Systematischer Ausrottungsfeldzug: In zehn Tagen 51 Christen im Irak ermordet — Al-Malikis Appell

(Bag­dad) Drei Tote und 26 Ver­letz­te sind die vor­läu­fi­ge Bilanz einer Rei­he von Atten­ta­ten gegen Chri­sten, die heu­te mor­gen in meh­re­ren Stadt­vier­teln Bag­dads ver­übt wur­den.

Bereits gestern abend waren drei Häu­ser von Chri­sten durch Bom­ben­an­schlä­ge zer­stört wor­den, ohne jedoch Men­schen­le­ben zu for­dern. Iraks Mini­ster­prä­si­dent Al Mali­ki for­der­te unter­des­sen die Chri­sten auf, den­noch das Land nicht zu ver­las­sen.

Die neue Atten­tat­se­rie fin­det zehn Tage nach dem bru­ta­len Angriff auf eine syrisch-katho­li­sche Kir­che in Bag­dad statt und nach den Dro­hun­gen von Al-Kai­da, die Chri­sten des Nahen Ostens ver­nich­ten zu wol­len. Bei dem Über­fall auf die katho­li­sche Kir­che wur­den am 31. Okto­ber 44 Katho­li­ken, zwei Prie­ster und sie­ben Män­ner des Wach­dien­stes ermor­det. Rund 90 wei­te­re Chri­sten wur­den ver­letzt. Ein Teil von ihnen traf am 8. Novem­ber in Frank­reich ein, um Not­ope­ra­tio­nen unter­zo­gen zu wer­den. Frank­reich ist das ein­zi­ge euro­päi­sche Land, das bis­her eine sol­che Hil­fe für die Chri­sten des Irak zur Ver­fü­gung stellt.

Gestern besuch­te Mini­ster­prä­si­dent Al-Mali­ki die ange­grif­fe­ne katho­li­sche Kir­che Unse­rer Lie­ben Frau und for­der­te sei­ne christ­li­chen Lands­leu­te auf, den Irak nicht zu ver­las­sen und damit auf­zu­ge­ben. Al-Mali­ki erin­ner­te dar­an, bei sei­ner Audi­enz bei Papst Bene­dikt XVI. die­sen um Unter­stüt­zung gebe­ten zu haben, „damit sich der Ori­ent nicht von den Chri­sten leert und der Westen nicht von den Mos­lems. Wir wer­den das mög­li­che tun, daß der Strauß der ira­ki­schen Gemein­schaft voll­stän­dig und zusam­men bleibt“, so Al-Mali­ki.

Inzwi­schen erklär­te der fran­zö­si­sche Ein­wan­de­rungs­mi­ni­ster Eric Bes­son, daß die Chri­sten, die das Atten­tat in Bag­dad über­leb­ten, in Frank­reich poli­ti­sches Asyl gewährt bekom­men. „Die­se Bot­schaft der Soli­da­ri­tät bedeu­tet nicht, daß Frank­reich und Euro­pa die Chri­sten des Irak und des Ori­ents ein­la­den, ihre Län­der zu ver­las­sen“, so Bes­son. Viel­mehr wol­le man Hil­fe bie­ten, damit sie in Sicher­heit in ihren Län­dern leben und mit Ver­ant­wor­tungs­be­wußt­sein am Auf­bau die­ser Län­der mit­wir­ken kön­nen.

Am 8. Novem­ber wur­den zwei wei­te­re Chri­sten vor ihren Häu­sern in der ira­ki­schen Haupt­stadt ermor­det.

Isla­mi­sche Fun­da­men­ta­li­sten, allen vor­an die ira­ki­sche Al-Kai­da-Zel­le schei­nen ihre Dro­hung wahr­zu­ma­chen. Sie haben einen syste­ma­ti­schen Aus­rot­tungs­feld­zug gegen die Chri­sten Bag­dads begon­nen.

Vor der ame­ri­ka­ni­schen Inva­si­on 2003 zähl­te die christ­li­che Gemein­schaft rund eine Mil­li­on Gläu­bi­ge. Heu­te sind es weni­ger als die Hälf­te.

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)