Fünf neue Heilige

(Vati­kan) Die katho­li­sche Welt­kir­che hat fünf neue Hei­li­ge: den Bel­gi­er Dami­an de Veu­ster, den Polen Zyg­munt SzczÄ™sny FeliÅ„ski, die bei­den Spa­ni­er Fran­cis­co Coll y Guit­art und Rafa­el Arnáiz sowie die Fran­zö­sin Jean­ne Jugan. Papst Bene­dikt XVI. hat die­se vor­bild­li­chen Chri­sten des 19. und 20. Jahr­hun­derts — vier Ordens­leu­te und einen Bischof — am Sonn­tag im Peters­dom zur Ehre der Altä­re erho­ben.

„Komm und fol­ge mir nach! Die Voll­kom­men­heit der Hei­li­gen besteht dar­in, da sie in der Logik des Glau­bens, die mit­un­ter mensch­lich unver­ständ­lich erscheint, nicht län­ger sich selbst in den Mit­tel­punkt stel­len, son­dern sich dafür ent­schei­den, gegen den Strom zu schwim­men und dem Evan­ge­li­um gemäß zu leben“, so der Papst in sei­ner Pre­digt. Zyg­munt SzczÄ™sny FeliÅ„ski, Erz­bi­schof von War­schau, war „ein gro­ßer Zeu­ge des Glau­bens und der pasto­ra­len Lie­be in Zei­ten, die für die Nati­on und die Kir­che in Polen sehr schwie­rig waren“, wür­dig­te der Papst den neu­en Hei­li­gen. Aus Staats­rä­son war der pol­ni­sche Kir­chen­mann Mit­te des 19. Jahr­hun­derts für 20 Jah­re nach Sibi­ri­en ver­bannt wor­den.

Der spa­ni­sche Domi­ni­ka­ner Fran­cis­co Coll grün­de­te die Frau­en­kon­gre­ga­ti­on „De la Anun­cia­da“ zum Unter­richt und zur Erzie­hung armer Land­kin­der. „Sei­ne Lei­den­schaft war die Ver­kün­di­gung, groß­teils als Wan­der­pre­di­ger, mit dem Ziel, das Wort Got­tes in den Dör­fern und Städ­ten Kata­lo­ni­ens zu ver­kün­den und wie­der­zu­be­le­ben“, so Bene­dikt. „Fran­cis­co Coll erreich­te die Her­zen der ande­ren, weil er ihnen über­mit­tel­te, was er selbst mit Lei­den­schaft in sei­nem Inne­ren leb­te, was in sei­nem eige­nen Her­zen brann­te: die Lie­be zu Chri­stus, sei­ne Hin­ga­be an ihn.“

Auf Nie­der­län­disch sprach Bene­dikt über den Bel­gi­er Dami­an de Veu­ster, der als Prie­ster bei den Lepra­kran­ken der Hawaii-Insel Molo­kai wirk­te, sich selbst mit der Krank­heit ansteck­te und am Ende in gro­ßem inne­ren Frie­den starb. „Um Chri­stus zu fol­gen, hat Pater Dami­an nicht nur sei­ne Hei­mat ver­las­sen, son­dern auch sei­ne Gesund­heit aufs Spiel gesetzt. Des­halb hat er – wie Jesus im heu­ti­gen Evan­ge­li­um sagt – das Ewi­ge Leben bekom­men.“

Der Mysti­ker und Mönch Rafa­el Arnáiz Barón „starb mit 27 Jah­ren als Trap­pi­sten­bru­der. Aus wohl­ha­ben­der Fami­lie, begann er einen Weg, der ihn, von jenem Moment an als ihm im Klo­ster klar wur­de, daß er „nicht zu beten ver­stand“, in weni­gen Mona­ten auf die Gip­fel des spi­ri­tu­el­len Lebens führ­te. Immer noch übt Bru­der Rafa­el mit sei­nem Bei­spiel und sei­nen Wer­ken eine gro­ße Anzie­hungs­kraft gera­de auf Jugend­li­che aus, die sich nicht mit wenig begnü­gen, son­dern die vol­le Wahr­heit und die unsäg­li­che Freu­de anstre­ben, die man durch die Lie­be Got­tes erreicht.“

Jean­ne Jugan, als Ordens­frau Schwe­ster Marie vom Kreuz, grün­de­te die Kon­gre­ga­ti­on der Klei­nen Schwe­stern der Armen. „Durch ihr bewun­derns­wer­tes Werk im Dienst alter und armer Men­schen ist sie wie ein Leucht­turm für unse­re Gesell­schaft, die den Platz und den ein­zig­ar­ti­gen Bei­trag die­ser Lebens­pha­se noch ent­decken müs­sen. Ihr Cha­ris­ma ist von gro­ßer Aktua­li­tät, da so vie­le alte Men­schen an viel­fäl­ti­gen For­men von Armut und Ein­sam­keit lei­den und zuwei­len sogar von ihren Fami­li­en auf­ge­ge­ben wer­den.“

An der Mes­se zur Hei­lig­spre­chung nah­men zehn­tau­sen­de Pil­ger teil, unter ande­rem das bel­gi­sche Königs­paar Albert II. und Pao­la, der pol­ni­sche Prä­si­dent Lech Kac­zyn­ski sowie der fran­zö­si­sche Pre­mier­mi­ni­ster Fran­cois Fil­lon.

(RV)