Brand in wallonischer Trappistenabtei — Nur Sachschaden

(Brüs­sel) Ein gro­ßer Brand zer­stör­te gestern abend einen Teil der alt­ehr­wür­di­gen Abtei von Saint Remy bei Roche­fort in der Wal­lo­nie. Bei dem Feu­er kamen kei­ne Men­schen zu Scha­den. Nach ersten Anga­ben brach der Brand gegen 18.30 Uhr aus, als sich die Trap­pi­sten­mön­che zum Abend­essen ver­sam­mel­ten. Die Ursa­che des Bran­des ist vor­läu­fig noch unbe­kannt, es wird jedoch ein Kurz­schluß ver­mu­tet. Die Abtei von Saint Remy im Bis­tum Namür wur­de im 13. Jahr­hun­dert gegrün­det und ist als Wall­fahrts­ort bekannt, aber auch wegen ihres Bie­res. In der Abtei wird das bekann­te Trap­pi­sten­bier Roche­fort gebraut. Die wich­tig­sten Tei­le des Klo­sters konn­ten geret­tet wer­den, so auch die alte Biblio­thek. Auch die Klo­ster­braue­rei wur­de durch das Feu­er nicht in Mit­lei­den­schaft gezo­gen.
Ursprüng­lich um 1230 als Zister­zi­en­se­rin­nen­klo­ster gegrün­det, wur­de die Abtei im 15. Jahr­hun­dert in ein Mönchs­klo­ster umge­wan­delt. Beim Ein­marsch der fran­zö­si­schen Revo­lu­ti­ons­trup­pen wur­de die Abtei geplün­dert, 1797 auf­ge­ho­ben, die Klo­ster­kir­che abge­ris­sen und aus den ande­ren Klo­ster­ge­bäu­den ein Land­wirt­schafts­be­trieb gemacht.
Am 21. 1887 wur­de das Klo­ster durch Trap­pi­sten aus den Nie­der­lan­den neu belebt und zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts eine neue Klo­ster­kir­che im neu­go­ti­schen Stil erbaut.

(kerknet/Giuseppe Nar­di, Bild: bot­te­ga­del­mo­na­ste­ro)