Wie mißverständliche Signale des Papstes allgemeiner Sprachgebrauch werden

Besuch von Papst Franziskus bei Italiens Staatspräsident Napolitano(Rom) Am 14. Novem­ber stat­te­te Papst Fran­zis­kus dem ita­lie­ni­schen Staats­ober­haupt einen Staat­be­such ab. Die Rede von Staats­prä­si­dent Gior­gio Napo­li­ta­no bestä­tigt, wie eini­ge umstrit­te­ne Aus­sa­gen von Papst Fran­zis­kus in den all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch Ein­gang gefun­den haben. Für Katho­li­ken kein Grund zur Freu­de, meint Fran­cis­co Alvez. Es geht um die kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen die­ses Pon­ti­fi­kats. Erschreckend sei bereits gewe­sen, daß sich am 5. Novem­ber nach lan­gem Tau­zie­hen im Par­la­ment des US-Bun­des­staa­tes Illi­nois eine Mehr­heit für die Lega­li­sie­rung der „Homo-Ehe“ fand.  Eini­ge katho­li­sche Abge­ord­ne­te der Demo­kra­ti­schen Par­tei, die bis­her das Gesetz abge­lehnt hat­ten, stimm­ten plötz­lich unter Beru­fung auf Papst Fran­zis­kus und sei­ne Aus­sa­gen zur Homo­se­xua­li­tät für das Gesetz und ver­schaff­ten ihm die ent­schei­den­de Mehr­heit.

Das Pro­blem, so Alvez sei­en nicht die Aus­sa­gen eines welt­li­chen Staats­ober­haup­tes, das – wie Gior­gio Napo­li­ta­no – aus einer kom­mu­ni­sti­schen Tra­di­ti­on kommt. Das Pro­blem lie­ge viel­mehr in der „pasto­ra­len“ Auf­fas­sung des Papst­am­tes durch Fran­zis­kus. „Man kann sich nur wün­schen, daß sei­ne Mit­ar­bei­ter ihn gele­gent­lich an der Sou­ta­ne neh­men und zu Vor­sicht und Zurück­hal­tung anhal­ten“. Wenn Napo­li­ta­no als Staats­prä­si­dent zwei­fel­haf­te Schlüs­se zieht, dann wur­de das nur mög­lich, weil der Papst zwei­fel­haf­te Aus­sa­gen mach­te. In sei­ner Rede hät­te der Papst zudem die Mög­lich­keit gehabt, bestimm­te Miß­ver­ständ­nis­se zu kor­ri­gie­ren, was aber nicht gesche­hen ist.
Es gehe auch dar­um, nicht zu ver­ges­sen, daß sich der „pasto­ra­le“ Ein­satz des Pap­stes nicht nur an ein „ein­fa­ches Volk“ zu rich­ten habe, son­dern auch an ein aka­de­misch gebil­de­tes Publi­kum, das mensch­lich zwar nicht anders sei, als das „ein­fa­che Volk“, aber bewußt oder unbe­wußt nach einer ande­ren Spra­che ver­langt. Glei­ches gilt für die Ent­schei­dungs­ebe­ne in Staat, Wirt­schaft und Gesell­schaft. Ein „wir haben uns alle gern“ genü­ge nicht allen und wer­de auch dem Ver­kün­di­gungs­auf­trag der Kir­che nicht gerecht. „Papst Fran­zis­kus macht als Pre­di­ger das, was jeder gute Pfar­rer tun soll­te. Er ist aber der Papst, wes­halb sei­ne Rol­le und der dazu­ge­hö­ren­de Stil, inzwi­schen ein ande­rer sein soll­te.“

Napolitano-Rede bestätigt Ausbreitung umstrittener Aussagen des Papstes

von Fran­cis­co Alvez

Die Rede des Staats­ober­haup­tes wur­de auf der Inter­net­sei­te des Qui­ri­nals, dem Amts­sitz des ita­lie­ni­schen Prä­si­den­ten ver­öf­fent­licht. Sie ent­hält eini­ge schwer­wie­gen­de Pas­sa­gen, wenn man bedenkt, daß die Reden sol­cher Höf­lich­keits­be­su­che gemäß diplo­ma­ti­schen Gepflo­gen­hei­ten bereits vor­her aus­ge­tauscht wer­den. Der Papst oder auch sei­ne eng­sten Mit­ar­bei­ter hat­ten Gele­gen­heit, bestimm­te Schluß­fol­ge­run­gen Napo­li­ta­nos bereits vor­ab zu lesen, die zei­gen, wie durch die Medi­en ver­brei­te­te umstrit­te­ne, miß­ver­ständ­li­che und sogar nicht katho­li­sche Aus­sa­gen von Papst Fran­zis­kus in den all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch Ein­gang gefun­den haben. Den­noch scheint der Hei­li­ge Stuhl kei­nen Anlaß und kei­ne Not­wen­dig­keit gese­hen zu haben, die­se Pas­sa­gen durch die Rede des Pap­stes zu kor­ri­gie­ren. Han­delt es sich nur um Schlam­pe­rei oder um zustim­men­des Gewäh­ren­las­sen?

