Hindunationalist fordert „Auslöschung“ des Christentums – Christen in Karnataka besorgt

(Neu Delhi) Ein Füh­rer der Hin­du­n­a­tio­na­li­sten der Bha­ra­ti­ya Jana­ta Par­ty (Indi­sche Volks­par­tei) „ver­sprach“ öffent­lich, das Chri­sten­tum im Staat Kar­nataka „aus­zu­lö­schen“. Am sel­ben Tag wur­den zwei pro­te­stan­ti­sche Pasto­ren ver­haf­tet. Seit die BJP im süd­west­in­di­schen Bun­des­staat die Macht über­nom­men hat, kam es bereits zu mehr als 200 anti­christ­li­chen Vor­fäl­len.

„Ich ver­spre­che, nicht zu ruhen, bis das Chri­sten­tum in unse­rer Regi­on aus­ge­löscht ist“, sag­te Prahl­ad Rema­ni, Abge­ord­ne­ter im Par­la­ment von Kar­nataka, bei den indi­schen Unab­hän­gigs­keits­fei­ern am 15. August.

Rema­ni gehört der Bha­ra­ti­ya Jana­ta Par­tei an, die seit Mai 2008 den indi­schen Teil­staat im Süd­we­sten der Halb­in­sel regiert. Er füg­te in sei­ner Rede hin­zu: „Die Men­schen müs­sen wach­sam sein gegen die Ver­brei­tung des christ­li­chen Samens. Die Gläu­bi­gen aller ande­ren Reli­gio­nen, ein­schließ­lich der Hin­dus, müs­sen sie aus­lö­schen.“

Sajan Kavin­ka­lath Geor­ge, Vor­sit­zen­der des Rats der indi­schen Chri­sten, schlägt Alarm und for­dert die indi­sche Bun­des­re­gie­rung auf, gegen sol­che Auf­for­de­run­gen zum Haß und zur Gewalt ein­zu­schrei­ten. „Wenn gewähl­te Par­la­ments­ver­tre­ter sich zu sol­chen Brand­re­den hin­rei­ßen las­sen, mit denen Miß­trau­en gesät und das har­mo­ni­sche Zusam­men­le­ben der Bür­ger unter­mi­niert wird, dann muß damit gerech­net wer­den, daß jene, die die still­schwei­gen­de Unter­stüt­zung die­ser Poli­ti­ker haben, auch Gewalt gegen die ver­letz­ba­re und klei­ne christ­li­che Gemein­schaft anwen­den wer­den.“

Seit die BJP im Staat Kar­nataka die Macht über­nom­men hat, wur­den bereits mehr als 200 Zwi­schen­fäl­le gegen Chri­sten regi­striert, wie Geor­ge berich­tet.

Der jüng­ste Zwi­schen­fall ereig­ne­te sich am 15. August im Bezirk Man­dya, wo zwei pro­te­stan­ti­sche Pasto­ren und zehn Gläu­bi­ge der Cam­pus Cru­sa­de of Christ von der Poli­zei ver­haf­tet wur­den. Wäh­rend die ver­sam­mel­ten Chri­sten bete­ten, stürm­ten 30 mili­tan­te Hin­du­n­a­tio­na­li­sten das Lokal und zwan­gen die Chri­sten, ihr Gebets­tref­fen abzu­bre­chen. Statt die ein­drin­gen­den Hin­dus fest­zu­neh­men, ver­haf­te­te die sofort hin­zu­ge­kom­me­ne Poli­zei die Chri­sten. Die zehn Gläu­bi­gen wur­den wie­der frei­ge­las­sen. Die bei­den Pasto­ren befin­den sich wei­ter­hin in Haft mit dem Vor­wurf des Pro­se­ly­tis­mus.

Um wei­te­re Reden, wie jene von Rema­ni und Vor­fäl­le, wie jenen von Man­dya künf­tig zu ver­hin­dern, wand­te sich der katho­li­sche Erz­bi­schof von Ben­ga­lo­re, Msgr. Ber­nard Moras, an den Gou­ver­neur von Kar­nataka, Hans Raj Bhard­waj. Er ersuch­te den Gou­ver­neur dafür zu sor­gen, daß alle Mini­ster und Abge­ord­ne­ten zum Haß auf­sta­cheln­de und aus­fäl­li­ge Reden gegen die Reli­gio­nen unter­las­sen.

Wäh­rend der Mini­ster­prä­si­dent (Chief Mini­ster) von Kar­nataka der hin­du­n­a­tio­na­li­sti­schen BJP ange­hört, ist Gou­ver­neur Bhard­waj ein Ver­tre­ter des Indian Natio­nal Con­gress, der indi­schen Kon­greß­par­tei. Die Chri­sten sind mit einer Mil­li­on Gläu­bi­gen eine klei­ne Min­der­heit im 53 Mil­lio­nen Ein­woh­ner zäh­len­den Bun­des­staat Kar­nataka.

(Asianews/GN, Asia­news, Foto­mon­ta­ge GN)