Was ein Papst alles ertragen muß: Eintrittskarten und Parodie – Englands Bischöfe übertreffen sich selbst

(Lon­don) Die Bischofs­kon­fe­renz von Eng­land und Wales ver­öf­fent­lich­te für die Eucha­ri­stie­fei­ern, die Papst Bene­dikt XVI. bei sei­ner Pasto­ral­rei­se zele­brie­ren wird, ein Glos­sar für die Pres­se. Die Absicht war, den zahl­reich erwar­te­ten nicht-katho­li­schen Pres­se­ver­tre­tern eine Hil­fe und Ein­füh­rung in die hei­li­ge Lit­ur­gie anzu­bie­ten. Gewor­den ist dar­aus eine haar­sträu­ben­de Par­odie. Sie wirft drän­gen­de Fra­gen nach Fähig­keit und (katho­li­schem) Hori­zont der bischöf­li­chen Pres­se­be­auf­trag­ten auf.

Die Hei­li­ge Mes­se wird als „Show“ und „Event“ bezeich­net. Es han­delt sich lei­der nicht um einen Scherz! In der Auf­stel­lung für die Pres­se­ver­tre­ter wird für die Hei­li­ge Mes­se (Lit­ur­gy, Cele­bra­ti­on, Mass) als sprach­li­ches Äqui­va­lent (der eng­li­sche Aus­druck lau­tet „simi­lar“) „Show“ ver­wen­det. Das Pres­by­te­ri­um wird als „Büh­ne“ bezeich­net, der Altar als „Tisch“ (Table) und der Papst als  „Haupt­dar­stel­ler“ (Head­line Actor) und das Aller­hei­lig­ste Sakra­ment des Altars als „Brot und Wein“ (Bread and Wine).

Das Erklär­ba­re der hei­li­gen Lit­ur­gie und das Hei­li­ge wird durch die Her­ab­set­zung auf die All­tags­spra­che zur Bana­li­tät. Der hei­li­ge Schau­er wird zum Event­ge­prickel redu­ziert.

Mes­sa in Lati­no spricht vom „genia­len Mit­ar­bei­ter­stab des eng­li­schen Epi­sko­pats“ und lädt iro­nisch dazu ein, die vor­ge­schla­ge­ne Ter­mi­no­lo­gie der eng­li­schen Bischofs­kon­fe­renz wört­lich zu neh­men:

Hin­ter dem Vor­hang (Back­stage) herrscht gro­ße Auf­re­gung. Die Schau­spie­ler (Artists) haben auf der Büh­ne (Sta­ge) alles Nöti­ge vor­be­rei­tet, ange­fan­gen beim Tisch (Table), auf den beim Höhe­punkt des Spek­ta­kels (Show) Brot und Wein (Bread and Wine) gebracht wer­den, um dann dem Publi­kum (Audi­ence) ser­viert (Ser­ving) und aus­ge­teilt (Giving out) zu wer­den.

Der Haupt­dar­stel­ler (Head­line Actor) ist aber noch nicht ein­ge­trof­fen. Die ande­ren Schau­spie­ler (Actors), die mit ihm für den Auf­tritt (Gig) aus­ge­wählt wur­den, sind alle bereit. Auch die Men­ge (Crowd) drau­ßen ist unru­hig, was ganz nor­mal ist bei dem hohen Preis für die Ein­tritts­kar­te (Ticket), den sie bezah­len muß­te, um die Show genie­ßen (Enjoy) zu kön­nen.

Doch end­lich trifft der Haupt­dar­stel­ler (Head­line Actor) ein. Um sich abzu­he­ben, erscheint er ganz in weiß  geklei­det. Er zieht sich in sei­ne Gar­de­ro­be (Back­stage) zurück, grüßt die Anwe­sen­den und wünscht ihnen mit weni­gen Wor­ten Hals und Bein­bruch: „Möge die Auf­füh­rung (Event), die wir heu­te abend geben wer­den, für unser Publi­kum (Audi­ence) ein Genuß, erhei­ternd und aufs Höch­ste auf­re­gend (Enjoy­a­ble, Fun, Exci­ting) sein. Sie haben die Ein­tritts­kar­te (Ticket) bezahlt und ver­die­nen eine unver­geß­li­che Dar­bie­tung (Per­for­mance).“

Die Lich­ter gehen an, die Show beginnt.

Und falls jemand noch Fra­gen haben soll­te, wird er von der eng­li­schen Bischofs­kon­fe­renz ein­ge­la­den, sich an fol­gen­de E‑Mail-Adres­se zu wen­den: papavisit@CBCEW.org.uk

(Giu­sep­pe Nar­di, Bild: Fideset­for­ma)