Staats­prä­si­dent Napo­li­ta­no sag­te: Und alle – Gläu­bi­gen und Nicht-Gläu­bi­gen – haben durch ein­fa­che und star­ke Wor­te, Ihre Vor­stel­lung von der Kir­che und vom Glau­ben gehört. Beein­druckt hat uns das Feh­len von jedem Dog­ma­tis­mus, die Distan­zie­rung von „Posi­tio­nen die nicht von einem Hauch von Unsi­cher­heit gestreift wer­den“, die Ermah­nung „dem Zwei­fel Raum zu las­sen“, wie er den „gro­ßen Füh­rern des Got­tes­vol­kes“ eigen ist.

Die Kir­che lehrt aber, daß wir durch sie siche­re Kennt­nis der offen­bar­ten Wahr­heit haben, die nicht bezwei­felt wer­den kann, da sie auf dem Wort Jesu Chri­sti beruht, der nicht betrügt und den man nicht betrü­gen kann. Alar­mie­rend ist die Fest­stel­lung vom „Feh­len des Dog­ma­tis­mus“. Eine Fest­stel­lung, die einer Ver­un­rei­ni­gung des Glau­bens durch den Athe­is­mus gleich­kommt. Und die offen­bar das Ergeb­nis eini­ger Wor­te und Gesten des amtie­ren­den Pap­stes ist, die Anlaß für Ver­wir­rung sind. Blie­be noch die Fra­ge, wer die­se unge­nann­ten „gro­ßen Füh­rer des Got­tes­vol­kes“ wären, die zum Zwei­fel an der Wahr­heit auf­for­dern und mit denen Napo­li­ta­no gera­de wegen der För­de­rung des Zwei­fels Papst Fran­zis­kus ver­glich. Durch den Hin­weis auf den feh­len­den Dog­ma­tis­mus meint das Staats­ober­haupt offen­sicht­lich den struk­tu­rel­len Zwei­fel, der das indi­vi­du­el­le Gewis­sen ver­ab­so­lu­tiert und damit die Wahr­heit rela­ti­viert und nicht an ein gele­gent­li­ches Zwei­feln in Form einer Anfech­tung oder einer Fra­ge, die zur Ver­tie­fung des Glau­bens aus der Wahr­heit ver­an­laßt.

Die moderne Welt im Licht des Evangeliums lesen oder das Evangelium im Licht der modernen Welt?

Napo­li­ta­no: Wir haben in Ihren Wor­ten den Geist des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils vibrie­ren hören, als „ein neu­es Lesen des Evan­ge­li­ums im Licht der moder­nen Kul­tur“. Und wir sehen so neue sich abzeich­nen­de Per­spek­ti­ven jenes „Dia­logs mit allen, auch den Ent­fern­te­sten und den Geg­nern“, die Euer Hei­lig­keit ange­regt hat und die eben den grö­ße­ren Hori­zont dar­stel­len, auf den man heu­te not­wen­di­ger­wei­se abzie­len muß.

Aus katho­li­scher Sicht wäre es wün­schens­wert gewe­sen zu hören, daß die moder­ne Kul­tur im Licht des Evan­ge­li­ums gele­sen wird und nicht umge­kehrt, wor­auf bereits meh­re­re katho­li­sche Kri­ti­ker auf­merk­sam gemacht haben, nach­dem das Inter­view der Civil­tà  Cat­to­li­ca mit Papst Fran­zis­kus erschie­nen ist, dem Napo­li­ta­no das Zitat ent­nom­men hat. Soll das Evan­ge­li­um im Licht der jeweils moder­nen Kul­tur gele­sen wer­den, ist es das Ziel, das Evan­ge­li­um im Kon­text einer bestimm­ten histo­ri­schen Situa­ti­on zu ändern. Ist also auch die unver­än­der­li­che und immer gül­ti­ge Wahr­heit in stän­di­ger Evo­lu­ti­on?

