„Liberaler“ Richter verläßt Obersten Gerichtshof der USA

(Washing­ton) John Paul Ste­vens, Rich­ter am Ober­sten Gerichts­hof der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka gab sei­nen Rück­zug bekannt. Elf Tage vor sei­nem 90. Geburts­tag teil­te der Höchst­rich­ter der Öffent­lich­keit mit, daß er sich zurück­zie­hen wer­de. Ste­vens gehört den „libe­ra­len“ Rich­tern am höch­sten Gerichts­hof der USA an. Der aus Chi­ka­go stam­men­de Rich­ter war 1975 von Prä­si­dent Gerald Ford an den Ober­sten Gerichts­hof beru­fen wor­den. Trotz sei­ner Mit­glied­schaft in der Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei, ver­trat Ste­vens in gesell­schafts­po­li­ti­schen Fra­gen links­li­be­ra­le Posi­tio­nen. Der Höchst­rich­ter wird mit Ende der lau­fen­den Gerichts­ses­si­on, also Ende Juni, aus dem Amt schei­den. US-Prä­si­dent Barack Oba­ma steht das Vor­schlags­recht für die frei­wer­den­den Posten am Höchst­ge­richt zu. Aller­dings brau­chen die Kan­di­da­ten nach öffent­li­chen Anhö­run­gen die Zustim­mung des Senats. Jedes Aus­schei­den eines Rich­ters und die Nomi­nie­rung eines Nach­fol­gers wird in den USA mit beson­de­rer Auf­merk­sam­keit ver­folgt, da sich die Mehr­heits­ver­hält­nis­se zu The­men wie Abtrei­bung und Lebens­schutz zugun­sten der einen oder ande­ren Rich­tung ver­schie­ben kön­nen. Da von Oba­ma die Nomi­nie­rung eines pro­gres­si­ven Kan­di­da­ten erwar­tet wird, dürf­te sich an den herr­schen­den Gewich­tun­gen am Ober­sten Gerichts­hof nichts ändern.

(Avvenire/GN)