Don Nicola Bux und die Vorwürfe gegen Erzbischof Müller — „Piusbruderschaft soll Papst vertrauen“

(Vati­kan) Seit im Vor­jahr bekannt wur­de, daß der Regens­bur­ger Bischof Ger­hard Lud­wig Mül­ler von Papst Bene­dikt XVI. in die enge­re Aus­wahl für die Nach­fol­ge von Wil­liam Kar­di­nal Leva­da als Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on genom­men wur­de, wur­den eini­ge kur­ze Zita­te aus Ver­öf­fent­li­chun­gen des deut­schen Dog­ma­ti­kers in Umlauf gebracht. Ziel war es, sei­ne Ernen­nung zu ver­hin­dern. Pünkt­lich zur erfolg­ten Ernen­nung wur­den sie nun erneut prä­sen­tiert. Die Ver­brei­tung erfolg­te anfangs durch anony­me E‑Mails, dann durch Arti­kel im Inter­net, inzwi­schen offi­zi­ell durch die Pius­bru­der­schaft in ver­schie­de­nen Spra­chen mit einem doch mehr oder weni­ger deut­li­chen Häre­sie-Vor­wurf.

Die Zita­te sind miß­ver­ständ­lich, wie an ande­rer Stel­le hier bereits geschrie­ben. Es scheint den­noch in den nun vor­ge­brach­ten Vor­wür­fen etwas an bewuß­ter Front­bil­dung mit­zu­schwin­gen. Wie­viel Hei­li­ge haben enor­me Ent­wick­lun­gen in ihrem Leben durch­ge­macht, von ihrem Rin­gen um die Wahr­heit erst gar nicht zu spre­chen. Jüngst wur­de sogar nahe­ge­legt, der hei­li­ge Augu­sti­nus, Kir­chen­leh­rer und Kir­chen­va­ter, sei in sei­nen alten Tagen noch zum Häre­ti­ker gewor­den. Pela­gius wür­de sich dar­über freu­en und aus­ru­fen, seht, ich hat­te doch recht. Tat­sa­che ist aber, daß Pela­gius von der Kir­che ver­ur­teilt wur­de und nicht Augu­sti­nus.

Die Zita­te ste­hen im Raum und ange­sichts der zen­tra­le Auf­ga­be, die Papst Bene­dikt XVI. dem nun­meh­ri­gen Kuri­en­erz­bi­schof Mül­ler anver­trau­te, ist eine theo­lo­gi­sche Aus­ein­an­der­set­zung der Wahr­heit und der klä­ren­den Prä­zi­si­on wegen immer ange­bracht.

Erz­bi­schof Mül­ler, bald Kar­di­nal und künf­ti­ger Papst­wäh­ler, hat die Mög­lich­keit dies selbst in einer Pre­digt zu tun. Man darf von ihm die­se berei­ni­gen­de Grö­ße durch­aus erwar­ten, und sei es nur, um unan­ge­brach­te Kri­tik zum Schwei­gen zu brin­gen.

Einer der sich mit den als Vor­wür­fen ver­brei­te­ten Zita­ten aus­ein­an­der­setz­te, ist der Lit­ur­gi­ker Don Nico­la Bux, ein gro­ßer För­de­rer der lit­ur­gi­schen Erneue­rung durch Papst Bene­dikt XVI. und der Alten Mes­se.

Don Bux, der unter ande­rem auch Con­sul­tor der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ist, wur­de vom Vati­ka­ni­sten Andrea Tor­ni­el­li dar­um gebe­ten. Ein­schrän­kend schickt Don Bux vor­aus, daß es sich dabei natür­lich den Umstän­den ent­spre­chend nur um einen schnel­len Ana­ly­se­ver­such han­deln kön­ne. Katholisches.info ver­öf­fent­licht das Inter­view als Dis­kus­si­ons­bei­trag in deut­scher Über­set­zung.

