Wie zu Zeiten der Kulturrevolution: Bischöfe eingesperrt und mit Haftbefehl gesucht

(Rom) Der „offi­zi­el­le“, also vom kom­mu­ni­sti­schen Regime in Peking aner­kann­te Bischof von Hengs­hui wur­de vom Staats­i­cher­heits­dienst aus sei­nem Amts­sitz ver­schleppt und wird an einem unbe­kann­ten Ort in Iso­la­ti­ons­haft gehal­ten. Die Poli­zei hat­te stun­den­lang den Wohn­sitz des Bischofs bela­gert, wäh­rend Gläu­bi­ge und Prie­ster den Bischof mit einer mensch­li­chen Mau­er zu schüt­zen ver­such­ten.

Der Bischof von Cang­zhou ist unter­ge­taucht. Der Staats­si­cher­heits­dienst droh­te der Diö­ze­se bereits: Ent­we­der tau­che der Bischof wie­der auf oder es wer­de ein lan­des­wei­ter Haft­be­fehl gegen ihn aus­ge­stellt wie gegen einen „gefähr­li­chen Kri­mi­nel­len“.

Die Vor­gangs­wei­se erin­nert an die Zeit der Kul­tur­re­vo­lu­ti­on, doch die Vor­fäl­le ereig­nen sich in der Volks­re­pu­blik Chi­na von heu­te. Die Ereig­nis­se schei­nen in direk­tem Zusam­men­hang mit der von der Regie­rung ange­ord­ne­ten Ver­samm­lung der Katho­li­ken Chi­nas zu ste­hen. Die Ver­samm­lung ist das vom kom­mu­ni­sti­schen Regime geschaf­fe­ne höch­ste Organ der vom Staat kon­trol­lier­ten katho­li­schen Kir­che in Chi­na. Die regime­treue Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung ver­sucht die vom Regime aner­kann­ten Bischö­fe zur Teil­nah­me zu zwin­gen, um einen neu­en Vor­sit­zen­den für die Ver­ei­ni­gung und für den Rat der Bischö­fe (einer Art regime­treu­er Bischofs­kon­fe­renz) zu wäh­len. Bei­de Insti­tu­tio­nen wur­den von Papst Bene­dikt XVI. als „unver­ein­bar“ mit der katho­li­schen Kir­che erklärt, weil sie dar­auf abzie­len, eine von Rom unab­hän­gi­ge, vom Staat kon­trol­lier­te chi­ne­si­sche Natio­nal­kir­che zu schaf­fen.

Die Ver­samm­lung der Katho­li­ken Chi­nas soll für den 7. Dezem­ber ein­be­ru­fen wor­den sein.

Damit zumin­dest eini­ge Bischö­fe teil­neh­men, wur­de über eini­ge Bischö­fe der Haus­ar­rest ver­hängt, die an der unrecht­mä­ßi­gen Bischofs­wei­he eines vom Regime ernann­ten, aber von Rom nicht aner­kann­ten Kan­di­da­ten teil­ge­nom­men hat­ten. Für die Bischofs­wei­he wur­den vom Staats­si­cher­heits­dienst acht Bischö­fe ent­führt und gezwun­gen, an der Zere­mo­nie teil­zu­neh­men, die vom Hei­li­gen Stuhl als „schwe­re Ver­let­zung der Reli­gi­ons­frei­heit“ ver­ur­teilt wur­de.

Seit der unrecht­mä­ßi­gen Bischofs­wei­he wird Bischof Feng Xin­mao von Hengs­hui gezwun­gen, in völ­li­ger Iso­la­ti­on von der Außen­welt zu leben. Kei­ne Gläu­bi­ge dür­fen zu ihm. Er wird rund um die Uhr von der Poli­zei bewacht. Vor eini­gen Tagen starb ein alter Prie­ster sei­ner Diö­ze­se. Erst nach Andro­hung eines Hun­ger­streiks wur­de ihm erlaubt, heu­te die Toten­mes­se zu zele­brie­ren unter der Auf­la­ge, anschlie­ßend wie­der in sei­nen Haus­ar­rest zurück­zu­keh­ren. Am Ende der Mes­se schar­ten sich Gläu­bi­ge und Prie­ster um sei­nen Amts­sitz, um eine erneu­te Ver­schlep­pung zu ver­hin­dern. Nach einer mehr­stün­di­gen Bela­ge­rung, drang die Poli­zei in das Gebäu­de ein und brach­te den Bischof weg.

Bischof Li Liang­gui von Cang­zhou tauch­te sofort nach der unrecht­mä­ßi­gen Bischofs­wei­he unter. Offen­sicht­lich will er damit ver­hin­dern, auch zur Teil­nah­me an der regime­treu­en Ver­samm­lung gezwun­gen zu wer­den. Die Poli­zei such­te ihn in der gesam­ten Diö­ze­se. Nun wur­de mit der Aus­stel­lung eines Haft­be­fehls gedroht.

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)