Frau entführt und zwangssterilisiert — Menschenverachtende Ein-Kind-Politik in Volksrepublik China

(Hong Kong) Eine jun­ge Mut­ter von 23 Jah­ren wur­de in der Volks­re­pu­blik Chi­na mit Gewalt von Mit­glie­dern des Büros für Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le ent­führt und ste­ri­li­siert, wie die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Chi­ne­se Human Rights Defen­ders berich­tet.

Li Hong­mei, 23 Jah­re, brach­te im Bezirk Chang­feng am ver­gan­ge­nen Juni ihre erste Toch­ter zur Welt. Am 15. Juli wur­de sie gemein­sam mit ihrer Toch­ter von Mit­ar­bei­tern des für Fami­li­en­pla­nung zustän­di­gen Regie­rungs­bü­ros ent­führt. Als ihre Fami­lie das Ver­schwin­den von Toch­ter und Enke­lin zur Anzei­ge brach­te, wur­de die Mut­ter von Li Hon­ge­mi, Yang Yon­gli­an, von der Poli­zei ver­haf­tet und zehn Tage fest­ge­hal­ten mit der Ankla­ge, „die Amts­hand­lun­gen zu behin­dern“.

Spä­ter erfuhr die Fami­lie, daß ihre Toch­ter in ein Kran­ken­haus nach Shuang­feng gebracht wor­den sei, wo man sie gezwun­gen hat, die Unter­schrift für ihre Zwangs­ste­ri­li­sie­rung zu lei­sten. Seit ihrer Zwangs­ste­ri­li­sie­rung ist Li erkrankt und lei­det an Schwin­del­an­fäl­len und Brust­schmer­zen. Der­zeit befin­det sie sich noch im Kran­ken­haus.

Um die staat­li­chen Wirt­schaft­ent­wick­lungs­pro­gram­me umzu­set­zen und das Bevöl­ke­rungs­wachs­tum gering zu hal­ten, führ­te die kom­mu­ni­sti­sche Volks­re­pu­blik Ende der 1970er Jah­re die Ein-Kind-Rege­lung ein. Ein Gesetz schreibt seit­her chi­ne­si­schen Paa­ren vor, höch­stens ein Kind haben zu dür­fen. Für jede Pro­vinz, jede Stadt und jedes Dorf wird eine jähr­li­che Gebur­ten­quo­te fest­ge­legt. Um die vor­ge­schrie­ben Quo­ten ein­zu­hal­ten, set­zen die Behör­de für Bevöl­ke­rungs­kon­trol­le Mit­tel wie Zwangs­ab­trei­bun­gen bis zum neun­ten Monat, Zwangs­ste­ri­li­sa­tio­nen von Män­nern und Frau­en ein oder ver­hän­gen Geld­stra­fen in der Höhe von ein oder zwei Jah­res­ge­häl­tern.

Sozio­lo­gen und Wirt­schafts­ex­per­ten war­nen seit eini­ger Zeit vor der schnel­len Über­al­te­rung der chi­ne­si­schen Bevöl­ke­rung. Der Zwang zu einem ein­zi­gen Kind führ­te zur weit­ver­brei­te­ten Pra­xis der selek­ti­ven Abtrei­bung, der Mäd­chen zum Opfer fal­len. Die Fol­ge ist zudem ein schwer­wie­gen­des zah­len­mä­ßi­ges Ungleich­ge­wicht zwi­schen den Geschlech­tern. Ver­schie­de­ne Per­sön­lich­kei­ten for­dern daher vom Staat eine Ände­rung des gel­ten­den Geset­zes und die Erlaub­nis, daß Paa­re zumin­dest zwei Kin­der haben dür­fen. Das Regime bestä­tig­te bis­her jedoch Jahr für Jahr das Ein-Kind-Gesetz.

(Asianews/GN, Bild: Asia­news)