Regisseur von „Der Exorzist“: „Ich habe auf Einladung des Vatikans einen wirklichen Exorzismus gefilmt“


"Der Exorzist" (1973) - Der jüdische Regisseur Friedkin: "Die Wirklichkeit ist zu 90 Prozent, wie wir es im Film gezeigt haben"
"Der Exorzist" (1973) - Der jüdische Regisseur Friedkin: "Die Wirklichkeit ist zu 90 Prozent, wie wir es im Film gezeigt haben"

(Paris) Der jüdi­sche Hol­ly­wood-Regis­seur Wil­liam Fried­kin, der Anfang der 1970er Jah­ren durch den Gang­ster­film French Con­nec­tion – Brenn­punkt Brook­lyn und dem Hor­ror­klas­si­ker Der Exor­zist bekannt wur­de, bestä­tig­te bei den 69. Inter­na­tio­na­len Film­fest­spie­len von Can­nes, daß er vom Vati­kan ein­ge­la­den wur­de, einen wirk­li­chen Exor­zis­mus zu filmen.

Laut The Guar­di­an wur­den die Film­auf­nah­men vor einem Monat gemacht.

„Sehr weni­ge Men­schen haben einen Exor­zis­mus gese­hen und nie­mand hat einen foto­gra­fiert. Ich den­ke, daß ich nie mehr der­sel­be sein wer­de, wie bevor ich die­se außer­ge­wöhn­li­che Sache gese­hen habe. Ich spre­che nicht von einem Kult, son­dern von einem Exor­zis­mus, der von der katho­li­schen Kir­che in Rom durch­ge­führt wur­de“, so Fried­kin gegen­über der bri­ti­schen Tageszeitung.

„Ein Exorzismus ist zu 90 Prozent wirklich so wie im Film“

„Ich kann im Moment nicht mehr dazu sagen, aber soviel, daß es zu 90 Pro­zent ist wie in Der Exor­zist“, wird Fried­kin von Bio­Bio­Chi­le zitiert.

William Friedkin (2012)
Wil­liam Fried­kin (2012)

Für den Film „Der Exor­zist“ wur­de Fried­kin mit dem Gol­den Glo­be aus­ge­zeich­net. 1974 wur­de als „Bester Regis­seur“ für den Oscar nomi­niert, den er bereits 1972 mit French Con­nec­tion gewon­nen hatte.

Der Exor­zist war der erste Film der Kino­ge­schich­te, mit dem in den USA mehr als 100 Mil­lio­nen Dol­lar ein­ge­spielt wurden.

Es dürf­ten kei­ne Zwei­fel bestehen, daß Fried­kin nach Rom ein­ge­la­den wur­de, und daß auch die Film­auf­nah­men gemacht wur­den. Zwei­fel bestehen hin­ge­gen, was die Ein­la­dung „des Vati­kans“ anbelangt.

In Can­nes war Fried­kin mit sei­nem jüng­sten Film Gra­dua­ti­on vertreten.

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Wikicommons