Ungültige Taufformel: „Wir taufen dich“

Glaubenskongregation antwortet auf Dubia

Glaubenspräfekt Ladaria stoppt eine ungültige Taufformel.
Glaubenspräfekt Ladaria stoppt eine ungültige Taufformel.

(Rom) Die römi­sche Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on kor­ri­gier­te eine ungül­ti­ge Tauf­pra­xis. Beim Hei­li­gen Offi­zi­um waren Dubia (Zwei­fel) ein­ge­gan­gen, die nun beant­wor­tet wur­den. Das von Glau­bens­prä­fekt Luis Ladar­ia SJ gezeich­ne­te Doku­ment spricht ein kla­res Nein und ein eben­sol­ches Ja aus. Dazu ver­öf­fent­lich­te die Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on eine erklä­ren­de Note.

Am 8. Juni bil­lig­te Papst Fran­zis­kus das Doku­ment, das mit dem 24. Juni datiert ist, aber erst heu­te ver­öf­fent­licht wur­de.

Im Mit­tel­punkt steht eine von Rom ver­wor­fe­ne Tauf­for­mel. Die For­mu­lie­rung „Wir tau­fen dich“ wur­de von der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on für ungül­tig erklärt. Wer so getauft wur­de, muß sich erneut tau­fen las­sen. Die­se Tauf­for­mel ist bei eini­gen pro­te­stan­ti­schen Gemein­schaf­ten üblich. Die dort gespen­de­te „Tau­fe“ wird von der katho­li­schen Kir­che, wie Glau­bens­prä­fekt Ladar­ia klar­stellt, nicht aner­kannt.

Das Respon­sum und die lehr­mä­ßi­ge Note wur­den vom Osser­va­to­re Roma­no in sei­ner heu­ti­gen Aus­ga­be voll­stän­dig abge­druckt.

Antwort auf vorgelegte Dubia über die Gültigkeit der Taufe unter Anwendung der Formel

«Wir tau­fen dich im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes»

DUBIA
  1. Ist die Tau­fe unter Anwen­dung der For­mel «Wir tau­fen dich im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes» gül­tig?
  2. Müs­sen Per­so­nen, in deren Tauf­fei­er die­se For­mel ange­wen­det wur­de, in for­ma abso­lu­ta getauft wer­den?
ANTWORTEN

Zu 1): Nein.

Zu 2): Ja.

Papst Fran­zis­kus hat in der dem unter­zeich­ne­ten Kar­di­nal­prä­fek­ten am 8. Juni 2020 gewähr­ten Audi­enz die vor­lie­gen­den Ant­wor­ten gut­ge­hei­ßen und deren Ver­öf­fent­li­chung ange­ord­net.

Rom, am Sitz der Kon­gre­ga­ti­on für die Glau­bens­leh­re, am 24. Juni 2020, dem Hoch­fest der Geburt des hl. Johan­nes des Täu­fers.

