Satanistenfest in Frankreich – Okkulte Praktiken als Falle für Jugendliche

(Paris) Etwa 60.000 Teil­neh­mer und eine „aus­ge­zeich­ne­te Bilanz“, das ist die Erfolgs­mel­dung von Ben Barbaud, dem Ver­an­stal­ter des 4. Hell­fest, des Festi­vals der Höl­le, das vom 19. bis 21. Juni in Clis­son, in der Loire-Gegend statt­fand. 108 Bands der „extre­men Musik“, so die Selbst­be­zeich­nung, tra­ten auf und spiel­ten ins­ge­samt 15 Stun­den täg­lich. Auch Mari­lyn Man­son war anwe­send, der als „Rever­end der Kir­che Satans“ bekannt ist.


Unter den Fans von Mary­lin Man­son befin­det sich ein Anhän­ger der ame­ri­ka­ni­schen „Satans­kir­che“, das neue fran­zö­si­sche Rock­idol Saon, Sie­ger der Sen­dung „Nou­vel­le Star“ des Fern­seh­sen­ders M6, einer Art fran­zö­si­scher Aus­ga­be von „Deutsch­land sucht den Super­star“. Dank des neu­en Stars erreich­te der Sen­der die bis­her besten Ein­schalt­quo­ten.

Saon ist 26 Jah­re alt, stammt aus Paris. Sei­ne Ver­gan­gen­heit besteht pri­mär aus einem Leben in Gast­stät­ten und der U‑Bahn. Sei­nen Durch­bruch erleb­te er, als er sei­nem Idol Man­son zu fol­gen begann und sich wie die­ser klei­de­te

Das „Festi­val der Höl­le“ fand unter der Schirm­herr­schaft der Gemein­de und des Regio­nal­par­la­ments statt. Am Frei­tag, den 19. Juni waren der zustän­di­ge Kul­tur­re­fe­rent, Yanick Lebe­au­pin, und der regio­na­le Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te Chloé Le Bail bei der Eröff­nung anwe­send und lob­ten die Ver­an­stal­tung.

Unter den anwe­sen­den Musik­grup­pen befand sich auch die Band Deströy­er 666, die sich als „Anti-Christ“ bezeich­net und dazu auf­for­der­te „den Angriff zu begin­nen“ und „das Feu­er zu eröff­nen“.

Aus den Vide­os, Pla­ka­ten, der gesam­ten Aus­rich­tung, der Art sich zu klei­den und zu beneh­men tritt unver­kenn­bar eine blas­phe­mi­sche Fixie­rung der Ver­an­stal­tung her­vor. Auf der Home­page von „Hell­fest“ wer­den Todes­bot­schaf­ten ver­öf­fent­licht, Bil­der von Fol­te­run­gen, Selbst­ver­stüm­me­lun­gen, mon­strö­se Frat­zen, ver­zwei­fel­te Blicke, geschun­de­ne Kör­per.

Das katho­li­sche Inter­net­por­tal e‑deo.info ana­ly­sier­te das „Fest“ aus katho­li­scher Sicht und ver­such­te gegen des­sen Abhal­tung Wider­stand zu orga­ni­sie­ren. Ver­schie­de­ne katho­li­sche Orga­ni­sa­tio­nen betei­lig­ten sich an die­sem Wider­stand, so z.B. AGRIF – Dach­ver­band gegen Ras­sis­mus und für den Respekt der fran­zö­si­schen und christ­li­chen Iden­ti­tät, die Jugend für Frank­reich von Phil­ip­pe de Vil­liers und die Initia­ti­ve Act Hope.

Ein erster Erfolg konn­te bei den Geträn­ke­her­stel­lern Coca-Cola und Kron­em­bourg erzielt wer­den, die ursprüng­lich beim „Höl­len­fest“ als Spon­so­ren auf­tre­ten hät­ten sol­len, sich nach den katho­li­schen Pro­te­sten jedoch zurück­zo­gen.

Nach Ansicht eini­ger Sozio­lo­gen hand­le es sich für Jugend­li­che bei die­ser extre­men sub­kul­tu­rel­len Jugend­rich­tung ledig­lich um eine von vie­len, mit der sie den Über­gang von der Kind­heit zum Erwach­se­nen­da­sein prak­ti­zie­ren. Kaum erwähnt wird dabei jedoch, daß sich ein Teil die­ser Jugend­li­chen im Netz von Sek­ten und okkul­ten Prak­ti­ken ver­strickt. Der Fen­ech-Rap­port über die Sek­ten in Frank­reich vom August 2008 warn­te aus­drück­lich vor den Gefah­ren des Sata­nis­mus, der in Frank­reich rund 25.000 Adep­ten zäh­le, und den sui­zi­den Ten­den­zen im okkul­ten und sata­ni­sti­schen Umfeld.

(CR/JF)