In sei­nem Buch „Katho­li­sche Dog­ma­tik für Stu­di­um und Pra­xis“, Frei­burg 2003, S. 498 schrieb Bischof Mül­ler „Es geht nicht um abwei­chen­de phy­sio­lo­gi­sche Beson­der­hei­ten in dem natür­li­chen Vor­gang der Geburt …“.

Der Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che stellt fest, daß die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit der Jung­fräu­lich­keit zu jedem Zeit­punkt gege­ben war, da Jesus nicht durch männ­li­chen Samen, son­dern durch das Wir­ken des Hei­li­gen Geist gezeugt wur­de. Sie ist ein gött­li­ches Werk, das das mensch­li­che Fas­sungs­ver­mö­gen über­steigt. Die Kir­che bekennt die rea­le und immer­wäh­ren­de Jung­fräu­lich­keit Mari­ens, dringt aber nicht in die phy­si­schen Details ein, noch scheint mir, daß die Kon­zi­le und die Väter etwas ande­res gesagt haben.

In die­sem Sinn scheint mir, ist auch zu ver­ste­hen, was Mül­ler geschrie­ben hat, der nicht eine „Leh­re“ ver­tritt, die das Dog­ma der immer­wäh­ren­den Jung­fräu­lich­keit Mari­ens leug­net, son­dern vor einem gewis­sen, sagen wir Kaphar­nais­mus warnt, das heißt jener Art, „nach dem Fleisch“ zu den­ken und nicht „nach dem Geist“, wie sie bereits in Kaphar­na­um am Ende von Jesu Rede über das Brot des Lebens unter den Juden auf­trat.

2002 schrieb Mül­ler im Buch „Die Mes­se. Quel­le christ­li­chen Lebens“, Augs­burg, S. 139f: „In Wirk­lich­keit bedeu­ten Leib und Blut Chri­sti nicht die mate­ri­el­len Bestand­tei­le des Men­schen Jesus wäh­rend sei­ner Lebens­zeit oder in der ver­klär­ten Leib­lich­keit. Leib und Blut bedeu­ten hier viel­mehr Gegen­wart Chri­sti im Zei­chen des Medi­ums von Brot und Wein.“

Gera­de in Kaphar­na­um wur­den die von Jesus gebrauch­ten Begrif­fe Fleisch und Blut auf anthro­po­mor­phe Wei­se miß­ver­stan­den, auch von den Jün­gern, die Anstoß dar­an nah­men, und der Herr muß­te ihren geist­li­chen Sinn erklä­ren, was nicht bedeu­tet, daß sei­ne Prä­senz dadurch weni­ger real, wahr und sub­stan­ti­ell wäre. Man schaue sich dazu den Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che an. Der hei­li­ge Kir­chen­va­ter Ambro­si­us sagt, daß es sich nicht um das durch die Natur geschaf­fe­ne Ele­ment han­delt, son­dern um die durch die Kon­se­kra­ti­ons­for­mel geschaf­fe­ne Sub­stanz: die Natur selbst wird ver­wan­delt, des­halb sind Fleisch und Blut das Wesen Jesu. Das Kon­zil von Tri­ent sagt, daß in der Eucha­ri­stie unser Herr, wah­rer Gott und wah­rer Mensch „sub­stan­ti­ell“ gegen­wär­tig ist. Er ist sakra­men­tal mit sei­ner Sub­stanz gegen­wär­tig, eine myste­riö­se Form des Seins, annehm­bar durch den Glau­ben und mög­lich durch Gott.

Der hei­li­ge Tho­mas von Aquin sag­te, daß die Art der „Sub­stanz“ und nicht jene der „Quan­ti­tät“ die Gegen­wart Chri­sti im Sakra­ment der Eucha­ri­stie aus­macht. Brot und Wein in ihrer sicht­ba­ren Gestalt ver­mit­teln unse­ren Zugang zur „Sub­stanz“, was in erster Linie in der Kom­mu­ni­on geschieht. Das Kon­zil von Tri­ent sieht jeden­falls kei­nen Wider­spruch zwi­schen der natür­li­chen Form der Gegen­wart Chri­sti im Him­mel und jener sakra­men­ta­len Gegen­wart an vie­len ande­ren Orten. Dies alles wur­de von Paul VI. in sei­ner lei­der weit­ge­hend ver­ges­se­nen Enzy­kli­ka Myste­ri­um Fidei bekräf­tigt.