Luis F. Kar­di­nal Ladar­ia, S.I.
Prä­fekt

✠ Gia­co­mo Moran­di
Titu­lar­erz­bi­schof von Cer­ve­te­ri
Sekre­tär

LEHRMÄSSIGE NOTE zur Abänderung der sakramentalen Formel der Taufe

Anläss­lich eini­ger Tauf­fei­ern in jün­ge­rer Zeit wur­de das Sakra­ment der Tau­fe mit den Wor­ten «Im Namen von Papa und Mam­ma, des Paten und der Tauf­pa­tin, der Groß­el­tern, der Fami­li­en­mit­glie­der, der Freun­de, im Namen der Gemein­schaft tau­fen wir dich im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Gei­stes» gespen­det. Offen­bar geschah die bewuss­te Abän­de­rung der sakra­men­ta­len For­mel, um den Gemein­schafts­wert der Tau­fe zu unter­strei­chen und die Betei­li­gung der Fami­lie und der Anwe­sen­den zum Aus­druck zu brin­gen, sowie um die Vor­stel­lung einer Zen­trie­rung der geist­li­chen Voll­macht beim Prie­ster zum Nach­teil der Eltern und der Gemein­schaft zu ver­mei­den, wie es die im Ritua­le Roma­num ange­ge­be­ne Tauf­for­mel angeb­lich ver­mit­teln wür­de[1]. Hier taucht wie­der­um eine alte Ver­su­chung mit frag­wür­di­gen Beweg­grün­den pasto­ra­ler Natur auf[2], näm­lich die von der Tra­di­ti­on vor­ge­ge­be­ne For­mel durch ande­re Tex­te zu erset­zen, die für geeig­ne­ter erach­tet wer­den. Dies­be­züg­lich stell­te sich bereits Tho­mas von Aquin die Fra­ge, «utrum plu­res pos­sint simul bap­tiz­a­re unum et eun­dem», die er als eine dem Wesen des Tauf­spen­ders zuwi­der­lau­fen­de Pra­xis nega­tiv beant­wor­te­te[3].

Das Öku­me­ni­sche Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil erklärt, dass, «wenn immer einer tauft, Chri­stus sel­ber tauft»[4]. Die­se Aus­sa­ge der Lit­ur­gie­kon­sti­tu­ti­on Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, inspi­riert von einen Text des hei­li­gen Augu­sti­nus[5], zielt dar­auf ab, die sakra­men­ta­le Fei­er in der Gegen­wart Chri­sti zu ver­an­kern, nicht nur in dem Sin­ne, dass er sei­ne vir­tus in sie ein­gießt, um ihr Wirk­sam­keit zu ver­lei­hen, son­dern vor allem, um anzu­zei­gen, dass der Herr der Haupt­han­deln­de des gefei­er­ten Ereig­nis­ses ist.

Denn in der Tat han­delt die Kir­che in der Fei­er der Sakra­men­te als der von ihrem Haupt untrenn­ba­re Leib, da Chri­stus das Haupt im von ihm durch das Oster­ge­heim­nis her­vor­ge­brach­ten Leib der Kir­che wirkt[6]. Die Leh­re von der gött­li­chen Ein­set­zung der Sakra­men­te, die vom Kon­zil von Tri­ent fei­er­lich bekräf­tigt wur­de[7], sieht also ihre natür­li­che Ent­wick­lung und ihre authen­ti­sche Aus­le­gung in der bereits erwähn­ten Fest­stel­lung in Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um. Die bei­den Kon­zi­le befin­den sich daher in sich ergän­zen­der Über­ein­stim­mung, wenn bei­de erklä­ren, kei­ner­lei Ver­fü­gungs­ge­walt über das Sep­te­n­a­ri­um der Sakra­men­te für das Han­deln der Kir­che zu besit­zen. Die Sakra­men­te sind in der Tat, als von Jesus Chri­stus ein­ge­setzt und der Kir­che anver­traut, damit die­se von ihr behü­tet und bewahrt wer­den. Hier zeigt sich, auch wenn die Kir­che durch den Hei­li­gen Geist zur Aus­le­ge­rin des Wor­tes Got­tes bestellt ist und bis zu einem gewis­sen Grad die Riten fest­le­gen kann, die die von Chri­stus ange­bo­te­ne sakra­men­ta­le Gna­de zum Aus­druck brin­gen, dass sie sel­ber aber nicht über die eigent­li­chen Grund­la­gen ihrer Exi­stenz ver­fü­gen kann, näm­lich über das Wort Got­tes und das Erlö­sungs­werk Chri­sti.

