Zwei Kopten bei Polizeieinsatz getötet – Islamisten und Behörden bedrängen Ägyptens Christen

(Kai­ro) Zwei jun­ge Kop­ten wur­den gestern bei einem Poli­zei­ein­satz getö­tet. Sie demon­strier­ten gegen die Ein­stel­lung der Bau­ar­bei­ten an einer kop­ti­schen Kir­che in der Nähe der Pyra­mi­den in Tal­bi­ya bei Gizeh. Min­de­stens 50 Chri­sten wur­den bei den Zusam­men­stö­ßen ver­letzt, wie Ober­staats­an­walt Abdel Meguid Mah­mud bekannt­gab. Wei­ters wur­den elf Poli­zi­sten ver­letzt und sie­ben Poli­zei­of­fi­zie­re. Mehr als 100 Per­so­nen wur­den ver­haf­tet.

Zwei­tau­send kop­ti­sche Chri­sten demon­strier­ten gestern vor dem Sitz des zustän­di­gen Gou­ver­neurs von Gizeh, der den geneh­mig­ten Kir­chen­bau unter einem Vor­wand stopp­te. Der Bau einer Kir­che wird von fun­da­men­ta­li­sti­schen Mos­lems bekämpft.

Die Behör­den zogen meh­re­re Tau­send Poli­zei­be­am­te in der Gegend zusam­men, um wei­te­re Kund­ge­bun­gen der Chri­sten zu ver­hin­dern. Grund für die Kund­ge­bung der Chri­sten  war die Ver­hän­gung eines Bau­stops durch die Behör­den. Seit Anfang Novem­ber unter­nah­men die­se bereits meh­re­re Ver­su­che, den Bau ein­zu­stel­len.

In der Regi­on Tal­bi­ya leben mehr als eine Mil­li­on Kop­ten, die kei­ne Kir­che haben. Laut Regie­rungs­an­ga­ben gibt es in Ägyp­ten für die rund 85 Pro­zent Mos­lems 93.000 Moscheen. Für die rund 12 Pro­zent kop­ti­schen Chri­sten ste­hen nur 2000 Kir­chen zur Ver­fü­gung. Der Bau neu­er Kir­chen ist kaum mög­lich. Die Chri­sten bekla­gen, dop­pel­tem Druck aus­ge­setzt zu sein. Von den Behör­den wür­den sie dis­kri­mi­niert, von den isla­mi­schen Fun­da­men­ta­list bedrängt.

Beob­ach­ten erklä­ren die restrik­ti­ve Hal­tung der Behör­den gegen­über den Chri­sten mit dem in Ägyp­ten der­zeit herr­schen­den Vor­wahl­kampf. In den ver­gan­ge­nen Tagen wur­den im Süden Ägyp­tens 20 Häu­ser von Chri­sten von Mos­lems ange­zün­det.

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)