Zum Pro­te­stan­ten­tum und dem ein­zi­gen Heils­weg erklär­te Mül­ler im Okto­ber 2011: “ Die Tau­fe ist das grund­le­gen­de Zei­chen, das uns sakra­men­tal in Chri­stus eint und vor der Welt als die eine Kir­che sicht­bar macht. Wir sind als katho­li­sche und evan­ge­li­sche Chri­sten also auch in dem schon ver­eint, was wir die sicht­ba­re Kir­che nen­nen.“

Der hei­li­ge Augu­sti­nus ver­tei­dig­te gegen die Dona­ti­sten die Wahr­heit, daß die Tau­fe ein unzer­stör­ba­res Band ist, das die Geschwi­ster­lich­keit zwi­schen den Chri­sten selbst dann nicht auf­hebt, wenn sie Schis­ma­ti­ker oder Häre­ti­ker sind. Heu­te fürch­tet man in der Kir­che lei­der die Dis­kus­si­on und geht statt­des­sen mit The­sen und Scher­ben­ge­richt vor gegen jene, die anders den­ken. Ich bezie­he mich natür­lich auf die Theo­lo­gie, die dis­ku­tier­bar ist.

Letzt­lich zieht auch die dok­tri­nel­le Ent­wick­lung Nut­zen aus der Dis­kus­si­on. Ver­bes­ser­te Argu­men­te sind auch über­zeu­gen­der. Bei den Vor­wür­fen gegen Msgr. Mül­ler reißt man aus dem Kon­text. So ist es leicht, jeden zu ver­ur­tei­len. Ein wah­rer Katho­lik muß auch auf die Auto­ri­tät des Pap­stes ver­trau­en, immer. Beson­ders bei Bene­dikt XVI. den­ke ich, daß er genau weiß, was er tut. Und ich möch­te die Ein­la­dung an die Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. erneu­ern, dem Papst zu ver­trau­en.

Es heißt, der neue Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on sei bis­her dem Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum nicht beson­ders wohl­ge­son­nen gewe­sen.

Ich bin über­zeugt, daß er die Grün­de ver­ste­hen wird, die den Papst ver­an­laßt haben, es zu ver­kün­den und daß er nach dem Geist und dem Buch­sta­ben des Motu pro­prio han­deln wird. Was die Zita­te von Msgr. Mül­ler anbe­langt, über die wir spra­chen, gehö­ren sie alle sei­ner Zeit als Theo­lo­ge an und ein Theo­lo­ge pro­du­ziert kei­ne Glau­bens­leh­re, jeden­falls nicht direkt. Als Bischof muß er hin­ge­gen nicht sei­ne Leh­re, son­dern die Glau­bens­leh­re der Kir­che ver­tei­di­gen und ver­brei­ten und ich den­ke, daß er das auch getan hat. Als Prä­fekt wird er dies unter der Lei­tung des Pap­stes tun.

Text: Inter­view von Andrea Tor­ni­el­li
Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: ACIPrensa/Vatican Insi­der

13 Kommentare

  1. Wur­den nun fol­gen­de Gau­bens­wahr­hei­ten als Bsb. abge­schafft?
    — Maria gebar ohne Ver­let­zung ihrer jung­fräu­li­chen Unver­sehrt­heit.
    — In der Eucha­ri­stie ist der Leib und das Blut Jesu Chri­sti wahr­haft, wirk­lich und wesen­haft gegen­wär­tig.

