Krippe für den Petersplatz kommt 2016 aus Malta, Weihnachtsbaum aus dem Trentino

Weihnachtskrippe und Weihnachtsnaum auf dem Petersplatz kommen 2016 aus Malta und dem Trentino. Die Fichte im Bilde (2011) stammte aus der Ukraine.
Weihnachtskrippe und Weihnachtsnaum auf dem Petersplatz kommen 2016 aus Malta und dem Trentino. Die Fichte im Bilde (2011) stammte aus der Ukraine.

(Rom) Der gro­ße Weih­nachts­baum für den Peters­platz kommt 2016 aus dem Tren­ti­no und die tra­di­tio­nel­le Weih­nachts­krip­pe dane­ben aus Mal­ta.

2016 wird zum 35. Mal eine über­di­men­sio­na­le Krip­pe zu Weih­nach­ten den Peters­platz in Rom schmücken. Jedes Jahr ist sie einem bestimm­ten The­ma gewid­met. Die­ses Jahr wird sie eine Land­schaft auf Mal­ta zei­gen. Das ist vor allem eine Refe­renz an die katho­li­sche Mit­tel­meer­in­sel, von der auch der Sou­ve­rä­ne Mal­te­ser­or­den der katho­li­schen Kir­che sei­nen Namen hat. Die Krip­pe wird, laut Aus­kunft des Gover­na­to­rats der Vati­kan­stadt, zudem „einen beson­de­ren Bezug zum Dra­ma der Immi­gra­ti­on“ haben.

Das Gover­na­to­rat teil­te auch mit, daß am 9. Dezem­ber der Weih­nachts­baum ent­zün­det wird, der dem Papst jedes Jahr von einem Land geschenkt wird. Der Christ­baum, der in jüng­ster Zeit sich über die gan­ze Welt ver­brei­tet hat, stammt aus dem deut­schen Sprach­raum und geht auf eine uralte Tra­di­ti­on zurück, die sich bis zum hei­li­gen Boni­fa­ti­us, dem Apo­stel der Deut­schen, vor 1.300 Jah­ren zurück­ver­fol­gen läßt (Der Weih­nachts­baum stammt aus Geismar — Ursprung und Geschich­te eines Frie­dens­sym­bols). Der Baum  wird neben der Krip­pe beim Obe­lisk in der Mit­te des Peters­plat­zes auf­ge­rich­tet. In die­sem Jahr wird es sich um eine gut 25 Meter hohe Fich­te (Rott­an­ne) aus dem Tren­ti­no (Welsch­ti­rol) han­deln. Der Baum wird dem Papst von der Auto­no­men Pro­vinz Tri­ent geschenkt.

Geschlä­gert wird die Fich­te am kom­men­den 20. Novem­ber in der Gemein­de Scu­rel­le (deutsch Schu­rell) in der Val­suga­na.  Mit dem Hub­schrau­ber wird der Baum aus der Val Cam­pel­le aus­ge­flo­gen. Dann geht es auf einem Last­wa­gen bis nach Rom, wo er am 25. Novem­ber ein­tref­fen wird.

Die Kin­der der Grund­schu­le von Scu­rel­le wer­den zusam­men mit dem Lan­des­forst­amt 40 neue Fich­ten set­zen.

Eine Dele­ga­ti­on des Tren­ti­no, ange­führt von Lan­des­haupt­mann Ugo Ros­si (Welsch­ti­ro­ler Volks­par­tei. PATT), wird zusam­men mit einer Dele­ga­ti­on aus Mal­ta am 9. Dezem­ber von Papst Fran­zis­kus emp­fan­gen wer­den.

Christbaumkugeln von krebskranken Kindern angefertigt

Die Krip­pe ist ein Geschenk des Erz­bis­tums Mal­ta und der mal­te­si­schen Regie­rung sein. Erz­bi­schof ist seit 2015 Msgr. Charles Sci­clu­na, der bereits seit 2012 dort Weih­bi­schof war. Der bekann­te Kir­chen­recht­ler wirk­te zuvor am Ober­sten Gerichts­hof der Apo­sto­li­schen Signa­tur und als Pro­mo­tor Ius­ti­tiae an der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on in Rom. Der ehe­ma­li­ge Glau­bens­prä­fekt Joseph Kar­di­nal Ratz­in­ger und spä­te­re Papst Bene­dikt XVI. beauf­trag­te Msgr. Sci­clu­na mit der Unter­su­chung beson­ders schwer­wie­gen­der Delik­te.

Gestal­tet wird die Krip­pe vom Künst­ler Man­wel Grech, der mit sei­nem Ent­wurf einen in Zusam­men­ar­beit mit dem Vati­kan aus­ge­rich­te­ten Wett­be­werb gewon­nen hat­te. Die Krip­pe wird 17 Meter breit, acht Meter hoch und 12 Meter tief sein. Sei wird aus 17 lebens­gro­ßen Figu­ren bestehen (die Tie­re gar nicht gezählt).

Die bun­ten Kugeln, mit denen der Weih­nachts­baum geschmückt wird, wur­den von krebs­kran­ken Kin­dern ange­fer­tigt, die in den onko­lo­gi­schen Abtei­lun­gen ver­schie­de­ner ita­lie­ni­scher Kran­ken­häu­ser behan­delt wer­den. 18.000 Lich­ter wer­den den Baum erleuch­ten.

Zusam­men mit den bei­den offi­zi­el­len Dele­ga­tio­nen der Repu­blik Mal­ta und der Auto­no­me Pro­vinz Tri­ent wird Papst Fran­zis­kus am 8. Dezem­ber auch Kin­der aus bei­den Län­dern emp­fan­gen sowie — soweit mög­lich — eini­ge der krebs­kran­ken Kin­der, die für die präch­ti­ge Deko­ra­ti­on des Christ­bau­mes mit bun­ten Kugeln aus Kera­mik sor­gen.

Text: Mar­tha Bur­ger-Weinzl
Bild: Cor­rie­re Trentino/Asianews (Screen­shot)