Der Stammbaum Papst Benedikts XVI. — Wie der Papst zu einer „jüdischen Abstammung“ kam

(Marktl am Inn/­Natz-Schabs) Die Her­kunft und Abstam­mung berühm­ter und her­aus­ra­gen­der Gestal­ten haben schon immer die Gemü­ter und vor allem die Phan­ta­sie von Zeit­ge­nos­sen und Nach­ge­bo­re­nen bewegt, beson­ders, wenn sie im Dun­keln lagen. In der Renais­sance etwa leg­ten sich Adels­ge­schlech­ter frei erfun­de­ne Stamm­bäu­me zu, die eine direk­te Abkunft der Fami­lie von Herr­schern und Hel­den der römi­schen oder grie­chi­schen Anti­ke „nach­wei­sen“ soll­ten.

Neben die­ser „posi­ti­ven“ Sei­te der selbst ver­ord­ne­ten Rang­erhö­hung gibt es auch eine gro­ße Zahl an nega­ti­ven Her­kunfts­zu­schrei­bun­gen, die der Dis­kre­di­tie­rung dien­ten.

Philosemitische Internetseite erfindet jüdische Abstammung Benedikts XVI.

Auch Papst Bene­dikt XVI. ist die­sen skur­ri­len Mecha­nis­men ande­rer nicht ent­gan­gen. Ver­ant­wort­lich dafür ist eine phi­lo­se­mi­ti­sche Inter­net­sei­te. ((https://aronbengilad.blogspot.com/2011/01/pope-benedict-xvis-jewish-ancestry.html)) Der Blog von Aron ben Gilad, eines Juden, der zum katho­li­schen Glau­ben kon­ver­tier­te und sich selbst als Jude und Katho­lik bezeich­net (die Anga­ben zur Per­son sind alle ohne Gewähr, da nicht veri­fi­zier­bar), scheint sich dem Ziel der christ­lich-jüdi­schen Ver­söh­nung ver­schrie­ben zu haben. Im Eifer des Gefechts, mög­lichst vie­le jüdi­sche Spu­ren im Chri­sten­tum aus­fin­dig zu machen, der Name des Blogs A Catho­lic Jews Pon­ti­fi­ca­tes deu­tet dies bereits an, schoß er beim Stamm­baum von Papst Bene­dikt XVI. über das Ziel hin­aus.

Am 25. Janu­ar 2011 ver­öf­fent­lich­te Aron ben Gilad den Bei­trag Pope Bene­dict XVI’s Jewish Ance­s­try. Dar­in ver­sucht er, einen Stamm­baum müt­ter­li­cher­seits des amtie­ren­den Pap­stes zu erstel­len und dabei den Nach­weis zu erbrin­gen, daß Joseph Ratz­in­ger nicht deut­scher, son­dern jüdi­scher Abstam­mung sei. Und wenn schon braucht ein Papst min­de­stens eine berühm­te jüdi­sche Her­kunft. Die Behaup­tung wird daher mit einer Genea­lo­gie „unter­mau­ert“, die bis Judah Löw (Jehu­da ben Bezal´el Löw Yehu­da Loew) zurück­reicht, jenem legen­dä­ren Pra­ger Rab­bi Löw (1512–1609), der in der Stadt des hei­li­gen Albrecht an der Mol­dau der Legen­de nach aus Lehm und mit Magie einen Men­schen oder zumin­dest ein men­schen­ähn­li­ches Wesen geschaf­fen haben soll. Hier inter­es­siert jedoch nicht die magisch-dunk­le Sei­te des Juden­tums, son­dern ein (fal­scher) Stamm­baum.

