soll­ten die­se sich nicht auch bemü­hen, in der Sache mei­net­we­gen hart, aber den­noch fair zu argu­men­tie­ren?
    Im Kom­men­tar­be­reich des Spie­gel online wur­de die­sen Som­mer Papst Ben­dikt als „Nut­te“ bezeich­net.
    Von vie­len gele­sen — und nicht gelöscht!

  8. Herz­li­chen Dank, Herr Nar­di!

    Ich selbst habe auf kreuz.net geübt. Nach­dem ich mich mit 67 reif fürs Inter­net erklärt hat­te. Es war immer ein „Kampf“ gegen Unver­schämt­hei­ten.

    Die Macher erschei­nen mir zum einen als hoch­qua­li­fi­ziert, aber zum ande­ren als in der Zahl zu klein, um, wenn sie im Dienst ste­hen, die­se Sei­te zu mana­gen.

    Ich habe gera­de auf die­ser Sei­te die fürch­ter­li­che Zer­ris­sen­heit erst rich­tig wahr­ge­nom­men, an der unse­re Gesell­schaft lei­det, inklu­siv Ver­wahr­lo­sung.

    Scha­de, daß die Maß­lo­sig­keit, die auf die­ser Sei­te prä­sen­tiert wur­de, die auch vor­han­de­nen guten Bei­trä­ge völ­lig über­la­gert hat.

  9. Das Ziel von kreuz.net war, der katho­li­schen Kir­che, vor allem der Tra­di­ti­on und den papst­treu­en Gläu­bi­gen, den größt­mög­li­chen Scha­den zuzu­fü­gen. Der Sei­te ging es nur dar­um Vor­ur­tei­le gegen­über Katho­li­ken auf­zu­bau­en und zu bestär­ken. Es ging dar­um, Homo­se­xua­li­tät, Päd­era­stie und ande­re dem Glau­ben wider­spre­chen­de Din­ge gesell­schafts­fä­hi­ger zu machen und in die Kir­che zu tra­gen. Wel­cher Gläu­bi­ge wird nun noch Homo­se­xua­li­ät als Sün­de bezei­chen, wenn er befürch­ten muss, mit einem unsäg­li­chen Hetz­por­tal gleich­ge­setzt zuwer­den?

    Mit wel­chen Genüs­sen wur­den auf der Sei­te Bil­der von abar­ti­gen Hand­lun­gen ver­brei­tet und war­um? Es ging dar­um, nai­ve Katho­li­ken durch zei­gen dar­an zu gewöh­nen, ihnen zu ver­mit­teln, dies sei nor­mal wie das Part­ner­hop­pig im deut­schen Spiel­film.

    Fort­set­zung folgt

  10. Kreuz.net hat jah­re­lang kein Geheim­nis aus sei­nen Zie­len gemacht. Bis zum neu­en Design vor weni­gen Mona­ten wur­de auf eine Gra­fik ver­linkt, auf der ein Teu­fel sei­ner voll­bu­si­gen nicht­be­klei­de­ten Sekrä­te­rin dik­tier­te (sinn­ge­mäß): Lügen, Het­zen, ver­leum­den — kreuz.net.

    Die unqua­li­fi­zier­te „Pres­se­ar­beit“ sei­tens des deut­schen Distrikts der Pius­bru­der­schaft, wo Ver­ant­wort­li­che exklu­si­ves kreuz.net zuspiel­ten — was erst mit der ein­deu­ti­ge Anwei­sung durch P. Schmid­ber­ger weni­ger wur­de, mach­te kreuz.net in Pius-Krei­sen attrak­tiv. Dann kamen die nai­ven, uner­fah­re­nen Inter­net­nut­zer, die dem manu­pu­lier­ten Besu­cher­zäh­ler von kreuz.net glaub­ten und mein­ten sie hät­ten nun ein brei­tes Publi­kum für ihre katho­li­sche Mei­nung. Sei es als Autor, sei es als Kom­men­ta­tor. Dazu ist Pf. Jolie zu zäh­len.