Es ist daher ein­sich­tig, dass die Kir­che im Lau­fe der Jahr­hun­der­te die Form der Fei­er der Sakra­men­te sorg­fäl­tig über­lie­fert und bewahrt hat, ins­be­son­de­re jene in der hl. Schrift bezeug­ten Ele­men­te, die es ermög­li­chen, mit abso­lu­ter Klar­heit die Hand­lung Chri­sti im ritu­el­len Han­deln der Kir­che zu erken­nen. Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil leg­te zudem fest: «Des­halb darf durch­aus nie­mand sonst, auch wenn er Prie­ster wäre, nach eige­nem Gut­dün­ken in der Lit­ur­gie etwas hin­zu­fü­gen, weg­neh­men oder ändern»[8]. Das Modi­fi­zie­ren der Form der Fei­er eines Sakra­men­tes aus eige­ner Initia­ti­ve stellt nicht ein­fach einen lit­ur­gi­schen Miss­brauch als Über­schrei­tung einer posi­ti­ven Norm dar. Ein sol­cher Ein­griff ist ein der kirch­li­chen Gemein­schaft als auch der Erkenn­bar­keit des Han­delns Chri­sti zuge­füg­ter vul­nus, der in den schwer­wie­gend­sten Fäl­len das Sakra­ment selbst ungül­tig macht, weil das Wesen der sakra­men­ta­len Hand­lung das treue Wei­ter­ge­ben des vom Herrn Emp­fan­ge­nen ver­langt (vgl. 1 Kor 15,3).

In der Fei­er der Sakra­men­te ist tat­säch­lich die Kir­che mit ihrem Haupt als Leib Chri­sti das Sub­jekt, das sich in der ver­sam­mel­ten Gemein­schaft mani­fe­stiert[9]. Die­se fei­ern­de Gemein­schaft ver­sieht einen amt­li­chen Auf­trag, jedoch nicht kol­le­gi­al, denn kei­ne Grup­pie­rung kann sich selbst zu Kir­che machen, son­dern sie wird Kir­che kraft eines Rufes, der nicht aus dem Inne­ren die­ser Ver­samm­lung selbst her­vor­ge­hen kann. Der Tauf­spen­der ist daher ein Prä­senz­zei­chen des­je­ni­gen, der zusam­men­ruft, und ist der sicht­ba­re Bezugs­punkt der Com­mu­nio jeder lit­ur­gi­schen Ver­samm­lung mit der gan­zen Kir­che.

Mit ande­ren Wor­ten, der Tauf­spen­der ist ein äuße­res Zei­chen dafür, dass das Sakra­ment nicht der Ver­fü­gungs­ge­walt eines Ein­zel­nen oder einer Gemein­schaft unter­wor­fen ist, son­dern der gan­zen Kir­che gehört.

In die­ser Hin­sicht ist die Kon­zils­aus­sa­ge von Tri­ent zu ver­ste­hen, dass der Spen­der zumin­dest die Absicht haben muss, das zu tun, was die Kir­che tut[10]. Die­se Inten­ti­on kann jedoch nicht nur auf eine inne­re Ebe­ne mit dem Risi­ko sub­jek­ti­ver Abwei­chun­gen beschränkt blei­ben, son­dern sie drückt sich im gesetz­ten äuße­ren Akt unter Anwen­dung von Mate­rie und Form des Sakra­men­tes aus. Ledig­lich ein sol­cher Akt kann die gemein­sa­me Bezie­hung zwi­schen dem, was der Spen­der in der Fei­er eines jeden Sakra­men­tes voll­zieht, und dem, was die Kir­che in Ver­bin­dung mit dem Han­deln Chri­sti selbst voll­zieht, zum Aus­druck brin­gen. Es ist daher von grund­le­gen­der Bedeu­tung, dass die sakra­men­ta­le Hand­lung nicht im eige­nen Namen geschieht, son­dern im Namen der in sei­ner Kir­che han­deln­den Per­son Chri­sti und im Namen der Kir­che.