Falscher Stammbaum bis einschließlich dem legendären Prager Rabbi Löw

Laut Aron ben Gilad sei die Urgroß­mutter Papst Bene­dikts XVI. die 1834 in Mäh­risch Weiß­kir­chen in der öster­rei­chi­schen Mark­graf­schaft Mäh­ren gebo­re­ne Jüdin Bet­ty Tau­ber gewe­sen. Die Her­kunft des Pap­stes sei also, zumin­dest teil­wei­se, im heu­ti­gen Hra­ni­ce in der Tsche­chi­schen Repu­blik zu suchen. Der wei­te­re Stamm­baum rück­wärts in die frü­he Neu­zeit bis Rab­bi Löw prä­sen­tiert sich dann wie folgt:

Die Mut­ter der Bet­ty Tau­ber war Jose­fa Knop­fel­ma­cher (* 1809), die einen Jacob Tau­ber (* 1811) hei­ra­te­te. Über die Knop­fel­ma­cher reicht die Linie zu Rab­bi­nen des frü­hen 18. Jahr­hun­derts. Damals war Rab­bi Jacob Knöp­fel­ma­cher (* vor 1700), Ober­rab­bi­ner von Mehrin, mit einer Sarah Spitz (* 1703) ver­hei­ra­tet, der Toch­ter von Rab­bi Zal­man Spitz, dem Vor­sit­zen­den des Beit Din in Eisen­stadt. Des­sen Frau war Mal­ka Bach­rach (* 1680) die Toch­ter von Rab­bi Bach­rach (* 1657). Der Name von des­sen Frau ist unbe­kannt. Bach­rach war der Sohn von Jair Chay­im Bach­rach (1638–1702), des Rab­bi von Worms, des­sen Frau war Sarah Bril­lin (1638–1703). Der Rab­bi von Worms war der Sohn von Rab­bi Moses Sam­son Bach­rach (1607–1670), der Rab­bi in Goding, Lei­p­nik, Prag und Worms war. Sei­ne Frau war Dobrusch Pho­bus (1610–1662). Er wie­der­um war der Sohn von Rab­bi Abra­ham Samu­el Barach (1575–1615) des Rab­bi von Worms und der Eva Ha-Cohen (1580–1651). Die­se war die Toch­ter von Rab­bi Isak Ha-Cohen (1550–1624) und der Voge­le Löw (1556–1629). Und Voge­le Löw war nie­mand ande­rer als die Toch­ter von Rab­bi Yehu­da Löw (Leib) ben Bezal­el (1512–1609) und Per­la Shmel­kes-Reich (1516–1610).

Das Detail der jüdi­schen Groß­mutter aus Mäh­ren ist von Bedeu­tung, denn Jude ist nach dem reli­giö­sen Gesetz nur, wer eine jüdi­sche Mut­ter hat. Bet­ty Tau­ber sei katho­lisch gewor­den, habe des­halb mit ihrer jüdi­schen Fami­lie gebro­chen und sei aus Mäh­ren nach Tirol gezo­gen. Dort habe sie in Mühl­bach bei Bri­xen den Tiro­ler Anton Peter Peint­ner gehei­ra­tet. Die­ser Reli­gi­ons- und Lan­des­wech­sel sind not­wen­dig, um an den authen­ti­schen Stamm­baum des Pap­stes anknüp­fen zu kön­nen. Dem­entspre­chend wären nach jüdi­schem Gesetz auch die Groß­mutter und die Mut­ter des Pap­stes jüdi­scher Abstam­mung und als Sohn einer „Jüdin“ auch Bene­dikt XVI. selbst „Jude“.

Jüdische Abstammung Joseph Ratzingers eine Fälschung philosemitischen Wunschdenkens