Anthropologische Herausforderung

(…) Die in der Welt von heu­te anzu­neh­men­den Her­aus­for­de­run­gen sind auch „anthro­po­lo­gi­scher“ Natur. „Der Mensch ändert mit der Zeit die Wei­se, sich zu ver­ste­hen“, „Der Mensch ist auf der Suche nach sich selbst“, haben Sie gesagt, und Sie haben uns gewarnt vor einem Den­ken, das „das Mensch­li­che aus dem Auge ver­liert“.

In der päpst­li­chen Ant­wort fehlt der not­wen­di­ge Hin­weis, daß die­se „Suche“ und das ver­än­der­te Ver­ständ­nis in die Irre füh­ren kann, wenn es den Rah­men des Natur­rechts ver­läßt. Abge­se­hen davon ist eine Ände­rung der Wahr­heit nicht mög­lich, deren Hüter, Trä­ger und Ver­kün­der die Kir­che ist.

Kirche nur ein Sozialverein?

Napo­li­ta­no beschwor dann einen „neu­en Geist der Soli­da­ri­tät und der gemein­sa­men Ver­ant­wor­tung, in dem es gilt, sich – gelei­tet von der Hoff­nung – die schlimm­sten Übel, die die Welt von heu­te bedrän­gen, zu über­win­den.“ Napo­li­ta­no sprach wei­ters von den „Rän­dern“ und dem sozia­lem Ein­satz, den auch die Kir­che erbrin­ge, „indem sie sich von jedem Über­bleib­sel von Ein­mi­schung in die poli­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten befreit“.

Das ita­lie­ni­sche Staats­ober­haupt zeich­ne­te damit das Bild einer Kir­chen-AG, die zu einer huma­ni­tä­ren NGO redu­ziert wird. Die Kir­che hat sich selbst­ver­ständ­lich in die Poli­tik ein­zu­mi­schen, zu mah­nen und ein­zu­for­dern. Der Hori­zont des Glau­bens, der Offen­ba­rung, der exi­sten­ti­el­len Fra­gen jedes Men­schen, der Gesell­schaf­ten und Natio­nen, die Kir­che als Sakra­ment und Trä­ge­rin der Wahr­heit muß in der Rede eines welt­li­chen Staats­ober­haup­tes nicht vor­kom­men. In sei­ner Rede hät­te der Papst, wie bereits in eini­gen Pre­dig­ten, die­se Redu­zie­rung der Kir­che durch die welt­li­che Auto­ri­tät zurück­wei­sen kön­nen und sol­len. Statt des­sen wur­de der huma­ni­tä­re NGO-Cha­rak­ter auf sym­bo­li­scher Ebe­ne bestärkt durch die bei­den Bron­ze­fi­gu­ren, die der Papst Napo­li­ta­no schenk­te. Eine zeigt den Ein­satz für die Not­lei­den­den, die ande­re einen soli­da­ri­sche Welt des Frie­dens gegrün­det auf der Gerech­tig­keit.

Die Welt einschließlich der Kirche als grenzenloser „Vorhof der Völker“?

Napo­li­ta­no: Ich glau­be, daß in die­sem Sin­ne, Euer Hei­lig­keit, die Poli­tik einen neu­en Anstoß aus Ihrer Bot­schaft und Ihren Wor­ten zie­hen kann. Eine Bot­schaft, die, wie Sie selbst sag­ten, „sich nicht nur an die Katho­li­ken wen­det, son­dern an alle Men­schen guten Wil­lens“, und die daher an einen bis­her wegen sei­ner Wei­te und sei­ner Tie­fe noch nicht gekann­ten Dia­log zwi­schen Gläu­bi­gen und Nicht-Gläu­bi­gen den­ken läßt, an einen Art sym­bo­li­schen, gren­zen­lo­sen „Vor­hof der Völ­ker“.