    Fort­set­zung folgt

  11. Es sind aber auch tech­ni­sche Din­ge, die frag­wür­dig sind: War­um war kreuz.net jah­re­lang so hung­rig nach per­sön­li­chen Daten? War­um wur­den Jah­re spä­ter die E‑Mails von Pf. Jolie auf dem Mail­sy­stem gefun­den? War­um wur­den sie über­haupt erho­ben? Wie wur­de Pf. Jolie „ent­deckt“? Man ver­knüf­te die Daten beim Sei­ten­auf­ruf (IP-Adres­se) und mit den Daten sei­ner Mail (IP-Adres­se). War­um tat man dies damals? War­um wur­den jah­re­lang die­se Daten gespei­chert und nicht gelöscht? Weil bereits damals geplant wur­de, Katho­li­ken wie Pfr. Jolie „auf­flie­gen“ zu las­sen und zum Schwei­gen zu brin­gen.

  12. Optik? Das ist nicht nur Optik. Die offi­zi­el­le katho­li­sche Kir­che ist schon der­art ver­wo­ben mit der Nomen­kla­tu­ra, daß es eine beru­hi­gen­de Fest­stel­lung war, als die Deut­sche Bischofs­kon­fe­renz klar­stell­te, daß man vor allem eine staat­lich aner­kann­te Kir­chen­steu­er­kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts (sic) sein will. Dadurch wur­de end­lich die wah­re Kir­che des Herrn von der Offi­zi­al­kir­che unter­scheid­bar. Der Zeit­geist hat die Offi­zi­al­kir­che fest im Griff, sie hat sich selbst pro­fa­ni­siert.
    Der Bei­trag macht dies eben­falls gut deut­lich.
    In der Bericht­erstat­tung über kreuz.net gibt es ohne­hin so gut wie kei­ne sach­lich-nüch­ter­nen Bei­trä­ge in der Pres­se, egal, ob online oder off­line. Eine sau­ber for­mu­lier­te Aus­nah­me fin­det sich hier:
    http://www.heise.de/tp/blogs/6/153277
    Ich distan­zie­re mich übri­gens nicht von kreuz.net — das war grund­sätz­lich ein sinn­vol­les Pro­jekt. Aller­dings, wie so oft, gera­ten die Din­ge aus dem Ruder, wenn es um den Bereich der Sexua­li­tät geht.

  13. Dan­ke, Herr Nar­di! Das ist der beste Kom­men­tar, den ich zu die­sem The­ma gele­sen habe. Sie spre­chen den Kern des Pro­blems an, ord­nen es in den Gesamt­zu­sam­men­hang ein und blei­ben des­halb nicht mehr oder weni­ger an der Ober­flä­che.
    Bei der Gele­gen­heit: Ich bin dank­bar, dass es „katho­li­sches. info“ gibt.

  14. Kreuz-Net ist zwar seit 2005, seit ich die­ses Por­tal ken­ne, unan­ge­nehm auf Sedis­vak­an­ten­ni­veau abge­sun­ken, und damit auf Niveau der Geg­ner, die das Por­tal bekämpft.

    Die deut­sche Pres­se­land­schaft kennt weit schlim­me­re Mach­wer­ke, so die gesam­te Por­no­li­te­ra­tur, die unter dem Deck­man­tel der Pres­se­rei­heit wei­ter­ma­chen darf. So ergibt sich die Fra­ge, war­um hier mit zwei­er­lei Maß gemes­sen wird.

  15. Giu­sep­pe Nar­di hat die Situa­ti­on und die Gefahr, die von den mili­tan­ten Homo-Ver­bän­den aus­geht, abso­lut rich­tig erkannt. Umso unver­ständ­li­cher fin­de ich sei­ne schar­fe Ableh­nung von kreuz.net und sei­ne unver­hoh­le­ne Zufrie­den­heit über des­sen (hof­fent­lich vor­über­ge­hen­des) Ver­schwin­den vom Netz.. Kreuz.net hat sich oft im Ton ver­grif­fen, das muß man ver­ur­tei­len. Aber die Sei­te war (ist) vor allem ein uner­schrocke­ner Ver­tei­di­ger der katho­li­schen Leh­re, sie hat Miss­stän­de in Kir­che und Gesell­schaft the­ma­ti­siert. Es gab dort auch vie­le gute und wert­vol­le Beiträge,und anre­gen­de Dis­kus­sio­nen. Das wird zu wenig aner­kannt. Wir soll­ten nicht auf die schie­ßen, die mit uns im sel­ben (kon­ser­va­tiv katho­li­schen ) Boot sit­zen. Ich wür­de mich jeden­falls freu­en, wenn ein geläu­ter­tes kreuz.net bald wie­der online wäre.