    Oder doch nicht? Des­wei­te­ren ist ja auch noch kir­chen­recht­lich zu klä­ren, ob nun „Die Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re“ nun die Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­ti­on der “ „Con­gre­ga­tio Roma­nae et uni­ver­sa­lis Inqui­si­tio­nis“ denn auch dies bestrei­tet sei­ne Exzel­lenz Erz­bi­schof Mül­ler in einen Inter­view. Es ist aber die 1 Auf­ga­be der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re: 1. Das bis­her Hei­li­ge Kon­gre­ga­ti­on des Hei­li­gen Offi­zi­ums genann­te Dikaste­ri­um trägt in Zukunft die Bezeich­nung Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re. Ihre Auf­ga­be es ist, die Leh­re über den Glau­ben und die Sit­ten in Bereich der gan­zen katho­li­schen Welt zu schüt­zen.
    Oder will Erz­bi­schof Mül­ler nur andeu­ten das es in der Heu­ti­gen Zeit, Kei­ne HÄRESIE, Kein SCHISMATISCHES und APOSTATISCHES mehr gib

  2. Ach so. Die mei­ste Zeit mei­nes Lebens konn­te ich nicht an die kör­per­li­che Unver­sehrt­heit Mari­ens auch nach der Geburt glau­ben. Und fand die­se gynä­ko­lo­gi­schen Details unge­hö­rig und auch unnö­tig für den Glau­ben. Inzwi­schen beu­ge ich mich unter das Lehr­amt, aber das hat es so nicht gemeint. Wie dann?
    Im Zusam­men­hang mit der Pius­bru­der­schaft hat EB Mül­ler nach sei­ner Ernen­nung u. a. vom rech­ten Rand“ gespro­chen. Damit trifft er auch die­je­ni­gen, die in die Alte Mes­se gehen, aber nicht nur bei der Pius­bru­der­schaft. Weil die Main­streamm­edi­en uns oft als „rechts“ beschimp­fen. In allen Schrif­ten der Pius­bru­der­schaft habe ich übri­gens nicht einen rechts­ra­di­ka­len oder rechts­la­sti­gen Gedan­ken­gang gefun­den.
    War­um wählt der Prä­fekt die­se denun­zia­to­ri­sche Bezeich­nung?
    Was haben das Mess­op­fer und die katho­li­sche Tra­di­ti­on mit dem rech­ten Rand zu tun?Dann sprach er auch von denen, die in den 1950er Jah­ren ste­hen geblie­ben sind. Sind damit alle tra­di­ti­ons­treu­en Katho­li­ken gemeint?

  3. „Dem Papst ver­trau­en“, was ist das über­haupt für eine theo­lo­gi­sche Kate­go­rie? Es geht um den katho­li­schen Glau­ben.
    Soll­te es zur Wie­der­ein­glie­de­rung der FSSPX in die Kir­che kom­men, jetzt wäre es ein Wun­der. Die Zeit scheint noch nicht reif zu sein. Die Füh­rung der katho­li­schen Kir­che hat offen­bar ein Rie­sen­pro­blem mit der eige­nen Tra­di­ti­on. Ohne Kri­tik zu ern­ten, darf der neue Prä­fekt tra­di­ti­ons­treue Katho­li­ken „dem rech­ten Rand“ zuord­nen“.
    Ich füh­le mich hier per­sön­lich betrof­fen: Mona­te habe ich gebraucht, einem mir sehr nahe­ste­hen­den Agno­sti­ker zu erklä­ren, dass die Alte Mes­se nichts mit rech­tem Gedan­ken­gut zu tun hat. Er ist Leser der SÜDDEUTSCHEN und der ZEIT. Es wäre nicht erwäh­nens­wert, wenn ande­re sich nicht mit ähn­li­chen Vor­ur­tei­len rum­schla­gen müss­ten.
    Doch jetzt schlägt der neue „Glau­bens­prä­fekt“ in die glei­che Ker­be. Als sei die Kir­che eine poli­ti­sche Par­tei. Mit rech­tem Flü­gel, lin­kem Flü­gel, und die Wahr­heit liegt wohl in der Mit­te.
    Na dann…