In Assi­si wur­de eine neue über­ar­bei­te­te und aktua­li­sier­te Ver­si­on jener Theo­lo­gie des Zwei­fels in Sze­ne gesetzt, die soviel Anklang fand dank Kar­di­nal Mar­ti­ni und sei­ner Kathe­dra der Nicht-Gläu­bi­gen. Es ist kein Zufall, daß nun ein Kar­di­nal wie Gian­fran­co Rava­si, der in der Schu­le Mar­ti­nis groß wur­de, im Regie­raum sitzt. Die Aus­rich­tung ist offen­sicht­lich und das schon ab der Home­page des Vor­hofs der Völ­ker. „Der Vor­hof der Völ­ker will den oft stil­len Ruf des moder­nen Men­schen nach Gott auf­fan­gen und ihm Form ver­lei­hen, der für eine wach­sen­de Zahl von Men­schen ein ‚unbe­kann­ter Gott‘ bleibt“. Oder: „Auf der prak­ti­schen Ebe­ne strebt Kar­di­nal Rava­si, der Prä­si­dent des Päpst­li­chen Kul­tur­ra­tes, an, aus dem ‚Duell‘ zwi­schen den zwei unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen ein ‚Duett‘ zu machen, in dem zwei Stim­men har­mo­nie­rend ihre Ansich­ten mit­tei­len, ohne dabei ihre Eigen­art auf­zu­ge­ben.“ Gewis­ser­ma­ßen eine ver­bes­ser­te Ver­si­on von Mar­ti­nis Erfin­dung, die ein­mal los­ge­las­sen, die Katho­li­zi­tät zur Selbst­auf­lö­sung führt.

Ein­lei­tung und Über­set­zung: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Prä­si­di­al­kanz­lei Qui­ri­nal

14 Kommentare

  1. Ange­sichts die­ser schwer­wie­gen­den Wir­run­gen ist es völ­lig unklar, wie aus­ge­rech­net Msgr. Robert Hugh Ben­sons apo­ka­lyp­ti­scher Roman „Lord of the World“ (1907) zu einem der Lieb­lings­bü­cher des Pap­stes wer­den konn­te — laut Bericht­erstat­tung pries er sogar expli­zit an.

    Ben­son war in sei­nem umfang­rei­chen Werk äußerst welt­kri­tisch, tra­di­tio­nell-katho­lisch (als Kon­ver­tit aus dem Angli­ka­nis­mus erst recht!) und in die­sem Sin­ne anti-modern bzw. anti-moder­ni­stisch.

    Man kann nur wün­schen, daß Ben­sons Klar­heit und Unter­schei­dung der Gei­ster in den Aus­sa­gen des hl. Vaters end­lich sicht­bar wür­de.

    • Die Pasto­ral­theo­lo­gie wird nur dann zeit­gei­stig, wenn man sie als „Sozi­al­ver­ein“ Kir­che, die höch­stens einen from­men Anstrich haben darf und zugleich das Apo­sto­lat ver­wirft, miß­in­ter­pre­tiert. Unter den Katho­li­ken der Tra­di­ti­on gibt es natür­lich Pasto­ral­theo­lo­gie, doch dort wird sie nicht gehand­habt wie bei den Moder­ni­sten, die sich an Wasch­lap­pen-Sozi­al­ar­bei­tern aus dem lin­ken Milieu ori­en­tie­ren.

  2. Rela­ti­vis­mus und Belie­big­keit sind Gift für den Glau­ben. Daß der Papst die Wor­te Napo­li­ta­nos pro­test­los im Raum ste­hen läßt, spricht nicht für eine theo­lo­gi­sche Klar­heit und Deut­lich­keit des Pon­ti­fi­kats.

  3. „Napo­li­ta­no: Wir haben in Ihren Wor­ten den Geist des Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zils vibrie­ren hören, als „ein neu­es Lesen des Evan­ge­li­ums im Licht der moder­nen Kul­tur“.“
    Chri­stus ste­he uns bei. Hof­fent­lich führt das Vibrie­ren nicht zu einem Erd­be­ben wie in Assi­si. Das neue Lesen des Evan­ge­li­ums ist das Gequat­sche des Kon­zils­gei­stes der vor die­ser Welt auf dem Bau­che her­um­krie­chen tut. Hof­fent­lich fin­det ihr am Ende der Vibra­ti­on noch eine Kom­mu­ni­on­bank wo ihr vor Chri­stus nie­der­knien könnt. Das wäre eine Gna­de.
    Per Mari­am ad Chri­stum.

    • Der alte Hard­core-Kom­mu­nist Napo­li­ta­no ist wirk­lich DIE Fach­kraft schlecht­hin, wenn es um das Evan­ge­li­um geht. Wenn von sei­ner Sei­te schon Lob kommt, dann kann man sich nur noch bekreu­zi­gen und das Weih­was­ser holen.

