Alte Messe im Collegium Terra Sancta in Jerusalem — Franziskanerinnen der Immakulata

Ein­mal in der Woche fei­ern die Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­ku­la­ta im Kol­le­gi­um Ter­ra Sanc­ta in Jeru­sa­lem die Hei­li­ge Mes­se in der außer­or­dent­li­chen Form des römi­schen Ritus. Vor rund einem Jahr ent­schloß sich die klö­ster­li­cher Gemein­schaft dazu. Ein Prie­ster besucht dazu das Klo­ster, dem jeweils Sale­sia­ner-Semi­na­ri­sten des Stu­di­en­zen­trums Stu­di­um Theo­lo­gi­cum Sale­sia­num mini­strie­ren. Unter den jun­gen Semi­na­ri­sten sei das Inter­es­se groß am Alten Ritus, so der zele­brie­ren­de Prie­ster, der selbst 1993 zum Prie­ster geweiht wur­de und „daher einer Genera­ti­on“ ange­hö­re, „die frei von Vor­ur­tei­len jener ist, die zu einer frü­he­ren Zeit gebo­ren wur­den“, so der Prie­ster in einem Schrei­ben an die Inter­net­sei­te Mes­sa in Lati­no.

Die Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­ku­la­ta sind der weib­li­che Zweig der Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta und wur­den eben­falls von den bei­den ehe­ma­li­gen Mino­ri­ten P. Ste­fa­no Maria Manel­li und P. Gabrie­le Maria Pel­let­tie­ri gegrün­det. Die Grün­dung der Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­ku­la­ta geht auf das Jahr 1982 zurück. Ihre kir­chen­recht­li­che Errich­tung erfolg­te 1985. Schließ­lich folg­te am 8. Dezem­ber 1998 auch die Aner­ken­nung durch den Hei­li­gen Stuhl und die Errich­tung des Ordens nach päpst­li­chem Recht.

Die Ordens­zwei­ge der jun­gen Fran­zis­ka­ner der Imma­ku­la­ta gehö­ren zur gro­ßen fran­zis­ka­ni­schen Ordens­fa­mi­lie. Ihre fran­zis­ka­ni­sche Spi­ri­tua­li­tät ist um eine Ver­tie­fung der Mari­en­ver­eh­rung ergänzt. Der Orden pflegt beson­ders den Alten Ritus der katho­li­schen Kir­che, der seit eini­gen Jah­ren ordens­in­tern für die gesam­te Lit­ur­gie gilt.

Das Col­le­gi­um Ter­ra Sanc­ta in Jeru­sa­lem gehört zur Hei­lig-Land-Kusto­die der Fran­zis­ka­ner. Der gro­ße neo­klas­si­zi­sti­sche Gebäu­de­kom­plex wur­de 1926 auf der Spit­ze eines Hügels errich­tet, wo sich das jüdi­sche Vier­tel Reha­via und das ara­bi­sche Vier­tel Tal­bieh berüh­ren, die Anfang der 20er Jah­re des vori­gen Jahr­hun­derts ent­stan­den. Der klei­ne Turm des Col­le­gi­ums wird von einer weit­um sicht­ba­ren Sta­tue der Imma­ku­la­ta gekrönt.

Von 1929 bis 1947 bestand dort eine katho­li­sche Schu­le „die den Schü­lern jeder Reli­gi­on und jeder Natio­na­li­tät“ offen­stand. Durch die poli­ti­schen Ver­än­de­run­gen im jüdisch-palä­sti­nen­si­schen Kamp­fes muß­te die Schu­le geschlos­sen wer­den. 1947 lag sie in der bri­ti­schen Sicher­heits­zo­ne B. Mit dem Ende des bri­ti­schen Man­dats wur­de das Gebäu­de von der Haga­nah, dem mili­tä­ri­schen Arm des ent­ste­hen­den Isra­els besetzt und der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät von Jeru­sa­lem zuge­wie­sen.

Offi­zi­ell wur­de etwas spä­ter ein Miet­ver­trag zwi­schen Uni­ver­si­tät und Kusto­die abge­schlos­sen, der den Fran­zis­ka­nern ermög­lich­te, in der Kapel­le des Gebäu­des die Hei­li­ge Mes­se zu fei­ern. Ver­hand­lun­gen mit der Hebräi­schen Uni­ver­si­tät führ­ten schließ­lich 1998 dazu, daß die Hei­lig-Land-Kusto­die der Fran­zis­ka­ner das Col­le­gi­um wie­der zurück­er­hielt und seit­her für eige­ne Zwecke nüt­zen kann. Nach Reno­vie­rungs­ar­bei­ten lebt dort seit 2004 wie­der eine männ­li­che fran­zis­ka­ni­sche Gemein­schaft. Im Gebäu­de befin­det sich das Kul­tur­zen­trum der Kusto­die. Stu­den­ten des Stu­di­um Bibli­cum Fran­cisca­num haben dort eine Blei­be wie eben­so Mit­ar­bei­ter und frei­wil­li­ge Hel­fer der Kusto­die. Gebäu­de und Kapel­le gel­ten als Zweig­stel­le der latei­ni­schen Pfar­rei von Jeru­sa­lem.

Seit weni­gen Jah­ren ist mit den Fran­zis­ka­ne­rin­nen der Imma­ku­la­ta auch eine weib­li­che Ordens­ge­mein­schaft mit dem Col­le­gi­um ver­bun­den.

(Mes­sa in latino/Giuseppe Nar­di, Bild: gloria.tv)