Der Haken an der Sache: bei Aron ben Gilads Stamm­baum han­delt es sich um phi­lo­se­mi­ti­sches Wunsch­den­ken. Der Stamm­baum ist falsch, jeden­falls hat er nichts mit Papst Bene­dikt XVI. zu tun. Der Augu­sti­ner Chor­herr Rüdi­ger Wein­strauch vom Stift Neu­stift bei Bri­xen in Süd­ti­rol ver­öf­fent­lich­te den tat­säch­li­chen Stamm­baum von Papst Bene­dikt XVI., wie er zwei­fels­frei anhand der ori­gi­na­len Pfarr­bü­cher in Tirol nach­weis­bar ist. ((s. Wein­strauch, Rüdi­ger: Eli­sa­beth Maria Tau­ber (1832–1904). Urgroß­mutter Papst Bene­dikts XVI. und ihre 19 Geschwi­ster, in: Der Schlern. Monats­zeit­schrift für Süd­ti­ro­ler Lan­des­kun­de 85 (2011), Heft 12, S. 78–83)) Der Papst stammt, wie längst bekannt, müt­ter­li­cher­seits aus Tirol und nicht aus Mäh­ren, um genau zu sein aus der Gemein­de Natz-Schabs, die ober­halb der Bischofs­stadt Bri­xen liegt. Die Tiro­ler Abstam­mung läßt sich anhand der zeit­ge­nös­si­schen Kir­chen­bü­cher bis zu deren Ein­füh­rung am Beginn der Neu­zeit zurück­ver­fol­gen. Hier ist sie nur bis zum Ende des 18. Jahr­hun­derts wie­der­ge­ge­ben. ((s. Wein­strauch: Eli­sa­beth Maria Tau­ber, S. 79))

Der deut­sche Fami­li­en­na­me Tau­ber ist in Tirol seit Jahr­hun­der­ten ver­brei­tet. Er läßt sich im Tiro­ler Eisack­tal und Puster­tal  seit dem Hoch­mit­tel­al­ter nach­wei­sen. Er lei­tet sich im Eisack­tal von Tau­be (Tau­ber­hof) her, im Puster­tal von Trom­pe­te. ((s. Fin­ster­wal­der, Karl: Tiro­ler Fami­li­en­na­men­kun­de. Sprach- und Kul­tur­ge­schich­te von Personen‑, Fami­li­en- und Hof­na­men, Inns­bruck 1977)).

Daß der glei­che Fami­li­en­na­men im 19. Jahr­hun­dert auch eine jüdi­sche Fami­lie in Mäh­ren tra­gen konn­te, geht auf die öster­rei­chi­schen Bestim­mun­gen zurück. Wäh­rend die Juden kei­ne Fami­li­en­na­men kann­te, führ­te die öster­rei­chi­sche Ver­wal­tung ab 1787 ver­pflich­tend das Füh­ren eines behörd­lich regi­strier­ten Fami­li­en­na­mens ein. Den Juden wur­de daher im wahr­sten Sinn des Wor­tes von den  Behör­den ein Name ver­ord­net. Eine Maß­nah­me, die natür­lich nur schritt­wei­se umge­setzt wer­den konn­te. Da Deutsch damals Amts­spra­che in den öster­rei­chi­schen Erb­län­dern war, so auch in der Mark­graf­schaft Mäh­ren, kamen die Juden zu geläu­fi­gen oder weni­ger geläu­fi­gen deut­schen Fami­li­en­na­men, die in der Regel ein Zufalls­pro­dukt waren.

Der wirkliche Stammbaum Benedikts XVI.

Joseph Ratz­in­ger — Bene­dikt XVI.
* 16.4.1927 in Marktl am Inn
Prie­ster­wei­he am 29.6.1951 in Frei­sing
Bischofs­wei­he am 28.5.1977 in Frei­sing
Wahl zum Papst am 19.4.2005 in Rom

1.) Eltern
Joseph Ratz­in­ger
* 6.3.1877 in Ricke­ring in Nie­der­bay­ern
+ 25.8.1959 in Traun­stein in Bay­ern

Maria Peint­ner
* 8.1.1884 in Mühl­bach, Gemein­de Kie­fers­fel­den, Pfar­rei Ober­au­dorf, auf­ge­wach­sen in Rimsting in Bay­ern
+ 16.12.1963 in Traun­stein in Bay­ern
Ehe­schlie­ßung am 9.11.1920 in Pleis­kir­chen in Bay­ern

2.) Groß­el­tern
Maria Peint­ner
* 19.6.1855 in Raas als Maria Tau­ber, auf­ge­wach­sen in Mühl­bach bei Bri­xen (Haindl­müh­le)
+ 17.6.1930 in Rimsting in Bay­ern
Ehe­schlie­ßung am 13.7.1885 in Absam bei Inns­bruck in Tirol mit

