Nigeria: Kirchenabriß angeordnet

(Kano) Im nord­ni­ge­ria­ni­schen Bun­des­staat Kano sol­len Chri­sten ihre Kir­che abrei­ßen. Wie das Hilfs­werk für ver­folg­te Chri­sten Open Doors erfuhr, wur­de die Evan­ge­li­sche Kir­che von West­afri­ka (ECWA) in Dan­bat­ta am 13. Janu­ar vom Umwelt­schutz­amt ange­wie­sen, inner­halb von sie­ben Tagen ihren neu erbau­ten Ver­samm­lungs­saal abzu­rei­ßen. Der­zeit kämpft die Kir­che noch um den Erhalt des Gebäu­des. Nach Infor­ma­tio­nen von Open Doors set­zen sich Lei­ter der ECWA und des „Chri­sti­an Asso­cia­ti­on of Nige­ria“ (CAN), einem Dach­ver­band christ­li­cher Kir­chen, für die Rück­nah­me des Abriss­be­fehls ein. In dem mus­li­misch gepräg­ten Bun­des­staat gilt die Scha­ria.

Zuvor hat­ten mus­li­mi­sche Jugend­li­che ver­sucht, die Kir­che zu zer­stö­ren. In der Nacht des 12. Janu­ar ver­sam­mel­te sich eine Grup­pe vor dem Gelän­de, auf dem sich auch das Haus des Pastors befin­det. Pastor Bitrus war zum Zeit­punkt nicht zu Hau­se. Wie sei­ne Frau berich­te­te, tra­ten die Män­ner die Umzäu­nung ein. Sie konn­te mit den Kin­dern in die Poli­zei­ka­ser­ne flie­hen. Der dienst­ha­ben­de Beam­te ent­sand­te Poli­zi­sten zur Pasto­ren­woh­nung. Bei Ankunft der Sicher­heits­kräf­te flo­hen die Angrei­fer. Als Pastor Bitrus am fol­gen­den Tag mit der Poli­zei über den Vor­fall spre­chen woll­te, erhielt er kei­ne Aus­kunft. Am 16. Janu­ar teil­te ihm das Umwelt­amt mit, die Gemein­de müs­se inner­halb von sie­ben Tagen die Kir­che abrei­ßen. Die ECWA ist eine aner­kann­te Kir­che in Nige­ria. Bei der Anord­nung han­delt es sich um eine Ver­let­zung der Reli­gi­ons­frei­heit. Doch in Scha­ria geführ­ten Staa­ten im Nor­den von Nige­ria ste­hen Distrikt­chefs unter dem Druck mus­li­mi­scher Emi­re, die das Wach­sen christ­li­cher Gemein­den ver­hin­dern wol­len.

Seit März vori­gen Jah­res kämpft die Evan­ge­li­sche Kir­che von West­afri­ka (ECWA) in Dan­bat­ta um die Aner­ken­nung ihres ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ver­samm­lungs­rechts. Die Orts­ver­wal­tung hat­te die Gemein­de ange­wie­sen, ihre Got­tes­dien­ste in einer Kaser­ne ein­zu­stel­len. Dort muß­te sie sich ver­sam­meln, da alle frü­he­ren Anträ­ge für den Bau einer eige­nen Kir­che abge­lehnt wur­den. Die Gemein­de traf sich fort­an im Haus des Pastors. Auch die­se Zusam­men­künf­te wur­den vom Distrikt­chef unter­sagt, der nach Aus­sa­gen von Chri­sten, in „sei­nem Gebiet kei­ne Kir­che“ haben will. Also bau­te die 80 Mit­glie­der star­ke Gemein­de ein Ver­samm­lungs­haus auf dem Gelän­de, auf dem der Pastor wohnt. Das soll nun abge­ris­sen wer­den.

(Open Doors)