    • Jean-Lou­is: Ja aber bit­te nur ein geläu­ter­tes kreuz net, eini­ges war zuerst auf die­ser Sei­te zu fin­den und erst mit Ver­spä­tung auf ande­ren katho­li­schen Inter­net­sei­ten. Nur die Spra­che und beson­ders die teil­wei­se wahr­lich ver­het­zen­den Leser­kom­men­ta­re soll­ten bes­ser über­denkt wer­den. Und vor allem in einer Zeit in der die Wahr­heit bekämpft wird, sol­te man der vom Zeit­geist durch­seuch­ten Welt und der „Neu­heid­ni­schen Spaß und Weg­werf­ge­sell­schaft“ kei­ne Chan­ce geben anzu­grei­fen und vor allem sich fest­zu­bei­ßen.

      Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen.

      • Kom­men­ta­re auf kreuz.net sind Schnee­witt­chen und die sie­ben­Zwer­ge gegen das, was auf You­Tube ste­hen gelas­sen gese­hen wer­den muss!

  16. Hm, ich möch­te doch mal etwas Was­ser in den Wein schüt­ten. Mich stört ein wenig die­se son­der­ba­re Ver­quickung der angeb­li­chen Medi­en­macht der Homo­se­xu­el­len­ver­bän­de mit dem The­ma kreuz.net. Wir soll­ten als Katho­li­ken uns hüten, den Ein­druck zu ver­mit­teln das was die­se Home­page da in die Welt puste­te habe was mit Gott und Glau­ben zu tun. Selbst wenn dort auch mal ein rich­ti­ger Satz stand, so mach­te das Umfeld alles kaputt. War­um gibt es eigent­lich kei­ne wirk­lich erfolg­rei­che, aktu­el­le, gut infor­mier­te, wür­dig geschrie­be­ne, katho­li­sche Nach­rich­ten­sei­te im Netz? Dass die Bischofs­kon­fe­renz und kirch­li­che Leu­te sich da vor den Kar­ren von Herrn Ber­ger und Herrn Gmün­der haben span­nen las­sen kann ich nicht sehen (und das sehen die­se auch nicht so, im Gegen­teil). Was Pfr. Jolie angeht, mag er zu arg­los gewe­sen sein. Aber viel­leicht war an dem Punkt sein Mit­tei­lungs­be­dürf­nis viel zu groß. Und um ihn mache ich mir kei­ne Sor­gen. Der kommt wie­der!

  17. Man kann immer viel schön­re­den. Ich sor­ge mich zuerst um Pfar­rer Jolie, nicht um irgend­wel­che Homo-Akti­vi­sten. Soll­ten Letz­te­re Offen­heit und eine gewis­se Bereit­schaft zei­gen, den Herrn anzu­neh­men, bin ich ger­ne auch für sie da, aber nicht für ihre Sün­de! Der Herr hat auf­ge­tra­gen, mil­de zum Sün­der, aber hart gegen die Sün­de zu sein. Da haben aller­dings man­che Bischö­fe Nach­hol­be­darf. Und in man­chen kath. Medi­en weiß man ja nicht ein­mal mehr, was über­haupt katho­lisch ist, ein sol­ches Durch­ein­an­der ver­zap­fen die da.
    Jeder Angriff gegen die Kir­che wäre eine Gele­gen­heit Klar­text zur katho­li­schen Leh­re zu reden. Wäre… wenn es nicht so vie­le Drücke­ber­ger und Schön­red­ner gäbe.

