Papst kritisiert Befreiungs-Theologie

(Vati­kan) Papst Bene­dikt XVI. warnt vor eini­gen „trü­ge­ri­schen Prin­zi­pi­en der Befrei­ungs­theo­lo­gie“. Vor Bischö­fen aus Bra­si­li­en sag­te er an die­sem Sams­tag, eini­ge Ele­men­te die­ser Theo­lo­gie, die vom Vati­kan in den acht­zi­ger Jah­ren als bedenk­lich ein­ge­stuft wur­den, sei­en an Uni­ver­si­tä­ten und Schu­len in Bra­si­li­en immer noch prä­sent. Wer von die­sen Leh­ren „ange­zo­gen, berührt oder in sie ver­wickelt“ sei, möge doch bit­te wie­der zur rech­ten kirch­li­chen Leh­re zurück­keh­ren.

Nicht quer­den­ken­de Theo­lo­gen, son­dern die Kir­che sei Eigen­tü­me­rin von Lehr­an­stal­ten, gab der Papst zu beden­ken. Er erin­ner­te an ein Doku­ment zur Befrei­ungs­theo­lo­gie, das 1984 von der vati­ka­ni­schen Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on ver­öf­fent­licht wor­den war. Der Text warnt vor „den Gefah­ren einer unkri­ti­schen Über­nah­me von mar­xi­sti­schen The­sen und Metho­den durch eini­ge Theo­lo­gen“. Ergeb­nis einer sol­chen Über­nah­me, so Papst Bene­dikt, sei­en „Rebel­li­on, Spal­tung, Dis­sens, Belei­di­gung und Anar­chie“ gewe­sen, „die gro­ßes Lei­den her­vor­ge­ru­fen und leben­di­ge Kräf­te eurer Gemein­schaf­ten geschwächt haben“. Eine „grund­le­gen­de Regel des Glau­bens“ bestehe im Zusam­men­hang von Drei­fal­tig­keit, Bibel und Lehr­amt, mein­te der Papst: „Kei­nes die­ser drei Ele­men­te darf nur für sich genom­men wer­den“. 1984 war der jet­zi­ge Papst, damals Kar­di­nal Joseph Ratz­in­ger, der Prä­fekt der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on.

(RV)