„Die Familie ist gleichsam die Ikone der Tischgemeinschaft“


A GeneralaudienzLie­be Brü­der und Schwestern,

in der heu­ti­gen Kate­che­se wol­len wir über die Bedeu­tung der Tisch­ge­mein­schaft im Leben der Fami­lie spre­chen. Tisch­ge­mein­schaft zu hal­ten und in Freu­de die Gaben des Lebens zu tei­len ist eine wert­vol­le Tugend. Die Fami­lie, die um den gemein­sa­men Tisch zusam­men­kommt, ist gleich­sam die Iko­ne der Tisch­ge­mein­schaft. Sie ist ein Sym­bol des Aus­tauschs und der Anteil­nah­me eines jeden Fami­li­en­mit­glieds an den Gütern, den Freu­den und Lei­den der anderen. 

Im Leben Jesu hat die Tisch­ge­mein­schaft auch eine beson­de­re Bedeu­tung: Jesus ver­sam­melt sich immer wie­der mit den Men­schen um den Tisch, ver­gleicht das Reich Got­tes mit einem Gast­mahl und schenkt uns im Opfer der Lie­be sei­nen Leib und sein Blut, das als Spei­se und Trank des Heils die wah­re Lie­be nährt. Die Fami­lie ist bei der Mes­se daher sozu­sa­gen „zu Hau­se“. Sie bringt ihre Lie­bes­ge­mein­schaft in der Fei­er der Eucha­ri­stie mit ein und wird so selbst gehei­ligt, gestärkt und für die mit­mensch­li­che Lie­be gewei­tet. Die Fei­er des Mess­op­fers hilft uns, Selbst­be­zo­gen­heit und Ver­schlos­sen­heit zu über­win­den und in der fami­liä­ren Zunei­gung zu wach­sen. Die Selbst­hin­ga­be Chri­sti in der Eucha­ri­stie ist uns ein Vor­bild für unse­re Tisch­ge­mein­schaft mit den Armen und Bedürf­ti­gen über die Gren­zen der Fami­lie und uns­rer Län­der hin­aus. So wei­tet sich der Hori­zont der Fami­lie hin zum Hori­zont der Mut­ter Kir­che, der Mut­ter aller Men­schen und Völker.

Einen herz­li­chen Gruß rich­te ich an alle Pil­ger deut­scher Spra­che. Beson­ders grü­ße ich die Schü­le­rin­nen der Mäd­chen­re­al­schu­le St. Ursu­la aus Donau­wörth. Im Monat Novem­ber geden­ken wir beson­ders der Armen See­len und beglei­ten sie mit unse­rem Gebet. Der Herr seg­ne euch alle.