Trotz Finanzkrise boomt der katholische Buchhandel – Ein Plus von 26,7 Prozent

(Frank­furt am Main) Trotz der Finanz­kri­se nahm der Ver­kauf katho­li­scher Bücher im ver­gan­ge­nen Jahr um 26,7 Pro­zent zu. Dies teil­te die Libre­ria Edit­ri­ce Vati­ca­na, der Ver­lag des Vati­kans, auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se mit. Haupt­grund für die­sen außer­ge­wöhn­li­chen Boom sei­en die Bücher von Papst Bene­dikt XVI. „Allein in Ita­li­en sind heu­te 178 Publi­ka­tio­nen von Joseph Ratzinger/Papst Bene­dikt XVI. erhält­lich“, so Pro­fes­sor Pier­lu­ca Azz­a­ro, Dozent für Poli­ti­sche Ideen­ge­schich­te an der Fakul­tät für Poli­tik­wis­sen­schaf­ten der katho­li­schen Uni­ver­si­tät Sacro Cuo­re in Mai­land.

100 Titel davon wur­den erst nach der Papst­wahl ver­öf­fent­licht und hän­gen direkt mit dem Lehr­amt des Hei­li­gen Vaters zusam­men. Die Ver­kaufs- und Auf­la­gen­zah­len bele­gen die Ver­brei­tung der Schrif­ten und des Gedan­ken­guts des Pap­stes. Die inter­es­san­te­ste Anga­be sei jedoch, so Azz­a­ro, daß die Schrif­ten des Pap­stes über die reli­giö­sen Buch­hand­lun­gen hin­aus auch brei­ten Ein­gang in den soge­nann­ten nor­ma­len Buch­han­del gefun­den hat.

Die Enzy­kli­ka Cari­tas in Veri­ta­te erschien am 29. Juni 2009 mit einer Start­auf­la­ge von 600.000 Exem­pla­ren. Nach weni­gen Wochen war bereits eine Neu­auf­la­ge not­wen­dig. Ende Juli hat­te die Enzy­kli­ka in Ita­li­en bereits den ersten Platz der meist­ver­kauf­ten Bücher erlangt und alle ita­lie­ni­schen und inter­na­tio­na­len Best­sel­ler über­run­det.

„Wel­che Schlüs­se las­sen sich dar­aus zie­hen“, fragt Azz­a­ro. „Wir leben in einer Zeit, in der vie­le Men­schen gera­de­zu nach dem Tran­szen­den­ten, dem Ewi­gen rufen, und das weit über die Gren­zen der Katho­li­schen Kir­che und der Chri­sten­heit hin­aus.“

Der Papst ant­wor­te auf die­se Her­aus­for­de­rung auf eine authen­ti­sche und daher effi­zi­en­te Art und Wei­se. „Er stellt die Lie­be des Schöp­fers für sei­ne Schöp­fung, die uner­meß­li­che Lie­be Jesu Chri­sti für den Men­schen in den Mit­tel­punkt sei­nes Lehr­am­tes: das ist der Grund­te­nor, der in allen sei­nen Anspra­chen, Pre­dig­ten und Publi­ka­tio­nen immer wie­der­kehrt.“

Azza­lo nahm an einem Forum Dia­log teil, den der Vati­kan Ver­lag auf der Buch­mes­se mit dem Titel „Der Bei­trag des Ver­lags­we­sens zur Ver­brei­tung des Werks von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.“ ver­an­stal­te­te.

Wei­te­re Teil­neh­mer waren Prof. Don Giu­sep­pe Costa, Lei­ter des Vati­kan Ver­lags, Dr. Burk­hard Men­ke, Lek­tor des Her­der Ver­lags, der das Gesamt­werk des Pap­stes in deut­scher Spra­che her­aus­gibt und Dr. Paul Hen­der­son, Publi­shing Direc­tor des Ver­lags der ame­ri­ka­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz.

(Il Giornale/GN)