    • War­um sor­gen Sie sich denn für Pfar­rer Jolie? Ein guter, tüch­ti­ger und cou­ra­gier­ter Prie­ster. Der Mann hat sich nun aber auch gar nichts vor­zu­wer­fen, und ich wün­sche ihm, dass er sei­nen Weg unbe­irrt wei­ter geht.

      • Wohl­an, Pfar­rer Julie hat sich tat­säch­lich nichts vor­zu­wer­fen. Auch im Pfuhl wird noch der Prie­ster gebraucht. Doch das Lied „Spiel nicht mit den Schmud­del­kin­dern“ wird inzwi­schen auf der (lin­ken) Block­flö­te gespielt.

  18. Dan­ke Herr Nar­di für die­sen her­vor­ra­gen­den Kom­men­tar. Auch ich fand das Ver­hal­ten des Bis­tums Mainz gegen­über Pfar­rer Jolie völ­lig unver­hält­nis­mä­ßig. Offen­bar hat man hier eine will­kom­me­ne Gele­gen­heit genutzt, einen unlieb­sa­men Prie­ster des eige­nen Bis­tums in die Schran­ken zu wei­sen. Die Pres­se­mit­tei­lung des Bis­tums dazu läßt nach mei­nem Emp­fin­den eine Nähe von Pfar­rer Jolie zu Kreuz.net ver­mu­ten, die so nie bestan­den hat. Die Genug­tu­ung der Bis­tums­ver­ant­wort­li­chen im Hin­blick auf Pfar­rer Jolie schim­mert durch. So lese ich die PM jeden­falls.

  19. Vergelt´s Gott für den sehr guten Arti­kel!

    Ich möch­te nur anmer­ken, dass es an eini­gen Stel­len „offi­zi­el­len Kir­chen­ver­tre­ter“ statt „Kir­che“ hät­te hei­ßen müs­sen. z. B. hier:
    „Der katho­li­schen Kir­che nörd­lich der Alpen kann nur emp­foh­len wer­den, sorg­sam, sehr sorg­sam zu prü­fen, …“ oder hier „Die Kir­che zu einer Rich­tungs­än­de­rung zu zwin­gen…“

  20. „Die Kir­che soll, so die Absicht der zah­len­mä­ßig klei­nen Homo-Ver­bän­de und ihres aller­dings gro­ßen poli­ti­schen, media­len und gesell­schaft­li­chen Unter­stüt­zer­um­fel­des in die Knie gezwun­gen wer­den.“
    Ich mei­ne sogar, dass die Homo­lob­bys von den glo­ba­li­sti­schen Strip­pen­zie­hern instru­men­ta­li­siert wur­den und wer­den, um Fami­lie und Kir­che zu zer­stö­ren.

  21. Ich den­ke, die Dis­kus­si­on über Kreuz-net, das mir stets auf­fiel wegen sei­ner asso­zia­len Fäkal­spra­che, wird auf das The­ma Homo­se­xua­li­tät radi­kal ver­kürzt. Auch ich bin der festen Über­zeu­gung, dass die­sem The­ma ins­ge­samt viel zu viel Auf­merk­sam­keit gewid­met und auch davon, dass den Inters­sen­ver­tre­ter die­ser Spe­zi­es zuviel an Bedeu­tung geschenkt wird.
    Das hat aber sicher­lich nichts oder zumin­dest nur am Ran­de mit der Kreuz-net Dis­kus­si­on zu tun. Wer wie die­ses Forum die höch­sten Wür­den­trä­ger unse­rer röm. kath. Kir­che, ein­schließ­lich des Pap­stes sowie vie­ler Kar­di­nä­le und Bischö­fe grob ver­un­glimpft und belei­digt, darf ein Mit­wir­ken sei­tens ver­schie­di­ed­ner kath. Prie­ster nicht erfah­ren. Des­halb ist es gut, dass Kreuz-net gestor­ben ist. So kom­men sol­che Katho­li­ken nicht mehr in Ver­su­chung, dort mit­zu­wir­ken.