  4. Seit dem 13.03.13 riecht es im Vati­kan immer ver­däch­ti­ger… Inzwi­schen muß doch dem Letz­ten klar gewor­den sein, daß die­se ver­wäs­ser­te, rela­ti­vi­sti­sche, anbie­dern­de Ber­go­glio-Metho­de weder die Inter­es­sen der katho­li­schen Kir­che noch die ewi­ge Wahr­heit Got­tes ver­tritt. Wie sehr ich Bene­dikt XVI. ver­mis­se!

  5. Die end­lo­sen Beschwich­ti­gun­gen von­sei­ten from­mer Katho­li­ken ner­ven nur noch.
    Wenn unser Herr Jesus Chri­stus von schlech­ten Hir­ten redet, dann reden sol­che Katho­li­ken von guten Hir­ten, die lei­der nur nicht auf ihre Scha­fe auf­pas­sen und sie den Wöl­fen aus­lie­fern.
    Wenn der hl. Apo­stel Pau­lus in sei­nen Brie­fen von fal­schen Leh­rern und Irr­leh­rern redet, dann reden sol­che Katho­li­ken von guten Leh­rern, die lei­der nur zu oft die Wahr­heit ver­schwei­gen oder sie ver­fäl­schen.
    Und wenn in der Hei­li­gen Schrift fal­sche Pro­phe­ten unter and­rem als sol­che beschrie­ben wer­den, die mit Rück­sicht auf ihre Stel­lung das ver­kün­den, was die Men­ge gern hört (Jer 5,31); die die Welt, beson­ders die poli­ti­sche, mit ihren Schlag­wor­ten und Phra­sen erfül­len (Jer 6,14; 8,11; Hes 13,10.16) und das Volk ver­füh­ren (Jer 14,13–16; 23,17.25–27.32; 27,10.14.15; Hes 13), denn sie sind nicht von Gott gesandt (Jer 23,21) usw., dann sagen die from­men kon­ser­va­ti­ven Katho­li­ken: „Man kann sich nur wün­schen, daß sei­ne Mit­ar­bei­ter ihn gele­gent­lich an der Sou­ta­ne neh­men und zu Vor­sicht und Zurück­hal­tung anhal­ten“.

  6. Die­ses vati­ka­ni­sche Schwei­gen zu den Aus­las­sun­gen Nea­po­li­ta­nos lässt nur einen Schluss zu: der Papst und der Vati­kan stim­men mit den Aus­füh­run­gen des ita­lie­ni­schen Staats­prä­si­den­ten voll­kom­men über­ein, eine Kir­che mit dem Selbst­ver­ständ­nis eines Sozi­al­ver­eins, die sich gefäl­ligts aus aller Poli­tik her­aus­hal­ten und die Leh­re des Evan­ge­li­ums gefäl­ligst nach dem herr­schen­den Zeit­ge­schmack aus­rich­ten soll. Was man bei den Angli­ka­nern und den Pro­te­stan­ten schon fast erreicht hat, wird nun unter Fran­zis­kus auch für die römisch-katho­li­sche Kir­che ange­strebt: die voll­stän­di­ge Unter­wer­fung unter den Zeit­geist und damit lang­fri­stig die Selbst­auf­lö­sung in voll­stän­di­ge Belie­big- und Bedeu­tungs­lo­sig­keit.

  7. Heu­te wird fast infla­tio­när mit einem defor­mier­ten Begriff von „Näch­sten­lie­be“ gehan­delt. Dar­un­ter fällt wohl auch die „human“ her­bei­ge­re­de­te Bezeich­nung „Vor­hof der Völ­ker“.

    Eine „Näch­sten­lie­be“ ohne Got­tes­lie­be folgt nicht dem hl. Evan­ge­li­um.
    Eine sol­che human kon­stru­ier­te „Näch­sten­lie­be“ zei­tigt „Früch­te“, die sogleich ver­dor­ren, denn ihr fehlt die die­se rei­fen las­sen­de Gna­de !

    Das­sel­be gilt für eine heu­te infla­tio­när pro­pa­gier­te human kon­stru­ier­te „Lie­be“. Eine sol­che ausser­halb der Wahr­heit bewor­be­ne Lie­be ist kei­ne wah­re Lie­be, son­dern eine Lüge !
    Die Kul­tur des Todes zeugt von die­ser.

    Wahr­heit und Lie­be sind eins. Die aller­hei­lig­ste Drei­fal­tig­keit, Gott, ist
    die Lie­be. Sein für die Süh­ne der Sün­den der Welt Mensch gewor­de­ne ein­ge­bo­re­ne Sohn
    Jesus Chri­stus — die Ewi­ge Wahr­heit — schenkt Gna­de und Barm­her­zig­keit und ist die Wahr­heit.