  4. Nur ein Hin­weis: Man scheut seit dem II. Vati­ca­num in der wis­sen­schaft­li­chen Theo­lo­gie kla­re Wor­te. Mgr. Mül­ler ist da kei­ne Aus­nah­me. Man soll­te die Wor­te von Mar­cel Reich-Ranicki im Ohr haben: „Ohne Kri­tik kei­ne Lie­be zur Lite­ra­tur“ und „Die Klar­heit im Aus­druck ist die Lie­be zur Wahr­heit“. Theo­lo­gie soll­te sich an ihrer Klar­heit mes­sen las­sen. Unnö­ti­ge Zita­te hete­ro­do­xer Wis­sen­schaft­ler brin­gen nur unkla­re Posi­tio­nen her­vor. Und da hat Pater Gaudron recht. Man ist immer geneigt, dem Zitier­ten eine höhe­re Stel­lung als der eige­nen Über­zeu­gung zu geben. Mgr. Mül­lers Aus­sa­gen soll­ten im tat­säch­li­chen Lehr­amt (Pre­digt und Kate­che­se) über­prüft wer­den, also da, wo jemand im Namen der Kir­che spricht und nicht als Pri­vat­ge­lehr­ter. Da liegt die Wahr­heit. P. Gaudron hat hier einen guten Anstoß gege­ben: S.E. Mül­ler soll­ten die­ses als Hil­fe für die kirch­li­che Arbeit ver­ste­hen und nicht als per­sön­li­chen Angriff. Er kann es und er soll­te es, Mut und Kraft hat er: Ore­mus pro Ger­ar­do Ludo­vi­co!

  5. Möch­te ja auch ger­ne Wis­sen wie sei­ne Exzel­lenz Mül­ler sei­ne Wör­ter,

    „In Wirk­lich­keit bedeu­ten Leib und Blut Chri­sti nicht die mate­ri­el­len Bestand­tei­le des Men­schen Jesus wäh­rend sei­ner Lebens­zeit oder in der ver­klär­ten Leib­lich­keit. Leib und Blut bedeu­ten hier viel­mehr Gegen­wart Chri­sti im Zei­chen des Medi­ums von Brot und Wein.“ … Wir haben „jetzt Gemein­schaft mit Jesus Chri­stus, ver­mit­telt durch das Essen und Trin­ken des Bro­tes und des Wei­nes. Schon allein im zwi­schen­mensch­li­chen Bereich ver­mag etwa ein Brief die Freund­schaft zwi­schen Men­schen dar­zu­stel­len und beim Emp­fän­ger sozu­sa­gen die Zunei­gung des Adres­sa­ten zu ver­an­schau­li­chen und zu ver­leib­li­chen.“ (Die Mes­se – Quel­le christ­li­chen Lebens, Augs­burg: St. Ulrich Ver­lag: 2002, S. 139 f).

    Und auch sein Ver­tei­di­ger Don Nico­la Bux, dies mit den „Hosti­en­wun­der von Lan­cia­no“ und ande­ren Eucha­ri­sti­schen Wun­dern, und den Glau­bens­wahr­hei­ten in Ein­klang brin­gen möch­ten.