Isi­dor Rie­ger, Bäcke­rei­päch­ter in Hopf­gar­ten in Tirol
* 22.3.1960 in Wel­den bei Zus­mar­shau­sen in Bay­ern
+ 29.5.1912 in Rimsting in Bay­ern

3.) Urgroß­el­tern
Anton Peter Peint­ner
* 18.5.1818 in Aicha, Kura­tie Schabs in Tirol
+ 11.1.1877 in Mühl­bach bei Bri­xen (Haindl­mül­ler)

Eli­sa­beth Maria Tau­ber
* 9.12. 1832 in Raas (Töll) in Tirol
+ 24.5.1904 in Rimsting in Bay­ern
Ehe­schlie­ßung am 9.2.1858 in Mühl­bach bei Bri­xen in Tirol

4.) Urur­groß­el­tern
Jakob Tau­ber (Töll­bau­er)
* 31.5.1788 in Natz (Lin­der) in Tirol
+ 1.4.1864 in Raas (Töll) in Tirol
hei­ra­te­te am 11.7.1814 in 1. Ehe Maria May­er Erb­toch­ter des Anton Mayr, Töll in Raas, wes­halb er Töll­bau­er wur­de. Drei­mal ver­hei­ra­tet, wur­de er Vater von 20 Kin­dern. Sei­ne drit­te Frau Maria Nie­der­mayr gebar ihm die Urgroß­mutter Papst Bene­dikts XVI.

Maria Nie­der­mayr
* 8.12.1801 in Bri­xen
+ nach dem 1.4.1864 (Tod des Jakob Tau­ber), genau­es Todes­da­tum noch nicht eru­iert

5.) Urur­ur­groß­el­tern
Franz Tau­ber, Lin­der­bau­er in Natz
* in Natz (Lin­der) in Tirol
ver­hei­ra­tet mit Anna Gas­ser

Eli­sa­beth Maria Tau­ber vom Töll­hof im Tiro­ler Raas (heu­te Gemein­de Natz-Schabs) war das 14. Kind aus 3. Ehe des Jakob Tau­ber vom Lin­der­hof in Natz, der durch die erste Ehe mit Maria May­er zum Töll­bau­ern im Nach­bar­dorf Raas wur­de. ((s. Wein­strauch: Eli­sa­beth Maria Tau­ber, S. 80ff )) Mit der 1834 in Mäh­risch Weiß­kir­chen (Hra­ni­ce) gebo­re­nen Bet­ty Tau­ber (die Aron ben Gilad auch zu einer Eli­sa­beth Maria macht) hat sie nichts zu tun.

Die tie­fe Ver­bun­den­heit des Pap­stes mit Tirol kommt in der Ehren­bür­ger­schaft der Gemein­de Natz-Schabs zum Aus­druck, die er „aus­drück­lich unter Hin­weis auf sei­ne Groß­mutter müt­ter­li­cher­seits“ annahm, die 1855 auf dem Töll­hof in Raas gebo­ren wur­de. ((s. Anspra­che von Papst Bene­dikt XVI. aus Anlaß der Ver­lei­hung der Ehren­bür­ger­schaft der Süd­ti­ro­ler Gemein­de Natz-Schabs v. 9.11.2011, https://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2011/november/documents/hf_ben-xvi_spe_20111109_natz-schabs_ge.html)) Die Groß­mutter des Pap­stes, Maria Peint­ner, war bereits zwei­ein­halb Jah­re alt, als ihre Eltern, Eli­sa­beth Maria Tau­ber und Anton Peter Peint­ner hei­ra­te­ten. Wie aus den wei­te­ren Unter­la­gen her­vor­geht, war Anton Peter Peint­ner tat­säch­lich ihr Vater, wenn die ehe­li­che Legi­ti­mie­rung auch erst etwas spä­ter durch die Ehe­schlie­ßung der Eltern erfolg­te. ((s. Wein­strauch: Eli­sa­beth Maria Tau­ber, S. 79))

