Drei Wege, wie wir Gott, der die Wahrheit ist, erkennen können

Lie­be Brü­der und Schwe­stern!

In der heu­ti­gen Kate­che­se möch­te ich kurz drei Wege skiz­zie­ren, die uns Mög­lich­kei­ten zei­gen, wie wir Gott, der die Wahr­heit ist, erken­nen kön­nen: es gibt den Weg über die Welt, über den Men­schen und über den Glau­ben. Der hei­li­ge Augu­sti­nus läßt uns in einer Pre­digt (241, 2) die viel­fäl­ti­ge Schön­heit der Welt betrach­ten. Er fragt die Din­ge: Was seid ihr? Und sie alle sagen: Schau mich nur an. Ich bin schön, aber nicht aus mir. Es gibt den, der mich geschaf­fen hat. Und erst wenn du auf ihn hin­schaust, hast du die Wirk­lich­keit ergrif­fen. Eben­so sagt der Bischof von Hip­po ein bedeu­ten­des Wort über uns Men­schen, näm­lich: Wenn du die Wahr­heit fin­den willst, mußt du nicht nach aus­wärts gehen, son­dern in dich selbst hin­ein­ge­hen, denn in dir ist die Wahr­heit. Gott selbst ist dir inner­li­cher, als du selbst für dich es bist (vgl. Bekennt­nis­se III, 6, 11). Und end­lich fragt der Mensch nach dem Dasein Got­tes, „mit sei­ner Offen­heit für die Wahr­heit und Schön­heit, mit sei­nem Sinn für das sitt­lich Gute, mit sei­ner Frei­heit und der Stim­me sei­nes Gewis­sens, mit sei­nem Ver­lan­gen nach Unend­lich­keit und Glück“ (Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che 33). Vie­le Wege füh­ren so zu Gott. Ein wich­ti­ger Weg zur Erkennt­nis ist schließ­lich der Glau­be. Er ist nicht ein System von Wer­ten und Mei­nun­gen; er ist letz­ten Endes Begeg­nung mit Gott, eine Begeg­nung, die unser Den­ken und Leben umwan­delt und uns die Kraft der Lie­be schenkt.

Mit Freu­de grü­ße ich die deutsch­spra­chi­gen Pil­ger und Besu­cher. Gott ist kei­ne Illu­si­on, son­dern höch­ste Wahr­heit und Ant­wort auf die Suche unse­rer Ver­nunft und unse­res Her­zens. Der Herr selbst kommt uns bei unse­rem Suchen ent­ge­gen. Öff­nen wir uns sei­ner Wahr­heit und sei­ner Lie­be. Maria, die Mut­ter der Glau­ben­den, möge uns dabei beglei­ten! Dan­ke.