    Got­tes und Mari­ens Segen auf allen Wegen

    • Es besteht immer noch ein Unter­schied zwi­schen einer Äuße­rung, die im Namen der Kir­che geschieht und daher in die­sem Fal­le von belang ist, und einer theo­lo­gi­schen Mei­nung, die im Rah­men einer pri­va­ten oder wis­sen­schaft­li­chen, theo­lo­gi­schen Erör­te­rung getä­tigt wird. Ich sehe auch hier nur den Theo­lo­gen Prof. Mül­ler Reden und nicht den Bischof oder Erz­bi­schof. Es ist kei­ne Äuße­rung des Kirch­li­chen Lehr­am­tes des Ordi­na­ri­us, publi­ziert im Amts­blatt, gehal­ten als Pre­digt oder Kate­che­se.
      Viel­leicht ist auch hier wie im Fal­le der schein­ba­ren Infra­ge­stel­lung der Ewi­gen Jung­fräu­lich­keit der Got­tes­mut­ter Maria zu einer nicht ganz kla­ren Tren­nung zwi­schen Fremd­zi­tat und eige­ner theo­lo­gi­scher Mei­nung gekom­men. Aber Im Fal­le der Jung­fräu­lich­keit stimmt er mit Ott und Schee­ben voll­stän­dig über­ein. Es wäre bes­ser, wenn alle Betei­lig­ten sich ein Buß­schwei­gen auf­er­le­gen wür­den und der Kraft des Hei­li­gen Gei­stes und der Gna­de Got­tes ver­trau­en wür­den. Ich wer­de es von nun an machen.

      • Mül­ler stimmt mit Schee­ben und Ott abso­lut nicht über­ein. S. dazu Arti­kel von Obenau­er und Debat­te dort, wie auch links dort!!

        Und auch ein Theo­lo­ge darf kei­ne Här­si­en ver­kün­den — abge­se­hen davon, dass sein Dog­ma­tik doch teil des Lehr­am­tes ist, wird sie doch von Bischö­fen emp­foh­len und in der Leh­re an den Uni­ver­si­tä­ten ein­ge­setzt. Und hat­te Mül­ler etwa kei­ne mis­sio?!

  6. Ob Erz­bi­schof Mül­ler auf die Vor­wür­fe der Pius­bru­der­schaft ant­wor­ten wird? Ist der neue Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on wil­lens sei­ne eige­nen Posi­tio­nen in einem Dis­put zu ver­tei­di­gen? Oder wird er „nicht sei­ne Leh­re, son­dern die Glau­bens­leh­re der Kir­che ver­tei­di­gen und ver­brei­ten“? Msgr. Bux deu­tet hier übri­gens einen Unter­schied an…

    Ich glau­be, Erz­bi­schof Mül­ler ist ein Libe­ra­ler. War­um?

    „Eben­falls logi­scher­wei­se wer­den Libe­ra­le zu ver­weich­lich­ten Men­schen, weil sie alles per­sön­lich neh­men müs­sen. In der Tat fußt jeder ver­nünf­ti­ge Wider­spruch gegen ihren Auto­ri­ta­ris­mus auf der von ihnen miß­ach­te­ten Wahr­heit und dem Gesetz über den Men­schen. Genau auf die­se Wei­se wider­stand Erz­bi­schof Lef­eb­v­re dem Libe­ra­lis­mus Pauls VI. Doch der Papst ver­moch­te nur davon aus­zu­ge­hen, daß der Erz­bi­schof ihm sei­nen Platz als Papst strei­tig machen woll­te. Er war unfä­hig zu begrei­fen, daß es eine weit höhe­re Auto­ri­tät als sei­ne eige­ne gab, auf die der Erz­bi­schof in aller See­len­ru­he sich stütz­te.“

  7. Das hat­te P. Gaudron sicher nicht beab­sich­tigt, ihm ging es um die theo­lo­gi­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on. Doch einer Lese­rin, die eine ratio­na­li­sti­sche, irgend­wie leb­lo­se Mari­en­ver­eh­rung mit sich her­um­schlepp­te, ging ein Licht auf: Die Kir­che hat sich was dabei gedacht, als sie die Leh­re von der Jung­fräu­lich­keit der Mut­ter Jesu vor der Geburt, „In“ der Geburt und nach der Geburt Jesu for­mu­lier­te. Der “ Lud­wig Ott“ gibt eine Ahnung, öff­net die Tür zum Wei­ter­le­sen und Medi­tie­ren. Und wei­te­ren Nach­hil­fe­un­ter­richt kann man aus der Sar­to-Ver­lags­buch­hand­lung bezie­hen. Und was vor­her leb­los war, kann leben­dig wer­den.
    Dafür bin ich der Pius­bru­der­schaft so dank­bar: Das geist­li­che Leben braucht den Glau­ben als Fun­da­ment. Wenig­stens für mystisch nicht son­der­lich Begab­te.
    Und sie ver­tei­digt ihn uner­schüt­ter­lich. Und wenn es sein muss, dann auch gegen­über dem Prä­fek­ten der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on der Nach­kon­zils­kir­che.

