US-Senat beschließt Finanzierungsverbot für Planned Parenthood – „Sieg für Ungeborene, deren Mütter und die Steuerzahler“


(Washing­ton) Der Senat der USA stimm­te in der Nacht auf Frei­tag der ver­gan­ge­nen Woche mit 52 gegen 47 Stim­men für ein neu­es Gesetz, mit dem 80 Pro­zent der öffent­li­chen Geld­mit­tel für den Abtrei­bungs­lob­by­isten Plan­ned Paren­thood gestri­chen wer­den. „Ein Sieg für die unge­bo­re­nen Kin­der“, kom­men­tier­te Cor­ri­spon­den­za Roma­na (CR) die Abstim­mung im Ober­haus des US-Parlaments.

„Enormer Sieg für die ungeborene Kinder, deren Mütter und die Steuerzahler“

„Der Senat der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka erwies sich damit als weit huma­ner und weit­blicken­der als die Regie­rung Oba­ma“, so CR. Tony Per­kins, der Vor­sit­zen­de des Fami­ly Rese­arch Coun­cil bezeich­ne­te die Ent­schei­dung als „enor­men Sieg für die unge­bo­re­ner Kin­der, deren Müt­ter und für die Steu­er­zah­ler“. Die kon­stan­te Arbeit der Lebens­schüt­zer in den ver­gan­ge­nen Mona­ten zeigt Erfolg. Die repu­bli­ka­ni­sche Senats­mehr­heit brach­te nach dem Skan­dal um den Han­del von Plan­ned Paren­thood mit Kör­per­tei­len von abge­trie­be­ner Kin­der die umstrit­te­ne staat­li­che Finan­zie­rung der Abtrei­bungs­lob­by zu Fall.

Unter Prä­si­dent Geor­ge W. Bush galt ein Ver­bot, Abtrei­bungs­or­ga­ni­sa­tio­nen Steu­er­gel­der zukom­men zu las­sen. 2009 hob der demo­kra­ti­sche Prä­si­dent Barack Oba­ma als eine sei­ner ersten Amts­hand­lun­gen das Finan­zie­rungs­ver­bot auf. Plan­ned Paren­thood hat­te die Wahl­kämp­fe Oba­mas mit Mil­lio­nen­zu­schüs­sen gespon­sert. Der Prä­si­dent zeig­te sich erkennt­lich und ver­schenk­te eine hal­be Mil­li­ar­de Dol­lar an die Abtreibungslobby.

Teile der Obamacare aufgehoben

Mit dem neu­en Finan­zie­rungs­ver­bot ver­warf der US-Senat auch eini­ge Tei­le der Oba­mac­a­re, der Gesund­heits­re­form, die US-Prä­si­dent Oba­ma gegen hef­ti­ge Wider­stän­de auch der katho­li­schen Kir­che durch­ge­setzt hat­te. Gestri­chen wur­den jene Tei­le, die Arbeit­ge­ber mit mehr als 50 Beschäf­tig­ten zwan­gen, eine Kran­ken­ver­si­che­rung zu finan­zie­ren, die als Dienst­lei­stung auch Ver­hü­tung und Abtrei­bung anbietet.

Zwei repu­bli­ka­ni­sche Sena­to­ren, Mark Kirk von Illi­nois und Susan Coll­ins von Maine, stimm­ten gegen das Finan­zie­rungs­ver­bot und stell­ten sich damit auf die Sei­te der Abtrei­bungs­lob­by­isten. Einer der bei­den unab­hän­gi­gen Sena­to­ren, Ber­nie San­ders von Ver­mont, der übli­cher­wei­se mit den demo­kra­ti­schen Sena­to­ren stimmt, ent­hielt sich der Stim­me. Die­ses Stimm­ver­hal­ten zeigt, wel­che Arbeit hin­ter die­sem Erfolg für das Lebens­recht unge­bo­re­ner Kin­der steck­te. Auch in der Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei muß­te zähe Über­zeu­gungs­ar­beit gelei­stet wer­den, die am Ende jedoch erfolg­reich war.

Thema Abtreibung wieder auf der politischen Tagesordnung

Das The­ma Abtrei­bung, von den Abtrei­bungs­be­für­wor­tern am lieb­sten tabui­siert, ist auf die Tages­ord­nung des US-Par­la­ments zurück­ge­kehrt und damit auch auf die inter­na­tio­na­le Tages­ord­nung. Die Tötung unge­bo­re­ner Kin­der wird bei den Prä­si­dent­schafts- und Par­la­ments­wah­len im Novem­ber 2016 eine Rol­le spielen.

In der Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei wird das The­ma auch für die Kan­di­da­ten­aus­wahl eine Rol­le spie­len. „Die Par­tei wird genau auf­pas­sen müs­sen, wen sie auf­stell­te, um sich nicht Tro­ja­ni­sche Pfer­de in die eige­nen Rei­hen zu holen“, so Cor­ri­spon­den­za Roma­na.

Obama kündigt Veto an – Demokraten befürchten Nachteile bei Wahlen 2016

Das neue Gesetz muß nun vom Reprä­sen­tan­ten­haus beschlos­sen wer­den. Dort ver­fügt die Repu­bli­ka­ni­sche Par­tei übe eine brei­te Mehr­heit, wes­halb kei­ne Über­ra­schun­gen zu erwar­ten sind. Kei­ne Über­ra­schun­gen wird es auch danach geben. US-Prä­si­dent Oba­ma kün­dig­te bereits sein Veto gegen das Gesetz an. Das ver­wun­dert beim über­zeug­ten Abtrei­bungs­ideo­lo­gen Oba­ma nicht. Aller­dings paßt der Zeit­punkt den Ver­ant­wort­li­chen der Demo­kra­ti­schen Par­tei so nahe am bevor­ste­hen­den Wahl­ter­min gar nicht ins Kon­zept. Sie befürch­ten eine Pola­ri­sie­rung der Bevöl­ke­rung, die sich nicht zu ihren Gun­sten aus­wir­ken könnte.

Ein Veto gegen das vom Par­la­ment beschlos­se­ne Gesetz stellt kei­nen Ein­zel­fall in den USA dar. Aller­dings muß der amtie­ren­de Prä­si­dent dafür gera­de ste­hen. Eine par­tei­über­grei­fen­de Abfe­de­rung, wie sie bei vie­len Par­la­ments­ab­stim­mun­gen mög­lich ist, gibt es dann nicht mehr. Die Erfah­rung zeigt, daß auch die Par­tei des Prä­si­den­ten bei Wah­len Ent­schei­dun­gen zu spü­ren bekommt, die vom Volk mehr­heit­lich nicht geteilt werden.

Plan­ned Paren­thood ist nicht nur in den USA aktiv, son­dern unter­hält als Inter­na­tio­nal Plan­ned Paren­thood Fede­ra­ti­on (IPPF) ein inter­na­tio­na­les Abtrei­bungs­netz­werk. Able­ger der IPPF im deut­schen Sprach­raum sind Pro Fami­lia in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, die Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft für Fami­li­en­pla­nung (ÖGF) und Sexu­el­le Gesund­heit Schweiz (vor­mals PLANes).

Text: Giu­sep­pe Nardi
Bild: Cor­ri­spon­den­za Romana