„Das Wort ist Fleisch geworden“ — In der Menschwerdung Gottes werden Geheimnisse des Heils gegenwärtig

Lie­be Brü­der und Schwe­stern!

Die ersten Tage des neu­en Jah­res sind noch ganz erfüllt vom Glanz des Weih­nachts­fe­stes. In der Lit­ur­gie haben wir das Ein­tre­ten des Soh­nes Got­tes in die Welt geheim­nis­voll und zugleich wirk­lich erfah­ren. Die Mensch­wer­dung Got­tes zu fei­ern ist nicht blo­ßes Erin­nern an ein ver­gan­ge­nes Ereig­nis, son­dern dar­in wer­den die Geheim­nis­se des Heils gegen­wär­tig. In der Lit­ur­gie, in der Fei­er der Sakra­men­te sind sie heu­te für uns wirk­sam da. »Das Wort ist Fleisch gewor­den«, heißt es im Pro­log des Johan­nes­evan­ge­li­ums. Mit der Mensch­wer­dung des gött­li­chen Wor­tes geschieht etwas ganz Neu­es in der Bezie­hung zwi­schen Gott und Mensch. Gott wohnt unter den Men­schen, ist selbst einer von uns. Die Mensch­heit des Soh­nes Got­tes, sein Fleisch ist Werk­zeug des Heils. Ter­tul­li­an, ein Kir­chen­schrift­stel­ler des drit­ten Jahr­hun­derts, sagt: »Das Fleisch ist der Angel­punkt des Heils« (De car­nis resur­rec­tio­ne 8,2). Mit Weih­nach­ten bricht schon das Geheim­nis unse­res Heils an, das im Lei­den, im Tod und in der Auf­er­ste­hung Chri­sti gip­felt. Die Krip­pe ist der Beginn und weist bereits auf das Kreuz hin. So sind Weih­nach­ten und Ostern die zwei untrenn­ba­ren Punk­te des Glau­bens an Jesus Chri­stus, den mensch­ge­wor­de­nen Erlö­ser. In ihm ist Gott im Fleisch erschie­nen und hat sei­ne Wahr­heit in der Geschich­te offen­bart. Auch heu­te offen­bart sich Gott im Fleisch, das heißt im leben­di­gen Leib der Kir­che und in den Sakra­men­ten als Zei­chen unse­res Heils. Er kommt zu uns und lädt uns ein, uns umwan­deln zu las­sen, damit wir an sei­nem gött­li­chen Leben teil­neh­men. Hier liegt das Geheim­nis von Weih­nach­ten, das auch in uns Wirk­lich­keit wer­den will.

Einen herz­li­chen Gruß rich­te ich an alle Pil­ger und Besu­cher deut­scher Spra­che. Weih­nach­ten offen­bart uns die Lie­be Got­tes zu uns Men­schen und zeigt uns zugleich unse­re Wür­de als Kin­der Got­tes, als Fami­lie Got­tes. Neh­men wir also das Ange­bot sei­ner Lie­be an, leben wir in Gemein­schaft mit ihm und so in einer tie­fe­ren Gemein­schaft auch unter­ein­an­der. Der Herr schen­ke euch allen sei­nen Segen und ein gutes neu­es Jahr.