Des­halb ist, wie im spe­zi­fi­schen Fall des Taufsa­kra­ments, der Spen­der, und zwar aus den oben dar­ge­leg­ten chri­sto­lo­gi­schen und ekkle­sio­lo­gi­schen Grün­den, nicht nur nicht befugt, über die sakra­men­ta­le Spen­de­for­mel nach Belie­ben zu ver­fü­gen, son­dern er kann noch weni­ger erklä­ren, dass er im Namen der Eltern, der Tauf­pa­ten, der Fami­li­en­mit­glie­der oder Freun­de, und nicht ein­mal im Namen der fei­ern­den Gemein­de selbst, han­delt. Denn der Spen­der han­delt als Prä­senz­zei­chen des eigent­li­chen Han­delns Chri­sti, das sich in der Ritus­hand­lung der Kir­che voll­zieht. Wäh­rend der Spen­der aus­spricht: «Ich tau­fe dich… », spricht er nicht als ein Funk­tio­när, der eine ihm anver­trau­te Rol­le spielt. Er han­delt viel­mehr amt­lich als Prä­senz­zei­chen des in sei­nem Lei­be han­deln­den Chri­stus, der sei­ne Gna­de schenkt und die kon­kre­te lit­ur­gi­sche Ver­samm­lung zu einer Mani­fe­sta­ti­on «des eigent­li­chen Wesens der wah­ren Kir­che»[11] macht. Denn «die lit­ur­gi­schen Hand­lun­gen sind nicht pri­va­ter Natur, son­dern Fei­ern der Kir­che, die das „Sakra­ment der Ein­heit“ ist; sie ist näm­lich das hei­li­ge Volk, geeint und geord­net unter den Bischö­fen»[12].

Das Ver­än­dern der sakra­men­ta­len For­mel bedeu­tet auch, das Wesen des kirch­li­chen Amtes nicht zu ver­ste­hen, das immer Dienst an Gott und sei­nem Volk ist und nicht die Aus­übung einer Macht, die bis zur Mani­pu­la­ti­on des­sen geht, was der Kir­che in einer Hand­lung, die der Tra­di­ti­on ange­hört, anver­traut wor­den ist. In jedem Tauf­spen­der muss daher nicht nur das Bewusst­sein der Ver­pflich­tung zum Han­deln in kirch­li­cher Gemein­schaft ver­wur­zelt sein, son­dern auch die­sel­be Über­zeu­gung, die der hei­li­ge Augu­sti­nus dem Vor­läu­fer zuschreibt, der gelernt hat, «dass eine beson­de­re Eigen­tüm­lich­keit an Chri­stus dar­in besteht, näm­lich, obwohl vie­le Die­ner tau­fen, Gerech­te und Unge­rech­te, dass die Hei­lig­keit der Tau­fe nur dem zuge­schrie­ben wer­den kann, auf den die Tau­be her­ab­stieg, von dem es heißt: „Die­ser ist es, wel­cher im Hei­li­gen Gei­ste tauft“ (Joh 1,33)». Abschlie­ßend kom­men­tiert Augu­sti­nus: «Mag Petrus tau­fen, er ist es, der tauft; mag Pau­lus tau­fen, er ist es, der tauft; mag Judas tau­fen, er ist es, der tauft»[13].


Bild: Vatican.va (Sce­en­shot)

[1] In Wirk­lich­keit zeigt eine sorg­fäl­ti­ge Ana­ly­se des Ritus der Kin­der­tau­fe, dass in der Fei­er Eltern, Tauf­pa­ten und die gan­ze Gemein­schaft auf­ge­ru­fen sind, aktiv an der Fei­er teil­zu­neh­men in Aus­übung eines wirk­li­chen lit­ur­gi­schen Amtes (cfr. Ritua­le Roma­num ex Decreto Sacro­sanc­ti Oecu­me­ni­ci Con­ci­lii Vati­ca­ni II instau­ra­tum auc­to­ri­ta­te Pau­li PP. VI pro­mul­ga­tum, Ordo Bap­tis­mi Par­vulo­rum, Prae­notan­da, nn. 4–7), was jedoch gemäß der Aus­sa­ge des Kon­zils impli­ziert, dass ein «jeder, sei er Lit­ur­ge oder Gläu­bi­ger, in der Aus­übung sei­ner Auf­ga­be nur das und all das tun soll, was ihm aus der Natur der Sache und gemäß den lit­ur­gi­schen Regeln zukommt» (II. Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Konst. Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, Nr. 28).