    Joh. 1;14:
    -
    UND DAS WORT IST FLEISCH GEWORDEN
    und hat unter uns gewohnt und wir haben sei­ne Herr­lich­keit gese­hen, die Herr­lich­keit des ein­zi­gen Soh­nes vom Vater, voll Gna­de und Wahr­heit.“
    -

    Wah­re Lie­be kann es nur in der Wahr­heit geben. Eben­so die wah­re Näch­sten­lie­be durch das Erken­nen Chri­sti im Näch­sten.
    Alles ande­re ist men­schen­ge­dach­te „Wohl­tä­tig­keit“ fern der Wahr­heit und somit frucht­los.

  8. War­um tun wir uns so schwer und wie lan­ge wol­len wir noch jam­mern?
    Glaubt denn jemand allen Ern­stes das der Bischof von Rom nicht die kath. Leh­re kennt.
    Bes­ser kennt als wir.
    Wenn er nun schwar­ze Schu­he anzieht, erklärt das er der Bischof von Rom ist, nicht in die Woh­nung der Päp­ste ein­zieht, sich nicht auf den eigent­li­chen Appa­rat son­dern sein Küchen­ka­bi­nett stützt. Mit den Frei­mau­rern in den Dia­log tritt sie in „sei­ne Kir­che und Leh­re inte­griert, eben­so ande­re Reli­gio­nen,
    Wenn er einen deut­li­che Bruch zur katho­li­schen Leh­re und gegen­über Wort und Sakra­men­ten vor­nimmt. Dann hat das doch nichts damit zu tun das da jemand erst sei­ne Ein­ar­bei­tung und die Eti­ket­te ken­nen­ler­nen muss.
    Wenn nie­mand von denen die Bene­dikt bekämpf­ten ihn angrei­fen, nie­mand von den Medi­en.
    Dann müs­sen wir doch zur Kennt­nis, dass dies Metho­de das dies System hat. Dass es sich um eine neue/andere Leh­re eine neue/andere Kir­che han­delt. Punkt! Kon­zen­trie­ren wir uns des­halb dar­auf zu beten um die See­len zu ret­ten die sonst in die Irre geführt wer­den, ver­kün­den wir das Evan­ge­li­um, scha­ren wir uns um die treu­en geweih­ten Die­ner, denn die lei­den am mei­sten. Neh­men wir unse­re Auf­ga­be in der Nach­fol­ge Jesus an fol­gen wir ihm nach, sind wir sei­ne Kir­che. Ver­kün­den wir, schrei­ben wir dar­über, rufen wir zum Gebet. Nut­zen wir Katholisches.info, fin­den wir zusam­men.
    Und ver­ges­sen wir nicht das Jesus ver­langt dass wir für die ver­irr­ten See­len und die Fein­de beten.

  9. Nahe­zu täg­lich schwin­det der ZWEIFEL. Der Zwei­fel, dass Fran­zis­kus der Papst sein könn­te, der so drin­gend von der Kir­che gebraucht wird. In sei­nem Pon­ti­fi­cat wer­den die Kräf­te, die nicht nur in Lim­burg am werk sind, noch stär­ker wer­den. Es ist eine schwe­re Zeit mit fran­zis­kus ange­bro­chen. Dass er abdankt, ist wohl nicht anzu­neh­men.

    • Also es geht wohl nicht an, dass wir zum Schluss in Mater Eccle­sia eine WG abge­dank­ter Päp­ste haben, ein abge­dank­ter Papst ist genug!
      Ja die Kräf­te aus der Abtei­lung: „Her­me­neu­tik des Bruchs“ haben mit dem Papst Fran­zis­kus sozu­sa­gen Ober­was­ser bekom­men, aber dadurch tre­ten sie offen auf und das hat auch sei­ne Vor­tei­le.
      Im übri­gen ist Fran­zis­kus der Papst und fer­tig, und in dem Moment, wo er lehr­amt­lich häre­ti­sches ver­kün­det oder häre­ti­sches und sitt­lich ver­kehr­tes Tun ein­for­dert, ist er halt nicht mehr der Papst.
      König der Kir­che ist Chri­stus und wir sol­len unse­re Pflich­ten erfül­len und beten, solan­ge bis der Herr das Geschick Zions wen­det, wie es der Herr Hengs­ber­ger ja schon fest­ge­stellt hat.

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