Wer zelebriert Alte Messe im Petersdom? — Internationale Wallfahrt der Tradition nach Rom, 3.11.2012

(Rom) Am 10. Sep­tem­ber fand in der Pfar­rei San­tis­si­ma Tri­ni­tà  dei Pel­le­gri­ni in Rom die offi­zi­el­le Prä­sen­ta­ti­on der Inte­ratio­na­len Wall­fahrt der Tra­di­ti­on Pro Summorum Pon­ti­fi­cum statt, die am Sams­tag, den 3. Novem­ber ihren Abschluß mit einem Pon­ti­fi­ka­len Hoch­amt im Peters­dom fin­den wird. Die Initia­ti­ve der Tra­di­ti­on, die erst­mals in gro­ßem Rah­men das Herz und das bekann­te­ste Got­tes­haus der Kir­che über dem Grab des Apo­stel­für­sten Petrus zum Ziel hat, wur­de von Don Clau­de Bar­t­he, dem geist­li­chen Assi­sten­ten der Wall­fahrt, und von Ric­car­do Tur­ri­ni-Vita, dem ehe­ma­li­gen Vor­sit­zen­den von Una Voce Ita­li­en vor­ge­stellt. Sie erklär­ten die Ziel­set­zung der Initia­ti­ve, ohne jedoch die von der anwe­sen­den Pres­se am mei­sten erwar­te­te Ant­wort zu geben, wer im Peters­dom das Hoch­amt zele­brie­ren wer­de. Im Vor­feld hat­te die tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Inter­net­sei­te Mes­sa in Lati­no geschrie­ben: „Soll­te die Nach­richt über den Zele­bran­ten auf der Pres­se­kon­fe­renz bestä­tigt wer­den, wird die Wall­fahrt in die Kir­chen­ge­schich­te ein­ge­hen“.

Die Ver­an­stal­ter dank­ten Ange­lo Kar­di­nal Coma­stro, dem Erz­prie­ster des Peters­doms für die Geneh­mi­gung der Zele­bra­ti­on. Die Ent­schei­dung dar­über, an wel­chem Altar das Hoch­amt zele­briert wer­den kann, behielt sich der Kar­di­nal mit Blick auf die Anzahl der Anwe­sen­den vor. Wahr­schein­lich wird sie am Stuhl-Petri-Altar gefei­ert wer­den, an dem am 15. Mai 2011 bereits Wal­ter Kar­di­nal Brand­mül­ler zum Abschluß der 3. Tagung zum Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum zele­brier­te. Damals waren auch die Kar­di­nä­le Wil­liam Leva­da, als Prä­si­dent der Päpst­li­chen Kom­mis­si­on Eccle­sia Dei, Franc Rode und Dome­ni­co Batro­luc­ci, mit ande­ren Prä­la­ten der Römi­schen Kurie anwe­send.

Die vier Anliegen der Wallfahrt

Obwohl das Datum in kei­ne Feri­en­zeit fal­le, rech­nen die Orga­ni­sa­to­ren mit meh­re­ren Tau­send Teil­neh­mern, wie Don Bar­t­he erklär­te. Der geist­li­che Assi­stent faß­te in vier Punk­ten Sinn und Ziel­set­zung der Wall­fahrt zusam­men. Sie ist gedacht als:
1) Dank­wall­fahrt zum 5. Jah­res­tag der Ver­öf­fent­li­chung des Motu pro­prio Summorum Pon­ti­fi­cum, um Dank zu sagen, daß Papst Bene­dikt XVI. die Hür­den weg­ge­räumt und der klas­si­schen Form des Römi­schen Ritus wie­der Raum in der Kir­che gege­ben hat;
2) Treue­kund­ge­bung für Petrus „gera­de in der der­zeit bit­te­ren und schwie­ri­gen Situa­ti­on“;
3) Opfer- und Bitt­gang, um Gott um die Gewäh­rung der Gna­den für den regie­ren­den Papst zu bit­ten, damit er in sei­nem Werk fort­fährt, den Glau­ben bewahrt, ver­kün­det und ver­tei­digt und die Kir­che erneu­ert;
4) Teil­nah­me am Mis­si­ons­werk der Kir­che durch die Teil­nah­me zahl­rei­cher Fami­li­en, katho­li­scher Orga­ni­sa­tio­nen und Initia­ti­ven.

„Was wir in reli­giö­ser Hin­sicht mit der Wall­fahrt und der Hei­li­gen Mes­se im Peter­dom am 3. Novem­ber zum Aus­druck brin­gen wol­len, ist, daß die Gläu­bi­gen der Tra­di­ti­on dem Hei­li­gen Vater für den Auf­trag der Kir­che zur Ver­fü­gung ste­hen.“

Großes Medieninteresse

Das media­le Inter­es­se ist erstaun­lich groß. Die inter­na­tio­na­len Fern­seh­an­stal­ten CNN, BBC, RAI, Fox News, EWTN, Al Jaze­e­ra und zahl­rei­che ande­re haben sich bereits ange­mel­det. Die Ver­an­stal­ter sehen dar­in die Mög­lich­keit, das Anlie­gen der katho­li­schen Tra­di­ti­on und der klas­si­schen Form des Römi­schen Ritus auch auf die­se Wei­se welt­weit bekannt zu machen. „Und alles was für die Tra­di­ti­on gün­stig ist, ist gut für die Kir­che“, schreibt dazu der tra­di­ti­ons­ver­bun­de­ne Inter­net­blog Cor­dia­li­ter.

Es habe im Vor­feld etli­che zau­dern­de Stim­men gege­ben, die ein sol­ches „Groß­ereig­nis“ für „zu früh“ hal­ten und eine Rei­he von Beden­ken vor­brach­ten. Offen­bar herr­sche auch eini­ge Ver­stim­mung in eini­gen tra­di­ti­ons­ver­bun­de­nen Krei­sen, die nicht von Anfang an in die Vor­be­rei­tun­gen ein­ge­bun­den wor­den sei­en. Die Wall­fahrt sei „eine wun­der­ba­re Gele­gen­heit, das Anlie­gen der Alten Mes­se in der Welt bekannt­zu­ma­chen“, wes­halb sich alle ein­fach über das Ereig­nis „freu­en“ und zu des­sen Gelin­gen bei­tra­gen soll­ten, so Cor­dia­li­ter.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: CISP