[2] Oft ver­birgt sich hin­ter dem Rück­griff auf pasto­ra­le Beweg­grün­de, auch unbe­wusst, ein sub­jek­ti­ves Abdrif­ten und ein mani­pu­la­ti­ver Wil­le. Bereits im letz­ten Jahr­hun­dert erin­ner­te Roma­no Guar­di­ni dar­an, dass der Gläu­bi­ge im per­sön­li­chen Beten auch dem Impuls des Her­zens fol­gen darf; „wenn er aber an der Lit­ur­gie teil­nimmt, soll er sich einem ande­ren Antrieb öff­nen, der aus mäch­ti­ge­rer Tie­fe ent­springt; aus dem Her­zen der Kir­che, wel­ches durch die Jahr­tau­sen­de hin pulst. Hier kommt es nicht dar­auf an, was ihm per­sön­lich gefällt, wonach ihm gera­de der Sinn steht…» (Guar­di­ni R., Vor­schu­le des Betens, Einsiedeln/Zürich 19482, S. 258).

[3] Sum­ma Theo­lo­giae, III, q. 67, a. 6 c.

[4] II. Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Konst. Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, Nr. 7.

[5] Augu­sti­nus, In Evan­ge­li­um Ioan­nis trac­ta­tus VI, 7.

[6] Cfr. II. Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Konst. Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, Nr. 5.

[7] Cfr. Den­zin­ger-Hüner­mann, Nr. 1601.

[8] II. Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Konst. Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, Nr. 22, §3.

[9] Cfr. Cate­chis­mus Catho­li­cae Eccle­siae, Nr. 1140: «Tota com­mu­ni­tas, cor­pus Chri­sti suo Capi­ti unitum, celeb­rat» und Nr. 1141: «Cele­brans con­gre­ga­tio com­mu­ni­tas est bap­tiz­a­torum».

[10] Cfr. Den­zin­ger-Hüner­mann, Nr. 1611.

[11] II. Vati­ka­ni­sches Kon­zil, Konst. Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um, Nr. 2.

[12] Ibi­dem, Nr. 26.

[13] Augu­sti­nus, In Evan­ge­li­um Ioan­nis trac­ta­tus, VI, 7.

3 Kommentare

  1. Hin­ter die­ser Nach­richt steckt ein gro­ßes Dra­ma. Da ihr Text von gro­ßer Wich­tig­keit ist, zitie­re ich ihn noch­mals: „Im Mit­tel­punkt steht eine von Rom ver­wor­fe­ne Tauf­for­mel. Die For­mu­lie­rung „Wir tau­fen dich“ wur­de von der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on für ungül­tig erklärt. Wer so getauft wur­de, muß sich erneut tau­fen las­sen. Die­se Tauf­for­mel ist bei eini­gen pro­te­stan­ti­schen Gemein­schaf­ten üblich. Die dort gespen­de­te „Tau­fe“ wird von der katho­li­schen Kir­che, wie Glau­bens­prä­fekt Ladar­ia klar­stellt, nicht aner­kannt.“ Wenn wie die­ser Text, wie hier geschrie­ben, nur gül­tig ist, wenn er mit dem appro­bier­ten Text über­ein­stimmt, dann besteht das (vor allem nach­kon­zi­lia­re) Dra­ma dar­in, dass sehr vie­les ungül­tig ist.
    1. Vie­le Kin­der sind ungül­tig getauft, weil der Tau­fen­de eine For­mel nach eige­nem Gut­dün­ken ver­wandt hat.
    2. Inwie­weit wur­den ande­re Sakra­men­te nicht for­mel­ge­treu aber gül­tig gespen­det. Ich den­ke an Beich­ten, in denen der Prie­ster die Abso­lu­ti­ons­for­mel geän­dert hat? Ich den­ke an die Hl. Eucha­ri­stie, in denen Prie­ster nicht die Wor­te Chri­sti, son­dern eige­ne z.Teil nicht nach­voll­zieh­ba­re For­meln benutzt haben? Ich den­ke dabei an vie­le lit­ur­gi­sche Frei­for­mu­lie­run­gen, wel­che mit dem Namen von Hoch­schu­len und den Namen von angeb­lich so renom­mier­ten Lit­ur­gi­kern ver­bun­den wer­den.
    Die Kir­che und vor allem die Bischö­fe und Prie­ster müss­ten ihren Gläu­bi­gen die Fra­ge beant­wor­ten, was bis­her an ihrem geän­der­ten Tun und ihrer frei­en lit­ur­gi­schen Wort­wahl wirk­lich gül­tig war.
    Es darf doch nicht sein, dass die Eltern ihre Kin­der zur Tau­fe brach­ten, die­se aber ob der Will­kür der Prie­ster Hei­den geblie­ben sind. Oder, dass ich zur H. Mes­se und Eucha­ri­stie gegan­gen bin, aber eine Kon­se­kra­ti­on, ob belie­bi­ger und undurch­dach­ter Wand­lungs­wort­wahl nicht statt­ge­fun­den hat. Der Text von Ladar­ia offen­bart aber dar­über hin­aus ein wei­te­res Pro­blem des inner­christ­li­chen Zusam­men­le­bens. Mög­li­cher­wei­se ist die bis­her als gemein­sam zwi­schen den christ­li­chen Gemein­schaf­ten bezeich­ne­te Tau­fe wegen fal­scher For­mel gar nicht so gemein­sam. Wenn Ladar­ia wuss­te, was er schrieb und das Geschrie­be­ne bis zum Ende durch­dacht hat, dann wäre die­ses Schrei­ben ein Zei­chen der Hoff­nung.

