Pakistan: Brandanschlag auf die Wohnung einer katholischen Familie — Polizei lehnt eine Anzeige ab

(Laho­re) In den ver­gan­ge­nen Tagen kam es erneut zu Gewalt gegen eine katho­li­sche Fami­lie in Paki­stan. Bei den Opfern han­delt es sich um die Fami­lie Wala­yat Masih aus dem Dorf Shado­key im Ver­wal­tungs­di­strikt Gujr­anw­wa­la bei Laho­re.

Drei Mus­li­me hat­ten die Fami­lie zuvor mehr­mals bedroht und die Fami­lie Masih auf­ge­for­dert, die eige­ne Woh­nung in der Nach­bar­schaft zu ver­kau­fen. Wala­yat Masih lehn­te dies jedoch ab, weil er das Haus an der Haupt­stra­ße des Dor­fes von sei­nen Vor­fah­ren geerbt hat­te. Dar­auf­hin steck­ten die Nach­barn das Haus der Fami­lie Mashi am 26. Janu­ar im Brand. Das Haus wur­de von den Flam­men schwer beschä­digt.

Die Fami­lie wur­de auch auf­ge­for­dert, sich zum Islam zu bekeh­ren und die Gegend zu ver­las­sen. Die sechs­köp­fi­ge Fami­lie von Wala­yat Masih ist seit dem Anschlag obdach­los. Eine Anzei­ge wur­de von der Poli­zei abge­lehnt.

„Hier geht es um schwer­wie­gen­de Ein­schüch­te­rung. Und es han­delt sich nicht um den ersten Fall offen­sicht­li­cher Unge­rech­tig­keit gegen­über christ­li­chen Staats­bür­gern. Die Insti­tu­tio­nen und die Poli­zei soll­ten die Bür­ger schüt­zen und ihre Rech­te gewähr­lei­sten und sie dür­fen nicht zu Kom­pli­zen der Ille­ga­li­tät wer­den“, so der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on Life for All, Xavier Wil­liams.

Ziel der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on ist die För­de­rung der Bil­dung, des sozia­len Sta­tus und der Men­schen­rech­te der christ­li­chen Bür­ger in Paki­stan. „Es ent­steht der Anschein, als ob die Behör­den vor Ort schwei­gen und damit die­se Men­schen­rechts­ver­stö­ße decken“, so der Wil­liams wei­ter.

Life for All küm­mert sich auch um die Fami­lie Masih, der sie beim Umzug nach Rawalpin­di half, wo der Fall einem Anwalt über­ge­ben wur­de. Die­ser reich­te bereits eine Kla­ge beim Ober­sten Gerichts­hof in Rawalpin­di ein und erstat­te­te dabei auch Anzei­ge gegen das Poli­zei­kom­man­do in Shan­do­key wegen Nach­läs­sig­keit. Die Rich­ter ver­an­laß­ten unter­des­sen erste Ermitt­lun­gen und luden die ver­ant­wort­li­chen Poli­zei­be­am­ten zu einer Anhö­rung ein.

Erst vor kur­zem hat­te eine ande­re Epi­so­de der Gewalt Auf­se­hen erregt, deren Ver­lauf ähn­lich war: das 12jährige katho­li­sche Mäd­chen Shazia war von ihrem Arbeit­ge­ber, einem rei­chen mus­li­mi­schen Anwalt in Laho­re ver­ge­wal­tigt und ermor­det wor­den. Die Poli­zei hat­te sich zunächst gewei­gert die Anzei­ge der Fami­lie auf­zu­neh­men. Erst nach Pro­te­sten erre­ge der Fall Auf­merk­sam in der Öffent­lich­keit und erhielt dadurch das Inter­es­se der Behör­den und Gerich­te.

(Fides)