Ohne Maria kein Pfingsten

Lie­be Brü­der und Schwe­stern!

Im Rah­men der gro­ßen Kate­che­sen­rei­he über das Gebet möch­te ich heu­te einen neu­en Abschnitt begin­nen über das Gebet in der Apo­stel­ge­schich­te und in den Pau­lus­brie­fen. Der hei­li­ge Evan­ge­list Lukas beschreibt in der Apo­stel­ge­schich­te, wie die Jün­ger nach der Him­mel­fahrt Jesu im Gebet den ver­hei­ße­nen Hei­li­gen Geist erwar­ten, die Gabe des Auf­er­stan­de­nen, der sie dann zur Kir­che machen soll. In die­sem Kli­ma beten­der Erwar­tung erwähnt Lukas, der sein Evan­ge­li­um mit Maria begon­nen hat­te, zum letz­ten Mal Maria. Er schreibt: »Sie alle ver­harr­ten dort ein­mü­tig im Gebet, zusam­men mit den Frau­en und mit Maria, der Mut­ter Jesu, und mit sei­nen Brü­dern« (Apg 1,14). Maria stand am Beginn des irdi­schen Lebens Jesu, und mit ihr neh­men auch die ersten Schrit­te der Kir­che ihren Anfang. So wie Jesus durch den Hei­li­gen Geist emp­fan­gen und aus Maria gebo­ren wor­den ist, so wird wie­der­um in die beten­de Gemein­schaft der Jün­ger mit Maria in der Mit­te der Hei­li­ge Geist kom­men und aus ihnen die Kir­che schaf­fen. Maria steht also am Beginn des irdi­schen Lebens Jesu, und mit ihr beginnt auch die Kir­che. Ihre beten­de Gegen­wart, mit der sie ihren Sohn beglei­tet hat bis unter das Kreuz, dau­ert in der Kir­che fort. Im Abend­mahls­saal teilt Maria mit den ande­ren die Bit­te um die Gabe des Hei­li­gen Gei­stes. Wenn es ohne Pfing­sten kei­ne Kir­che gibt, gibt es ohne Maria kein Pfing­sten. Oder, wie der hei­li­ge Chro­ma­ti­us von Aqui­leia sagt: Man könn­te sie nicht Kir­che nen­nen, wenn nicht Maria zuge­gen wäre, die Mut­ter des Herrn. Die Kir­che ist dort, wo die Mensch­wer­dung Chri­sti aus der Jung­frau ver­kün­det wird; und wo die Apo­stel ver­kün­den, dort hört man das Evan­ge­li­um (vgl. Ser­mo 30,1). Die Mut­ter Jesu in der Kir­che ver­eh­ren heißt dann von Maria ler­nen, beten­de Gemein­schaft zu sein und alle Aspek­te des Gebets auf­zu­tun: nicht nur für sich sel­ber und nicht nur in der Not zu beten, son­dern in der Gemein­schaft, ein­mü­tig, beharr­lich und treu zu beten und auch, wenn wir ein­fach Freu­de haben und dan­ken dür­fen.

Mit Freu­de hei­ße ich alle Pil­ger und Gäste aus den Län­dern deut­scher Spra­che will­kom­men. Maria wird uns von Lukas vor allem als die gro­ße Beten­de dar­ge­stellt. Durch das Hören auf den Herrn und das Beten war sie bereit, Mut­ter Got­tes und Mut­ter der Kir­che zu wer­den. Ihre Mut­ter­schaft übt sie bis ans Ende der Zei­ten aus, und ihr dür­fen wir unser Leben anver­trau­en. Von Maria kön­nen wir das Beten ler­nen, kön­nen wir neu ler­nen, aus der inne­ren Ver­bin­dung mit Gott zu leben. Der Hei­li­ge Geist mache euch alle froh und stark im Glau­ben. Dan­ke.