  2. Wir kön­nen nie­man­den tau­fen, das kann nur der Herr selbst. Und genau dar­um geht es. Erstaun­lich, dass sie das nicht mehr begrei­fen. Wir sel­ber kön­nen zum Heil nichts bei­tra­gen. Wir kön­nen nur dem Herrn dienst­bar sein.

  3. Mir ist das alles zu kom­pli­ziert.

    Prak­tisch wird die Tauf­for­mel um die Anwe­sen­den unnö­tig erwei­tert. Damit pas­siert genau das mit einer lit­ur­gi­schen Hand­lung, was mich schon seit Jah­ren stört: Kar­ne­val. Kar­ne­val, statt Lit­ur­gie. Der Bräu­ti­gam sitzt am Altar mit dem gemein­sa­men Kind auf dem Schoß, wäh­rend der Braut­va­ter die noch jung­fräu­li­che Braut in die Kir­che führt. Ich habe das prak­tisch erlebt. Nach der Ehe­schlie­ssung wird das Kind noch schnell getauft. Alle die­se Hand­lun­gen, ange­sto­ssen durch die Wün­sche der Ange­hö­ri­gen, schmack­haft gemacht durch eine fet­te Spen­de in die Kas­se der Gemein­de, sind Got­tes­lä­ste­rung. Dann kom­men noch in schwe­rer Sün­de ste­hen­de Ange­hö­ri­ge in die Kir­che. Die wären ohne den Kar­ne­val gar nicht dort. Spä­te­stens bei der Eucha­re­stie fan­gen sie an zu zap­peln und sich zu ver­kramp­fen. Sie hal­ten das Licht nicht aus. Sie kön­nen das Wir­ken Got­tes nicht ertra­gen.

    Die­se Rea­li­tät in den Gemein­den wird mit der Ver­än­de­rung der Tauf­vor­schrif­ten unter­stützt. Es ist grau­en­haft.

    Da schaue ich mir doch lie­ber Pastor Bob Joy­ce an, wie er in einer Sze­ne­rie tauft (Bap­tism Pastor Bob Joy­ce), die dem Ort der Jor­dan­tau­fe sehr nahe kommt. Er taucht tat­säch­lich die Men­schen unter, eben­so wie es Johan­nes der Täu­fer tat. Kein über­flüs­si­ges Wort.

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