Untergrundbischof Hu Daguo ist tot – 33 Jahre Lager und Gefängnis

(Hong Kong) Heu­te mor­gen ver­starb der Unter­grund­bi­schof der katho­li­schen Diö­ze­se Shi­qi­an (Pro­vinz Guiz­hou), Msgr. Augu­sti­ne Hu Daguo im Alter von 89 Jah­ren. 33 Jah­re sei­nes Lebens ver­brach­te er aus Glau­bens­grün­den in kom­mu­ni­sti­schen Lagern. Die Toten­mes­se und sei­ne Beer­di­gung fin­den am 20. Febru­ar in Gui­yang, der Haupt­stadt von Guiz­hou statt.

Sein Leben stand im Zei­chen einer uner­schüt­ter­li­chen Treue zum Glau­ben und zu Papst und Kir­che. Durch sein Zeug­nis für Chri­stus wur­de er zum Vor­bild für Prie­ster wie Lai­en in sei­ner Diö­ze­se.

Msgr. Hu wur­de in eine katho­li­sche Fami­lie in Tong­zhou gebo­ren. 1939 trat er in das Prie­ster­se­mi­nar der Diö­ze­se Gui­yang ein. 1951 wur­de er zum Diö­ze­san­prie­ster geweiht. Er unter­rich­te­te im Prie­ster­se­mi­nar und wur­de in der har­ten Zeit der Kir­chen­ver­fol­gung nach der kom­mu­ni­sti­schen Macht­über­nah­me noch sehr jung zum Bischofs-Koad­ju­tor ernannt. Damit woll­te der Hei­li­ge Stuhl die apo­sto­li­sche Suk­zes­si­on sicher­stel­len, da Bischofer­nen­nun­gen vom neu­en Regime unter­bun­den wur­den und die Gefahr bestand, daß aus­län­di­sche Mis­sio­na­re aus­ge­wie­sen wür­den.

1955 wur­de Msgr. Hu vom Regime ver­haf­tet, ange­klagt und wegen „kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­rer Ver­bre­chen“ ver­ur­teilt und wegen sei­nes Glau­bens in Umer­zie­hungs­la­ger gesteckt. Erst 1982, nach 27 Jah­ren in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern, erfolg­te sei­ne Ent­haf­tung. Er begann in Cheng­du zu unter­rich­ten, wur­de aber nach weni­gen Jah­ren wegen sei­ner Treue zum Papst ent­las­sen.

Die Apo­sto­li­sche Prä­fek­tur Siqi­an war 1932 von Papst Pius XI. errich­tet wor­den. Die ersten bei­den Bischö­fe waren deut­sche Herz-Jesu-Mis­sio­na­re, Pater Alo­is Bau­mei­ster und Pater Mat­thi­as Buch­holz. Pater Buch­holz lei­te­te die Diö­ze­se von 1937 bis 1983. Ihm folg­te der kurz zuvor aus der Haft ent­las­se­ne Msgr. Hu als drit­ter Bischof der Diö­ze­se und erster Chi­ne­se.

Die vom kom­mu­ni­sti­schen Regime kon­trol­lier­te „offi­zi­el­le“ katho­li­sche Kir­che löste die Diö­ze­se Shi­qi­an auf und faß­te sie mit ande­ren Bis­tü­mern als Diö­ze­se Guiz­hou zusam­men. Offi­zi­ell gilt die Diö­ze­se seit 1983 als vakant.

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)