Uganda kämpft gegen blutige Menschenopfer und Organhandel – Kirche betont die Heiligkeit des Lebens

(Kam­pa­la) In Ugan­da wird wegen des schreck­li­chen Phä­no­mens von Men­schen­op­fern ermit­telt. Wie Matteo Fra­schi­ni Kof­fi in einem Bericht für die katho­li­sche Tages­zei­tung Avve­ni­re berich­te­te, wur­den 2009 im ost­afri­ka­ni­schen Land zehn Per­so­nen im Zusam­men­hang mit die­ser bru­ta­len Tat ver­haf­tet. Die Regie­rung Ugan­das rich­te­te im ver­gan­ge­nen Jahr eine Son­der­ein­heit zur Bekämp­fung von Men­schen­op­fern ein. Sie ermit­telt der­zeit in 15 Mord- und 200 Ent­füh­rungs­fäl­len Zudem wur­den 2000 ugan­di­sche Poli­zi­sten mit Hil­fe der USA zur Bekämp­fung des Kin­der­han­dels aus­ge­bil­det. Wie Avve­ni­re berich­tet, sei­en Ver­haf­tun­gen von Eltern und Ver­wand­ten nicht sel­ten, die beschul­digt wer­den, ihre Kin­der für Men­schen­op­fer ver­kauft zu haben.

In den Medi­en schal­ten „Hexer“ ihre Wer­be­an­zei­gen und bit­ten um gro­ße Geld­sum­men, um Tier- und Men­schen­op­fer dar­brin­gen zu kön­nen. Sie ver­spre­chen den zah­len­den Kun­den, daß die­se durch das Blut der Opfer zu Reich­tum gelan­gen wür­den. „Men­schen­op­fer habe es vor allem in Zen­tral-Ugan­da immer gege­ben“, erklär­te Ele­na Lome­li, Mit­ar­bei­te­rin der NGO Anppcan für Kin­der­rech­te. Seit eini­ger Zeit habe sich die­ser Strang jedoch durch Arbeits­lo­sig­keit und Armut ver­stärkt.

In die­sem Zusam­men­hang müs­se auch der Organ­han­del gese­hen wer­den, so Lome­li. Den von der Poli­zei in den letz­ten Mona­ten gefun­de­nen Lei­chen, fehl­ten häu­fig die Nie­ren, Leber oder ande­re Orga­ne des Kör­pers, die tra­di­tio­nell nicht mit den magi­schen Stam­mes­ri­ten der Hexer zu tun haben.

Im Mai 2009 erklär­te ein Bericht des ame­ri­ka­ni­schen Außen­mi­ni­ste­ri­ums Ugan­da zum Zen­trum des inter­na­tio­na­len Men­schen­han­dels und pran­ger­te die besorg­nis­er­re­gen­den Vor­gän­ge im Osten des Lan­des an, wo der Organ­han­del statt­fin­de.

„Wir ermit­teln, ob eini­ge der Mord­fäl­le auf eine inter­na­tio­na­les Netz für Organ­han­del zurück­geht“, erklär­te Moses Binoga von der ugan­di­schen Poli­zei. „Es ist denk­bar, daß die Mor­de als Werk der tra­di­tio­nel­len Stam­mes­he­xer getarnt wer­den.“

Die katho­li­sche Kir­che des Lan­des zeigt sich über bei­de Ent­wick­lun­gen besorgt, sowohl über den blu­ti­gen Aber­glau­ben des Men­schen­op­fers als auch die mör­de­ri­schen Ver­bre­cher­syn­di­ka­te des Organ­han­dels. In meh­re­ren Initia­ti­ven betont die Katho­li­sche Kir­che die Hei­lig­keit und Unan­tast­bar­keit des mensch­li­chen Lebens.

In jüng­ster Zeit konn­ten eini­ge Erfol­ge im Kampf gegen das Phä­no­men der Men­schen­op­fer erzielt wer­den. Eini­ge „Hei­ler“ schwör­ten ihrem Unwe­sen ab und unter­stüt­zen nun die Poli­zei. Sie hel­fen noch akti­ve „Hexer“ aus­fin­dig zu machen, die Men­schen­op­fer prak­ti­zie­ren. Zudem kam es zu meh­re­ren öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen, bei denen Gerä­te, die von den Hexern bei Men­schen­op­fern benützt wer­den, vor der Bevöl­ke­rung und Regie­rungs­ver­tre­tern ver­brannt wur­den.

(Avvenire/RV/GN)