Eizellenspende: US-Feministinnen warnen vor Ausbeutung der Frau — Zwei preisgekrönte US-Dokus beleuchten die Schattenseite der Reproduktionsindustrie

Drei pro­mi­nen­te US-Femi­ni­stin­nen haben nun einen Pro­test­brief an Natu­re (2011: 480, 39 doi:10.1038/480039c) geschrie­ben, in dem sie vor Eizel­len­spen­de von Frau­en für For­schungs­pro­jek­te war­nen. Was als frei­wil­lig getarnt ist, schla­ge unver­se­hens in eine Form der Aus­beu­tung des weib­li­chen Kör­pers um – denn Frau­en wür­den bis heu­te kaum über die medi­zi­ni­schen Risi­ken auf­ge­klärt, die die hor­mo­nel­le Über­sti­mu­la­ti­on ihres Orga­nis­mus mit sich bringt. Eine Bezah­lung in der Höhe von 8.000 US-Dol­lar — genannt „Auf­wands­ent­schä­di­gung“ – nüt­ze finan­zi­el­le Kri­sen­si­tua­tio­nen von Frau­en in Not aus – oder ver­füh­re sie dazu, unin­for­miert Dau­er­schä­den wie Unfrucht­bar­keit in Kauf zu neh­men, was unethisch sei (vgl. https://thehumanfuture.cbc-network.org/2011/12/feminists-warn-against-exploiting-women-for-eggs-in-biotech/). Die US-ame­ri­ka­ni­sche NGO The Cen­ter for Bio­ethics and Cul­tu­re (CBC) läßt in dem preis­ge­krön­ten Film Eggs­plo­ita­ti­on 2011 Eizel­len­spen­de­rin­nen und deren Schick­sal zu Wort kom­men.

Das Pro­blem der anony­men Samen­spen­de beleuch­tet ein zwei­ter, 44-minü­ti­ger Doku­men­tar­film Anony­mous Father’s Day 2011 aus der Per­spek­ti­ve betrof­fe­ner Kin­der. In Inter­views erzäh­len die inzwi­schen erwach­sen gewor­de­nen Kin­der, die gene­tisch von einem anony­men Samen­spen­der abstam­men, von ihrem Schick­sal. Auch jetzt lei­den sie noch unter ihren „Ent­ste­hungs­be­din­gun­gen“ und fahn­den immer noch nach ihrem (anony­men) gene­ti­schen Vater und Dut­zen­den Halb­ge­schwi­stern.

Text: Susan­ne Kummer/IMABE