20 Christen bei Tauffeier angegriffen und verhaftet

(Neu Delhi) Hin­du­n­a­tio­na­li­sten grif­fen in Kant­ha­pa­da im Distrikt Balaso­re eine Pfingst­ge­mein­de an. Die Poli­zei ver­haf­te­te jedoch den Pastor und die Chri­sten. Den 20 Chri­sten, davon zehn Katechu­me­nen, wird vor­ge­wor­fen eine Tau­fe gefei­ert zu haben. Das Glo­bal Coun­cil of Indian Chri­sti­ans (GCIC) spricht von einem „skan­da­lö­sen Vor­ge­hen“ der Poli­zei und for­dert von der Regie­rung von Oris­sa die Ein­lei­tung einer Unter­su­chung des Vor­fal­les. „Sie nüt­zen die Anti-Kon­ver­si­ons­ge­set­ze, um die Min­der­hei­ten zu ver­fol­gen“, so Sajan Geor­ge, der Vor­sit­zen­de des GCIC.

Die Angrei­fer gehö­ren den hin­du­n­a­tio­na­li­sti­schen Orga­ni­sa­tio­nen Rash­tri­ya Swa­y­am­sevak Sangh (RSS) und der Vishwa Hin­du Paris­had (VHP) an. Die Hin­du­n­a­tio­na­li­sten bra­chen mit­ten in die Tauf­fei­er ein und grif­fen den Pastor, Jaya­ram Maran­di und die Gläu­bi­gen an. Kurz dar­auf traf die Poli­zei von Khan­ta­pa­da ein, die alle anwe­sen­den Chri­sten ver­haf­te­te.

„Um die Chri­sten zu ver­fol­gen, ein­zu­schüch­tern und ver­haf­ten zu las­sen, nüt­zen die Hin­du­n­a­tio­na­li­sten den berüch­tig­ten Oris­sa Free­dom of Reli­gi­on Act 1997 (Ofra Act 1997), der im Bun­des­staat Oris­sa Kon­ver­sio­nen vom Hin­du­is­mus zum Chri­sten­tum oder einer ande­ren Reli­gi­on ver­bie­tet“, so Sajan Geor­ge. Poli­tik und Poli­zei „unter­stüt­zen“, so der GCIC-Vor­sit­zen­de, die­se Vor­ge­hens­wei­se „still­schwei­gend“. Das Gesetz ver­bie­tet offi­zi­ell nur  Zwangs­kon­ver­sio­nen, doch in der Pra­xis soll das Gesetz Kon­ver­sio­nen von Hin­dus zum Chri­sten­tum ver­hin­dern. Die Zahl der Kon­ver­sio­nen sei, so Sajan Geor­ge, seit Ein­füh­rung des Geset­zes deut­lich zurück­ge­gan­gen, „weil die Men­schen Angst haben“. Das Gefühl der Bedro­hung sei vor allem seit dem anti­christ­li­chen Pro­grom von Kan­dha­mal 2008 gewach­sen.

Im Bun­des­staat ist die Macht des Sangh Pari­var grö­ßer gewor­den. Der Dach­ver­band sam­melt alle hin­du­n­a­tio­na­li­sti­schen Grup­pen und „orga­ni­siert Haß­kam­pa­gnen und sozia­le Boy­kott­ak­tio­nen gegen die Chri­sten“, so Geor­ge. Die Justiz arbei­te so lang­sam, daß Chri­sten vom Staat kaum Schutz und Gerech­tig­keit zu erwar­ten haben, wäh­ren die Hin­du­n­a­tio­na­li­sten unge­straft blei­ben. Manoy Prad­han, ein Ver­tre­ter der hin­du­n­a­tio­na­li­sten Par­tei Bha­ra­ti­ya Jana­ta (BJP), ermor­de­te beim Pogrom einen christ­li­chen Füh­rer. Obwohl er zu sie­ben Jah­ren Gefäng­nis ver­ur­teilt wur­de und drei wei­te­re Pro­zes­se wegen Tötungs­de­lik­ten gegen ihn im Gan­ge sind, befin­det er sich gegen Kau­ti­on auf frei­em Fuß.

Am 24. Sep­tem­ber, wie Sajan Geor­ge berich­tet, stör­ten Bajrang Dal-Anhän­ger einen Got­tes­dienst einer Pfingst­ge­mein­de in Krut­am­garh (Distrikt Kan­dha­mal). Pastor Man­tu Nayak wur­de von den Angrei­fern zu Boden geschla­gen. Er erlitt schwe­re Ver­let­zun­gen am Kopf und meh­re­re Kno­chen­brü­che. Die Poli­zei nahm acht Hin­du­n­a­tio­na­li­sten fest.

Text: Asianews/Giuseppe Nar­di
Bild: Asia­news