Die Geschwi­ster von Bet­ty Tau­ber in Mäh­ren hie­ßen laut Aaron ben Gilad Jonas, Mar­kus, Katha­ri­na, Justi­na, Micha­el, Julia, Sali, Fan­ni und Hele­na Tau­ber. ((https://alfredhanscom.tripod.com/zerkowitz.pdf)) Die Geschwi­ster von Eli­sa­beth Maria Tau­ber in Tirol ((Aus den drei Ehen des Vaters: 1. Ehe 1814 mit Maria May­er (1786–1816) vom Töll­hof in Raas, 2. Ehe 1817 mit Maria Rogen vom Tau­ber­hof in Natz; 3. Ehe 1828 mit Maria Nie­der­mayr aus Bri­xen, s. Wein­strauch: Eli­sa­beth Maria Tau­ber, S. 80ff)) hie­ßen hin­ge­gen Phil­ipp, Georg, Maria Anna, Joseph, Mathi­as Anton, Maria, Anna Ger­traud, The­re­sia, Kres­zen­zia Maria, Geb­hard, Agnes Bar­ba­ra, Mar­ga­reth, Katha­ri­na, Seba­sti­an, Peter, Bar­ba­ra, Andrä (wegen der hohen Kin­der­sterb­lich­keit tru­gen zwei wei­te­re Geschwi­ster den Namen Maria).

Man könn­te den Eifer des Blogs A Catho­lic Jews Pon­ti­fi­ca­tes mit etwas erstaun­tem Humor zur Kennt­nis neh­men und sich wich­ti­ge­ren Din­gen zuwen­den. Was der Phi­lo­se­mit Aron ben Gilad gut gemeint haben mag, rief jedoch umge­hend auch Anti­se­mi­ten auf den Plan. Eine Rei­he anti­se­mi­ti­scher Inter­net­sei­ten ((Hier sei­en ledig­lich zwei Bei­spie­le ange­führt: https://wissenschaft3000.wordpress.com/2011/12/15/stammbaum-des-papstes-benedikt-xvi/ und https://autarkes-rattelsdorf.blogspot.com/2011/11/die-geruchte-uber-die-judische.html)) haben die erfun­de­ne jüdi­sche Abstam­mung von Papst Bene­dikt XVI. über­nom­men und in ihre Theo­rien jüdi­scher Welt­ver­schwö­run­gen inte­griert, in denen ein behaup­te­tes Kryp­to-Juden­tum eine nicht unwe­sent­li­che Rol­le spielt. Auf die­sen Sei­ten wird eine angeb­li­che jüdi­sche Abstam­mung des Pap­stes „ent­larvt“ und als Mit­tel zur Het­ze gegen die katho­li­sche Kir­che und das Juden­tum in Stel­lung gebracht.

Eine jüdi­sche Abstam­mung wur­de eben­so Adolf Hit­ler nach­ge­sagt, wie Muammar al-Gad­da­fi oder dem ehe­ma­li­gen deut­schen Bun­des­kanz­ler Hel­mut Kohl ((Der jüdi­sche Autor Jakov Lind behaup­te­te in sei­nem Buch: Der Erfin­der, Mün­chen 1988 eine, aller­dings von ihm erfun­de­ne jüdi­sche Abstam­mung des damals amtie­ren­den deut­schen Bun­des­kanz­lers. Auch im Fall von Hel­mut Kohl wur­de die Behaup­tung umge­hend von Anti­se­mi­ten auf­ge­grif­fen und gegen den Bun­des­kanz­ler gerich­tet wei­ter­ver­brei­tet. Was Adolf Hit­ler, Muammar al-Gad­da­fi unter zahl­rei­chen ande­ren betrifft, genügt eine ein­fa­che Suche im Inter­net, um die skur­ril­sten Behaup­tun­gen in Erfah­rung zu brin­gen.)), um nur eini­ge Bei­spiel zu nen­nen. Alle hat­ten gemein­sam, daß die Zuschrei­bung, wenn auch aus ganz unter­schied­li­chen Grün­den frei erfun­den war.

Text: Giu­sep­pe Nar­di
Bild: Giu­sep­pe Nar­di