  8. Dan­ke H.H. Pater Gaudron.

    S.E. Erz­bi­schof Mül­ler stellt Bedingungen…fürs „Katho­lisch­sein“.

    „(…).. „Nie­mand darf mei­nen, dass man eige­ne Vor­stel­lun­gen der katho­li­schen Kir­che auf­drän­gen kann. Die Gesprä­che in Rom sind nicht Ver­hand­lun­gen zwi­schen zwei Par­tei­en. Kei­ne Fra­ter­ni­tät kann der Kir­che Bedin­gun­gen stel­len, son­dern muss sich um die Rekon­zi­lia­ti­on mit der Kir­che bemü­hen.“…(…)“

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10014&pk=805232

    OHNE WORTE!

  9. Was Du auch tust, tue es klug und beden­ke das Ende…

    Der Fron­tal­an­griff auf S.E. Erz­bi­schof Mül­ler war im Moment sehr unklug. Sowohl Zeit­punkt als auch Form waren sehr unglück­lich gewählt.

    Den Ver­ant­wort­li­chen für die Pres­se­ar­beit der Prie­ster­bru­der­schaft Sankt Pius X.. haben einen Feh­ler gemacht. Lei­der. Es wäre klü­ger gewe­sen, jetzt zu schwei­gen.

    Eini­ge Zita­te schei­nen wirk­lich aus dem Zusam­men­hang geris­sen. Nichts desto trotz zeigt sich in ihnen eine schwam­mi­ge Sprache…und hier setzt die berech­tig­te Kri­tik H.H.P. Gaudrons an.

    H.H.P. Gaudron ver­sucht zu ret­ten, was zu ret­ten ist.

    Der Steit mit Rom dau­ert lei­der schon sehr lan­ge. Seit dem Tod S.E. Erz­bi­schof Lef­eb­v­res sind jetzt 21 Jah­re ins Land gegan­gen.

    S.E. Erz­bi­schof Lef­eb­v­re war prag­ma­tisch und hat­te damals die dok­tri­nel­le Prä­am­bel unter­schrie­ben. Es schei­ter­te damals am prak­ti­schen Unver­mö­gen Roms.

    Wer die Kir­che liebt, soll­te für die Eini­gung arbei­ten, aber kei­ne Sabo­ta­ge­ak­tio­nen star­ten.

    Über eine Tren­nung freu­en sich ledig­lich die Fein­de der Kir­che.

    Sei­ne Hei­lig­keit Papst Bene­dikt XVI. ver­traut Mül­ler. Ganz ein­fach.

  10. „Wir wol­len nicht aggres­siv sein, wir wol­len nicht pro­vo­zie­ren.“
    S.E. Bischof Fel­lay im Mai 2012

    Das sind klu­ge Wor­te.

    Die Ver­ant­wort­li­chen für die Pres­se­ar­beit der Prie­ster­bru­der­schaft Sankt Pius X. soll­ten sich ein­mal dar­an hal­ten. Nie­mand ist feh­ler­los. Auch die Ver­ant­wort­li­chen nicht.

    Die Prie­ster­bru­der­schaft Sankt Pius X. ist kein Werk nicht um ihrer selbst Wil­len, son­dern um der Kir­che wil­len. Dafür wur­de sie von S.E. Erbi­schof Lef­eb­v­re gegrün­det.

    Mit Lieb­lo­sig­kei­ten erreicht man nicht viel, nur das Gegen­teil von dem, was man eigent­lich anstrebt.

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