  22. In der Dis­kus­si­on wird sich m.E. zu sehr auf die Feh­ler von kreuz.net focus­siert. Kreuz.net war in sei­ner Grund­aus­rich­tung ein­deu­tig katho­lisch und auch papst­treu. Nicht umsonst zier­te fast jeden Tag ein Bild von Bene­dikt die Nach­rich­ten­zei­len. Natür­lich war man auch kri­tisch gegen­über Bischö­fen und ver­schie­de­nen Kar­di­nä­len. Gera­de die­se freie Mei­nungs­äu­sse­rung, die z.B. auf katn.net nicht mög­lich ist, mach­te das Por­tal so wert­voll. Es gab hoch­in­ter­es­san­te theo­lo­gi­sche und welt­an­schau­li­che Dis­kus­sio­nen, Gebe­te, Hei­li­gen­bio­gra­phien, Lie­der, Gedich­te, neben hoch­bri­san­tem Reve­la­ti­ons­jour­na­lis­mus und Nach­rich­ten aus Kir­che und Welt. kreuz.net war libe­ral, und ließ auch dis­ku­ta­ble Bei­trä­ge zu; die konn­ten aber jeder Zeit wider­legt wer­den. Kreuz.net war wie das Leben: manch­mal bunt und schrill, manch­mal tief­sin­nig, manch­mal (zu) pole­misch. Als treu­er Katho­lik (ich ver­su­che es zumin­dest) und gro­ßer Bewun­de­rer unse­res Pap­stes Bene­dikt hof­fe ich, dass die Sei­te bald wie­der online geht.

    • Sind Sie sich sicher? Freie Mei­nungs­äu­ße­rung oder Dia­lek­tik? Papst­treu und wert­voll oder schein­hei­lig zer­stö­rend? Hoch­in­ter­es­san­te Dis­kus­sio­nen oder eine Platt­form um das Wah­re und Hei­li­ge zu denun­zie­ren? Libe­ral oder pluralistisch/relativistisch?

      Eine kom­plet­te Umkeh­rung der Wer­te­vor­stel­lun­gen kann es ja nicht gewe­sen sein — oder etwa doch?

      Chri­stus sagt: „Die Lau­en speie ich aus.“

      • Ja, ich ste­he dazu, dass eine defi­ni­ti­ve Abschal­tung von kreuz.net ein her­ber Ver­lust wäre, Wegen der oben zitier­ten posi­ti­ven Punk­te. Und weil tra­di­ti­on­nel­len Katho­li­ken eine Platt­form ent­zo­gen wür­de, auf der sie unbe­irrt ihre Mei­nung zum Aus­druck brin­gen konn­te, Miss­stän­de anpran­gern und auch mal Bischö­fe und Kar­di­nä­le kri­ti­sie­ren durf­ten. Der Ton müss­te aller­dings ändern und revi­sio­ni­stisch ange­hauch­te Arti­kel ver­bannt wer­den.
        Ihren letz­ten Satz ver­ste­he ich nicht (es sei denn er ist iro­nisch gemeint); man kann kreuz.net ja vie­les vor­wer­fen, aber garan­tiert nicht, dass die Sei­te lau wäre??!

        • Erstaun­lich, durch wel­che rosa­ro­te Bril­le man das sehen kann. Es war nicht nur der Ton, es war die inne­re Hal­tung der Macher! Selbst wenn man die benann­ten Punk­te mit Mühe posi­tiv sehen kön­ne, so zei­gen ja auch ander Platt­for­men, dass es enga­gier­te Dis­kus­sio­nen geben kann, ohne die dau­ern­den per­sön­li­chen Angrif­fe. Auch im Forum von kreuz.net gab es doch lau­ter Müll und per­sön­li­che Attacken gegen jeder­mann. Ist es „papst­treu“, wenn der Papst beschimpft und sei­ne Äuße­run­gen dif­fa­miert oder her­ab­ge­setzt wer­den. Da kann man noch so vie­le Bil­der brin­gen. Ist es Gehor­sam und Kir­chen­treu, wenn sei­ne Bischö­fe ein­sei­tig schlecht gemacht wer­den, wegen aus Zusam­men­hän­gen geris­se­nen oder rei­ße­risch zuge­spitz­ten Bemer­kun­gen und Hal­tun­gen. Gebe­te? Habe ich nie gese­hen… Spre­chen wir über unter­schied­li­che Sei­ten?

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