75 Prozent aller Fälle religiöser Verfolgung betreffen Christen — Tag der christlichen Märtyrer gefordert

(Straß­burg) Einen Euro­päi­schen Tag für die christ­li­chen Mär­ty­rer, um an die vie­len Chri­sten zu erin­nern, die in unse­rer Zeit aus Haß gegen den Glau­ben und die Kir­che ermor­det wer­den. Der Vor­schlag wur­de vom Sozio­lo­gen und OSZE-Ver­tre­ter Mas­si­mo Intro­vi­g­ne am Mon­tag bei sei­ner heu­ti­gen Anhö­rung im Euro­pa­rat in Straß­burg vor­ge­bracht. The­ma der Anhö­rung war die Ver­fol­gung der ori­en­ta­li­schen Chri­sten und wel­che Ant­wort Euro­pa dar­auf geben sol­le.

Die Anhö­rung wur­de vom Euro­päi­schen Zen­trum für Recht und Gerech­tig­keit (ECLJ) orga­ni­siert. Wei­te­re Refe­ren­ten waren Msgr. Antoi­ne Audo, katho­li­scher Bischof des chaldäi­schen Ritus von Alep­po in Syri­en und Pater Ema­nu­el Youk­han­na, Apo­sto­li­scher Admi­ni­stra­tor der Asy­ri­schen Kir­che des Ori­ents.

„Das Bewußt­sein über die Into­le­ranz und die Ver­fol­gung gegen Chri­sten ist wenig aus­ge­prägt“, erklär­te Intro­vi­g­ne. „Drei Vier­tel aller Fäl­le von reli­giö­ser Ver­fol­gung betref­fen welt­weit Chri­sten, doch nur weni­ge wis­sen das.“

Intro­vi­g­ne erin­ner­te an das gro­ße öku­me­ni­sche Ereig­nis von Papst Johan­nes Paul II. am 7. Mai 2000 beim Kol­los­se­um in Rom, bei dem er in acht „Sta­tio­nen“ an die wich­tig­sten christ­li­chen Mär­ty­rer­grup­pen „unse­rer Zeit“ erin­ner­te, an die Opfer:

des sowje­ti­schen Tota­li­ta­ris­mus,
des Kom­mu­nis­mus in vie­len Län­dern,
des Natio­nal­so­zia­lis­mus in Euro­pa,
des isla­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­mus,
der gewalt­tä­ti­gen reli­giö­sen Natio­na­lis­men in Asi­en,
des anti­mis­sio­na­ri­schen Stam­mes­has­ses
des aggres­si­ven Lai­zis­mus
und der orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät.

„Der 7. Mai, in Erin­ne­rung an die­ses gro­ße Ereig­nis, könn­te das geeig­ne­te Datum für einen Gedenk­tag für die christ­li­chen Mär­ty­rer sein“, so Intro­vi­g­ne. „Der Erfolg des Tags der Erin­ne­rung an die Sho­ah im Kampf gegen Anti­sem­tis­mus auch an den Schu­len, zeigt, daß dies ein geeig­ne­tes Instru­ment ist, um an die zahl­rei­chen Mär­ty­rer, das heißt Zeu­gen, der Chri­sten­ver­fol­gung und der Into­le­ranz gegen die Chri­sten zu erin­nern.

Die­ser Gedenk­tag, so der OSZE-Ver­tre­ter zur Bekämp­fung der Chri­stia­no­pho­bie, könn­te jedes Jahr Gele­gen­heit zu einer “kol­lek­ti­ven Gewis­sens­prü­fung“ sein, um zu sehen, ob und wie Euro­pa sich um den Schutz christ­li­cher Min­der­hei­ten in den ver­schie­de­nen Län­dern küm­mert.

(La Bus­so­la Quotidiana/Giuseppe Nar­di, Bild: Mar­Gee­Mar)